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Hanf und das Geheimnis der Regeneration - Teil 2

Die Frühzeit der Medizin. Auf der Suche nach der unbekannten Lebenskraft.

Seit der Mensch die Phänomene von Elektrizität und Magnetismus beobachtet, hat er sie als Ausdruck einer geheimnisvollen, unbekannten, Gott gegebenen, überall vorhandenen Lebenskraft gedeutet, die von überragender Heilkraft sei. Schon in der Steinzeit war vermutlich bekannt, dass beim Reiben und Schlagen von so genannten „dielektrischen“ Materialien wie Bernstein, Achat Bergkristall und Horn ein Leuchten oder Funkensprühen entsteht. Was heute als Effekt statischer oder „triboelektrischer“ (Reibungs-) Elektrizität verstanden wird, wurde damals für das Entfachen dieser geheimnisvollen Energie gehalten.
Der Magneteisenstein kommt in der Natur vor und besteht aus natürlichen magnetischen Erz „Magnetit“, dies wurde bereits zur vorgeschichtlichen Zeit entdeckt. Man entdeckte, die Selbstbewegung der Magneteisensteine und schrieb ihnen besondere Lebenskräfte zu und man glaubte, dass diese mystische Kraft fähig sei, die menschliche Lebenskraft zu beeinflussen. Die statische Elektrizität bringt ebenfalls eine „Bewegungskraft“ hervor und wird leicht erzeugt, indem man Bernstein an Fell reibt. Dieses Mysterium musste für die vorzeitlichen Menschen ebenso geheimnisvoll wie der Magneteisenstein gewesen sein. Vermutlich wurde auch die Fortbewegungsfähigkeit der Tiere und Menschen als eine Art Wirkung der Lebenskraft angesehen.
Diese Entdeckungen wurden lange vor dem Beginn der Geschichtsschreibung von vielen Gesellschaften unserer Welt gemacht und zählen zu den bedeutungsvollsten Ereignissen der prähistorischen Zeit. Damit wurde der  Anfang der Forschung der Welt markiert und das erst Aufdämmern der Wissenschaft. Letztlich führte das Wissen vom Wirken der Kräuter zur Chemie, und der Magneteisenstein, und die statische Elektrizität, waren die Grundlage für die Entwicklung der modernen Physik. Dies waren die Schlüssel zum Anfang der wissenschaftlichen Medizin, und der Wissenschaft vom Leben.

Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, hat sich intensiv damit beschäftigt, „was Leben sei“. Nach seiner Ansicht wird es dem Menschen niemals gelingen, das Leben zu erklären und sein abgeleiteter Hinweis, dass das Leben nur an seinen äusseren, mit den „fünf“ Sinnen wahrnehmbaren „Erscheinungen“ erkannt werden kann, stellt die Basis des Denkrahmens der Homöopathie dar. Hahnemann trennte in seinem Denken die belebte und unbelebte Natur, indem er über die „prima causa“, die unterschiedlichen Ursachen von „abnormen“ Zuständen und deren Behebung nachdachte. Als Beispiel verglich er den Flug einer Pistolenkugel für einen unnatürlichen Zustand der unbelebten Natur und fand dabei eine völlige Gegensätzlichkeit der erforderlichen Mechanismen, um den jeweiligen „normalen“ Zustand wiederherzustellen.
Samuel Hahnemann erschienen die Modelle von Physik, Chemie und Mechanik nicht auszureichend genug, um die Lebensvorgänge in Natur und Mensch zu beschreiben. Im Geiste seiner Zeit wählte er ein „vitalistisches“ Modell dazu postulierte er das Vorhandensein einer „dynamischen Lebenskraft“ für die er die synonymen Begriffe „Lebensprinzip“ „Lebens-Energie“, „Dynamis“ und „Autokratie“ verwendete. Er unterschied drei Bereiche des Menschen und trennte damit zwischen belebter und unbelebter Natur. Unter Lebenskraft verstand Hahnemann ein Lebensprinzip aller lebenden Organismen, das er getrennt vom materiellen (toten) Organismus wahrnahm.
Da die Lebenssubstanz für die menschlichen Sinne nicht wahrnehmbar ist, kann auch nicht erklärt werden, wie der lebende Organismus funktioniert. Er postulierte deshalb ein automatisches Lebensprinzip, das als eine sinnlich nicht wahrnehmbare, „geistig-dynamische Kraft“ (Dynamis) den materiellen Körper belebt und dessen Empfindungen und Lebensverrichtungen bewirkt. Diese „Autokratie“ stellt ein Prinzip der Selbsterhaltung dar, das den gesamten Organismus und dessen Gefühle und Tätigkeiten in harmonischer Funktion erhält. Hahnemann bezeichnete alle Vorgänge und Prozesse, bei denen der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung für die menschlichen Sinne nicht wahrnehmbar ist, als geistig.
Ein derartiges Denkmodell der Lebenskraft ist  aber keine Erfindung Hahnemanns, denn in praktisch allen Kulturkreisen der Erde finden sich ähnliche Konzepte von „Kräften“, die auf den menschlichen Organismus einwirken. So steht das Qi (ch’i) im Zentrum der chinesischen Medizin, das in Indien „prana“ und in Ägypten ka (ga-ilama) genannt wird.

Lange bevor die moderne Quantenphysik, die jedem Stoff innewohnende charakteristische Strahlung entdeckt hatte, war dieser Tatbestand bekannt. Uralt ist die Vorstellung, dass von jedem Objekt eine Kraft, ein „Fluidum“ ausgeht, dessen Eigenschaften die Art des Objekts und seinen Zustand erkennen lassen. Diese Kraft wurde auch schon früh mit der Elektrizität in Verbindung gebracht. Dieselbe Vorstellung bildete bereits die Grundlage von Orakelmethoden, lange bevor die Wissenschaft die heutigen chemischen „Elemente“ entdeckte. Chinesische Seher haben auch jene zwölf „leuchtenden Ströme“ im Menschen entdeckt die wir aus der Akupunktur als „Meridiane“ kennen.
In allen alten Hochkulturen und auch heutigen vorindustriellen Gesellschaften der Erde findet sich die Vorstellung, dass der Mensch neben dem physischen Körper einen unsichtbaren, feinstofflichen Körper besitzt. Diese Vorstellung stammt wahrscheinlich aus der visionären Erfahrung der Seher, Schamanen, Yogis und Heiler der Vorzeit, die in veränderten Bewusstseinszuständen um ihre Mitmenschen herum einen feinen, leuchtenden „Nebel“ gesehen haben, dessen Helligkeit, Farben und Strukturen offensichtlich zum körperlichen, seelischen und geistigen Zustand der betreffenden Person in Bezug standen.
Gemäss dieser, zu vorhistorischer Zeit weit verbreiteten Auffassung, handelt es sich bei diesem Lichtleib um den Zustand unseres Leibes, „wie er vor dem Sündenfall war“ - wie er aber in jedem Menschen zumindest in potentieller Form jederzeit vorhanden ist und durch geeignete Maßnahmen aktiviert werden kann. Die verschiedenen Traditionen sprechen nämlich davon, dass nicht nur die Körper der Götter und Engel aus Licht seien, sondern dass auch der Körper des Urmenschen vor jenem kosmischen Ereignis, das wir im christlichen Dogma „Sündenfall“ nennen, vollständig aus Licht bestanden habe.
Selbst unser eigener, alltäglicher Körper, den wir doch eher als dunkel, dumpf und der Schwerkraft unterworfen empfinden, ist nach diesen alten Lehren immer noch ein potentieller Lichtkörper, denn seine Materie sei nichts anderes als „geronnenes Licht“ und könne zum .Beispiel. durch meditative Praktiken, Atemübungen etc.) wieder in seinen leuchtenden und leichten Zustand zurückgeführt werden. .Krankheit, Unglück und Gebrechen sind, so gesehen, nichts anderes als der Zustand des „Gefallenseins“, der Entfernung von diesem ursprünglichen Lichtzustand.
Ein derart definiertes Körperbewusstsein ist grundlegend, denn dadurch kehren wir zu der ersten Erfahrung des Menschen mit der Materie zurück, in die Zeit des Sündenfalls, als er sein nebelhaftes Bewusstsein und die horizontale Haltung aufgab, um sich willentlich in die Senkrechte zu erheben. Ab diesem Zeitpunkt konnte sich der Mensch wahrnehmen, und zwar als eigenständiges Wesen, wie ein Geist, der einen Körper bewohnt, er war mit ihm verbunden.
Die Erfahrung, einen Körper zu haben und “ein Körper zu sein”, konfrontiert den Menschen nicht nur mit seinem eigenen Empfindungen und seinem Unbewussten, sondern sie erlaubte ihm ebenfalls, sein höheres Ich zu integrieren – den Teil seiner selbst, der dem Spirituellen zugewandt ist. Die bewusste Körperwahrnehmung führte dazu, dass sich die Menschen der Vorzeit als eine Art Schriftzeichen des Kosmos wahrnahmen, als Mikrokosmos, der aus dem Makrokosmos entstanden ist.
In der spirituellen Renaissance hatte dieser Vorgang dann einen entscheidenden Umschwung erlebt. Der Mensch verlor das Gefühl der Einheit mit dem Kosmos. Die notwendige Erfahrung, sich als ein einzigartiges Wesen wahrzunehmen, verlieh ihm Entscheidungsfreiheit und trennte ihn gleichzeitig von der geistigen Welt und vom Naturreich. Die Naturwelten erschienen ihm so nicht mehr von Elementarkräften belebt, sondern eher unbeweglich, mineralisch.

Eine natürliche Gegebenheit, mit der sich der prähistorische Mensch so gut wie alle seine Nachfahren auseinanderzusetzen hatte, ist das Auftreten von Krankheiten als Begleiterscheinung des Lebens. Dass der Existenzkampf der Menschen wie der Tiere die Gefahr von Verletzungen mit sich bringt, ist selbstverständlich. Doch lassen sich eindeutige Zeichen von Krankheit ebenfalls schon an den Skelettresten vorzeitlicher Tiere feststellen. Das gilt namentlich für krankhaft–degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule bei Dinosauriern der Kreidezeit, einem Krokodil des Miozäns, und häufig bei Höhlenbären der letzten Eiszeit. Steinzeitmenschen litten an Zahnkaries und Vereiterung des Zahnbettes. Einen so genannten paradiesischen Urzustand, in dem Mensch und Tier von Krankheiten frei gewesen wären, gab es auf der Erde nie und wird auch nie eintreten. Selbst die besten Therapeuten sind immer wieder mit Unheilbarkeit und Tod konfrontiert. Schließlich ist der Tod die einzige Gewissheit des Lebens und unser unausweichliches Schicksal.
Das Altern können wir vielleicht verzögern, Krankheiten heilen, sowie fehlende Körperteile in Zukunft ersetzen, den Tod aber können wir auf keinen Fall besiegen. Nur durch den Tod kann neues Leben entstehen. Sterben ist somit eine Initiation in das Geheimnis der Schöpfung. Der Wunsch nach dem ewigen Leben entspringt der Unwissenheit über die Gesetze der Schöpfung sowie der Angst vor dem Unsichtbaren und Unwägbaren. Diese Angst löst sich erst auf, wenn man die Gesetze des Unsichtbaren erkannt hat.  
Um aber von den Krankheiten geheilt zu werden, muss man nach der Erkenntnis von Paracelsus aus dem “Brunnen der Erinnerung” trinken. Nur dann erkennt man den göttlichen Willen. Jede Initiation erfordert jedoch Demut vor den höheren Mächten sowie Opferbereitschaft, was sogar für Götter gilt.

Chinesische Medizingeschichte

China ist mindestens seit über 600’000 Jahren ständig von Menschen besiedelt. Überreste früher Hominiden sind, ähnlich wie auf Java, in Kwangsi, Yunnan und Shansi gefunden worden. Vor etwa 500’000 Jahren lebte der Pekingmensch im Umkreis der heutigen Hauptstadt Chinas, in Shansi und wohl auch in Hupei und Kwangtung. Der Homosapiens tauchte erstmals vor 30’000 Jahren in paläolithischen Kulturen im Ordostgebiet in Hopeh und im Südwesten auf. Spätere mesolithische Kulturen gelangten in den nördlichen Grenzgebieten, im Süden und Südwesten sowie auf Taiwan zur Blüte.
Anhand der Untersuchungen von Kunstgegenständen, Grabungsfunden und Textilien können Wissenschaftler genau belegen, dass Hanf eine der ältesten Nutz– und Medizinalpflanzen der Erde ist. Und hier beginnt auch unser Bericht über den Hanf:
Die ersten Stoffe aus Hanf werden um ca. 8’000 v. Chr. vermutet. Etwa zur gleichen Zeit wie die Erfindung der Töpferei und noch vor der Erfindung der Metallbearbeitung. In Zentralasien wurde Hanf um 5’500 v. Chr. angebaut und vermutlich von da nach China eingeführt. Hanf steht am Anfang der chinesischen Zivilisation. Hanf war die erste Pflanze, die von den nördlichen Stämmen gleichzeitig mit ihrer Sesshaftwerdung kultiviert wurde. Aus den Fasern wurden Stricke, Netze, Textilien und andere Produkte hergestellt. Die Erfindung des Papiers ist ebenfalls dem Hanf zu verdanken. Aus seinen Stängeln wurde in Nordchina das erste Papier der Menschheit geschöpft.
Zwischen dem 10. und 6. Jahrhundert v. Chr. Entstand das “Buch der Lieder”. Dort sind Namen von Krankheiten und Pflanzen zu finden, die auch später für medizinische Zwecke verwendet wurden.
In dem ältesten, überlieferten, chinesischen Buch, dem Shih-Ching oder Shijing (nach neuer Schreibweise), das “Buch der Lieder”, das während der Chou– oder Zhou–Dynastie in Nordchina entstanden ist, aber auf Quellen zurückgeht, die 2’000 Jahre älter sind, wird  Hanf oft genannt (somit erfährt der Hanf auch seine erste historische Erwähnung). Er wurde zu den “hundert Getreiden” gerechnet und in schamanistischen Zusammenhang angewendet. Außerdem enthält dieser Text Anweisungen, wie der Hanf anzubauen ist.
In der Folgezeit erlangte der Hanf den Status als weltweit wichtigster nachwachsender Rohstoff. Doch auf der ganzen Welt und zu allen Zeiten war er über kuriose Umstände mit dem Rechtssystem verbunden. So stand der Hanfanbau oft auf der Liste der Straftaten, während er zu anderen Zeiten legal und zeitweise staatlich zum Anbau verordnet wurde.

Die Wurzeln der chinesischen Medizin liegen schon in der Altsteinzeit. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass es bereits vor etwa 10’000 Jahren Behandlungsformen gab, die als Vorläufer der Akupunktur betrachtet werden können. Für die ältere Steinzeit fand man Steinnadeln, für die jüngere Steinzeit Nadeln aus Knochenmaterial, Bambus und später aus verschiedenen Metallen wie Gold, Silber und Eisen, die als Zeugen der frühen Akupunkturbehandlungen betrachtet werden können.
In vielen Kulturen der Welt entstanden verschiedene Therapieverfahren durch Glücksfälle, so auch die Akupunktur. In den ältesten Zeiten der Menschheit erwarben sich die Frühmenschen ihr Wissen durch einfaches Probieren. Viele, wichtige und praktische Kenntnisse über die Eigenschaften, Eignungen und Wirkungsweisen wurde so Gewonnen. Auch lernte man schon auf primitiver Kulturstufe vielerlei Nahrungsmittel, Arzneistoffe, Genussmittel u. Gifte voneinander zu unterscheiden. In der Eiszeit lernten die Bewohner die Kunst der Feuerbereitung, stellten vielerlei Gebrauchsgegenstände aus Stein, Knochen, Horn, Fellen usw. her und erwarben die ersten Kenntnisse über das Kochen, Färben, Gerben, die Töpferei und der Medizin.
Es gibt die Annahme, dass der Ursprung der Akupunktur das Indus-Tal in Zentralasien ist, von wo aus sie sich weiterverbreitet hat. Im Prinzip ist der genaue Ursprung aber für uns nicht relevant; fest steht, dass es die Chinesen waren, die diese Kunst weiterentwickelt haben.
Ursprünglich entwickelte sich die Akupunktur aus rein zufälligen Erfahrungen: Durch versehentliche Quetschungen oder Hautschürfungen, durch Verletzungen oder gar durch Pfeilwunden verschwanden plötzlich alte Schmerzen und traten nicht mehr auf. Oder auch das Reiben, Massieren und Beklopfen eines bestimmten Hautareals, das wir oft instinktiv nach einer Verletzung tun, linderte den Schmerz oder das Unwohlsein verschwand. Wurde am Anfang mit Steinnadeln punktiert und mit Steinsplittern geschnitten, entstanden dann später Nadeln aus Bambus und Knochen. In der Bronzezeit wurden Nadeln aus Metallen gefertigt. Mit den neuen Fertigkeiten entstanden dann die neun Nadeltypen. In einem Grab, das aus der Zeit vor unserer Zeitrechnung stammte, wurden neun Nadeln gefunden, die aus Gold und Silber gefertigt waren. Die ersten bis heute erhaltenen Aufzeichnungen über die Anwendung von Nadeln (spitze Steine oder Bambus) in der Medizin stammen aus der Zeit um 1’600 vor Chr.

In China erzählte man sich folgendes über die Entstehung des Chen–chiu (Nadel und Verbrennen von Beifusskraut (Moxa) auf den Akupunkturpunkten, des ältesten überlieferten medizinischen Systems. Chen-chiu auf Deutsch Stechen und Brennen, wurde schon in prähistorischen Zeiten angewandt, als man Krankheiten noch mit dem Wirken böser Geister in Verbindung brachte. In jener Zeit untersuchten die Ärzte ihre Patienten sehr sorgfältig, um den Sitz der „Krankheitsgeister“ im Körper festzustellen. Dabei stießen sie an der Haut häufig an Punkte, deren Berührung für den Kranken schmerzhaft waren. Sie vermuteten, dass sich hier, an diesen schmerzhaften Stellen, die krankmachenden Dämonen festgesetzt hatten und entwickelten eine unter damaligen Umständen durchaus logische Therapievorstellung: Der Störenfried musste aus den betroffenen Körperpartien ausgetrieben werden. Mit einem spitzigen Gegenstand, einem Stein, einem Bambussplitter oder einer Fischgräte wurde in den schmerzenden Bereich hineingestochen, und es wurde so ein kleines Loch gemacht, aus dem der Krankheitserreger entweichen konnte. Auffallend häufig stellten sich dadurch Besserungen ein.
Ähnlich verhielt es sich mit der Brennmethode. Nachdem das Feuer entdeckt war und benutzt wurde, bemerkte man ebenfalls durch Zufall seine wohltuende und schmerzlindernde Wirkung und entwickelte in Laufe der Jahre die Moxibustion. Benutzte man zunächst Kohle, entstand später das Moxa. Nach und nach kristallisierte sich heraus, dass bestimmte Punkte besonders effektiv waren und so wurde die Theorie, dass eben diese bestimmten Punkte auf entfernte Stellen wirken geboren. Diese Punkte fasste man mit der Zeit zu einem System zusammen, aus dem sich allmählich das Netz der Akupunktur-Punkte und Meridiane ergab, das schließlich in den Han–Dynastien nach der Yin–Yang–Theorie, dem Gesetz der fünf Wandlungsphasen sowie bestimmten Zahlenentsprechungen zum Kosmos geordnet wurde.  

Vor vielen, vielen tausend Jahren lebten die Menschen im Gebiet des östlichen Asiens als Jäger und Sammler. Sie zogen durch die Steppen und weideten ihre Tiere, sie lebten in den Wäldern und Feldern der weiten Landschaft, sammelten Beeren und jagten Hirsche, Mammuts und anderes Getier. Es war ein schwieriges Leben, bei dem die Menschen selten alt wurden, aber sie hatten diese eigentümliche bodennahe Weisheit, die jeder noch heute an Menschen beobachten kann, die in nahem Kontakt mit der Erde leben.`
Aber sie lebten in ständiger Angst. Angst vor den ihnen nicht erklärlichen Naturphänomenen wie Gewitter, Erdbeben, Fluten, und all den sonstigen Unwägbarkeiten des Lebens. Die weisen Alten, die Schamanen und Schamaninnen, waren nicht umsonst hoch geehrt. Ihnen oblag es, die günstigen und ungünstigen Zeichen im Himmel und auf der Erde zu bestimmen, welche Aufschluss geben sollten über die Zukunft ihres kleinen Stammes. Würden die Rentiere dieses Jahr wieder rechtzeitig in den Süden kommen? Würde der Winter grausam kalt oder eher milde werden? Würde es genug Früchte im Wald geben? Würden sie mit Kinderreichtum gesegnet werden oder würden viele Kinder das erste Lebensjahr erleben? All diese Fragen waren keine philosophischen oder theoretischen Fragen, sie waren Fragen, die absolut überlebensnotwendig waren für den Stamm.
Der Mensch entwickelte sich weiter, und erfand die Aussat sowie die Ernte. Er lernte die Naturgewalten zumindest im Kleinen zu bändigen, indem er Deiche anlegte, um die Felder zu bewässern, er lernte zu töpfern. Jedoch hielt er noch immer aus gutem Grund an seinen Schamaninnen und Schamanen fest. Sie sagten nun den günstigsten Zeitpunkt für die Ernte voraus, sie sagten, wann man pflanzen und jäten sollte, und ob das neue Dorf an dieser oder jener Stelle gebaut werden sollte.  
Der Mensch lebte nun in der Jungsteinzeit, und aus dieser Zeit, der späten Jungsteinzeit oder Töpferzeit haben wir in China, die ersten Funde von Schildkrötenpanzern, die für Orakelzwecke angebohrt wurden. 6’500 Jahre sind diese ersten Zeugen alt, und sie enthalten auch schon erste Zeichen, die als frühe Schrift gedeutet werden können.
Lange ging es noch so dahin, und langsam wurden die Dörfer größer, Handel und Wandel blühten, und die erste kleine Fürstentümer entstanden. Sie hatten vielleicht 10- oder 20’000 Untertanen, aber sie schlossen sich mit anderen zusammen und so entstand langsam im Gebiet des Yangtze ein großes Fürstentum.

Zu allen Zeiten und in allen Kulturen gab es mutige Menschen, die das Wesen der Dinge, also auch ihr eigenes, zu erkennen suchten und in vielen Fällen ihr erworbenes Wissen zum Heile ihrer Mitmenschen verwendeten. Man nannte sie Magier, Hohepriester, Hohepriesterin, Heilige, Schamane, Druide, Medizinmann, Medizinfrau, Hexe, Zauberer, Erleuchtete, Weise Frau etc.
Was diese Menschen bewegte und heute noch bewegt, ist die Suche nach dem Wesen des Lebens und der Existenz, d.h. dem Wesen der Wirklichkeit. Sie wollten dieser Wirklichkeit auf die Spur kommen, sie durchdringen und verstehen und mit ihr umgehen lernen. Das ist ihr Verständnis von Magie: völliges Einssein mit der Wirklichkeit, und aus diesem Einssein heraus schöpfen, gestalten, leben. Dieses Wissen war in ältesten Zeiten, zu Anbeginn der Menschheitsgeschichte, im mystisch-magischen Zeitalter noch jedem zugänglich. Es war selbstverständlich und bestimmte die gesamte Kultur. Doch mit zunehmender Patriarchalisierung und Individuation ging immer mehr davon verloren, bis nur noch wenige einen Zugang zu diesem Wissen hatten. Ein Dokument davon ist das Zeichensystem des Yijing, „das Buch der Wandlungen“. Es ist ein Weisheitsbuch und Orakelbuch und ein Zeugnis aus dem alten China. Der Ursprung des Buches und der Zeichen des Yijing entspringt der Orakeltradition des alten China.
Die ersten chinesischen Hochkulturen zu Beginn des Neolithikums, 5’000-2’000 v. Chr., nutzten die Fähigkeiten der Schamanen zur Wahr- und Vorhersagung, um Wetterphänomene und Naturereignisse, die die landwirtschaftliche Existenz der Gemeinschaft bedrohen konnte, vorherzusehen um die Gefahren durch Präventivmaßnahmen zu mindern. Dazu wurde die »Hellsichtigkeit« der aus Sibirien eingewanderten Schamanen genutzt, die ihre Kenntnisse aus den Beobachtungen von Naturphänomenen und ihrer Gesetzmäßigkeiten ableiteten. Die Wahrsagungen wurden mittels ritueller, magischer und mantrischer Orakeltechniken ermittelt und mit dem Wissen aus den Naturbeobachtungen und Erfahrungen der Schamanen zu Orakeldeutungen vermischt.
Die chinesische Mythologie nimmt an, dass die Prinzipien des I Ging auf einen der ersten legendären Herrscher Fu Xi oder Fü Xi, 2’852 v, Chr.- 2’738 v, Chr. zurückgehen; dieser habe die Trigramme entdeckt. Der Überlieferung nach sind die 64 Bilder des I Ging von den Weisen des Altertums durch Beobachtung der Erscheinungsformen geschaffen worden und sollen "alle möglichen Zustände auf Erden" ausschöpfen. Wer daher das I Ging kenne, kenne das Wirken der Götter – und könne sich mit ihrem Wirken verbünden. Die Veränderungen der Welt gelten als beeinflussbar und nicht nur als Schicksal. Veränderungen sind Chancen, Möglichkeiten und auch Gefahren des Handelns. Das I Ging ist daher nicht nur ein Orakel, sondern auch ein "Lernbuch" für die Wissenden, Kompendium der Klugheit. Weder geht es um das den Veränderungen Hinterherlaufen noch um das gegen die Veränderungen Ankämpfen. Das Ziel ist vielmehr, dass sich die "Edlen" am Wandel orientieren und sich in ihm erhalten, dass sie überdauern in den wechselnden Konstellationen und im Wandel ihrer selbst. Immer ist das zu tun, was der Zeit am besten entspricht: es gilt, mit der Zeit zu gehen, auf seine Zeit zu warten, etc. "Zeit" ist der Wandel der objektiven oder gesellschaftlichen Konstellation der Kräfte hin zu günstigeren Möglichkeiten. Das Mittel dazu ist das Philosophieren über die Bilder und Urteile, sowie die Berechnung der Zukunft mit dem Orakel.
Erhalten sind viele Orakelknochen aus dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend, auf welchen in Form von Frage, Antwort und realen Ausgang der Befragungen dokumentiert sind. Der „Text“ des I Ging war damals jedoch offensichtlich noch nicht vorhanden, sondern das Orakel scheint aufgrund der Intuition des Fragenden und wahrscheinlich auch durch überlieferte Regeln bestimmt worden zu sein. Es kann also von einer ursprünglich mündlichen Tradierung des Textes ausgegangen werden. Der „Text“ des I Ging ist dann vermutlich erst im sechsten oder siebenten vorchristlichen Jahrhundert entstanden, die früheste heute noch existierende Abschrift datiert aus ungefähr 200 v. Chr und stimmt mit dem heutigen Text erstaunlich stark überein.

In der chinesischen Mythologie war Pangu das erste Lebewesen und der Schöpfer des Universums.  Nüwa ist die Muttergöttin, die die Menschheit erschuf, obwohl einige Traditionen diese Grosstat auch Pangu zuschrieben. Pangu, Nüwa und ihr Ehemann Fu Xi sind die Ersten der drei Souveräne und werden oft als die Eltern der Menschheit bezeichnet, da sie in einem Mythos als die Vorfahren der Menschen gelten. Nüwa ist verantwortlich für die Instandhaltung und Wartung der Himmlischen Mauer, deren Zusammenbruch dazu führen würde, dass sich alles auflöst.
In Nüwas späteren Jahren gab es eine Schlacht zwischen dem Wassergott Gon Gong und dem Feuergott Zhu Rong. Gon Gong wurde von Zhu Rong besiegt und wurde dadurch sehr ärgerlich. Er benutzte seinen Kopf, um den Berg Buzhou zu schlagen. Das veranlasste „dass die Himmlische Säule zerbrach und die Gebirgsschluchten auf der Erde und im Himmel entstanden.“ Nüwa bildete die fünf farbigen Steine, um den Himmel zu reparieren. Sie benutzte Krabbenfüsse, um die vier Ecken des Himmels zu stützen und sie benutzte Asche, um die Flut zu stoppen. Gemeinsam mit ihrem Gatten Fu Xi,  wird Nüwa oft mit einem weiblichen Oberkörper und mit dem Unterkörper eines Drachen oder einer Schlange abgebildet, da sie in Form von Drachen die Flüsse auf der Erde herausgemeisselt hatte, um so die Fluten zu  bändigen.
Nach Pan Gu wurde China der Legende nach von mindestens drei Erhabenen Urkaisern regiert, die den Menschen wichtige Fertigkeiten beibrachten. Der Erste von ihnen war Fu Xi, der Herr des Himmels. Auf einer alten Darstellung ist  Fu Xi  mit Winkelmaß und Nü Gua  mit Zirkel zu sehen
Der zweite Herrscher dieser Epoche war Shen Nong, der Herr der Erde. Er erfand den Pflug und lehrte die Menschen, Hanf und Getreide anzubauen und die Heilkräuter zu verstehen.
Der Dritte war Huangdi, der Herr der Menschheit und legendäre "Gelbe Kaiser". Er lehrte die Menschen in medizinischen kenntnissen, veranlasste die Menschen Strassen zu bauen und brachte ihnen das Töpferhandwerk bei.
In dem Band „Vollständige Bücherei in vier Zweigen der Literatur“ werden die Geschichten der Urkaiser Fu Xi, Sheng Nong und Nu Wa beschrieben. Der Sage nach waren Fu Xi und Nu Wa Bruder und Schwester und haben den gleichen Nachnamen Fong. Geschichtlichen Aufzeichnungen zufolge hatten die beiden den Körper eines Drachen und den Kopf eines Menschen.
Fu Xis Mutter hiess Hua Xu. Sie wurde schwanger, als sie in der Leize-Region in den Fußstapfen eines grossen Menschen getreten war. 12 Jahre später wurde Fu Xi geboren. Dieser besass die Eigenschaften eines Gottes und konnte sich zwischen Himmel und Erde bewegen. Er brachte den Menschen die Aufzucht von Seidenraupen bei.
Der Sage nach soll der legendäre Kaiser Fu Xi als Erster auf den Gedanken gekommen sein, Seidenraupen, die auf Maulbeerbäumen ihre Nahrung fanden, zur Herstellung von Gewändern zu nutzen. Fu Xi gilt auch als Erfinder eines mit Seidenfäden bespannten Saiteninstruments. Er soll den Menschen Melodie und Musik gebracht haben. Nach der „Geschichte der verschiedenen Länder der östlichen Zhou- Dynastie“ stellte Fu Xi ein Musikinstrument her, das Yao Qin hiess. Dieses Musikinstrument gründete sich auf der Zahl der Himmlischen Umläufe und den fünf Elementen. Er machte die Form von Phönixschwingen nach.

In der Zeit, in der Fu Xi gelebt haben soll, entwickelte sich die Wirtschaft und Gesellschaft schnell, und viele Erfindungen stehen in Zusammenhang mit Fu Xi. Er lehrte die Menschen das Jagen und die sechs Haustiere, Schaf, Huhn, Rind, Pferd, Hund und Schwein zu züchten. Er soll die Menschen darin unterrichtet haben, Netze zum Jagen und Fischen zu benutzen Auch soll er die Medizin erfunden haben. Die Biografie der „Drei Kaisern“ berichtet, dass Fu Xi „jemand mit dem Kopf eines Menschen und dem Körper einer Schlange war, der heilige Tugend besaß.“ Fu Xi lehrte die Menschen, die Knoten durch Buchstaben und Symbole zu ersetzen, um Berichte zu schreiben und geknotete Schnüre zum Messen von Zeit und Entfernungen zu nutzen, sowie sich Vorräte an Nahrungsmittel zu halten.  Fu Xi soll die erste Buchstabenschrift erfunden haben. Ihm wird auch die Einführung von Familiennamen zugeschrieben.
Der Ueberlieferung nach beobachtete Fu Xi  das kosmische Klima und die Gesetze der Erde. Er beobachtete das Wesen der Vögel und der Tiere, indem er dem Lauf der Natur folgte, wobei er verschiedene lebende Wesen von nahebei erkannte und verschiedene Materialien von Weitem. Dies war der Anfang der „Acht Trigramme im I Ging, dem Buch der Wandlungen, mit deren Hilfe man die Geister der Götter verstehen und die Gefühle aller weltlichen Dinge aussortieren konnte.
Angeblich erlernte Fu Xi die Kunst des Schreibens von einem gelehrten Drachen. Die Legende berichtet, dass ein Drachenpferd auf seinem Rücken die Schrift des Lo-Flusses Fu Xi brachte, die zur Erfindung der acht Trigramme (Bagua) im I Ging  führte. Dies soll sich am Ufer des Gelben Flusses ereignet haben. Er soll die acht Trigramme des I Ging erfunden haben, indem er über Himmel und Erde meditierte. Die Reihenfolge der acht Trigramme und 64 Hexagramme im I Ging wurde mit seinem Namen in Zusammenhang gebracht und in Europa als eine formale Analogie zum Dualsystem angesehen.
Fu Xi oder auch Fúxi¯ oder Fuxi, soll der erste der chinesischen Urkaiser gewesen sein, deren Mythen in der frühen Zhou-Zeit aufkamen. Der Legende nach ist er der Urahn der Menschen. Er brachte den Chinesen eine Universalphilosophie, aus der sich alle Naturerscheinungen erklären liessen, und soll die ersten Akupunkturnadeln angefertigt haben. In der Han-Zeit wurde Fu Xi dann zum Gott des Ostens und des Frühlings. Sein Sitz war der rechteckige Erdaltar. In der Stadt Jining in der Shandong-Provinz ist heute das Grab Fu Xis zu finden. Am 3. Tag des 3. Monats nach dem chinesischen Mondkalender findet in Jining jeweils eine Feier statt, um Fu Xi, des Kulturahnherren der chinesischen Nation, zu gedenken.

Als (mythischer) Begründer der chinesischen Kräuterkunde und Pharmazie gilt Shen–Nung oder Shennong, ein Kaiser der neunten frühgeschtlichen Dynastie. Der Sage nach, war .Shen–Nung ein Gelehrter, Pflanzenkundler und Schamane. Shen–Nung wörtlich übersetzt „Der himmlische Bauer“, ist ein legendärer Kaiser der Urgeschichte und Kulturell gesehen ein Held aus der chinesischen Mythologie, von dem man glaubt, dass er vor 5000 Jahren Gelebt und den altertümlichen Menschen die Techniken der Landwirtschaft gelehrt hat. Man geht ausserdem davon aus, dass er mühelos Hunderte von medizinischen Pflanzen  bestimmt habe, die entscheidend für die Entwicklung der traditionellen chinesischen Medizin waren. Unter Shen–Nung sollen verschiedene Pflanzen bestimmt worden sein, die er in giftige und ungiftige Kräutern unterschied.
Der Ueberlieferung zufolge wird Shen–Nung manchmal als Mensch, manchmal als Mischwesen mit dem Körper eines Menschen und dem Kopf eines Ochsen dargestellt. Sein Name bedeutet “Göttlicher Landmann”. Er kam der Sage nach zur Welt, nachdem seine menschliche Mutter vom Kopf eines himmlischen Drachen berührt wurde. Er trägt auch den Namen Yandi, “Roter Kaiser”. Shen–Nung brachte den Menschen die Segnungen des Ackerbaus und lehrte sie den Gebrauch des Pfluges und den Anbau der “fünf Getreidehauptsorten”, zu denen auch der Hanf gehörte. Er testete die ernährenden, heilenden und giftigen Gewächse an sich selbst aus und verfasste eine Arzneimittellehre, die angeblich dem Pen ts’ao Ching zugrunde liegt.
Shen–Nung beschreibt 2’737 v. Chr. in seiner pharmakologischen Abhandlung „Ma“ (Cannabis auf chinesisch) als Heilmittel und Rohstoff. Die Heilmittel wurden aus Blüten, Blättern und Wurzeln gewonnen, Stängel dienten zur Herstellung von Textilien, Seilen und Papier. Die Samen schliesslich wurden als Nahrungsmittel und Öllieferant verwendet, Shen–Nung soll einer alter Überlieferung nach, auch den Genuss von Tee entdeckt haben. Als Shen–Nung nämlich an einem Frühlingsabend im Jahre 2’737 v. Chr., unter einem wilden Teebaum ruhte und aus hygienischen Gründen abgekochtes Wasser trank, fielen einige Blätter hinein. Er kostete dieses Getränk und fand es wunderbar erfrischend und belebend. Kaiser Schen Nung, hat der Sage nach auch einen "Aufguss aus Hanfblättern" als Heilmittel gegen Schnupfen gepriesen. Der sagenhafte Kaiser Schen-nong gilt als einer der Bahnbrecher der Chinesischen Medizin. Ein ihm zugeschriebenes “Kräuterbüchlein” umfasst tierische, pflanzliche und mineralische Produkte. Die beschriebene Pharmakologie fügt sich in seine Kosmologie  und die damit verbunden Lehre, von dem “lange Leben” Eingeweihten,. der um die materielle Erhaltung des Körpers bemüht ist, ein.
Als Basis der Kräutertherapie (Zhong Cao Yao) gilt der „Klassiker des Shen Nong zur Kräuterkunde". In diesem frühen Werk zur Kräutertherapie, auf das sich spätere Autoren immer wieder beziehen, finden sich die Namen und die Anwendungsmöglichkeiten der damals bekannten „Heilkräuter", die durchaus auch tierischer Herkunft sein können. Anfangs war die Pharmakologie vor allem noch im Bereich der magisch-religiösen Medizin angesiedelt, In Ihrer sozialen Stellung blieb die Kräutertherapie auch bis in die Neuzeit hinter der von Akupunktur und Moxibustion zurück, weil sie vor allem von den Wanderärzten praktiziert wurde.  Über viele Generationen von Ärzten, wurde das Wissen der Kräutertherapie weitergegeben, überprüft und neu bewertet, indem veraltete, dem Abglauben verhaftete, unbrauchbare oder geradezu schädliche Rezepturen weggelassen wurden.

Ein weiteres medizinisches Dokument wurde Huangdi, dem dritten mythischen Kaiser zugeschrieben. Er war der Bruder des roten Kaisers. Das „Buch des Gelben Kaisers über Innere Medizin“ (vermutlich um 2'700 v. Chr.) führt den Begriff des Chi ein. Die Körperenergie, deren Wirken auf dem Ausgleich zwischen zwei gegensätzlichen Kräften des Körpers, Yin und Yang beruht.
In der Regierungszeit des gelben Kaisers Huangdi  2’690-2’590 v.Chr. soll das ´Neijing´, eines der ersten Medizinischen Werke, verfasst worden sein. Dort wurden unter anderem Methoden der  Qi Regulation mit Steinnadeln beschrieben.
Der führende Arzt dieser Epoche war Schuen–Yu–yi, ein hervorragender Fachmann auf dem Gebiet der Akupunktur und der Pharmazie. Nach seinen Lehren ist die ursprüngliche Krankheit immer eine Kälte–Krankheit und damit wesensmäßig dem Prinzip Yin zugehörig. Die übermäßige Anwendung von Yang-Medikamenten, die gegen ein Übermaß an Yin ankämpfen sollen, zieht die Vorherrschaft des Elementes Yang nach sich. Dies führt zu Fieber, stört das Gleichgewicht der Gefäße, blockiert diese und damit auch den Kreislauf der “Energie”.
Die Urenergie Chi manifestiert sich in vielen verschiedenen Ausformungen. So stellen die Chinesen dem äußeren Chi, das im ganzen Kosmos vorkommt, das innere individuelle Chi gegenüber. Chi wird durch die Atmung in den Körper geleitet. Eine Spezialform, das so genannte Gu–Chi, wird durch die Nahrung aufgenommen. Die kosmische Energie wird in den Organen gesammelt und umgewandelt.
Der Strom der Energie besteht aus zwei gegensätzlichen, sich ergänzenden Aspekten: Yin ist das empfangende Energieprinzip, das mit Weiblichkeit, Erde, Wasser, Mond und Nacht verbunden wird, während Yang das aktive Prinzip ist und mit Männlichkeit, Himmel, Feuer, Tag, Sonne und Hitze assoziiert wird. Die beiden gegensätzlichen Aspekte Yin und Yang bilden zusammen eine Einheit.
Der Mensch besitzt in dieser Epoche in Übereinstimmung mit den Jahreszeiten vier Eingeweide (Leber, Herz, Lunge, Nieren), die immer zusammen mit den Winden untersucht werden. Der Ost- oder Frühlingswind steht im Zusammenhang mit der Leber und dem Bereich des Halses, der Süd- oder Sommerwind wird mit dem Herzen und dem Bereich der Rippen in Verbindung gebracht. Der West- oder Herbstwind entspricht der Lunge und dem Bereich des Rückens, der Nord- oder Winterwind wird den Nieren und der Lendenzone zugeordnet. Der Puls wird unter Berücksichtigung der Einwirkungen der jeweiligen Jahreszeit geprüft. Er verrät einen Mangel oder Überfluss an Yin (= verneinendes Element) und Yang (= bejahendes Element), an Blut oder an Ying–wei (= Nährstoffen).
Man unterscheidet höhere, mittlere und niedere Arzneimittel. Die Höheren sind unabhängig von der Dosierung, niemals giftig und werden gegen den Alterungsprozess verwendet. Die Mittleren sind manchmal giftig, können Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen und dienen der Behebung von Mangelerscheinungen. Die Niederen werden mit Vorsicht verordnet und dienen zur Behandlung von Krankheiten

Die Entwicklung der Menschheit wird in China auf wenige mystische Herrscher projiziert, die mehrere bahnbrechende Erfindungen gemacht haben sollen. Zentrum dieser Sagengestalten ist Huangdi, der mystische Gründer Chinas. In der mystischen Zeit, 2’697 v. Chr. soll die angebliche Gründung Chinas durch Huangdi mittels Einführung des Kalenderwesens.stattgefunden haben. Aber die Entwicklung des Volkes schreitet nur langsam voran und es muss, selbst nach Ansicht der Chinesen, auf einer sehr niedrigen Stufe gestanden haben, da unter Huangdi die Benutzung bemasteter ausgehöhlter Baumstämme zu Booten als etwas Neues aufgeführt wird und derselbe zuerst die fünf Farben (Grün oder Blau, Rot, Schwarz, Gelb und  Weiss) nach denen der Vögel und Blumen bestimmt haben soll.
Huangdi begründete angeblich im Jahre 2’697 v. Chr. das Kalenderwesen und damit die Zeitrechnung. Die Bedeutung des Kalenders ist für eine Agrargesellschaft enorm, da die Kodifizierung des Jahresverlaufs einer Beherrschung der Natur gleichkommt. Auf Huangdi folgten Shao Hao, Zhuan Xu, Gu (der auch Gao Xin genannt wird) und schliesslich die berühmten Yao und Shun, die als Idealbild des Herrschers im Konfuzianismus stehen. Die Ursprünge der traditionellen chinesischen Medizin werden aber auf die legendären Urkaiser  Huangdi  und Shen Nong zurückgeführt. Beide gelten zusammen mit F uXi als die „Drei  Erhabenen“,die zum  Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. über China geherrscht haben sollen.  Huangdi gilt als Ahnherr der chinesischen Medizin und der Akupunktur, ihm wird das  Grundlagenwerk Huangdi Nei Jing zugeschrieben. Die erste Erwähnung von Shen Nong als Begründer der Drogenkunde findet sich im Huai Nanzi aus  dem  2. Jahrhundert  v.Chr.  Das  älteste  bekannte  Werk  der  heilpflanzenkundlichen  Tradition Chinas, das Suen Nong Ben Cao Jing, wird auf ihn zurückgeführt.
Um 2’500 v. Chr. tauchen in den Prosperierenden bäuerlichen Gemeinschaften Chinas Anzeichen einer zunehmenden sozialen und kulturellen Vielfalt auf. In der Lungshan-Zeit (2’500 –1’800 v. Chr) .folgten befestigte Siedlungen und eine fortgeschrittene Technik, darunter die Töpferscheibe.
Auf Orakelknochen, die während dieser Zeit entstanden sind, finden sich weitere Zeugnisse der chinesischen Schrift. Als Material für diese Dokumente verwendeten die Chinesen Schulterblätter von Schweinen, Schafen oder Rindern und geglättete Bauchpanzer, von damals im südlichen China heimischen Schildkröten. Das bisher erst zu einem Drittel verständliche Vokabular umfasste bereits rund 3’000 verschiedene Schriftzeichen
Die Texte auf den Orakelknochen bestehen häufig aus Anfragen an die Ahnen. Die Textinhalte betrafen Fragen an die Verstorbenen, zum Beispiel: Warum eine bestimmte lebende Person erkrankt sei. Ein Sachverhalt wurde in bejahender und verneinender Form, getrennt durch einen unbeschrifteten Zwischenraum, nebeneinander gestellt. In den frei bleibenden Teil wurden Löcher gebohrt, in die glühende Bronzestäbe gezwängt wurden, so dass sich durch die Hitze Risse ergaben. Es war das Privileg des Herrschers, die Interpretation der Dehnungssprünge vorzunehmen.

Die sagenhafte Zeit, mit der in China die historische Zeitmessung beginnt geht nach einigen Aufzeichnungen auf die mystische Zeit, 2’697 v. Chr .zurück. Nach anderer Auffassung an den Anfang der Tschau-Dynastie, 1’122 v. Chr., doch gehen die Angaben über Daten auch bei den Chinesen weit auseinander. Übereinstimmung tritt erst mit dem Jahre 850 v. Chr. ein. Die überlieferten Herrscher dieser sagenhaften Zeit sind: Huangdi (der gelbe Kaiser) 2’704-2’595 v. Chr. in Tschili  und sein Sohn Scha Hao, 2’594-2’511, in Schantung,  sowie Tschan hsü, 2’510-2’433, Neffe des vorigen, in Tschili.  Nach weiterer Ueberlieferung kam danach der Neffen des vorherigen, Ti Ku, 2’432-2’363, in Tschili;  zu Herscherwürden, sowie danach wiederum sein Neffe, in Honan; Ti Tschi, 2’362-2’358 v, Chr..
Der Sage nach wird der Sohn des vorherigen abgesetzt und Jao, 2’357-2’258, sein Bruder, übernimmt seine Stelle. Nach dessen Tod wurde ein Schwiegersohn Jaos, Schun 2’258-06, in Schansi sein Nachfoger. In diese Zeit fallen die historisch bedeutenden Arbeiten Jüs.  Eine seiner Schriften sollen den Inhalt eines Abschnitts des Schuking bilden, die als "der Tribut von Jü: Jü Jükung" bekannt ist. Von vielen wird  diese Schrift als Erzählung von einer grossen Flut und der von Jü unternommenen Arbeiten zu ihrer Ableitung aufgefasst. Jü, der es verstanden hatte, sich durch seine Tätigkeit das Wohlwollen des Kaiser Schun zu erwerben, erhielt von ihm seine beiden Töchter zu Gemahlinnen, da der Sohn des Kaisers sich als unwürdig erwies sein Nachfolger zu werden. Er schlug seine Residenz in Schansi auf. Er war der erste Kaiser der Hsia-Dynastie, die mit 17 rechtmäßigen Herrschern von 2’205-1’766 v, Chr. regierte.
Auch die Xia-Dynastie gilt als mystisch, denn es gibt archäologische Funde, die auf ihre Existenz hinweisen, aber sowohl die Daten als auch die mit ihr verbundenen Geschichten dürften Legendenhaft sein. Gegründet wurde sie angeblich im Jahre 2’205 v. Chr. von Yu. Dieser stand ganz in der Tradition der mystischen Kaiser. Allerdings kam es bei ihm zum ersten Mal zu einer dynastischen Abfolge, d.h. dass die Kaiserwürden zum ersten Mal vererbt wurden. Der Legende nach wollte Qi, der Sohn von Yu, gar nicht Kaiser werden, wurde aber von seinen Ministern dazu überredet. Diese Erbfolge setzte sich bis ins Jahr 1’767 v. Chr. fort, in dem der letzte Kaiser Jie Gui von seinem Thron vertrieben wurde. Damit war das Mandat des Himmels auf seinen Nachfolger, den Gründer der Shang-Dynastie, übergegangen.

Um 1’600 v. Chr. kam in China die Bronze in Gebrauch und der Beginn der Bronzezeit fiel zusammen mit der Begründung der ersten historischen Dynastie der Shang. Die Shang stammten aus dem Hochplateau von Zentralasien und hatten dank der Beherrschung der Bronzetechnik ihre Herrschaft über das in der Ebene des Gelben Flusses wohnende Agrarvolk ausgebreitet.  
Der Wechsel zur Shang-Dynastie gestaltete sich angeblich recht friedlich ihr Gründer hiess Tian Yi bzw. Tai Yi später auch Cheng Tang. Die Shang-Dynastie bestand von 1’766 v. Chr. bis ins Jahr 1’044 v. Chr. wobei dieses Datum des Geschichtsschreibers Sima Qian übernommen ist.  Der Überlieferung zufolge ging dieser eine Hsiadynastie voraus. Der Überlieferung zufolge veranlassten ständige Überschwemmungen des Hwangho den Begründer der Hsia-Dynastie, Ta Yü, Gegenmaßnahmen einzuleiten und Schutzdämme zu errichten. doch mag es sich bei den Hsia um eine der letzten jungsteinzeitlichen Kulturen gehandelt haben – jedenfalls konnte ihnen kein Ort mit Sicherheit zugeordnet werden. Sehr wahrscheinlich handelte es sich um ein Nomadenvolk dessen Gebiet nun die Shang übernahmen.
Bei der Kultur der Shang handelte es sich um eine Agrarkultur. Diese konnte dadurch entstehen, weil damals ein bedeutend wärmeres und feuchteres Klima herrschte, dadurch war das Land fruchtbarer. Die meisten landwirtschaftlichen Geräte bestanden aus Stein, Holz und Knochen, obwohl man schon damals Bronze kannte. Dieses Material benutzte man aber hauptsächlich nur für Waffen und Gefässe. Grund und Boden waren damals Staatseigentum des Königshauses oder des Kaisers.,
Die Shang Herrscher von denen es rund 30 in den 500 Jahren gegeben haben soll, regierten nur über einen relativ kleinen Staat, bis sie durch Unterwerfung von Nachbarstaaten ihren Herrschaftsbereich erweiterten. Ihr Herrschaftsbereich umfasste das Gebiet der heutigen nordchinesischen Provinzen Henan, Hubei und Shandong, sowie den nördlichen Teil von Anhui. Den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreichte die Shang-Dynastie in ihren letzten drei Jahrhunderten ihrer Geschichte.
Die Shang standen einer lockeren Föderation mehrerer Territorien vor, von denen viele kaum grösser waren als dörfliche Siedlungsgebiete. Die Shangherscher wechselten sechsmal ihre Hauptstadt. Zwei der Residenzen sind bis jetzt ausgegraben worden. Die Residenz des Königs, auch „Grosse „Domäne“ des Königs genannt, umfasste den Hof mit zahlreichen Beamten und wurde von den Steuereinnahmen aus einem ausgedehnten Gebiet unterhalten. Die Gesellschaft war in Klassen gegliedert und kann in vielerlei Hinsicht als feudal bezeichnet werden. Die Reste gewebter Seide und Hanf geben Aufschluss über die feine und elegante Kleidung, die von der Oberschicht der Shang Dynastie getragen wurde.
Der Herrscher stützte sich auf einen zahlenmäßig starken Kriegeradel. Die gesamte Kultur war städtisch geprägt. Das Handwerk, leistungsfähig und spezialisiert, lieferte Waffen, Rüstungen und Gerätschaften aus Bronze. Die hoch entwickelte Steinschnitzerei, sowie Palastanlagen aus Holz belegen das hohe künstlerische und architektonische Niveau. Trotz der städtischen Kultur blieb die Wirtschaft im Wesentlichen landwirtschaftlich geprägt. Angebaut wurden Getreide wie Hirse, Weizen, Gerste auch Reis und Hanf Die Viehhaltung umfasste Schweine, Hunde, Schafe und Ochsen, außerdem wurden Seidenraupen gezüchtet. Die Jagd und der Fischfang waren mehr Sport als Nahrungserwerb, denn das Fleisch erwarben sich die Shangmenschen durch den grossen Bestand an Haustieren, insbesondere durch Schafe und Rinder.
Der Shang Staat war militärisch sehr gut organisiert. Ihre militärische Überlegenheit verdankten sie nicht nur ihrer äusserst starken Armee, sondern vielmehr ihrer herrvoragenden Waffen, wie z.B. Pfeil und Bogen, Schild, Messer usw. und natürlich ihren Streitwagen, die von zwei Pferden gezogen wurden.  Im Laufe der Zeit bildete das Staatswesen Hunderte von Städten und Siedlungen. Diese waren durch ein Netz von Strassen und Wegen untereinander verbunden. Das Volk bestand aus einer kleinen Oberschicht, meist Verwandte des Königshauses und der breiten Massen der Bevölkerung, viele davon Bauern.

Am Anfang einer lang andauernden staatlich-sozialen Ackerbauwirtschaft war die Einteilung des Ackerlandes in je neun Felder, jedes zu hundert Mau (675,68 Ar) wichtig. Von diesen Feldern, die in drei Reihen zu je drei Feldern liegen, sind die acht äusseren für das Volk, das mittlere für die Regierung bestimmt, die ihre Interessen, wie die Aufsicht über die Volksfelder, durch besondere Beamte ausüben lässt. Ein solches Feld  entspricht einem Lin (3 Lin = 1 Ping, 3 Ping = 1 Li, 5 Li = 1 J, 10 J = 1 Du, 10 Du = 1 Schi, 10 Schi = 1 Tschau). Aus dem Tschau, (auch Bezirk oder Provinz), scheinen sich die späteren Lehenfürstentümer entwickelt zu haben. Die Shang-Könige bauten ein Lehensystem auf und fungierten in den riesigen Tempelanlagen, in den  mit  Mauern befestigten Städte auch als oberste Priester.
Die vom einflussreichen Priestertum verwendeten Symbole umfasste mehr als 2’000 Zeichen. Diese wurden Ausgangspunkt für die Entwicklung der modernen chinesischen Schriftzeichen, denn Ursprünglich war die chinesische Schrift eine Bilderschrift. Die Zeichen stellten jeweils in stark skizzenhafter Form etwas ganz bestimmtes dar, z.B. Mensch, Sonne, Mond usw. Zusammengesetzt ergaben die Zeichen dann auch abstrakte Begriffe, z.B. Sonne und Mond zusammen bedeutet "Tag",
Jedes Zeichen stand für ein Wort und hatte nur eine Silbe. Mit der Weiterentwicklung der Gesellschaft wurden auch die Schriftzeichen immer weiter entwickelt, um immer komplexere Wörter darzustellen. Die Änderungen des Schriftbildes und die Entstehung der unterschiedlichen Stilarten ergab sich aus der Verwendung unterschiedlicher Materialien zum Schreiben. Auf Knochen muss man natürlich einen anderen Stil anwenden als auf Steintafeln, Bronzetafeln oder Papier.

Die Shang-Schamanen praktizierten das sogenannte Feuerorakel, d..h.. sie erhitzten einen Bronzestab und  brachten ihn mit Tierknochen oder Schildkrötenpanzern in Berührung. Dadurch entstanden Risse in den Knochen. Dieses Muster barg nach dem damaligen Verständnis eine Botschaft aus der Welt der Götter und Geister. In einem Zustand der Trance wurde der Schamane zum Vermittler dieser Botschaft. Die Orakelsprüche prägten sich im Gedächtnis der Kultur ein, wurden von Generation zu Generation übermittelt und bildeten nach und nach eine mündliche Tradition, die ständig angereichert wurde.
Die Verwendung von Schildkrötenpanzern war nicht zufällig: Der Schildkrötenpanzer birgt nach chinesischer Vorstellung das "Geheimnis von Himmel und Erde": Der flache, viereckige Bauchpanzer symbolisiert die Erde, das Materielle, während der gewölbte Rückenpanzer für den Himmel, das Geistige, steht. Die Schildkröte bewohnt den Raum dazwischen, ist also mit beiden Dimensionen in Kontakt und nimmt daher unter den Tieren eine besondere Stellung ein. Die Risse, die auf dem Schildkrötenpanzer während der Orakelzeremonie erschienen, erhielten so ein besonderes Gewicht. Diese wurden symbolisch als Konstellation der Kräfte "im Himmel und auf der Erde" zu einem bestimmten Moment aufgefasst.
Die Shang- Menschen glaubten an Erd- und Himmelsgötter. Im religiösen Kultus wurden die Ahnen und Naturgottheiten verehrt, doch gab es mit Shang Di eine oberste Gottheit. Nur ihm wurden z.B. Menschen- oder Tieropfer dargebracht. Für die entwickelte Grabkultur und die Riten der Opferung von Menschen und Tieren, finden sich zahlreiche Zeugnisse.
Eine riesige Anzahl von Orakelknochen und Schildkrötenpanzern aus der Shang-Zeit wurde im 20. Jahrhundert entdeckt.  Meist ist auf den Knochen die Frage notiert, das Muster der Risse ist sichtbar und die Antwort wurde ebenfalls auf dem Knochen festgehalten. Daraus wurde ersichtlich, dass um etwa 1’200 v.Chr. praktisch nur die Herrscher das Orakel verwendeten.
Mehr als 150’000 Fragmente solcher Inschriften, datierend vom 14. bis zum 11. Jh. v.Chr., sind an der Stätte der letzten Shang-Hauptstadt, nahe des heutigen Anyang (Provinz Henan) ans Licht gekommen. Diese sind kurze Texte, von einigen wenigen bis zu einigen Dutzend Schriftzeichen. Sie belegen die Existenz eines komplexen, funktionalen, und daher über einen vermutlich beträchtlichen Zeitraum gewachsenen Schriftsystems. Dieses erscheint auch in einer bei weitem geringeren Anzahl inskribierter Ritualbronzen derselben Periode.
Orakelknochen aus der Shang-Dynastie vermitteln uns die ältesten vorhandenen Bilder in der chinesischen Schrift mit medizinischem Hintergrund. Das SchriftzeichenY? (Arzt) bedeutet heilen; im Schriftzeichen ist ein Köcher eine Hand die eine Waffe greift und Wein als Heilgetränk zu sehen. Im ursprünglichen Zeichen war noch der Wein (ji?)  durch (w?) Zauberinnen ersetzt. Aufzeichnungen zur chinesischen Heilkunst aus dem 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. Geburt, enthalten aber noch keine medizinische Zusammenhänge und Einsichten. Es wurden auch Orakelknochen zutage geführt auf denen befinden sich Schriftzeichen der verschiedene Erkrankungen.
Auch  Anzeichen eines medizinischen Systems existierte bereits in der Shang Periode. Diese können aber nicht als die Anfänge der Chinesischen Medizin, welche heute praktiziert wird, angesehen werden. Vielmehr handelte es sich um Ahnen-Medizin, in welcher Krankheiten die Konsequenz der Wünsche von wütenden oder unzufriedenen Ahnen darstellte, denn in  der  Shang  Dynastie  wurde  Kranksein  als  Folge  von wenigen  verschiedenen  Ursachen begriffen. Die bei weitem wichtigste Ursache war der Fluch eines Ahnen bei Vernachlässigung der  Unterhaltspflichten  oder  Normenverstoss  der  lebenden  Nachkommen.
Aus den Orakelinschriften der Shang-Zeit geht hervor, dass das Dezimalsystem verwendet wurde. Sogar die Schreibrichtung von oben nach unten und von rechts nach links, war schon damals praktiziert worden. Die Befragungen drehten sich um Opferrituale, Jagd und Feldzüge, aber auch um Gesundheit und Krankheit. Eine Textstelle ist interessant, bei dem das Orakel bei Zahnproblemen angefragt wurde. Diese lautete: Ist das ein Fluch von dem verstorbenen Vat? Der  Fluch  wurde  durch  die  Befragung  eines  Orakels  festgestellt  und  durch  Opfergaben  und  Beschwörungen besänftigt. Die Therapie bestand deshalb darin, die Ahnen mit durchaus weltlichen Gaben wie Essen, Kleidung, Tees und anderen «Opfergaben» wie Alkohol zufrieden zu stellen.  Die Produktion von Alkohol, die in China wohl eine 7’000-jährige Tradition aufzuweisen hat, wird durch shangzeitliche Inschriften auf Orakelknochen auch literarisch bekundet. Vermutlich Hirsewein wurde als wichtigste Opfergabe an die Götter und die Ahnen verwendet. Versöhnung der Lebenden mit den Toten bedeutet Gesundheit. Als Therapie wurden auch magische Rituale, Zaubersprüche, Tänze, Beschwörungen und Amulette angewendet,

Zur selben Zeit gab es an den Ränder des grossen Shangreiches ein Volk namens Zhou. Diese lebten noch erdverbundener, und hatten das grosse Glück, innerhalb kurzer Zeit eine Abfolge milder und weiser Herrscher zu erleben. Sie lebten zufrieden als Vasallen der Shang, und ihr grosser König Wen wurde von anderen Völkern als Richter über ihre Streitigkeiten akzeptiert und aufgesucht.  Schliesslich waren die Zhou so gross geworden, dass sie für die Shang eine ernsthafte Bedrohung darstellten. Daher gab der Tyrann der Shang, dem König Wen der Zhou, eine seiner Töchter zur Ehe um durch die Familienbande die Zhou näher an sich zu binden. Später jedoch, als der Tyrann der Shang bemerkte, dass der König der Zhou, der grosse Wen dadurch nicht von seinem unbotmässigen Kurs abzubringen war, bestellte er ihn zu sich an seinen Hof. Dort musste er als ungeliebter "Berater" dienen, schliesslich wurde er ins Gefängnis geworfen. In den sieben Jahren im Gefängnis schrieb König Wen seine Gedanken zu den Hexagrammen des I Ging nieder und bildete damit das Fundament der heutigen Interopretation des Buches. Schliessliich wurde König Wen gnadenhalber entlassen. Um 1’070 vor Chr. starb König Wen hochgeehrt, jedoch ohne seinen Wunsch erfüllt zu sehen, dass die Tyrranei der Shang ein Ende haben möge.  Sein Sohn, König Wu, sah den Verfall, die Ungerechtigkeiten und den Niedergang der Shang und versuchte auf mancherlei Art zu helfen.  Und dann geschah das Unglaubliche: Die Weisen von Zhou hielten die Zeit für gekommen, den Tyrannen zu stürzen, um des geknechteten Volkes Willen. Und der Himmel gab ihnen recht: Eine gewaltige Sonnenfinsternis verdunkelte für einige Minuten das Land, dies war das letzte Omen. Die Trauerzeit für den verstorbenen alten König Wen war noch nicht vorbei, als sich alle Kräfte gegen die Shang versammelten und bei einer großen Schlacht in den Mooren von Mu (Muye) wurden die Shang vernichtend geschlagen. Wir schreiben, je nach Quelle, das Jahr 1’066, 1’061 oder 1’060 vor Chr.
Um 1’050 v. Chr. wurde die Shang-Dynastie von den Zhou abgelöst, einem Zusammenschluss von Sippen aus dem Bereich des Flusses Wei He, einem Nebenarm des Huang He. Mit vierspännigen Streitwagen verfügten sie über eine Kampfkraft, denen ihre Gegner nichts Ebenbürtiges entgegenzusetzen hatten. Die ersten großen Eroberungen von Shang-Territorien erfolgten noch unter Führung des Königs Wen. Eine endgültige Niederlage erlitten die Shang (Thai)  schließlich in der Ebene
von Mu gegen König Wu, den Sohn des Wen. Gerechtfertigt wurde die Erhebung gegen die überlieferte Herrschaft der Shang mit dem Hinweis auf deren moralische und sittliche Haltlosigkeit, wodurch sie ihren göttlichen Herrschaftsauftrag verwirkt hätten. Mit dieser Begründung ist das Argumentationsmuster für alle späteren Ablösungen chinesischer Dynastien historisch etabliert. König Wu begründet die Chou-Dynastie, die ihren Machtbereich bis zum Jiangtsekiang Tal ausdehnt
König Wu, war auch ein großes Interesse am I Ging zu eigen, und auch er schrieb Kommentare dazu. Die neuen Herrscher waren von den alten so verschieden wie Feuer von Wasser. Unter ihnen blühte das Land und die Menschen wieder auf und sie brachten eine neue Methode der Befragung des Orakels mit, die Methode mit den Stängeln der heiligen Schafgarbe, die an den Gräbern der verehrten Ahnen wuchsen. Die besten Köpfe der Shang und der Zhou arbeiteten zusammen, um ein Orakel zu verfassen, welches noch dreitausend Jahre überdauern sollte.  Die Anfänge des Buches der Wandlungen waren gemacht.

Die Herrschaftszeit der Zhou wird eingeteilt in die beiden Perioden der stark expansiv orientierten Westlichen Zhou (1’060 bis 771 v. Chr.) und der Östlichen Zhou (nach 771 v. Chr.). Denn 771 v. Chr. wurden die Zhou aus ihrem im Westen gelegenen Herkunftsgebiet vertrieben und mussten den Schwerpunkt ihres Reiches nach Osten verlegen, denn die aus dem Nordwesten einfallenden Reiternomaden führen ab 771 v. Chr. zum Untergang der sogenannten „westlichen „ Chou-Dynastie. Die sogenannte „östliche“ Chou-Dynastie bestand zwar noch bis 256 v. Chr., doch die politische Macht ist auf rund 100 einander bekämpfende Kleinstaaten zersplittert.
An der Spitze der streng hierarchisch organisierten Feudalordnung stand der König,, der durch Erbfolge bestimmt wurde. In seinem Auftrag regierten abhängige Fürsten als Vasallen über befestigte Städte und umliegende Ländereien. Die Macht des Königs stützte sich auf die Klasse der adligen Krieger, die ihre soziale Stellung ebenfalls ererbten. Die niedrigste soziale Gruppe umfasste die Bauern mit dem Statuts von Leibeigenen der jeweiligen Fürsten, sowie die Haussklaven.
Um ihre weitläufige Herrschaft zu gewährleisten, schufen die Zhou-Könige erstmals eine Beamtenbüokratie, die arbeitsteilig das Reich verwaltete. Dennoch prägte ein Grundproblem aller feudalen politischen Systeme auch das Schicksal des Zhou-Reiches: Das Streben der Vasallen, die sich erfolgreich als lokale Herren etabliert hatten, nach mehr Selbständigkeit und Macht, wurde, immer stärker. Dies  führte schliesslich zum Niedergang der Zentralautorität. In der Folge mussten die Westlichen Zhou schliesslich dem Druck der Barbareneinfälle im Norden nachgeben als zugleich einige der Feudalstaaten rebellierten.  Aus ihrer Hauptstadt in der Nähe der heutigen Stadt Xian vertrieben, errichteten die Zhou eine neue Hauptstadt im Osten bei Luoyang.  
In der Östlichen Zhou-Zeit nahm die Herrschaft der Zhou schliesslich immer stärker einen rein formalen Charakter an, und der Zhou-König beschränkte sich als „Sohn des Himmels” weitgehend auf seine sakrale Rolle, während die wirkliche Macht von anderen ausgeübt wurde.  Das Reich der Zhou zerfällt zusehends in 16 einzelne Teilstaaten, die alle um die Vorherrschaft kämpfen. Im Jahre 680 v. Chr. schliessen sich ein Teil dieser Fürstentümer gegen die aus dem Norden einfallenden „Barbaren“ bzw. gegen gleichzeitig anrückende Truppen eines aufstrebenden Reiches im Süden zum Bund der „Zhong-Guo“ („Mittlere Reiche“) zusammen. Diesen Namen, der im Westen allgemein mit „Reich der Mitte“ übersetzt wird, haben die Chinesen bis heute als Bezeichnung für ihr Land beibehalten. Ihr Herrschaftsgebiet dehnte sich allmählich über beinahe den gesamten Norden Chinas aus, bis in das Tal des Jangtsekiang.
Im ersten Abschnitt der Östlichen Zhou-Zeit, der „Frühling- und Herbstperiode” (722-481 v. Chr.), die auch die „Zeit der Hegemonien” genannt wird, vollzog sich eine Entwicklung hin zur Zusammenfassung der örtlich zersplitterten Macht in der Hand einiger weniger Staaten, die in sich nicht mehr feudal, sondern bereits mit Hilfe zentraler staatlicher Verwaltungsstrukturen organisierten. Aus zahllosen kleinen und kleinsten Gebilden entstanden die sieben Großstaaten Ch’in, Wei, Han, Zhao, Zhou, Yen  und Qui,, deren Tendenzen zur Verselbständigung nicht mehr eingedämmt werden konnten.

Die politische Instabilität seit dem siebten vorchristlichen Jahrhundert, war begleitet von sozialen Umbrüchen und von langen Phasen intellektueller und kultureller Fruchtbarkeit und Vielfalt. Insbesondere das Nachdenken über Fragen der politischen und sozialen Ordnung gewann grosse Bedeutung und prägte in seinen Ergebnissen die chinesische Kultur über mehr als zwei Jahrtausende bis in die Gegenwart.
Die Zeit eilt davon. Das Rad der Geschichte trat in das Jahr 500 v. Chr. ein. Zu dieser Zeit befand sich das östliche China am Ende der Frühlings- und Herbstperiode (722 v. Chr bis 481 v. Chr.) Es zeichnete sich der Beginn eines goldenen Zeitalters der Philosophie ab. Hunderte von Gedankenschulen blühten auf. Unterschiedliche Theorien, Gedanken und Meinungen schossen wie Pilze aus dem Boden. Diese Ära war das Goldene Zeitalter des chinesischen Denkens. Es war vergleichbar mit der Zeit des antiken Griechenlands. Während dieser Zeit erlebte die chinesische Kultur, ihre Ideen und Weisheiten signifikante Entwicklungen. Es war eine grosse Ära, vergleichbar mit der Renaissance.
Der erste und wohl einflussreichste Philosoph dieser Periode war K’ung-fu-tzu (westlicher Name: Konfuzius, 551-479 v. Chr.). Der Sohn einer kleinen Adelsfamilie aus dem Staat Lu (heute Shandong). Er repräsentierte die aufsteigende Klasse von Verwaltungsfachleuten und Ratgebern, da  ohne sie die Aufgaben der neuen staatlichen Verwaltungen nicht zu bewältigen waren. Konfuzius’ Hauptforderung war die Restauration jener politischen und sozialen Einrichtungen, wie sie die Zeit der frühen Zhou gekannt hatte. Er glaubte, dass die weisen Herrscher dieser Zeit, auf der Grundlage persönlicher Tugend, eine ideale Gesellschaft entwickelt hätten, und versuchte, eine neue integre und kultivierte Elite zu etablieren. Eine Wiederbelebung der feudalen Ethik der frühen Jahrhunderte schien ihm der beste Weg zur Wiederherstellung gefestigter Ordnungen in Politik und Gesellschaft zu sein.
Charakteristisch für den auf Kong Zi zurückgehenden Konfuzianismus ist eine rein rational geprägte Staats- und Sittenlehre, wohingegen der Daoismus, als dessen Begründer Lao Zi gilt, gesellschaftliche Institutionen weitestgehend ablehnt.

Die Lehren des Taoismus, der zweiten großen philosophischen Schule der Zhou-Zeit, finden sich im Tao-te king (Buch vom Tao und seiner Kraft). Als Urheber dieser philosophischen Richtung gelten Lao-tse (etwa 5. Jahrhundert v. Chr.) und Zhuangzi (ca. 369-286 v. Chr.). Seine historisch gesicherten Ursprünge liegen im 5 Jh. v. Chr., als das Daodejing (in älteren Umschriften: Tao te king, Tao te ching) des Laozi (Laotse, Lao-tzu) entstand.
Lao Tse,  ein alter Name von Lao Tse sol auch Bo Yang sein. stammt wohl aus den sogenannten Nordprovinzen, und wurde wahrscheinlich 604 vor Chr. in K'hüjen, in der chinesischen Provinz Honan Geboren. Sein Name bedeutet übersetzt "alter Sohn, oder der Alte". Er mag wohl ein halbes Jahrhundert älter gewesen sein als Kung (Konfuzius), so dass seine Geburt auf das Ende des 7. vorchristlichen Jahrhunderts fällt.
Im Lauf der Zeit hatte er am kaiserlichen Hof, der damals in Loyang (in der heutigen Provinz Honan) war, ein Amt als Archivar bekleidet. Als die öffentlichen Zustände sich so verschlimmerten, dass keine Aussicht auf die Herstellung der Ordnung mehr vorhanden war, soll sich Lao Tse  zurückgezogen haben. Als er an den Grenzpass Han Gu gekommen sei, nach späterer Tradition auf einem schwarzen Ochsen reitend, habe ihn der Grenzbeamte Yin Hi gebeten, ihm etwas Schriftliches zu hinterlassen. Darauf habe er den Tao Te King, bestehend aus mehr als 5000 chinesischen Zeichen, niedergeschrieben,und ihm übergeben haben. Dann sei er nach Westen gegangen, kein Mensch weiss genau wohin. Sein Todesjahr ist unbekannt. Er soll aber sehr alt geworden sein
Lao Zi beschrieb in seinem 5’000 Zeichen umfassenden Werk, die Bedeutung des „Tao“ und die Beziehung zwischen der Entstehung des Universums und dem Ursprung aller Dinge. Das Werk behandelte hauptsächlich, wie man ein menschliches Wesen sein kann und wie man zu seinem wahren Selbst zurückkehrt. Alle anderen in seinem Buch erklärten Fragen dienten der Erklärung der hauptsächlichen Angelegenheit.
Der Daoismus, der damit geradezu im Gegensatz zur konfuzianischen Lehre steht, betont, dass der Mensch als Teil des Kosmos seinem Wesen nach vollkommen ist und nach Möglichkeit nicht in den Lauf der Natur eingreifen sollte. Der Daoismus fordert ein enges Verhältnis mit der Natur, die Orientierung an der direkten Beobachtung, und die intuitive Verbindung der beobachteten Phänomene zur Herstellung kosmologischer und symbolischer Zusammenhänge.
Daoismus und Konfuzianismus, deren Entstehung zwischen dem 8. und 5. Jahrhundert v. Chr. Geburt angesetzt wird, bilden zusammen mit dem Buddhismus, der zur Zeit der Han–Dynastie (206v. Chr. - 221 n. Chr.) von Indien nach China gekommen war, die “Drei Lehren”, jene der philosophisch–religiösen Systeme, deren Einfluss sich in der gesamten chinesischen Kultur- und Staatsgeschichte findet. Die Taoisten lehnten das System des Konfuzius ab. Anstatt auf die Wiederbelebung der feudalen Ethik setzten sie auf die Abwendung von der Zivilisation und die Suche nach Übereinstimmung mit der Natur. Das Nicht-Eingreifen (wu wei) ist dabei eines der Grundlegenden Prinzipien.

De dritte politische Schule der Zhou Zeit, die auf die weitere Entwicklung der chinesischen Zivilisation grossen Einfluss hatte, war der Legalismus. Er forderte angesichts der allgemeinen Auflösungstendenzen neue und drastische Massnahmen. Ziel war eine soziale Ordnung, die auf strikten und objektiven Gesetzen fussen, und jeden Aspekt menschlicher Aktivität durch Lohn und Strafe reglementieren sollte.
Um ein solches System zu errichten, musste ein machtvoller und wohlhabender Staat gebildet werden. Verstaatlichung des Kapitals, Einrichtung von Regierungsmonopolen, Beseitigung der überlieferten Familienstrukturen und Aufbau einer effektiven Verwaltung sollten unumschränkte staatliche Macht gewährleisten. Nach aussen sollte eine auf Autarkie gerichtete Politik dem Staat Handlungsfreiheit verschaffen. Die wichtigsten Vertreter der Legalisten waren zwei Minister des Staates Ch’in: Shang Yang (4. Jahrhundert v. Chr.) und Han Feizi (spätes 3. Jahrhundert v. Chr.)
Han Fei Zi befürwortete Bestrafung und billigte Gutherzigkeit und Liebe nicht. Er lehrte, dass die menschliche Natur böse und in Eigennutz verwurzelt sei. Er lehrte: „Kutschenhersteller wollen, dass alle reich sind und es sich leisten können, Kutschen zu kaufen. Sarghersteller wollen, dass alle sterben, damit sie mehr Särge herstellen können.“ Für ihn war alles durch Eigennutz bestimmt. Er dachte nicht darüber nach, dass die böse menschliche Natur, durch Moral und Bildung verändert werden könnte. Er empfand, dass ausschliesslich Autorität und Bestrafung dies bewerkstelligen. In Bezug auf die Konditionen zur Führung eines Landes dachte Han Fei Zi, dass strenge Gesetze notwendig sind, um die Menschen zum Arbeiten zu zwingen. Ihm kam nicht der Gedanke, dass er auf die freiwillige Arbeit der Menschen bauen könne. Mit zunehmender Population würden die Menschen um ihre Interessen kämpfen. Nur durch Autorität und Macht könne die Bösartigkeit der menschlichen Natur, unterdrückt werden. Nur strenge Gesetze könnten Ausschreitungen und Instabilitäten vermeiden.
Zu den zahlreichen anderen, im Westen heute weniger bekannten philosophischen Schulen der Zhou-Zeit gehören: Hedonisten, Rhetoriker, Logiker, Strategen, Agronomisten und insbesondere die Schule des Mo Ti (gestorben 391 v. Chr.), der das Prinzip, der allumfassenden Liebe, als den Schlüssel zur Lösung der Probleme des Menschen erkannte.

Während der Zhou Periode veränderte sich die praktizierte Medizin stark. Zuvor war die chinesischen Medizingeschichte noch wesentlich durch Schamanistische Vorstellungen und Praktiken bestimmt, denn der Ahnenkult und die Verehrung von Naturgeistern wurden in China traditionell gepflegt.  Wenn auch der Beginn der chinesischen Medizingeschichte noch wesentlich durch schamanistische Vorstellungen und Praktiken bestimmt war, so wurden in der Folge zunehmend empirische, medizinische–biologische Erfahrungen und Ansätze integriert: Pulsbefundung, Zungendiagnostik, die Lehren von Yin und Yang, von den Fünf Elementen, von den Körpersubstanzen und den Organen wurden in die bestehenden daoistischen und konfuzianischen Medizinmodelle aufgenommen.
In den folgenden Jahrhunderten wurde das bisher vorhandene Wissen systematisiert und ergänzt. Der “Klassiker der Schwierigkeiten”, der Bian Que (etwa 500 v. Chr.) zugeschrieben wird, behandelt schwer verständliche Passagen des Huang Di Nei Jing.  Hua Tua (141 – 212) setzte erstmals Akupunktur und Kräuter zur Anästhesie bei chirurgischen eingriffen ein und Zhang Zhong Jing (150–219), gilt mit seinem noch heute gültigen Buch “Über kälteinduzierte Krankheiten”(Shang Han Lun) als Begründer der Differentialdiagnostik in der TCM. Aus dem 3. Jahrhundert stammen die “Vorschriften zur Soforthilfe in Notfällen”. Ein grundlegendes Werk über Moxibustion und Notfallmedizin und das “Buch der Pulse”, das die Möglichkeiten der Pulsdiagnostik ausführlich beschreibt. Als “Vater des Pulses” jedoch gilt Bin Hu, der im 5. Jahrhundert v. Chr. Geburt lebte und schon damals Diagnosen mit Hilfe der Pulsdiagnostik erstellte.

Unter dem Einfluss der daoistischen und konfuzianischen Philosophie, entwickelte sich ein neues Medizinalkonzept, welches unter anderem dazu konzipiert wurde, um neue Ansätze für ein Ende der schrecklichen Wirren dieser dunklen Zeit zu finden. Konfuzianische Gedanken, wie systematische Entsprechungen (z.B., Yin und Yang und die fünf Wandlungsphasen Theorie), das Mittelmass, aber auch streng hierarchische Strukturen, sowie taotische Konzepte wie Mikrokosmos / Makrokosmos, und das Leben im Fluss der Natur, prägten die neuen Ideen der Medizin. Diese neuen Ideen legten die Grundsteine für die wenig später publizierten ersten Grundlagewerke, der noch heute, in allen ihren Varianten, praktizierten Chinesischen Medizin.
Seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. setzten sich, zumindest in der Oberschicht, zwei Systeme durch: Zu einem das ethische System des Konfuzius, zum anderen die mystische Religion des Tao die mit der Gestalt des Lao–Tse verknüpft ist. Tao bedeutet „Weg“, der Weg des Universums, oder die Aufgabe des Menschen, durch Versenkung mit dem Tao, eine Harmonie zu bilden. In seinem Buch über die Tugend beschreibt Lao-Tse des Dao´ (Dao De Jing), wie man  mit Atemtechniken das Qi steuern kann, um Gesundheit zu fördern.
Frühe schriftliche Zeugnisse im Zusammenhang mit Qi, findet man auch im Buch der Wandlungen ( I Ging ).  In diesem Buch wird die Medizintradition des Ostens und die damit verbundene grundlegende Lehre von Yin und Yang  beschrieben. Im Zwiespräch zwischen dem legendären Gelben Kaiser (Huangdi 2’690-2’590 v.Chr ), und dem (göttlichen) Arzt Qi Bo, werden hier erstmals die wesentlichen Vorstellungen der Chinesischen Medizin dargelegt, die auch heute noch in der traditionellen fernöstlichen Medizin Gültigkeit haben.  Nach dieser Theorie ist die Lebensenergie zweigeteilt in Yin und Yang. Man könnte diese Energiearten auch negative und positive Energie nennen. Beide sind zwei fundamentale Gewalten der Natur, die auch im Menschen wirken, und sich als Gesundheit oder Krankheiten manifestieren. Yin und Yang existieren niemals allein. Nichts in diesem Universum ist absolut Yin oder absolut Yang.. Stets existiert ein Teil von Yin auch in Yang, und ein Teil von Yang existiert immer in Yin. So wie niemals ein Tag ohne Nacht oder ein Mann ohne Frau existieren kann, können Yin und Yang nicht ohne einander existieren.

Gesundheit und Krankheit sind Teil der Lebensphilosophie des Taos, der philosophischen und religiösen Grundlage der chinesischen Gesellschaft. Die beiden Grundprinzipien des Taos, das Yin und Yang und deren Zusammenspiel, drückt sich in allen Prinzipien des Lebens aus: Gesundheit und Krankheit sind Ausdruck und Form des menschlichen Mikrokosmos mit seinen entsprechenden Parallelen im Makrokosmos. Führt man sein Leben entsprechend den Regeln des Taos, kann Gesundheit, und langes Leben erlangt werden. Krankheiten entstehen, wenn die Körperkreisläufe und die damit verbundenen Energien der fünf Elemente, Wasser, Feuer, Luft, Metall und Holz, nicht im Ausgleich sind. Auch in der chinesischen Medizin stehen Lebensumstände, Philosophie,, und das Eingebettet sein des Menschen in sein Leben, im direktem Zusammenhang mit seiner Gesundheit oder Krankheit. Aufgabe und Ziel der Akupunktur ist es daher, das Gleichgewicht von Yin und Yang, das für die Erhaltung eines gesunden Körpers wichtig ist, herzustellen. Dabei macht man sich zu Nutze, dass bestimmte Organe und Erkrankungen eher dem Yin, andere eher dem Yang zuzuordnen sind. Holz für Leber und Gallenblase. Das Erdelement entspricht dem Magen und Milzpankreas. Das Feuerelement ist bei gossem Feuer - Herz, Dünndarm, sowie bei kleinem Feuer - Kreislauf/ Sexus, Dreifachwärmer. Das Metallelement entspricht der Lunge und dem Dickdarm. Das Wasserelement wird der Niere und Blase zugeordnet. Diese Elemente sind konstant voneinander abhängig und bilden zusammen zwei Kreisläufe, einen kreativen Zyklus und einen zerstörerischen Zyklus.  Holz brennt und verursacht Feuer / Feuer wird zu Asche, die in Erde übergeht / Erde enthält Metall / Metall wird durch Erhitzen flüssig wie Wasser / Wasser ernährt Holz. Wenn Holz die Erde bedeckt, zerstört es diese / die Erde saugt Wasser auf und zerstört das Holz. Das Wasser zerstört das Feuer beim Löschen / Feuer macht Metall flüssig / Metall zerschneidet Holz.
Für den Akupunkteur ist die Theorie der fünf Elemente von entscheidender Bedeutung: An Hand der Symptome, die der Patient aufweist, kann er erschliessen, welcher Aspekt der fünf Elemente gestört ist und welche Organe dementsprechend behandelt werden müssen. Dabei gibt es ein ganzes diagnostisches System, bei dem nicht nur einzelne Organe, sondern auch Gewebe, Sinnesorgane, Sekretionen, Geschmack und Geruch, aber auch Emotionen, Jahreszeiten und Umweltfaktoren mit den fünf Elementen korrespondieren.
Die früheren Chinesen nahmen an, dass alles in der Natur aus diesen fünf Elementen besteht. und dass die „Farben auf natürliche Weise entstehen. Die traditionellen Chinesen betrachten Schwarz, Rot, Blau-grün, Weiss und Gelb als Grundfarben, und In der traditionellen chinesischen Physik wird gelehrt, dass die fünf Elemente, in der Reihenfolge Wasser, Feuer, Holz, Metall und Erde bestehen. Sie entsprechen den Farben Schwarz, Rot, Blau-grün, Weiß und Gelb.
Die chinesische Philosophie suchte nach einer kosmischen Symmetrie, und der damit verbundenen Beziehung zu den  weltlichen Dingen. So bildeten z.B. die vier Himmelsrichtungen, die vier Jahreszeiten. Die vier Tageszeiten oder die vier Teile des Himmelsäquators ergaben zusammen mit einer "Mitte" eine Fünfheit. Diese Fünfheit wurde mit weiteren Fünfheiten aus anderen Bereichen korreliert, z.B. chemischen Elementen, Pflanzen, Farben, Körperteilen. In Kombination mit einer Serie von 12 "Arten" konnte man eine Periode von 60 Jahren konstruieren, die in der Chronologie verwendet wurde.

Die Idee, dass alle Seins- Formen eine innere Struktur haben, die für magische Manipulationen empfänglich ist, ist für das alte China fundamental. Der Kosmos, die Topographie der Erde, die Lebewesen und auch die innere Landschaft des Menschen sind alle miteinander verflochten. Die Enthüllung der inneren Struktur des Menschen weist auf die offensichtliche Übereinstimmung zwischen dem menschlichen Organismus und dem Kosmos hin. Wann genau diese Form der daoistische Lehre entstanden ist, bleibt unklar. Der Daoismus hat erst in einem langen Entwicklungsprozess Form angenommen, wobei fortlaufend Strömungen des Altertums integriert wurden. Die daoistische Lehre greift viel Gedankengut auf, das in China zur Zeit der Zhou-Dynastie (1040- 256 v. Chr.) weit verbreitet war. Dazu gehören die kosmologischen Vorstellungen von Himmel und Erde, die Fünf Wandlungsphasen, die Lehre vom Qi (Energie), Yin und Yang und das  I Ging (Yijing). Aber auch die Tradition der Körper- und Geisteskultivierung, die mit Atemkontrolle und anderen Techniken wie Taijiquan und Qigong, Meditation, Visualisation  Imagination, Alchemie und magischen Techniken, mit der man die Unsterblichkeit erreichen wollte, sind darin enthalten. Die Suche nach Unsterblichkeit, ist denn auch ein zentrales Thema des Daoismus und geht wahrscheinlich auf sehr alte  Glaubensinhalte zurück, die im Zhuangzi, einem daoistischen Klassiker aus dem 4. Jh. v. Chr. erwähnt werden.
Etwa im 3. Jahrhundert v. Christus entwickelte sich in China ein Unsterblichkeitskult. Ein Pilz namens "chih", Der glänzende Lackporling im Land der aufgehenden Sonne war ein Bestandteil des Elixiers zur Verlängerung des Lebens, und tatsächlich bedeutet das chinesische Schriftzeichen für "Glänzender Lackporling" nichts anderes als "Langes Leben Pilz".  Sehr alte Darstellungen zeigen den Gott der Langlebigkeit "Shou Hsing" mit einem Pilz in der Hand. Ein anderes Mal wir er dargestellt mit seinem ständigen Begleittier, eine Art Ren, das Pilze im Maul trägt. Immer ist der Glänzende Lackporling deutlich zu erkennen. Der glänzende Lackporling gilt in Ostasien unbestritten als die Nummer 1 der Pilze, denen natürliche Heilkräfte zugeschrieben werden. In der chinesischen Medizin wird er seit 4000 Jahren für medizinische Zwecke eingesetzt. In Japan nennt man den Glänzenden Lackporling "Reishi", in den jeweiligen Landessprachen übersetzt als "göttliches Heilkraut".

Eine wesentliche Quelle der chinesischen Medizin ist das so genannte Nei–king (5. – 3. Jh. v. Chr.), ein Lehrbuch, das die Grundlagen der Anatomie, Physiologie, Pädologie und Therapie im chinesischen Altertum behandelt und mit einem Traktat über die Akupunktur endet.  
Die Weitergabe medizinischen Wissens von einer Generation an die nächste erfolgte in der Vergangenheit hauptsächlich durch die persönliche Ausbildung des Neulings durch einen erfahrenen Arzt. Wie will man auch einen bestimmten Puls mit Worten beschreiben? Einfacher ist es, den Puls eines Patienten von einem Schüler abtasten zu lassen und ihm dann die Besonderheiten zu erläutern. Ähnliches gilt für Färbungen des Gesichts, die Beschaffenheit der Zunge, für Tonlagen der Stimme und manch andere  Zustände und Veränderungen, auf der weiten Skala zwischen Gesundheit und Krankheit. Dennoch haben Mediziner ihre Kenntnisse und Beobachtungen schriftlich niedergelegt und haben versucht, das Gesehene mit Worten oder mit Strichskizzen festzuhalten um auf diese Weise, das Wissen auch an solche Leser zu vermitteln, die sie nicht selbst unterrichten.
Die anatomische Lehre des chinesischen Altertums beruht auf der Erkenntnis der neun Öffnungen des menschlichen Körpers. Des weiteren unterscheidet man in den Körperhöhlen fünf kompakte Organe (Leber, Herz, Milz, Lunge, Nieren) und sechs Hohlorgane (Galle, Magen, Harnblase, Dick- und Dünndarm) sowie den dreifachen Wärmapparat (Resorption, Transformation, Eliminierung). Der obere Teil des Körpers entspricht dem Himmel, der mittlere (vom Zwerchfell bis zum Nabel)  dem Menschen und der untere der Erde. Die Beziehung zwischen den Organen und den Pulsprüfstellen beruht ebenfalls auf dieser Einteilung.
Jedes Eingeweide oder Organ wird einer der natürlichen Pulsprüfstellen zugeordnet. So gibt zum Beispiel der Pulsschlag am rechten Arm Aufschluss über den Zustand der Lunge und des Dickdarms, ferner über den des Thorax oder, genauer, über die “Mitte der Brust”. Die Erhaltung des Lebens oder des Schicksals, die gesamte Existenz des Menschen, wird durch seine Stellung zwischen Himmel und Erde geregelt. Er muss dieses Gleichgewicht respektieren. Der Organismus ist ein Abbild des Universums, der Mensch verhält sich entsprechend der himmlischen Ordnung und den Gesetzen der Natur. Der freie Kreislauf der Säfte bedeutet vollkommene Gesundheit.
Der menschliche Körper wird von den King–Gefässen durchzogen. Sie sind mit Flüssen und Bächen zu vergleichen, und ihre Gesamtheit bildet ein Kanalsystem, in dem sich der “Odem”, das “Blut” und die “nährenden Elemente” in einem ewigen Kreislauf bewegen.
Die zwölf King–Gefässe werden den Eingeweiden oder Organen zugeordnet. Man bewegt sich auf Akupunktur–Meridianen mit Hilfe von Merkzeichen und festgelegten Punkten. Jedes Akupunkturgefäss umfasst besondere Punkte.  Der tonisierende Punkt stärkt das Gefäss und behebt gegebenenfalls seinen Mangel. Der sedierende Punkt dient der Behandlung des Übermass an Energie. Der Quellpunkt hat regulierende Wirkung. Und der Zustimmungspunkt unterstreicht den tonisierenden bzw. sedierenden Effekt. Der Alarmpunkt deutet spontanen Schmerz an, und der Durchgangspunkt verbindet zwei Meridiane oder King–Gefässe. Der Untersuchende muss daher die Werte der den verschiedenen Eingeweiden zugeordneten Pulsprüfstellen berücksichtigen und diese darüber hinaus in einen Zusammenhang mit der Tageszeit, der Jahreszeit sowie dem jeweiligen Jahr stellen.
In den verschiedenen Landschaften des alten China existierte denn auch eine Vielzahl unterschiedlichster Behandlungsmethoden. Die früheste Organisation des Gesundheitswesens datiert aus der Tschou–Dynastie um die Mitte des 3. Jh. v. Chr. Man unterschied vier Gruppen von Praktikern: Ärzte für allgemeine Medizin, Wundärzte, Diätetiker und Tierärzte. Die beiden ersten Gruppen sind für die Gesundheit von Herrscher und Hofstaat zuständig, die beiden letzten Gruppen für die Gesundheit des Volkes. In dieser Zeit sahen die Ärzte drei Krankheitsursachen: Missbrauch von Speise und Trank, Schockwirkung durch heftige Erregung sowie plötzlichen Klimawechsel.

Eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Chinas, war die Ankunft des Reformers Shang Yang. Dieser war ein überzeugter Anhänger der späteren Lehren des Philosophen Han Fei, der die Staatsideologie des Legalismus beeinflusste. Die Legalisten vertraten den Standpunkt, dass alle Menschen von Grund auf gleich sind, und dass schärfste Gesetze und strenge Strafen notwendig wären, um den Untertanen Ruhe und Ordnung zu geben. Shang Yang wurde Kanzler von Qin. Unter der Regierung des Herzogs Xiao begann er unverzüglich den Staat nach den Vorstellungen des Legalismus in eine hocheffiziente „Herrschaftsmaschine“ umzuwandeln, deren Hauptziel die Vernichtung aller Rivalen war. Shang Yang schaffte den Feudalismus ab und führte eine Leistungsgesellschaft ein, in der nur diejenigen hohe Ränge zu erwarten hatten, die auch eine entsprechende Leistung erbrachten. Des weiteren waren Geburtsrechte ausschließlich dem Herrscherhaus vorbehalten. Er teilte jede zehnte Familie als ein „shi“ ein und jede fünfte Familie als „wu“. Verübte eine Familie ein Verbrechen, hatten die anderen neun Familien dies zu melden. Andernfalls wurden alle zehn Familien gemeinsam bestraft. Dies wurde „Kettenbestrafung“ genannt. Die Menschen wagten nicht, über das „neue Gesetz“ zu reden. Die Gesellschaft war sehr stabil., Jedoch nicht aufgrund der Verbesserung der Moral, sondern es beruhte auf der Angst der Menschen vor grausamer Bestrafung.
Shang Yang war auch keine vertrauenswürdige Person. Innerhalb eines Jahres, nötigte er den Herzog Xiao von Qin, den Staat Wei anzugreifen. Dann sandte er ein Schreiben an den Herzog von Wei und lud ihn zu einem Glas Wein ein, um ein Bündnisabkommen mit Qin zu unterzeichnen. Der Herzog von Wei folgte dieser Einladung und wurde gefangen genommen. Bald danach führte Shang Yang die Qin-Armee an, um die Armee des Staates Wei niederzuschlagen.
Während seines Dienstes als führender Berater von Qin, betrog Shang Yang viele Menschen. Der Gelehrte Zhao Liang beriet ihn einmal und sagte: „Du sichertest Deine erste Audienz mit dem Herzog von Qin durch korrupte Beamte ab, aber das war nicht der richtige Weg. sich nicht auf die Menschen einzustellen, sondern viele Paläste zu bauen, dass ist nicht der richtige Weg, um Deine Erfolge aufzubauen. Folter gegen den Lehrer des Prinzen anzuwenden, lässt die Menschen Hass und Katastrophen anhäufen. Wenn Du weiter fortfährst, gierig zu sein, und Menschen unterdrückst,, wirst Du Schaden erleiden, wenn der Herzog einmal stirbt. Du wirst nur dann sicher sein, wenn Du dem Herzog von Qin rätst, Etikette und Tugend zu betonen. Andernfalls wirst Du bald in Schwierigkeiten geraten.“. Shang Yang befolgte diesen Rat nicht.
Fünf Monate später starb der Herzog von Qin. Nach dem Tod des Herzogs Xiao im Jahre 338 v. Chr. bestieg der Kronprinz den Thron. Augenblicklich sandte er jemand aus, um Shang Yang zu verhaften. Als Shang Yang zum Zoll (Grenze) floh, begehrte er Unterkunft für eine Nacht in einem Gasthaus. Der Eigentümer des Gasthauses wusste nicht, dass es sich um Shang Yang handelte. Er sagte: „Shang Yang’s Gesetz bestimmen dass es für den Inhaber eines Hotels, ein Verbrechen sei, jemanden für eine Nacht ohne Identifikation aufzunehmen.“ Shang Yang lächelte und sagte: „Das Gesetz ist zu weit gegangen!“ Er floh in den Staat Wei. Die Menschen von Wei hassten ihn wegen des Betrugs an dem Herzog von Wei. Sie fingen Shang Yang und deportierten ihn. Shang Yang wurde getötet.  Dennoch trug das legalistische Doktrin und ihre damt verbundenen Reformen schnell Früchte für Qin, so war kein Herrscher von Qin bereit, an diesen Reformen etwas zu ändern, sondern sie behielten sie bei und reformierten im legalistischen Geist weiter.
Am augenscheinlichsten erfolgreich waren die Reformen in der Armee. Ursprünglich wurde die Armee von Adeligen befehligt und setzte sich aus Leibeigenen zusammen. Nun konnten jedoch Generäle aus allen Gesellschaftsschichten kommen, wenn sie nur talentiert genug waren. Am wichtigsten jedoch war, dass die Armee der Qin auf eine enorme Grösse anschwoll, und so als effektives Instrument des Staates fungierte. Als Ergebnis der zahlreichen öffentlichen Projekte und der hoch produktiven Landwirtschaft, war Qin nun in der Lage eine Truppenstärke von über einer Million Soldaten zu unterhalten. Es übertraf die militärische Stärke der anderen Reiche bei weiten, nur der südliche Staat Chu war in der Lage in ähnlicher Weise Truppen zu mobilisieren und wurde so zum Hauptrivalen der Qin. Aus dieser Position der Stärke begann Qin nun seine kleineren Nachbarn zu annektieren und eine aggressive Expansionspolitik zu betreiben. Von nun an bezeichneten sich die Herzöge von Qin als Könige. Huiwen war ab 338 v. Chr. der erste König von Qin, er war derjenige, der den Reformer Shang Yang exekutieren ließ und profitierte nun auch als erster von seinen Neuerungen.

Im Jahr 260 v. Chr. musste ein erschrockenes China feststellen wie ineffizient das Militär der anderen Staaten war im Vergleich mit dem hochgerüsteten Qin. Qins Erzfeind war das Reich Chu, daneben existierten noch die mächtigen Länder der Zhao und Han als Nachbarn der Qin. Doch keines dieser Länder verfügte über eine so große und gut ausgebildete Armee und eine so wohlhabende Bevölkerung wie Qin. Es konnte sich zusehends als Vormacht etablieren. In der gewaltigen Schlacht von Changping besiegte Qin seinen Nachbarn Zhao und machte 400.000 Kriegsgefangene. Um Zhao einzuschüchtern, ließ der Qin-General alle Gefangenen ausnahmslos hinrichten. Zhao fügte sich widerwillig in eine Allianz mit Qin. Noch heute kann man in Changping zu tausenden Skelette finden.
Im Jahr 256 v. Chr. beendete Qin die nur noch als kläglich zu bezeichnende Existenz der winzigen Königsdomäne des Zhou-Königs, der immer noch nominell oberster Lehnsherr Chinas und religiöses Oberhaupt war. Fortan beanspruchte der König von Qin den Zhou-Titel „Sohn des Himmels“ für sich und machte allen anderen Reichen damit klar, dass er die Herrschaft über ganz China beanspruchte. Das Königreich Han war tief beunruhigt über die letzte Expansion der Qin nach Osten und befürchtete, bald von Qin attackiert zu werden. So ersann der König von Han den Plan, dass, wenn er Qin nicht mit seinen Armeen zerstören könne, wo er nur hätte verlieren können, Qin mit einem Wasserbauprojekt zu ruinieren.
Seit längerem versuchte Qin seine Produktivität durch Kanalbaumassnahmen weiter zu erhöhen, so auch in der Region des Wei-Flusses. Der Plan des Han-König sah vor, den König von Qin mit Hilfe des Bauingenieurs Cheng Kuo, dazu zu bringen, einen gigantischen Kanal zu bauen und so seine Ressourcen zu verschwenden. Die Qin stimmten dem Vorschlag von Cheng Kuo zu und begannen mit dem Bau, doch unglücklicherweise war das Resultat des hintertriebenen Plans das völlige Gegenteil. Tatsächlich verschlang das Projekt erhebliche Mittel, doch überanstrengte es Qin eben nicht wie erwartet. Im Jahr 246 v. Chr. wurde der sogenannte Chengkuo- Kanal eröffnet und alle Investitionen sollten sich überaus bezahlt machen, für Qin ! Der neue Kanal und die damit verbundenen Bewässerungssysteme bescherten Qin exorbitante Einnahmeüberschüsse und die Region um die Qin-Hauptstadt Xianyang (unweit des heutigen Xi'an) – bekannt als das Land innerhalb der Pässe – wurde zum produktivsten und reichsten Gebiet in ganz China. Qin konnte nun schneller Truppen in den Osten senden und durch die erhöhten Einnahmen noch mehr Armeen ausrüsten. Zu diesem Zeitpunkt existierten bereits nur noch sechs weitere Königreiche, mehr war von den einst tausenden Fürstentümern der Zhou-Zeit nicht übrig geblieben.

Das Jahr 247 v. Chr. markiert den Anfang vom Ende der Streitenden Reiche, denn in diesem Jahr bestieg Prinz Zheng den Thron des Königs von Qin Yíng Zhèng (chiin), (* 259 v. Chr., † 210 v. Chr.) den Thron. Prinz Zheng ist der Gründer des alten Kaiserreichs China und eine populäre historische, mythologische Gestalt.  Von einem seiner Beamten wurde er beschrieben als "Mann mit scharfem Nasenrücken, schmalen länglichen Augen, der Brust eines Raubvogels, der Stimme eines Schakals und dem Geist eines Tigers". Bekannt als Tiger von Qin sollte er später der erste Kaiser eines zentralisierten Chinas werden, und den pompösen Titel Qinshi Huangdi oder Erster Höchster Kaiser von Qin annehmen.
Yíng Zhèng  (Qín Shi Huáng Dì) wurde im Jahre 259 v. Chr. in Handan in der heutigen Provinz Hebei geboren als Prinz Zhuangxiang der in Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Zhao und dem Nachbarstaat Qin eine Geisel in Zhao war.  Der Fürsten von Qin hielt sich in  der Hauptstadt des Fürstentums Zhao auf.  Zur damaligen Zeit war es üblich nach einem Bündnis zweier Staaten als Friedenssicherung Töchter als Ehefrauen und Söhne als Geiseln auszutauschen. Durch Lü Buweis Einflussnahme und vermutlich auch Bestechung, konnte 257 v. Chr. Prinz Zhuangxiang mit einer Konkubine und Yíng Zhèng nach Qin zurückkehren.
Lü Buwei (ein Händler) begleitete den Prinzen und wurde in Folge im Staate Qin ansässig. Lü Buwei war vorher Großkaufmann im Staate Zhao. Es ist nicht bekannt, mit welchen Gütern er handelte, doch sein Reichtum und Einfluss muss beträchtlich gewesen sein. Lü Buwei erreichte durch geschickte Intrigen und Diplomatie, dass Prinz Zhuangxiang neuer Fürst wurde,, was laut Erbfolge eigentlich nicht vorgesehen war. Als Zhuangxiang schließlich 250 v. Chr. König von Qin wurde, ernannte er Lü Buwei zu seinem Kanzler. Lü Buwei vereinigte damit in seiner Person sowohl wirtschaftliche Macht als Grosskaufmann, als auch politische Macht, als Staatskanzler.. Sein beinahe Unumschränkter Einfluss machte ihn zu einem „Staat im Staate“ Dies war umso bemerkenswerter, da er nach der in dieser Zeit gültigen Einteilung als Kaufmann noch hinter Gelehrten, Bauern und Handwerkern, auf der niedrigsten Gesellschaftsstufe stand.

Nach dem frühen Tod von König Zhuangxiang, nach nur drei Jahren Amtszeit kam der noch minderjährige Zhèng im Alter von erst dreizehn Jahren im Jahre 247 v. Chr an die Macht. Für ihn führte zunächst Lü Buwei die unumschränkte Regierung. als Vormund, die Regentschaft aus. Dieser Machtfaktor erschien vielen als Gefahr, auch zog seine Stellung zahlreiche Neider an, die seine Absetzung betrieben. Selbst ohne öffentliche Stellung, glaubte schon König Zheng und seine Regierung in Lü Buwei ein Angst machendes Risiko zu sehen.
Ying Zheng, der König von Qin,der spätere Qin. Qín Shi Huáng Dì„“, hatte eine gewaltige Vision: Wie seine Vorfahren verfolgt er das Ziel, die anderen sechs Provinzen zu unterwerfen und als Kaiser über ein vereintes Imperium zu herrschen. Lady Zhao, Ying Zhengs Konkubine, seit seiner Jugendzeit, unterstützt den Traum ihres Königs nach Kräften. Lady Zhao, die Geliebte des Herrschers, ist aber des Hoflebens müde und möchte in ihren Heimatstaat Zhao zurückkehren. Doch im Gegensatz zu Ying Zheng, der mit militärischen Mitteln die benachbarten Königreiche zur Vereinigung zwingen will, versucht sie, unnötiges Blutvergiessen zu vermeiden.
Sie ersinnt einen raffinierten Plan, um ihr Heimatland Zhao vor dem Untergang zu retten. Der professionelle Attentäter Jing Ke soll im Auftrag des Prinzen von Yan einen Mordanschlag auf den König verüben. Zhao jedoch will Ying Zheng rechtzeitig warnen, damit diese Intrige dem Monarchen die Rechtfertigung geben kann, das verfeindete Yan zu erobern und Zhao zu verschonen.  Um König Ying Zheng bei der Reichseinigung zu helfen schlägt sie deshalb vor Prinz Yan – der als Geisel nach Qin gesandt wurde – in seine Heimat zurückzubegleiten, auf dass er einen Attentäter aussende.  Nach einem gescheiterten Attentat hätte Qin einen handfesten Grund Yan zu erobern. Lady Zhao und Prinz Yan kehren ins Königreich Yan zurück und treffen dort auf den Attentäter Jing Ke. Der ist jedoch des Tötens müde und höchst unwillig. Während sie versucht Jing Ke zu überzeugen entwickelt Lady Zhao zunehmend Respekt für ihn und Verachtung für den grausamen König von Qin.  Derweil schlägt sich letzterer mit familiären Problemen herum. Der Eunuch Lao Ai ist in Wahrheit gar kein Eunuch, sondern ein überaus potenter Kerl, von dem die Königinmutter zwei stolze Söhne erhalten hat. Diese stellen natürlich eine Bedrohung für Ying Zheng dar und als die ganze Sache auffliegt, wagt Lao Ai die offene Rebellion, welche jedoch niedergeschlagen wird.
Vor seiner Hinrichtung enthüllt der Pseudoeunuch Lao Ai jedoch Ying Zheng das dieser in Wahrheit der Sohn von Premierminister Lu Buwei ist da dieser dem vorherigen Herrscher eine bereits von ihm selbst schwangere Konkubine – die Königinmutter – untergeschoben hat. Der König verbannte Lu Buwei schliesslich ausser Landes. Andere Quellen sprechen davon, dass Lü Buwei erst nach einer blutigen Auseinandersetzung entmachtet werden konnte. Aus Furcht vor einer öffentlichen Hinrichtung, setzte sich Lü Buwei auf dem Weg ins Exil seinem Leben selbst ein Ende. Vermutlich durch Gift. Andere Quellen sprechen davon, dass er auf dem Weg ins Exil vergiftet wurde.
Der König von Qin möchte das dunkle Geheimnis seiner Herkunft vertuschen und schwört jede Gefahr für sich, oder sein Königreich, zu vernichten. Im Jahre 230 v. Chr. begann König Zheng seinen Vernichtungskrieg gegen die anderen Königreiche indem er zuerst Han eroberte gegründet auf die solide Vorarbeit seiner Vorgänger. Qin erobert den Staat Zhao, dessen Herrscher sämtliche Kinder der Hauptstadt zum Selbstmord antreiben müssen. Die Überlebenden lässt König Ying Zheng lebendig begraben, da er ihre Rache fürchtet.  
Im Jahre 221 v. Chr. entsandte der Fürst des Staates Qi, welcher noch eigenständig war, einen Attentäter in die Hauptstadt Qins, Xianyang (fünf Kilometer nordwestlich des heutigen Xi'an), um Yíng Zhèng umzubringen. Das Vorhaben schlug jedoch fehl.
Wenige Wochen später eroberten die Armeen Qins auch Qi. Damit war die jahrhundertealte Utopie Wirklichkeit geworden: Alles Unter dem Himmel? war wieder unter einem Herrscher vereint, denn Zhao Zheng vernichtete innerhalb von 10 Jahren alle seine Gegenspieler  Han (230), Zhao (228), Wei (225), Chu (223), Yan (222) und Qi (221) und  beendete so die Zeit der Streitenden Reiche. Bis zu seinem Tod im Jahre 210 v. Chr. kann er das Ch'in-Reich im Westen bis zur Wüste Takla Makan (Zentralasien) und im Nordosten um die Mandschurei vergrössern.

Mit Qin Shihuangdi wird vor allem der Beginn des chinesischen Kaiserreiches (das Wort China kommt von chinesisch: Qin) verbunden, da ihm die Eroberung der Streitenden Reiche in einem etwa zehnjährigen Krieg zugeschrieben wird.  Der König begründete das chinesische Kaiserreich, nannte sich selbst Erster Kaiser (Shi Huang Di = Erster Erhabener Gott) und gründete die Qin-Dynastie. Seine Herrscherlinie sollte nach seiner Vorstellung zehntausend Generationen regieren. Der Kaiser befolgte die Traditionen seiner Vorfahren, unterschied Schwarz und Weiss, respektierte die Tugend des Wassers und beschloss, dass „Oktober der Winteranfang sei, seine Farbe, ein starkes Schwarz". Als er den Thron bestieg, war „die Farbe seiner Kleidung und Fahne Schwarz. Er führte eine kaiserliche Zentralregierung ein, und  unterteilte das Land in 36 Kommandanturen, sowie in rund 1.000 Landkreise. Hauptstadt in seinem Imperium ist Chang'an (X'ian) mit einheitlicher Gesetzgebung, einheitlicher Währung, einheitlichen Massen und Gewichten sowie einer Einheits-Schrift, denn in der Qin-Dynastie wurde die chinesische Schrift vereinheitlicht, davor gab es aufgrund der Zersplitterung des Reiches in viele kleine quasi-selbständige Territorien unterschiedliche Schreibweisen für ein und dasselbe Schriftzeichen. Seit der Reichseinigung in der Qin-Dynastie entwickelte sich die Schrift zu dem einigenden Element für China. Obwohl es viele chinesische Dialekte gab, die sich teilweise sehr stark unterscheiden, und die gesprochene Sprache im Laufe der Jahre Veränderungen durchmachte,, war die Schrift in allen Reichsteilen gleich
Die chinesische Schrift ist die älteste Schrift der Welt, die heute noch verwendet wird. Auch die Sprache wurde in dieser Zeit vereinheitlicht. Das Chinesische Geld dieser Zeit symbolisiert Himmel und Erde, Es waren runde Münzen und diese hatten ein quadratisches Loch, denn das quadratische Mittelloch dieser Uralt-Münzen symbolisierte die Erde, ihre kreisrunde Form den Himmel. Geprägt hatte sie Kaiser Shi Huangdi, Seine Bronze  Münzen aus dem Reich der Mitte waren. bis 1911 ein offizielles Zahlungsmittel, das über 2.000 Jahre fast unveränderte Nominal kursierte.

Auch in diesem Reich spielte die Agrarkultur eine Grosse Rolle, wie auch in den anderen Dynastien. Das Gebiet wurde von Monarchen verwaltet,  die als Beamte, die Möglichkeit hatten, in einer 18-stufigen Hierarchie aufzusteigen. Jeder Beamte musste einen jährlichen Bericht an den Kaiser schicken, der penibel alle Daten und Veränderungen im dem entsprechenden Gebiet wiedergab (sogar die Regenmenge).  Qin Shihuangdiil liies ein Straßennetz von 6’800 Kilometern Länge anlegen und auf beide Seiten jeder Strasse im Abstand von etwa sieben Metern Bäume pflanzen. Besonders beachtlich war die Gerade Strasse, die über 800 Kilomete, schnurgerade vom Sommerpalast Yunyang, in der Nähe der Hauptstadt nach Norden bis tief in die Innere Mongolei führte. Die Hauptstadt Xian-yang (Xiangyang) in Shaanxi am Wei-Fluss, beim heutigen Xi'an, wurde prachtvoll ausgebaut. Dorthin wurden 120 000 "reiche und mächtige" Familien, kurz der Adel, zwangsumgesiedelt. De Einwohnerzahl betrug 800 000 Menschen.  Qin Shi Huangdi nannte 270 über das Land verteilte Paläste sein eigen.  Sein Hauptsitz war jedoch der Epang-Palast in Xianyang,, dessen Bau er 212 v. Chr. befohlen hatte. Allein die Haupthalle dieses Gebäudes mass 675 Meter in der Länge und 112 Meter in der Breite.  Die Präfektur- und Kreisvorsteher wurden ebenso, wie die Beamten in höheren Positionen die Heerführer, die Lager -und Gefängniskommandanten vom Kaiser persönlich eingesetzt.  Um das Aufkommen von Machtkonzentrationen zu verhindern liess er die Beamten in regelmässigen  Abständen versetzten und die Dienstzeit der Heerführer befristen.  Zhèng befehligte eine Armee von schätzungsweise 1'000’000 Soldaten (zum Vergleich Hannibal zog etwa zur selben Zeit mit 80.000 Soldaten über die Alpen).  Um das Reich vor dem Einfall verschiedener Nomadenvölker im Norden und Nordwesten zu schützen liess  Zhèng die Grenzwälle, die aus Erde bestanden und bereits früher in diesem Bereich zum Schutz dienten, weiter ausbauen, verstärken und miteinander verbinden. Um Übergriffe der aus dem Norden einfallenden Hsiung-Nu (Hunnen) abzuwehren, beginnt Ch'in (Zhèng) 214 mit dem Bau der „Großen Mauer“.
Die Zwangsrekrutierung von Arbeitern, für die Errichtung des Verteidigungswalls, bzw. den Bau eines landesweiten Strassen- und Kanalnetzbau, sowie die enorm hohen Steuerbelastungen, für den Unterhalt des Heeres, führen zu Unruhen im Landesinneren, die von Ch'in auf brutalste Weise unterdrückt werden. Qin Shihuangdi war wegen der rücksichtslosen Härte seiner Regierung höchst unbeliebt, weswegen es mehrere Attentate gab.. Im Jahre 218 v. Chr. wurde der kaiserliche Reisezug auf einer der Inspektionsreisen von Banditen überfallen. Der Herrscher überlebte nur da die Räuber die falsche Sänfte angriffen. Es wird heute gemeinhin angenommen, dass es sich bei den Angreifern keineswegs um Banditen handelte, sondern um Mitglieder eines Mordkomplotts.
Der Kaiser versuchte mit Umsiedlungen und Hinrichtungen jede Opposition zu ersticken und geht zudem hart gegen den Konfuzianismus vor. Er. ordnet zur Beseitigung der Tradition Bücherverbrennungen an. Alle greifbaren Bücher die sich mit der Lehre des Konfuzius beschäftigten, werden verbrannt. Damit niemand unvorteilhafte Vergleiche zwischen seinem Zeitalter und der Vergangenheit ziehen konnte, befahl Shi Huangdi, dass alle Bücher mit wenigen Ausnahmen, verbrannt werden sollten. Damit wollte der Kaiser auf Rat Li Sis (ein Eunuche) jede Kritik an seiner Regierungsform unterbinden. Gelehrte, die sich diesem Befehl widersetzten wurden auf den Wangen tätowiert oder wie Sträflinge aneinandergekettet. Nach einigen Zeugnissen sollen vierhundertsechzig widerspenstige konfuzianische Gelehrte lebend begraben worden sein. Andere wurden wahrscheinlich zur Zwangsarbeit an der Grossen Mauer verpflichtet die sich damals gerade im Bau befand, als Bollwerk zur Verteidigung gegen die Barbaren aus dem Norden.
Diese gigantische Befestigungsanlage, Shi Huangdis grösstes Denkmal, durchzog das Land zu dieser Zeit, in einer Länge von ungefähr 2200 Kilometern. In unzähligen Windungen schlängelt sie sich durch Ebenen, Flusstälern und über Berge. Die Mauer war eine technische Meisterleistung, aber auch ein Friedhof für unzählige Männer und Frauen die bei drückender Hitze oder eisiger Kälte an ihr arbeiten mussten. Tote und sogar Sterbende wurden als Baumaterial für die Mauer verwendet. Möglicherweise starben bei dem Mauerbau bis zu einer halben Million Menschen. Teils fielen sie ihrer Erschöpfung oder dem gnadenlosen Klima zum Opfer. Aber auch die Angriffe der wilden Stämme jenseits der Grenze die durch Gongs und Trompeten angekündigt wurde, forderte zahleiche Menschenleben.  An manchen Stellen errieichte die Mauer einer Höhe bis zu sechzehn Metern. Die Mauer war so breit dass auf ihr acht Männer nebeneinander von den Garnisons- zu den Wachtürmen marschieren konnte.   Über einem Fundament von ca. acht Metern Durchmesser erhob sich die aus Steinen und Lehmziegeln erbaute Mauer auf den Überresten früherer Befestigungen denn schon vor 2700 Jahren bauten einzelne Fürstentümer Mauern gegen die Nachbarn, die der erste Kaiser vor 2230 Jahren wieder abressen liess, weil er ein geeintes Reich erkämpft hatte. Nur die nach Norden, gegen die nomadischen Reitervölker gerichteten Mauern blieben stehen, Zudem wurden alle Stadtwälle und Grenzbefestigungen im Reich abgebrochen, sowie alle Bronzewaffen der geschlagenen Armeen eingeschmolzen. Aus ihnen entstanden Glocken und zwölf 30 Tonnen schwere Kolossalstatuen, die in Xianyang aufgestellt wurden.
Während die Nordgrenze gesichert wurde, schickte Shi Huangdi Expeditionsgruppen gegen Süden und erweiterte Jahr für Jahr die Grenzen seines grossen Reiches. Andere Feldzüge richteten sich gegen die Einwohner des heutigen Südchina und Vietnams, speziell nach Panyu (Kanton), Kueilin in Guangxi, Fuzhou in Fujian und sogar Hanoi. Diese entfernten Gebiete wurden mit Garnisonen gesichert, die mit Deportierten besiedelt wurden, Diese standen in ständiger Unruhe und konnten erst zur Han-Zeit halbwegs eingegliedert werden. Angsterfüllt zieht sich der Erhabene Kaiser von China.  in seine Paläste zurück,

Schon früh zwang der  erste Kaiser von China hunderttausende Bürger, für ihn ein aufwendiges Grabmal zu bauen. Zwangsarbeiter, Künstler und Architekten sollten ihm einen unterirdischen Prachtpalast bauen. Der Aufbau der Anlage entsprach den damaligen kosmischen und Geomantischen Vorstellungen. Ausstattung und Volumen des Grabes demonstrierten die Grösse und Macht des ersten Kaisers von China,, der Zeit seines Lebens nach der Unsterblichkeit suchte, und sich diese zumindest für seinen Nachruhm gesichert hat.
219 v. Chr. hörte Shi huángdì auf der Halbinsel Shandong zum ersten Mal von den Inseln der Unsterblichkeit, einem Archipel in der Nähe Penglais. Er rüstete umgehend eine 3.000 Mann starke Schiffsexpedition unter der Leitung des Weisen Xu Fu aus, die ihm das Elexier des Lebens beschaffen sollte, denn der Kaiser wünschte die Unsterblichkeit zu erlangen. Als Tauschobjekte für die Bewohner wurde Saatgut und Werkzeuge mitgeführt. Die Expedition kehrte nie zurück. Es wird vermutet, dass diese Truppe in Japan gelandet ist und das japanische Kaisertum begründete.
Im Jahre 215 v. Chr. stattete der „Erste Kaiser“ eine zweite Expedition nach Penglai aus. Auch diese blieb erfolglos. Ein Teilnehmer der nach fünf Jahre zurückkehrenden Gruppe, entschuldigte sich jedoch für ihr Versagen und begründete den Misserfolg mit einem Riesenfisch, der die Weiterfahrt blockierte. Er bat darum, das nächste Mal Armbrustschützen mitzuschicken. Der Kaiser willigte ein.
Aber der „1. Kaiser“ wurde allmählich alt, und die Angst vor dem Tod überschattete seinen Ehrgeiz, Der Herrscher hörte nun immer häufiger Schamanen an und verschwendete Unsummen an Staatsgeldern, um ihren Räten zu folgen. Einem Gott gleich beherrscht er "alles unter dem Himmel". Einem Gott gleich will er unsterblich sein. Alchemisten aus dem ganzen Reich versprechen ihm Unsterblichkeit Diese sollten den Trank der Unsterblichkeit für den Gottkaiser brauen. Es ist ein einträgliches Geschäft in dieser Zeit, denn der Kaiser verschleudert Unsummen an die brodelnden Alchemistenküchen. Da wirksame Resultate für die Unsterblichkeit nicht zu erwarten waren, verlegen sich erfinderische Geschäftemacher auf die mystisch inszenierte Präsentation von Wundermitteln. Das grösste Aufsehen erregt eine Flüssigkeit, aus der man angeblich Gold gewinnen kann - Quecksilber. Ob dem Kaiser der hochgiftige Stoff verabreicht wurde, ist nicht bekannt. Das gesuchte Wundermittel zur Unsterblichkeit findet der Kaiser jedoch nicht.
Zwischen 220 v. Chr. und 210 v. Chr. unternahm er fünf mehrmonatige Inspektionsreisen in alle Teile seines Reiches und legte dabei über 9.000 Kilometer zurück. Der Reisezug bestand jeweils aus mehreren hundert Soldaten, dutzenden Sänftenwagen und ebenso vielen Bediensteten. Der Kaiser selber verliess seine Sänfte kaum und sprach nur durch ein Tuch, das vor ein Fenster gehängt wurde, nach außen. 210 v. Chr stirbt plötzlich der exzentrische Kaiser Ch'in bei seiner fünften Inspektionsreise durch abgelegene Herrschaftsgebiete. in Pingtai in Shaqiu (das heutige Pingxiang in der Provinz Hebei).  Er verstarb am 10. September an einer ungenannten Krankheit. Qin Shihuangdi wird in seinem gigantischen Grabmal, bererdig. Bewacht wird das Mausoleum von einer aus rund 7.000 lebensgrossen Soldaten, und etwa 600 Pferden bestehenden Terrakotta-Armee
 
Die Legende berichtet, das Grab des ersten Qin-Kaisers (Qin Shi Huangdii, 259 - 210 v. Chr.) befindet sich in der Yanzhai-Gemeinde 5 km östlich des Kreises Lintong in der Provinz Shaanxi. Die Grabstätte liegt am Fusse des Lishan-Berg und reicht bis zum Weishui-Fluss im Norden. Das eigentliche Grab des Kaisers liegt Heute unter einem 47 m hohen künstlich aufgeschütteten Hügel. Aus der Vogelperspektive betrachtet sieht das Grab wie eine riesige Pyramide aus.  Die Bauarbeiten für das Mausoleum Qin Shi Huangdis begannen kurz nach seiner Thronbesteigung im Alter von 13 Jahren. Nach der Vereinigung der sechs anderen Reiche mobilisierte Qin Shi Huangdis Zwangsarbeiter aus allen Landesteilen zum Bau der Grabstätte. Das Projekt dauerte insgesamt 37 Jahre, bis Qin Shi Huangdi im Alter von 50 Jahren starb
Beim Begräbnis gab der zweite Qin-Kaiser, Huhai, den Befehl, alle Hofdamen Qin Shi Huangdis sowie alle Handwerker, die am Bau des Grabs beteiligt waren, mit zu begraben. Glaubt man der Chronik des Sima Qian die etwa 100 Jahre nach dem Tod Qin Shi Huangdis entstand, ist das Grab des Kaisers eine Miniaturnachbildung seines Herrschaftsgebietes. Laut geschichtlichen Aufzeichnungen wurde das Grab unterhalb einer Quelle gebaut und dann mit Kupfer verschlossen. In der Grabanlage wurden verschiedene Paläste und Gebäude, sowie Amtssitze für alle Beamten errichtet, die mit zahlreichen kostbaren Schätzen gefüllt wurde. In der Decke des Gewölbes der Grabkammer wurden Edelsteine und Perlen eingelassen, was die Sterne am Himmel symbolisierte. Am Boden der Grabkammer war die geographische Lage aller Landesteile dargestellt und Quecksilber floss an Stelle der Flüsse und Meere. Darauf schwammen goldene Wildenten. "Alle Flüsse des Reiches waren in Quecksilber nachgebildet und flossen mechanisch angetrieben in einen Ozean." Um Grabraub zu verhindern, wurden in der Grabkammer verborgene Armbrüste und Pfeile angebracht. Zum "Schutz" vor Grabräubern wurde das Grabmal von einer Tonarmee bewacht.
2000 Jahre nachdem diese Zeilen verfasst wurden, ergaben Bohrungen im Grabhügel, dass hier tatsächlich ungewöhnliche Konzentrationen an Quecksilber zu finden sind.  Dieses Bauwerk kostete, ebenso wie die Chinesische Mauer, Hunderttausenden das Leben.

Der Nachfolger von Kaiser Ch'in sollte eigentlich der älteste Prinz Fu-su werden, der gegen die Bücherverbrennung und Hinrichtung der Gelehrten protestiert hatte und deswegen zur Grossen Mauer strafversetzt worden war.  Aber Li Si, der Obereunuch, Zhao Gao ein Eunuche, und Prinz Huhai verheimlichten den Tod des Ersten Kaisers. Als Kaiser Ch'in starb befand er sich 1’600 Kilometer weit entfernt von seiner Hauptstadt. Auf dieser letzte Reise begleitete ihn ein ehrgeiziger und berechnende Eunuche namens Zhao Gao, denn der erste Qin-Herrscher (Qin Shi Huangi), stellte Zhao Gao als Lehrer von Hu Hai, dem zweiten Sohn des Kaisers an. Was der Eunuch Zhao Gao dem Prinzen Hu Hai beibrachte war Hofhaltung, gerichtliche Entscheidungen, Verurteilung, einschließlich der Hinrichtung von Menschen, das Schneiden der Nasenlöcher und die Vernichtung von drei Generationen einer Familie.
Qin Shi Huangdi hatte zeitlebens grosse Angst vor dem Tod und verfasste nie einen letzten Willen. Im Sterben entsann er sich jedoch seines ältesten Sohnes, Prinz Fu-su, den er zur Zwangsarbeit an die Große Mauer strafversetzt hatte nachdem dieser gegen Bücherverbrennung und Hinrichtung der Gelehrten protestiert hatte. Mit den Zeilen „Komm nach Xianyang, um meiner Beerdigung beizuwohnen und begrab du mich“ ernannte er ihn zu seinem Nachfolger. Die Nachricht wurde jedoch von Li Si niemals einem Boten ausgehändigt.
Nach dem Tod des 1. Kaiser ersannen Li Si und Zhao Gao eine List. Sie hielten den Tod des Kaisers geheim. Zu diesem Zweck setzten sie einen Eunuchen in die Sänfte, der an Stelle des Kaisers sprach und befahlen einen Wagen mit getrocknetem und verfaultem Fisch hinter eben dieser Sänfte herzuziehen. Dies taten sie, um den Leichengeruch zu überdecken.  Dann informierten sie Prinz Huhai (den einzigen Sohn des Kaisers, der ihn regelmässig auf seinen Reisen begleiten durfte) über die Situation und unterbreiteten ihm ihren Plan. Demnach sollte  Huhai neuer Kaiser werden. Er war der Sohn des Qin Shihuangdi, des ersten Kaisers der Qin-Dynastie, jedoch eigentlich nicht der Kronprinz. Er begleitete seinen Vater auf seiner Reise in den Osten Chinas, auf welcher dieser plötzlich verstarb.
Dem Rat des Obereunuchen Zhao Gao und des Kanzlers Li Si folgend, fälschte er einen Erlass seines Vaters, durch welchen er seinem Bruder, dem eigentlichen Erbe Fusu Selbstmord befiehlt und er selbst zum Nachfolger ernannt wird.
Kanzler Li Si  und der Obereunuch Zhao Gao schickten diese gefälschten kaiserliche Dekrete an Fu-su und dessen General Meng Tian  Die gefälschte Verfügung beauftragte Qin Shi Huangdi’s ersten Sohn, den Erben Fusu, er solle Selbstmord begehen. Dann benannte er den zweiten Sohn Huhai als den nächsten Kaiser: Das Dekret entzog auch Marschall Meng Tian, einem vertrauensvollen Befürworter von Fusu, das Kommando über die Truppen und verurteilte Meng’s Familie zum Tode.
Zhao Gao hoffte, nach dem Tod seines Herrn die Regierungsgewalt an sich reissen zu können, und kehrte mit dem verwesenden kaiserlichen Leichnam nach Xianyang zurück. Ambitiös, wie er war, ernannte sich der Eunuch zum Palastkämmerer. Der Täuschungsversuch gelang und der Tod des Kaisers wurde erst Ende September nach der Rückkehr nach Xianyang bekannt gegeben. Dort wurde Shihuángdì dann in seinem Mausoleum beigesetzt.

Wenig später bestieg Prinz Huhai als Zweiter Kaiser von China den Thron. Er nannte sich fortan Qin Er Shi., oder Èr Shì Huángdì aber auch Qin II Er regierte von: 209 – 207 v. Chr.),  Am zweiten Tag nachdem Huhai der neue Kaiser geworden war, schoss er Pfeile auf Menschen, und bezeichnete diejenigen, die tapfer genug waren, ehrliche Kritik zu üben, als Verleumder der Verwaltung und stempelte diejenigen, die sich über die Zukunft der Nation Gedanken machten, als Personen ab, die mit bösartigen Reden die Öffentlichkeit betrügen. Außerdem behandelte er die Tötung von Menschen so beiläufig wie das Schneiden von Gras Es war das Resultat der Lehre Zhao Gaos, welche Huhai dazu verführte, all diese bösen Dinge zu lernen.
Qin II (Huhai) ernannte Zhao Gao als Richter bei einem Gerichtsverfahren wegen „Verschwörung“ gegenüber zwanzig Prinzen und Prinzessinnen. Zhao Gao entfaltete seinen heimtückischen Plan und verurteilte sie alle zum Tode. Danach ermordete er den Premierminister und nahm dessen Platz ein. Nachdem er die Macht erlangt hatte, inszenierte er das berüchtigte Spiel „einen Hirsch als Pferd bezeichnen“.
Eines Tages sagte Zhao Gao zu Qin II, dass er ihm ein Pferd überreichen wolle.. Qin II sah das Tier und sagte: „Aber es ist ein Hirsch.“ Zhao Gao bestand darauf, dass es ein Pferd war. Darum fragte Qin II nach der Meinung anderer Beamter. Letztlich stimmten einige mutige Leute darin überein, dass es ein Hirsch war. Dafür ließ Zhao Gao sie alle hinrichten.
Während ein Mensch mit solch einem niederträchtigen Charakter an der Macht war, wurde das Leben für die Menschen unerträglich. Das Ausmass der Staatserneuerung Li Sis drückte schwer auf der Bevölkerung, welche die gewaltigen Baumassnahmen finanzieren und das harte Strafensystem des Staates Qin ertragen musste. Den Unwillen des durchaus befähigten alten Adels muss man dazu rechnen. Auf der Gegenseite war der Zweite Kaiser von China ein schwacher Mann, geradezu unmündig gegenüber seinem Minister Li Si und dem Obereunuchen Zhao Gao, denen er den Thron verdankte. Er war vom Obereunuchen Zhao Gao so abhängig, dass er zu dessen Marionette wurde. Dies war denn auch der Beginn des Zusammenbruchs der Qin Dynastie. Li Si als kaiserlicher Sekretär spielte dabei eine wichtige Rolle. Li Si unterstützte Huhai als der neue Imperator Geld verschwendete und  Königliche Beamte verfolgte. Die erneut extrem hohe Abgabenlast führt in China zum Aufstand.  Schon bald nach dem Herrschaftsantritt des zweiten Kaisers der Qin-Dynastie (209 - 207 v. Chr) brachen Aufstände aus.  Die Anführer dieser Aufstände stammten aus allen Schichten der Gesellschaft. Aus alten Adelsfamilien, sowie aus den Reihen der Fronarbeiter und Bauern, die bei der unzufriedenen, zu hoch besteuerten Landbevölkerung unterstützung fanden.
Anfangs sollte eine Gruppe von 900 Arbeitern hingerichtet werden, die aufgrund von starken Regenfällen zu spät zur Arbeit an der Grossen Mauer kamen. Die Betreffenden berieten sich: "Nach dem Gesetz von Qin werden wir, weil wir zu spät gekommen sind, alle hingerichtet. Wir haben nichts zu verlieren und wollen unser Glück versuchen." Die Betreffenden erhoben sich und hatten in wenigen Tagen eine Armee von 300 000 Mann.
Als die Rebellionsarmee dicht vor der Hauptstadt der Qin Dynastie stand, bat Huhai, Li Si um eine Erklärung. Li Si beriet Huhai: „Als Kaiser solltest Du nicht dem Lande dienen. Das ganze Land sollte Dir dienen. Wie kannst Du das erreichen?“ Li Si zeigte es an einem Beispiel: denn Shang Yang, der Vordenker des Legalismus, liess jemanden, der Schmutz auf die Straße schüttete, grausam foltern. Er sagte: „Wenn die Menschen sehen, dass ein kleines Vergehen solches Leiden auslösen kann, werden sie es nicht wagen, Dir nicht zu dienen.“ Li Si sagte Huhai, er solle alles kontrollieren und sich durch nichts einschränken lassen.  
207 v. Chr. stand die Qin-Dynastie am Rand des Zusammenbruchs. Der Kaiser war  nicht in der Lage, mit den Rebellen im Land fertig zu werden. Zhao Gao fürchtete, dass der Kaiser die Schuld ganz alleine ihm zuweisen würde. Deshalb verschwor sich Zhao Gao mit anderen, um den Kaiser zum Selbstmord zu zwingen.  Ein Sohn von Fusu, Ziying, wurde dann von Zhao Gao zum König von Qin gemacht. Li Si, der die Allmacht dieses schwachen Zweiten Kaisers begründete, wurde (durch Zhao Gao) grausig hingerichtet, der große Minister Lisi wurde  zweigeteilt.

Ziying oder Sa¯n Shì Huángdì (chin.), † Ende Januar 206 v. Chr.) war der letzte Herrscher der Qin-Dynastie und König von Qin. Er herrschte von Mitte Oktober bis Anfang Dezember 207 v. Chr.. Ziying war der Sohn des Fusu, des ältesten Sohns von Qin Shihuangdi, dem ersten Herrscher der Qin. Dynasti. Als König von Qin tötete Ziying  Zhao Gao, einen mächtigen Eunuchen. Danach kam es zu weiteren Intrigen und Morden. 207 v. Chr. endete die Dynastie im Angriff der Rebellenführer Liu Bang. und Xiang Yu.,  dem Anführer der mächtigsten Armee des Staates Chu.
Beide unterstützten einander im Aufstand. Lu Bangs Armee griff die Hauptstadt der Qin-Dynastie, Xianyang, an.  Schliesslich war es Liu Bang dem es gelang dem Herrscherhaus  im Winter des Jahres 207 v. Chr. den Todesstoss zu versetzen. Ziying musste sein Reich an Liu Bang abtreten, einen mächtigen Rebellen der ihn dem Xiang Yu auslieferte. Nach nur 46 Tagen als Herrscher wurde Ziying von Xiang Yu getötet.
Liu Bang hatte sich damals an die Spitze einer Bauernarmee gestellt.  Sie griffen den Palast an und  Liu Bang eroberte mit seinen Truppen im Jahr 207 v. Chr. die Hauptstadt. Er setzte die strengen Gesetze der Qin-Dynastie ausser Kraft. Er wurde daraufhin vom Volk begrüsst. Als kleiner Beamter der Qin-Dynastie ließ Liu Bang Häftlinge frei und flüchtete deshalb in die Mangshan- und Dangshan-Berge. wurde dann in den Monaten des Niedergangs von Qin Bandit und schloss sich einer aufständischen Armee an, die in die prächtige Stadt Xianyang einfiel, den kaiserlichen Thronfolger hinrichtete und all die schönen Paläste brandschatzte.
Liu Bangs Rivale war der Anführer einer aufständischen Armee, Xiang Yu,  (232-202 v. Chr.) aus dem Staat Chu. Nach dem Sturz der Qin-Dynastie (221-202 v.Chr.)  bekämpften sie sich jedoch gegenseitig, da sie beide die Macht beanspruchten. Vier lange Jahre dauerte ihr Zwist, bis es in Anhui zu einer blutigen Schlacht zwischen den zwei Armeen kam. In einer nebeligen Nacht wurde das Lager von Xiang Yu von feindlichen Truppen eingekesselt. Die in der Falle sitzenden Soldaten hörten von ihren Belagerern Volkslieder aus ihrer Heimat. Xiang Yus Soldaten wurden daraufhin von Heimweh geplagt. In ihrer Verzweiflung legten viele Soldaten ihre Waffen nieder und versuchten zu fliehen. Xiang Yu konnte eine Massenflucht nicht verhindern. Seine Armee brach binnen Minuten zusammen. Nun standen noch zwei Alternativen zur Auswahl: entweder Kapitulation oder Selbstmord.
Im Kessel gefangen war auch Xiang Yus Konkubine Yu Ji. Von ihr Abschied zu nehmen fiel Xiang Yu extrem schwer. Yu Ji soll eine außerordentlich schöne Frau gewesen sein. Sie war es auch, die auf die Idee kam, durch ihren eigenen Selbstmord ihren Geliebten dazu zu bewegen, die Einkreisung zu durchbrechen. Und so stürzte sie sich ruhig ins Schwert.  Xiang Yu gelang es, mit neuem Mut die feindliche Einkreisung zu durchbrechen. Doch nach all den militärischen Niederlagen der Vergangenheit betrachtete er sich als Versager. Und vor allem der Gedanke, dass sich seine Geliebte ins Schwert stürzte, quälte ihn permanent. Nach langem Leiden fasste Xiang Yu schließlich den Entschluss, Selbstmord zu begehen.

Nachdem Liu Bang den Kampf gegen seinen Erzfeind den Aristokratengeneral Xiang Yu für sich entscheiden konnte bestieg er 202 v.Chr. als Kaiser Gao-Zu den Thron von China. Er regierte unter dem Titel Gao Di. und liess sich in der jetzigen Provinz Shandong zum Kaiser ausrufen. Er  gründete 202 v. Chr. die Han-Dynastie. Seine Dynastie bezog ihren Namen nach der Provinz Hanzhou und wurde fortan Han genannt. Der Name »Han« geht auf einen Fluss in Zentralchina zurück.  Liu Bang entstammte der Ueberlieferung nach, aus  einer Bauerfamilie aus Shandong, Nach anderen Aufzeichnungen aus der Familie eines Grundherrn. Er soll aufgeschlossen und edelmütig gewesen sein..Er  soll ein rauer, aufbrausender, aber schlauer und sympathischer Mann ,gewesen sein der "Wein und Weiber liebte" - wenn man dem Geschichtsschreiber dieser Dynastie glauben darf und "zweihundertsiebzig schwarze Muttermale“ auf seinem Oberschenkel trug.  
Er begann seine Laufbahn als unbedeutender lokaler Beamter als er sich mit Lü Zhi vermählte, die dann mehrere Jahre neben der Haushaltsführung auch auf dem Feld gearbeitet habe, wie es heisst. Sie gebar eine Tochter und einen Sohn. Von der Tochter wird nichts weiter vermerkt als dass sie existierte, der Sohn indes hat in den Annalen einen Namen: Liu Ying. Sein späterer Kaisername Hui Di. So lebte also in einer ländlichen Gegend, in offensichtlich bescheidenen Verhältnissen, eine vierköpfige Familie, die dem Chinesischen Reich zwei Kaiser und die erste Kaiserin seiner Geschichte bescheren sollte.  Während Lü Zhi noch die Kinder grosszog beteiligte sich Liu Bang mehr und mehr an Aktionen gegen das diktatorische Regime des allmächtigen Kaisers dessen drakonische Maßnahmen das Volk aufbegehren liessen. Die Rebellenführer zu denen bald auch Liu Bang zählte, verwandelten den Unmut der Menschen in machtvolle Aufstände und bereiteten der verhassten Dynastie ein frühzeitiges Ende. Damit betrat neben Liu Bang, bekannt unter dem Kaisernamen Gao Zu, auch Lü Zhi die politische Bühne denn von Anfang an begnügte sie sich nicht mit der Rolle der blossen Gemahlin. Sie mischte kräftig mit am Kaiserhof in Luoyang, der neu ernannten Hauptstadt, und später in Chang’an, westlich von Luoyang am Gelben Fluß dem heutigen Xi’an, das danach Hauptstadt wurde und es lange bleiben sollte.
Liu Bang., gewöhnlich unter seinem Ehrennamen Gaozu [Kao-tsu] genannt, was soviel wie "großer Ahnherr" bedeutet, konnte und wollte nicht an alte feudale Traditionen anknüpfen.  Nachdem Liu Bang den Thron bestiegen hatte, traf er eine Reihe von Maßnahmen zur Wiederherstellung und Entwicklung der Wirtschaft. Die ständigen Kriegshandlungen haben die Bevölkerungszahl stark dezimiert, weshalb Liu Bang alle Strafgefangenen begnadigte, Sklaven freiliess und Soldaten nach Hause schickte.  Ausserdem reduzierte er Frondienste und konsolidierte mittels verschiedener Maßnahmen den einheitlichen Zentralstaat.
Liu Bang (Kao-ti) liess als Kaiser den Verwaltungsapparat der Qin-Dynastie weiter bestehen und hielt an der Mehrzahl ihrer Gesetze und Verordnungen fest, sogar dem Bücherverbot. Sein Programm bestand vor allem darin, diejenigen Maßnahmen der Qin abzuschaffen, die sie verhasst gemacht hatten, in erster Linie das drakonische Strafrecht zu ändern. Unter Liu Bang, begann sich das Herrschaftssystem wieder zu festigen. Im Laufe der ersten Han- Dynastie wurde die Verfassung und die Verwaltung demokratisiert und ein Beamtenstaat gegründet, Die Han-Dynastie herrschte vierhundert Jahre lang, von 206 v. Chr. bis 220 n.Chr., ein mächtiger Staat, vergleichbar mit dem römischen Reich im Westen. In den Künsten allerdings, dem Erziehungswesen und teilweise sogar in der Regierungskunst und in der Kriegsführung übertraf das Han-Reich Rom. Selbst heute spricht man ganz allgemein noch von den "Han-Chinesen".

Die Han-Dynastie zählt zu den glorreichsten Epoche der chinesischer Geschichte. Deshalb bezeichnen sich die Chinesen bis auf den heutigen Tag häufig als Han-ren, als »Han-Menschen«. Die Han gewährten den Bauern mehr Freiheit und entlasteten sie von den übermässigen Steuern, unter denen sie gelitten hatten. Vasallenkönigreiche durften wieder aufleben, allerdings überwacht von Beamten der Zentralregierung, deren Autorität absolut war. Die Steuersätze waren unter den ersten Han-Kaisern deutlich niedriger als in der Qin-Zeit. Eine neue, jedoch nach dem Vorbild der Qin zentralistische Verwaltung mit Präfekturen, untergeordneten Bezirken und Kreisen wurde eingerichtet, wobei einzelne kleinere feudale Lehnsherrschaften ausgenommen wurden, die mit einer Ausnahme alle im nordöstlichen Gebiet Chinas lagen. Es kam zu Bevölkerungsumsiedlungen, um die Grenze zu verteidigen, Land urbar zu machen und die Ballungsgebiete zu entlasten. Die Aufgabe  des Staates bestand aus Erhebung von Steuern, Schutz der Grenzen, Verwaltung der Bewässerungsanlagen und Lenkung des Handels und Verkehrs. Die Folgen davon waren, dass das Reich in allen Belangen wieder aufblühte. Die kaiserlichen Beamten (Mandarine) werden durch eine Prüfung ausgewählt und nicht wie anderswo anhand ihrer Herkunft.
Die Bevölkerung wurde in 24 Rangstufen (jue) eingeordnet. Man konnte gegen besondere Leistungen (Krieg, Steuer, Bestechung) befördert, als auch bei Strafen, degradiert werden. Die Leistungen an den Staat bestanden aus Kopfsteuer, Fronarbeit und Militärdienst. Der Verwaltungsapparat war wie zuvor dreigeteilt: zivile Angelegenheiten, militärische Angelegenheiten und Inspektion / Kontrolle. Das betraf sowohl die Hauptstadt Chang’an, die Provinz (wo man in Kommandanturen jun und Präfekturen xian unterschied) als auch die Lehen, die zunächst noch der kaiser Familie und verdienten Generälen überlassen wurden.
Um ihre Herrschaft wieder über das ganze Reich zu gewinnen, übernahmen die Han-Kaiser  wenngleich in etwas abgeschwächter Form das streng zentralisierte System der Qin,  da nach dem Sturz der Qin-Dynastie eine Reihe von ehemaligen Teilstaaten bzw. Gebiete, wieder ihre Unabhängigkeit suchten., Daher galten die Bestrebungen der ersten Han-Kaiser primär dem Bemühen, die Einheit des Reiches wieder vollständig herzustellen und zu konsolidieren, so duldeten die Han-Kaiser unter sich doch auch die Existenz von Königreichen und Fürstentümern, weil dadurch das Reich leichter zu regieren war.

Anfangs war das Reich noch nicht befriedet, und Gao Di (Liu Bang) musste noch einige Kämpfe ausfechten, denn nach dem Sturz der Qin-Dynastie stiessen die Xiongnu ( die Hunnen), ein Volk aus dem Norden, ständig nach Süden vor, und verletzten immer wieder die Grenzgebiete der Han-Dynastie.  Schon vorher Im Jahre 212 v.Chr. besiegte der General Huo Qubing mit 10 000 Reitern ein starkes Hunnenheer, Sie stellten ein großes Risiko für die Han-Dynastie dar.  Im Jahr 200 v. Chr. startete Liu Bang deshalb einen Feldzug gegen die Xiongnu in der Nähe von Baideng (nordwestlich der heutigen Stadt Datong in der Provinz Shanxi). Liu Bang wurde aber von über 300 000 Kavalleristen der Xiongnu sieben Tage lang eingekesselt.  Gao-Zu (Lu Bang)  sah sich ihrer Bedrohung so sehr ausgesetzt, dass ihm keine andere Wahl blieb, als sich durch die Übergabe einer kaiserlichen Prinzessin zur Vermählung mit dem Hunnenkaiser »freizukaufen« und  Märkte für bilateralen Handel im Grenzgebiet zu öffnen. Solche und ähnliche Taktiken sind auch in späteren Zeiten noch des öfteren zur Beseitigung verschiedener Gefahrensituationen angewandt worden.
Liu Bang und seine Nachfolger (14 Kaiser der westlichen bzw. I. Han-Dynastie,  folgen 13 Herrscher der östlichen bzw. II. Han-Dynastie). Sie machen das expandierende China (das Herrschaftsgebiet kann weit nach Süden, Nord-Vietnam und Osten, Korea ausgedehnt werden wieder zu einem zentralistischen Beamtenstaat. Im Norden wurden die Xiong Nu (verschiedene türkischstämmige Völker) angegriffen deren Macht aber nicht gebrochen werden konnte.  
Gefahr drohte der Autorität der Han auch aus dem Inneren des Palastes. Zur Zeit des hart durchgreifenden Gaozu (Liu Bang) verlief alles gut. Doch 195 v. Chr. wurde er im Kampf tödlich verwundet er starb an einer Pfeilwunde und ein schwacher Sohn trat seine Nachfolge an. Nach Gao Dis (Liu Bang) Tod im Jahre 195 v. Chr übernahm die Kaiserin Gao Hou (bzw. Lü Hou Liu Bangs Wittwe) die Herrschaft, indem sie ihren Sohn zum Kaiser machte. Gao Dis Wunschnachfolger nebst dessen Mutter liess sie töten. Sie ersetzte nahezu alle Lehenfürsten durch ihre eigenen Verwandten.  Nach dem Tod dieses unbedeutenden Kaisersohn im Jahre 188 v. Chr. setzte seine Mutter, die Kaiserin Lü, einen adoptierten Sohn auf den Thron, liess ihn dann ermorden und übernahm selbst die Regierung. Die wichtigen und einflussreichen Posten besetzte sie mit Mitgliedern ihrer Familie. Die Verwandten dieser machtgierigen Frau hätten nach ihrem Tod beinahe den Thron an sich gerissen, doch es kam anders. Als die Kaiserin Lü 180 v. Chr. starb, massakrierten die Gefolgsleute ihres verstorbenen Ehemannes all ihre Verwandten und setzten einen Sohn des Ehemannes auf den Thron, wodurch 141 v. Chr. die Thronbesteigung des Kaisers Wudi ermöglicht wurde. Unter der Herrschaft des "Kriegerischen Kaisers" leiteten die Han Dynastie, eine dynamische Expansion Chinas ein, wie sie für die großen Tage von Qin charakteristisch gewesen war. Den Höhepunkt ihrer Machtentfaltung erreichte die Han-Dynastie unter Wu-di, dem, »kriegerischen Kaiser«.

Am Anfang der Han-Dynastie wurde die Westhälfte mit der Hauptstadt nach dem Verwaltungssystem der Qin regiert, die Osthälfte aber gemäss dem Lehensystem in Königreiche umgewandelt. Unter Wu Di wurden  die Lehen in ihrer Macht stark beschnitten. Dabei war Wu Di weder der erste noch der letzte Kaiser, der diese Entmachtung übte, aber der erfolgreichste. Unter Wu Di, er regierte von 141 – 87 v. Chr,  erlebten sowohl der Konfuzianismus als auch die Han-Dynastie ihre größte Blüte. So waren die neuen Beamten allesamt Konfuzianer,
Schon im Jahre 124 v. Chr. wurde der erste staatliche Unterricht in den Klassikern eingerichtet. Wudi war ein praktisch veranlagter Mann von unerschöpflicher Energie. Er regierte persönlich und stand gebieterisch an der Spitze der Beamten des Reiches, die auf einer kaiserlichen Universität ausgebildet wurden, und hoch über den normalen Sterblichen standen. Die ganze Regierungszeit des Kaisers Wu war gekennzeichnet von heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den kaiserlichen Han-Armeen und den Truppen des Xiongnu-Reiches (Hunnen), an dessen Spitze ein Shanyu, ein weiterer »Himmelssohn«, stand. Dieser führte eine Armee von zirka 300 000 Mann an.  
Um das Han-Imperium von den dauernden Angriffen der Xiongnu zu befreien, unternahm Wu-di eine Reihe gross angelegter Feldzüge nach Norden, gegen dieses ungestüme Reitervolk. Ähnlich wie Alexander der Große schwebte auch Wu-di die Herrschaft über ein gewaltiges Imperium bzw. die Ausweitung seines Machtbereiches vor Augen. Zum anderen war er gezwungen, in einer Art Selbstverteidigung sein Land und sein Volk vor den, an der gesamten Nordgrenze des Reiches immer wieder einfallenden Xiongnu-Horden zu schützen. Im Verlaufe mehrerer auch für die chinesische Seite sehr verlustreicher Kriege gelang es Wu-di, die Xiongnu vorläufig im Norden zurückzuschlagen Er vertrieb sie aus dem Ordos-Gebiet und Shaanxi, wobei ein Teil der Hunnen sich ihm ergaben.  Damit war die Gefahr jedoch noch keineswegs gebannt.
Wu- Di entsandte im Jahr 139 v.Chr. einen seiner Heerführer namens Zhang Qian nach Zentralasien, um dort das Volk der Yuezhi als Bundesgenossen gegen die Hunnen für sich zu gewinnen. Die Yuenzhi, auch Tocharer genannt, waren ein indogermanischer Volksstamm, der früher einmal von den Xiongnu aus Gansu vertrieben worden war und sich nach Westen über das Pamirgebirge abgesetzt hatte. General Zhang Qian, der auf seiner Expedition, den Xiongnu in die Hände gefallen war und von diesen über ein Jahrzehnt Gefangengehalten worden war, konnte die Yuezhi, die keine Lust mehr zeigten, sich als Bundesgenossen der Chinesen in Kämpfe gegen das mächtige Hunnenreich verwickeln zu lassen, nicht für seine Pläne gewinnen und musste unverrichteter Dinge in seine Heimat zurückkehren, wo er im Jahre 126 v.Chr. eintraf.
Auch einer zweiten Mission Zhang Qians zu den Wusun, einem ebenfalls indoeuropäischen Volksstamm im Ili-Tal nördlich des Tarimbechens, war kein Erfolg beschieden. Wenn auch  die Expeditionen Zhang Qians die erhofften militärischen Bündnisse nicht zustande brachte,  kam dadurch aber reiches Wissen über die »Westgebiete« (Xi-yu), das heisst über Zentralasien, das nach chinesischen Berichten damals aus 36 kleinen Königreichen bestand,, sowie über verschiedene, noch weiter im Westen gelegene Länder,, nach China. Sehr aufschlussreich und von großem Interesse waren für die Chinesen auch die Berichte einer Gesandtschaft, die bis nach Ferghana, damals von den Chinesen Dayuan genannt (heute in Westturkestan gelegen), vorgedrungen war.
Durch die Feldzüge des Kaisers Wu Di erfuhr das Han-Imperium eine gewaltige Ausweitung. Erstmals erlangten Chinesen hierdurch auch konkrete Kenntnisse von den »Westgebieten« bzw. auch von Staaten, die noch weiter im Westen lagen. Bisher war ihre wesentliche Quelle über diese Gebiet, der »Klassiker der Berge und Meere« (Shanhai-jing), der zum Teil bereits aus der Zeit vor der Han-Dynastie stammte, und recht phantasievolle Beschreibungen der Länder und Lebewesen in diesem fernen Westen bietet: Vögel, Fische, Schlangen mit Menschenhäuptern, Fische mit zehn Körpern, aber nur mit einem gemeinsamen Kopf, Schildkröten mit Vogelköpfen, Fische mit Flügeln, Hühner mit Menschenköpfen usw.  
Unter Wu Di  dehnte sich das Reich nun auch im Westen aus, so wurde Yunnan „entdeckt“, und die Existenz des Tanguten -Reiches in Kansu, des Staates Nanchao, (Thai Tibeter Chinesen mit Hauptstadt Tali) in Yunnan. „Da Yuan „(Ferghana), wurde nach einer Verweigerung des Handels mit China mittels zweier Strafexpeditionen tributpflichtig gemacht.
Ein Grund für Wu Dis zahlreichen militärischen Operationen in die Wüsten- und Steppengebiet im Westen und Nordwesten Chinas war sein Bestreben, die grosse Karawanenstrasse zwischen China und dem Westen, das heisst, die Verkehrsverbindung vom chinesischen Kaiserreich im Osten bis zum Römischen Reich im fernen Westen aufrechtzuerhalten und sicherzustellen.

Schon im Jahre 139 v.Chr. begann der >Grosse Reisende< Zhang Qian seine Erkundungen. Er sollte deshalb zum „Vater der Seidenstraße“ werden denn seine Reisen eröffneten für das damalige China das Tor zur Welt. (139 - 126 v.Chr. Reise nach Zentralasien).  Nachdem die kaiserlichen Truppen den sog. Gansu-Korridor erobert hatten, wurde die chinesische Mauer bis nach Dunhuang verlängert. Auch die damaligen Königreiche Loulan, Khotan und Kashgar fielen an das chinesische Kaiserreich. Das waren die Voraussetzungen für den Handel auf der Seidenstrasse, denn die Seidenstrasse war Netz von Karawanenstrassen, die seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. von China durch Zentralasien bis zum Mittelmeer und zum Schwarzen Meer führte..
Hauptware dieser Handelswege war Seide (daher auch der Name), aber auch Gold, Glas, Metalle und Luxuswaren.  Die Händler beritten diese Handelswege auf Kamelen und Pferden und verbreiteten über sie auch bestimmte Kulturpflanzen (Klee, Pfirsich, Mandeln Hanf ...) sowie medizinische und religiöse Ansichten.  Es existierten aber auch zahlreiche Nebenrouten der Seidenstrasse wie z.B. von Xian nach Rangoon und über den Seeweg weiter nach Indonesien. Eine andere Route ging von Xian über Wuhan nach Hongkong und von hier per Schiff weiter in das Ost- bzw. in das südchinesische Meer (Shanghai), Hanoi bzw. Ho-Chi-Minh-Stadt. Wieder andere Routen führten von Lanzhou nach Dhaka, von dort aus wurden die Waren per Schiff nach Sri Lanka (Golf von Bengalen) bzw. Malaysia und Indonesien verfrachtet. Eine weitere Nebenroute der Seidenstraße war die Verbindung Kashgar - Islamabad - Rawalpindi - Karatschi (Pakistan). Von Karatschi aus zeigten Seerouten nach Basra (Irak), Alexandria und Kairo (Ägypten) und nach Afrika und Bombay (Indien).
Die Bekannteste Route der Seidenstrasse begann in Xian und führte über Lanzhou, Wuwei, Jiayuguan, Dunhuang (hier Aufspaltung in Nord- und Südroute) nach Kashgar. Von Kashgar aus folgte die Route den Städten Osch, Samarkand, Buchara, Teheran (Iran) nach Antiochia (Syrien). Von Syrien aus trat die Seide ihren Siegeszug nach Rom (Italien) bzw. ins europäischen Festland an.
Für die Kaufleute war der lange Weg mit ihren Karawanen von Xian über Zentralasien, Afghanistan*), Persien und den vorderen Orient bis zum Mittelmeer eine beschwerliche, meist ein Jahr dauernde Reise. Die Etappen variierten je nach Begehbarkeit der Routen. In späteren Zeiten wurden große Karawanen gebildet, die bis zu 1000 Kamele umfasste. Teilweise wurden diese Karawanen zum Schutz gegen Banditen und Wegelagerer von bewaffneten Eskorten begleitet. Die zweihöckrigen Kamele konnten bis zu 450 Pfund Handelswaren bzw. Lasten tragen und waren damit besser als ihre einhöckrigen Verwandten. Um das Jahr 120 v.Chr. liessen sich viele Händler aus fremden Ländern in der damaligen chinesischen Hauptstadt Xian nieder.

Aber nicht nur nach Westen und Nordwesten, sondern auch nach Norden und Nordosten hin betrieb  Wu-di eine Expansionspolitik. Im Jahre 108 v.Chr. kam es zur Eroberung von Chaoxian, einem Gebiet, welches das heutige Nordkorea und einen Teil der ehemaligen Mandschurei umfasste. Durch die Errichtung von vier Militärkommandanturen, von denen sich die wichtigste in dem 400 000 Einwohner zählende Luolang, der heutigen nordkoreanischen Hauptstadt Pyöngyang befand, wurden diese neuen Gebiete abgesichert.
Diese neuerworbenen Gebiete haben im Laufe der Geschichte Chinas auf der einen Seite oft in starkem Maße zu einer gewaltigen Machtentfaltung des Reiches beigetragen auf der anderen Seite, wenn das Reich innerlich geschwächt war, auch stets eine Gefahr dargestellt, da verschiedene Länder und Völker dieser Region in einer solchen Situation nicht selten auch um mehr Selbständigkeit oder sogar um ihre Unabhängigkeit kämpften. Dies hatte zur Folge, dass grosse Teile dieser Region zu Zeiten der Schwäche des Reiches verloren gingen und nach neuerlicher Konsolidierung der Zentralgewalt wieder neu erobert werden mussten.
Sehr viel weniger Mühe als die Erweiterung nach Westen und Nordwesten machte Wu-di die Einverleibung von Gebieten im Süden und Südosten des Landes und zwar aus zwei Gründen. Einmal gab es dort kein mit dem mächtigen Hunnenreich bzw. dem gut organisierten Hunnenheer vergleichbares Machtpotential das den Han-Truppen ernsthaft Widerstand hätte entgegensetzen können. Zum anderen handelt es sich was den Raum Guangdong Guangxi und Nordvietnam betraf, um Gebiete, die zum grössten Teil bereits unter der Qin-Dynastie unterworfen und von den Han-Truppen sozusagen nur wiedererobert worden sind.   Wudi führte seine Armeen gegen die Völker im Süden und eroberte die heutigen Provinzen Zhejang, Fujian, Kwangsi, Kwangtung und Vietnam. Außerdem zwang er die „Barbaren“ von Yunnan, Guizhou und Sichuan unter seine Gewalt und besetzte Korea. Im Gegensatz zu den Gebietseroberungen im Westen und Nordwesten konnten die neu hinzugewonnenen Gebiete im Süden und Südosten Chinas in der Folgezeit leichter unter chinesischer Kontrolle gehalten werden. Trozdem sollte in diesem Gebiete noch fast ein Jahrtausend vergehen, bis der Großteil der Bevölkerung vorwiegend durch Einwanderungsbewegungen aus dem Norden - ethisch und sprachliche sinisiert war.  
Im Jahre 103 v.Chr. erlitten die chinesischen Truppen erneut eine Niederlage durch die Hunnen. Ein Jahr später schickte der chinesische Kaiser seinem General Li Guangli, der bereits 104 v.Chr. mit einer starken Expeditionsarmee in Richtung Ferghana aufgebrochen war, unterwegs  eine Niederlage, sowie durch eine Hungersnot, den grössten Teil seiner Truppen. Später bekam er eine Verstärkung von 60 000 Mann, um eine Strafexpedition gegen Dayuan durchzuführen.
Nach gewaltigen Strapazen, denen ein großer Teil seiner Truppen erlegen war, erreichte General Li mit 30 000 Mann die Hauptstadt von Ferghana und belagerte sie. Nach 40 Tagen Belagerungszeit, während der die Einwohner von ihrer Wasserversorgung abgeschnitten worden waren, brach in der Stadt ein Aufstand aus. Hierauf unterbreiteten hohe Beamte der Stadt General Li Vorschläge von Gegenleistungen, zu denen sie bereit wären, wenn er die Stadt nicht einnähmen. Nach Einwilligung erhielt der General einige Duzend jener berühmten »Reitpferde himmlischer Zucht« an denen dem Kaiser Wu-di soviel gelegen war, sowie 3’000 gewöhnliche Pferde. Nachdem er anschliessend noch ein gewissen Mei Cai zum König von Dayuan ernannt hatte, zog er wieder ab. 87 v. Chr. starb Wu Di.  
Ein halbes Jahrhundert später, im Jahre 42 v.Chr., überquerte eine weitere chinesische Armee von 40 000 Mann das Pamirgebirge und zerschlug in Sogdien eine Gruppe von Xiongnu auf der Flucht sowie ein bewaffnetes Truppenkontingent römischer Legionäre. Zur Konsolidierung der neu erworbenen Gebiete wurden die Grosse Mauer nach Westen hin bis zur Stadt Yumen (Jade-Tor) erweitert In dem sowohl strategisch als auch für den Ost-West-Handel so wichtigen Gansu-Korridor, dem Tor von China nach Zentralasien, wurden 700 000 Chinesen angesiedelt.

Die wachsende Wirtschaftskraft Han-Chinas und seine politisch-militärische Expansion begünstigten den Handelsverkehr zwischen den chinesischen Ländern und diversen Regionen Asiens. Konkret breitete sich Han-China im Rahmen des Krieges mit den  Hsiung-nu und ihren Vasallen 102/101 v. Chr. und 73-   94 letzteres unter General Pan Chao entlang der  Seidenstrasse aus.  Dem folgte eine Ansiedlung chinesischer Soldaten (die sich hier als Bauern in sogenannten Militärkolonien tuntian selbst versorgten),  sowie  ein Strom von Zwischenhändlern Die Loyalität der besiegten Nomaden erkaufte man sich mit umfangreichen Geschenken, die über 1/6-tel der Gesamteinkünfte Chinas (einschließlich der des Kaisers) ausmachten.
Eine ähnliche Expansion vollzog sich in den Tropen- Gebieten, wo man über Kanton und Nordvietnam die Anbindung an den indo-iranischen Seehandel schaffte. Es entstanden erste Kontakte Han-Chinas nach Persien und sogar zum  Römischen Reich. So tauchten Gesandte der Römer (Land "Da Qin") erstmals zur Zeit von Marc Aurellin in China auf.  Indische Gesandtschaften erreichten zwischen 89 und 105 den Hof, für 132 erwähnte man offizielle Beziehungen nach  Java.  Über die sogenannten Seidenstraßen wird ab Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus Handel auf dem gesamten euroasiatischen Kontinent betrieben, und ausländische Einflüsse gelangen allmählich nach China.  
Durch historische Quellen ist nachgewiesen, dass es indirekte Kontakte zwischen dem Abendland und China schon lange vor den Reisen des Venezianers Marco Polo bestanden haben. Solche Verbindungen kamen sowohl auf dem Landweg als auch über das Meer zustande. Schiffsrouten zwischen Indien und China werden in chinesischen Werken erstmals um 130 v. Chr. erwähnt. Seeverbindungen zwischen Indien und Griechenland gab es schon viel früher, mindestens seit 300 – 400 v. Chr. Es wäre also durchaus möglich, dass chinesische Entdeckungen auf dem Umweg über Indien bis in den Mittelmeerraum gelangt sind und umgekehrt. Die Taoistische Kunst der Lebensverlängerung kommt aus dem Kriya Yoga. Das auch heute noch im Himalaja praktiziert wird und das Yin-Yang Prinzip entspricht dem indischen Shiva- Shakti, der Jadekaiser kann mit Shiva verglichen werden.
Auch zwischen dem alten Indien und der griechischen Welt lässt sich ein Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und kultureller Errungenschaften bereits in sehr alten Zeiten feststellen. So gab es gedankliche Verbindungen zwischen der hinduistischen Prana-Theorie und der späteren Pneuma-Lehre der Griechen. China und Indien haben eine Jahrtausende alte Tradition mit gegenseitigem Austausch und Besuchen von Yogis, Lehrern und Meistern.
Wie in Vorderasien blickt man auch in China auf eine lange Tradition in der Sternbeobachtung zurück und die wichtigen Überlieferungen beginnen etwa ab 1000 v.Chr, doch die Spur einer beobachtenden Astronomie lässt sich bis ins 3. Jahrtausend v,Chr. zurückverfolgen. Die chinesische Himmelskunde hatte im wesentlichen einen empirischen Charakter, d.h. man konzentrierte sich vorrangig auf eine möglichst akurate Beobachtung der Ereignisse und ihre Fixierung. Besondere Sorgfalt galt den außergewöhnlichen Erscheinungen wie Finsternisse, Kometen, Novae, Meteoren und Sonnenflecken.
Auch auf dem Gebiet der Astronomie und in anderen wissenschaftlichen Disziplinen leisteten die Chinesen in dieser Zeit hervorragendes. Sonnenuhren und Wasseruhren waren allgemein im Gebrauch. Schon in der Han-Zeit hatte man die Umlaufbahn des Mondes errechnet und mehr als 1100 Sterne auf der Himmelskarte eingetragen. Lange vor dem Europäern studierten chinesische Astronomen die Veränderungen der Sonnenflecken. Sonnen- und Mondfinsternisse wurden exakt vorausgesagt.
Die Sternbilderkunde wich in China von der abendländischen stark ab. Beispielsweise ging man für das Beschreiben der Planetenbahnen vom Polarstern aus. Man entwickelte von ihm aus ein Meridiansystem, woraus der Himmelsäquator als Bezugskreis für die Bewegungen resultierte. Ab dem 4. Jh. AD fertigten die chinesischen Astronomen umfangreiche Sternkataloge an und gruppierten dabei die Sterne zu insgesamt 284 Sternbildern.

Die Bevölkerung wuchs während der Han-Zeit stark an (auf ca. 57 Millionen um Christi Geburt) und es entstanden große Städte. In Changan, der Hauptstadt lebten etwa 250.000 Menschen. Um 65 v, Chr, bemühte man sich erfolgreich um die Wiederherstellung der  verbrannten und verloren gegangenen Literatur  Die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, erkennbar durch explodierenden Seiden-, Lack-, und Jadeexporte und eine Vielzahl von Erfindungen z. B. Stahlerzeugung, Fallschirm, negative Zahlen, Dezimalbruch, Schiffsruder, Handkurbel, Messschieber, Schubkarre, Hängebrücke, Bohrung nach Sole, Drillmaschine, Wassermühle. usw.
Schon um 130 v, Chr, wurde in China der erste Seismograph gebaut und 10 Jahre später um 120 v. Chr. wurde unter Kaiser Wu-Ti (141-87) in China endgültig ein einheitliches Münzsystem eingeführt. Der heimlich ausgeführte chinesische Stahl. wurde sogar bei den Römern als serisches Eisen gelobt.  Die wichtigen Wirtschaftszweige Eisen und Salz waren gut ein Jahrhundert lang  Staatsmonopole (seit 117 v. Chr). Es gab allerdings auch private Unternehmen von reichen Kaufmannsfamilien, auf dem ebenso bedeutsamen Gebiet der Seidenproduktion.
Auch die Meerlandgewinnung wurde bereits in alter Zeit vorgenommen, dies waren die 'tutian' ('Sumpffelder'). Man bepflanzte die Ufer zunächst mit Engelwurz (Angelica kiusiana), die die von der Flut angespülten Sedimente festhalten sollte, und danach mit Panicum crusgalli, das dem Boden das Salz entzog. Dann erst waren sie für normale Saaten brauchbar und gaben Erträge, die etwa denen der Normalfelder entsprachen. Diese Art der Landgewinnung wurde auch von der ärmeren Bevölkerung praktiziert, welche die so gewonnenen Felder als Eigenbesitz (yonye) zum Anbau von Hanf oder Maulbeerbäumen nutzte.
Ein nur temporärer Typ waren die 'shatian' ('Sandfelder') an den Flussufern im Yangzi- und Huai-Gebiet. Hierbei wurde der stark schwankende Wasserstand der Flüsse genutzt. Nur durch Schilfhecken geschützt wurden hier Klebhirse (Setaria italica glutinosa) zu Futterzwecken, Maulbeerbäume und Hanf gepflanzt. Bei Hochwasser oder einer Verlagerung des Flussbetts wurden diese Felder aufgegeben. Interessant ist dieser Feldtyp vor allem, weil er sich trotz gelegentlicher Versuche am ehesten einer Besteuerung entziehen konnte.

Die militärischen Expeditionen und Gebietseroberungen, deren Absicherung durch umfangreiche Grenzschutztruppen, sowie der Bau von Strassen, Kanälen, Palästen, Grabanlagen und ähnlichem verschlangen im Laufe der Zeit natürlich gewaltige Summen. Um diese aufzubringen, mussten dem Volk große Opfer abverlangt werden. Aehnlich wie unter den Qin wurden auch während der Han-Zeit die Bauern, die den grössten Teil der Bevölkerung darstellte, beim Bau der oben genannten Projekte zu Frondiensten, die zunächst nur einen Monat, später bis zu drei Monaten im Jahr dauerte, herangezogen,  Ferner wurden eine Vielzahl von Steuern erfunden, wie z.B. Grundsteuer, Kopfsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Kriegsdienststeuer, Fahrzeugsteuer, Bootssteuer, Pferdesteuer usw. Künstler und Kaufleute mussten ihr Vermögen offen legen und entsprechend Steuern entrichten. Salz, Eisen und Alkohol wurden zum Staatsmonopol erklärt, Kupfermünzen in großen Mengen geprägt, das Geld abgewertet.
Zu Zeiten großen Ernteüberschusses kaufte der Staat billiges Getreide an, um es in Notzeiten mit Gewinn wieder zu verkaufen. Ferner wurde die Staatskasse durch den Verkauf von Titeln und Rängen aufgefüllt. Die Großgrundbesitzer, die ihrerseits das Land wieder an Bauern verpachtet hatten, waren bis zu einem gewissen Grad von den Steuern ausgenommen. Die normalen Bauern jedoch sahen sich einem ständig steigenden Steuerdruck ausgesetzt. Dies hatte zur Folge, dass immer mehr Bauern infolge der starken Ausbeutung ihren Grund und Boden verloren und ein Betteldasein führen mussten. Die Zahl der Großgrundbesitzer nahm immer mehr zu, die der gewöhnlichen Bauern jedoch immer mehr ab.
Auch Handwerk, Kleinindustrie (Eisenverarbeitung, Weberei, Kleiderfabrikation usw.) und Handel, welch früher in der Hauptstadt Chang'an (das ist das heutige Xi'an in der Provinz Shaanxi) sowie in anderen Städten wie Luoyang, Chengdu, Handan, Nanyang usw. stark aufgeblüht waren, stagnierten oder gingen zurück. Grossgrundbesitzer, Reiche und Mächtige im Lande wurden nun zu grossen Schenkungen gezwungen. Doch all diese Mittel reichten nicht mehr aus, die Staatsfinanzen wieder in Ordnung zu bringen. Vor allem kostete auch die Unterhaltung des für die Verwaltung notwendig gewordene Beamtenapparats, der nach Schätzung über 130 000 Personen umfasste, viel Geld. Wegen der vielen Kriege kommt es auch innerhalb des Chinesischen Reiches zu Kämpfen und zu Aufständen, bis um 25 n. Chr. die zweite, Östliche Han-Dynastie gegründet wird.

Die zweite Han-Dynastie ist  wieder eine Blütezeit für das Reich und Im 1.Jahrhundert gewinnt China die alte Vormachtstellung wieder zurück. Die Lehren des Konfuzius wird rehabilitiert und wurden staatlich anerkannt, auch wenn zunächst der Daoismus dominierte. Kaiser Kuang-Wu-Ti (25-58), erster Herrscher der östlichen Han-Dynastie, macht Luoyang am Gelben Fluss zur neuen Hauptstadt Chinas.  Zur Zeit der Han-Dynastie erstreckte sich das chinesische Reich von Tibet bis zur Pazifikküste und nahezu die gleiche Entfernung bestand zwischen der großen Mauer im Norden und der südlichen Grenze des Reiches.
Während der Regierungszeit des Kaisers Ming Di (58-75) der Östlichen Han-Dynastie (25-220) erreichte der Buddhismus, eine in Indien gestiftete Religion, auf dem Weg über die Seidenstrasse, China. Im ersten Jahrhundert wurde der Shakyamunis (historische Buddha, Gautama Siddhartha Buddhismus), der mit seinem Schwerpunkt auf Barmherzigkeit und Erlösung aller Lebewesen missioniert, in den Osten und schliesslich nach China gebracht, wodurch die chinesische Kultur vielseitiger und tiefgründiger wurde. Später wurden Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus sich gegenseitig ergänzende Glaubensrichtungen
Der Buddhismus und die in seinem Gefolge entstandene Kunst entwickelten sich beispiellos schnell. Klöster, Schreine und Höhlen entstanden entlang der Seidenstraße. Die  Chinesische Gartenkultur entwickelte sich massgeblich weiter. Indische Meditationstechniken, und die Lehre der Energiepunkte (Chakra), mischten sich mit den Erkenntnissen der Chinesen.
Es war der Beginn einer neuen Ära, in der Qi Gong Methoden zur Erleuchtung im Sinne des Buddhismus verhelfen sollten. So entwickelte sich ein tiefes Verständnis für Energiearbeit, welches jedoch als Geheimlehre nur den Mönchen vorbehalten war. Der Daoist Jun Qian kreierte auf der Basis von Tierbewegungen das ´Spiel der 5 Tiere´ (Wu Qin Xi) und verband so Energiearbeit mit Bewegung. Andere Quellen nennen Hua Tuo als Gründer dieser Übungsreihe. Doch auch das Medizinische Qi Gong machte Fortschritte.  Zur Zeit der Han-Dynastie erreichte auch Feng Shui seinen Höhepunkt und wurde zu einem anerkannten Beruf. Es wurde nun Kang Yti genannt, eine Form des Vorhersagens, die auf dem Verstehen der Wandlungen von Himmel und Erde beruht. Auch die  buddhistische  Orakelmedizin ist  in dieser Zeit weit  verbreitet.  Hier  zieht  der  Heilsuchende nach einem Gebet aus einer Vielzahl nummerierter Holzstäbchen eines heraus, die Nummer  bezeichnet die im Tempel erhältliche Rezeptur, der Kranke einzunehmen hat.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden neben heilkundlichen Bemühungen weitere medizinische Fortschritte erzielt die auch noch heute von Bedeutung sind. Eine medizinische Größe dieser Zeit, ist Tschang Tschong–king. Er zeichnete seine Erfahrungen in zwei grundlegenden Werken auf: die “Rezepte der Goldenen Schatulle” und der “Traktat über die schädliche Kälte”. Sie geben Empfehlungen für die Auswahl des geeigneten Arzneimittels sowie für seine Anwendung. Tschang Tschong–king beschäftigte sich eingehend mit der Symptomatologie der King–Gefäße oder Akupunkturmeridiane. Er unterscheidet sechs Krankheitsgruppen, die Diagnose wird immer über Prüfung des Pulses erstellt.
Gesundheit und Krankheit sind Teil der Lebensphilosophie des Taos, der philosophischen und religiösen Grundlagen der chinesischen Gesellschaft. Die beiden Grundprinzipien des Taos, das Yin und Yang und deren Zusammenspiel drückt sich in allen anderen Prinzipien des Lebens aus: Gesundheit und Krankheit sind Ausdruck und Form des menschlichen Mikrokosmos mit seinen entsprechenden Parallelen im Makrokosmos. Führt man sein Leben entsprechend den Regeln des Taos, kann Gesundheit und langes Leben erlangt werden. Krankheiten entstehen, wenn die Körperkreisläufe und die damit verbundenen Energien der fünf Elemente Wasser, Feuer, Luft, Metall und Holz nicht im Ausgleich sind. Auch in der chinesischen Medizin stehen Lebensumstände, Philosophie, das heißt das Eingebettet–Sein des Menschen in sein Leben, in direktem Zusammenhang mit seiner Gesundheit.
Die  Han Dynastie (206 v.Chr. – 220 n.Chr.), wurde zur ersten Blüte- und eigentlichen Ursprungszeit für die Traditionelle Chinesische Medizin. Während der Han Dynastie wurden die vier Klassiker der Chinesischen Medizin verfasst. Das Huangdii Nei Jing (Klassiker des Gelben Kaisers), Nan Jing (Klassiker der Schwierigkeiten) Shang Han Za Bing Lun (Das Buch von Kälteschaden und anderen Krankheiten; heute unterteilt in Shan Han Lun und Jin Gui Yao Lue (Verschreibungen des Goldenen Kabinetts]), und Shen Nong Ben Cao Jing (Materia Medica des Gottes des Ackerbaus). Diese vier Klassiker gelten auch heute noch als Grundlagenwerke.

Aus der früheren Zhou–Dynastie waren die Kenntnisse zahlreicher Kräuter und Drogen, sowie die Anwendung der Akupunktur belegt. Solche Kenntnisse werden nun in der Han–Zeit auch theoretisch begründet, indem ein Zusammenwirken von Yin und Yang mit den "Fünf Elementen" konstruiert wird. Dabei beschränkt sich die Heilkunde nicht nur auf den Menschen, sondern es sind auch Behandlungsformen von Haus- und Arbeitstieren, insbesondere von Pferden bekannt. Anatomische Kenntnisse (aufgrund von Sektion) sind hoch entwickelt. Es gibt in der Han–Zeit medizinische Spezialdisziplinen wie Massage, Akupunktur, Drogenkunde etc. Diee  Texte sind teilweise bis heute überliefert. Die weltweit erste Apothekerordnung stammt ebenfalls aus der Han–Zeit.
Die Anwendung von Heildrogen, dieser Zeit ist vermutlich  der  Volksmedizin,  also  der  pragmatischen  Suche  nach  Heilmitteln  zu   verdanken.  Ein  weiterer  Teil  fand  Eingang  in  den  Drogenschatz  durch  die  Bemühungen  daoistischer  Kreise mit Hilfe von pflanzlichen oder mineralischen Substanzen das Leben zu  verlängern, bzw. die Unsterblichkeit zu erlangen. Daoisten sind denn auch für die  Fortentwicklung des  Drogenwissens  und die  Arzneibuchliteratur  des  1.  Jahrtausends  nach Chr..  verantwortlich. Ein weiterer  Teil  des  Drogenwissens  wurde  aufgrund der  äußerlichen  Gestalt von Produkten  aufgenommen,  hierzu   zählt beispielsweise die Walnuss, die aufgrund ihres Aussehens als Mittel zur Stärkung des  Gehirns galt.
Das Huangdi ei Jing Buch  das  zwischen dem 2. Jahrhundert  v.Cri.  und  dem  8.  Jahrhundert  n.Chr. kompiliert  wurde  ist  das  grundlegende  Werk  der  entsprechungssystematischen  Medizin. Das  hier  konzipierte  synkretistische  Heilsystem gründet sich vor allem auf die Yin-Yang  und  Fünf Wandlungsphasen Lehren  und ist von daoistischen  und konfuzianischen  Ideen  sowie  den  Umständen  der  221  v.Chr..  erfolgten  Reichseinigung  geprägt.  
Die  Struktur  des  neuen  Staatswesens  mit  einem  Kaiser  und  einem  nur  diesem  verpflichteten  Beamtenapparat, brachte grosse Veränderungen  der  Gesellschaftsstruktur. Die Entstehung  von neuen  Städten  und  die  Standardisierung  von  Massen,  Gewichten,  der  Schrift, sowie  der  Ausbau  der Transportwege, fand seinen Niederschlag in neuartigen Vorstellungen von Gesundheit  und  Krankheit.  Die  Autoren  des  Huangdi  Nei  Jing  betrachteten  nicht  mehr  Dämonen  als  Ursache  von  Kranksein,  sondern  sie  nahmen  das  Vorhandensein  von  abstrakten  und  konkreten  „Einflüssen  und  Ausstrahlungen“ an,  die  sie  mit  dem  Begriff  qi  bezeichneten.  Hierzu  zählten  neben  den  verschiedenen  klimatischen  Faktoren  auch  die  Einflüsse  der  Nahrung, Himmel,  Erde  und  Sternen.   Für Krankheitsverursachendes  steht  der  Terminus  xie  qi;  dazu   zählten  neben  dem  schon  in  der  Shang-Zeit  bekannten  Einfluss  Wind  als  wichtigstem ätiologischen Prinzip nun auch andere klimatische Faktoren. Die Gesundheit  bleibt  erhalten,  wenn  es  dem  Menschen  gelingt  mit  den  Einflüssen  und  Ausstrahlungen der Natur in Harmonie zu  leben.

Das erste Große Werk zur Akupunktur, der "Innere Klassiker (Gelbe Kaiser) zur inneren Medizin" das "Huang ti nei jing su wen", das in der Zeit der kämpfenden Reiche  verfasst wurde (221 v. Chr - 220 n. Chr.), ist ein Dialog zwischen dem legendären gelben Kaiser (der 2700 v. Chr. gelebt haben soll) und einem seinem Minister.  Dieses Buch ist das Grundlagenwerk der Traditionellen Chinesischen Medizin im Allgemeinen und der Akupunktur und Moxibustion im Besonderen. Es besteht aus zwei Teilen, dem Suwen (Grundlegende Fragen), das sich hauptsächlich mit Medizintheorie befasst und dem Lingshu (Angelpunkt (Zentrum) des Wirkvermögens), in dem es um die Akupunkturpraxis, Meridiane, Kollateralen Punkte, die neun Nadeln und Manipulationstechniken etc. geht  Anatomische Kenntnisse aufgrund von Sektion sind in dieser Zeit hoch entwickelt.
Die weltweit erste Apothekerordnung stammt auch aus der Han–Zeit. Zu den wichtigsten chinesischen Arzneien gehörten Rhabarber, Eisenhut, Schwefel, Arsen und vor allem das Opium. Auch stellte man Heiltränke nach alten Ritualen aus den Organen und Ausscheidungen von Tieren her.
Wahrscheinlich war während der Han–Dynastie bereits das Rauchen von Hanfprodukten bekannt, wie aus dem Fund eines Pfeifenkopfs in Xianyang (Shaanxi–Provinz) zu schliessen ist. Der Hanf wurde auch von den taoistischen Alchemisten verwendet. Hanf gehört neben Akonit, Fingerhut, Zinnober, Quecksilber, Gold und Arsenik, zu den wichtigsten Ingredienzien, der frühen taoistischen “Elixiere der Unsterblichkeit”. Von Nekromanten wurde Hanf mit Ginsengwurzel (Panax ginseng) kombiniert eingenommen, um zukünftige Ereignisse vorherzusehen.

Eine medizinische Grösse dieser Zeit ist Tschang Tschong–king. Der Artzt Zhang Zhong Jing (150–219),
auch Tschang Tschong–king geschrieben, gilt mit seinem noch heute gültigen Buch “Über kälteinduzierte Krankheiten” (Shang Han Lun) als Begründer der Differentialdiagnostik. Er beschäftigte sich eingehend mit der Symptomatologie der King–Gefässe oder Akupunkturmeridiane und zeichnete seine Erfahrungen in zwei Grundlegenden Werken auf.: Die “Rezepte der Goldenen Schatulle” und der “Traktat über die schädliche Kälte”. Diese geben Empfehlungen für die Auswahl des geeigneten Arzneimittels sowie für seine Anwendung. Tschang Tschong–king beschäftigte sich eingehend mit der Symptomatologie der King Gefässe oder Akupunkturmeridiane. Er unterscheidet sechs Krankheitsgruppen, und die Diagnose wird immer mit der Prüfung des Pulses erstellt.
Tschang Tschong–king gilt  als  Begründer des  „Prinzip  der  Einheit  des  Organismus“. Er  führte dieses Wissen als  grundlegendes  Charakteristikum in  die  traditionellen  chinesischen  Medizin ein. In  seinem  Werk  beschrieb er die diagnostischen  Methoden,  (Betrachten,  Befragen,  Betasten,  Hören  und  Riechen),  zur  Feststellung  der  Symptome,  sowie  die  „Acht  Prinzipiellen  Syndrome“,  (Yin,  Yang,  Aussen,  Innen,  Hitze,  Kälte,  Leere,  Fülle)  und  die  „Acht  therapeutischen  Methoden“, (Schwitzen,  Abführen,  Erbrechen, Ausgleichen, Hitze reduzieren, Stärken, Tonisieren  und Auflösen).  Zhang beschrieb detailliert die Entwicklung, Symptomatik  und Therapie der durch äussere,  Kälte bedingten Krankheiten. Er legte  den  Grundstein  für  die  Kunst  des  Rezeptierens.  Sein  Werk  enthält  375  Rezepturen  mit  214 Substanzen  und gilt als die wichtigste Einzelquelle für Rezepturen. Ausgehend  von  den  sinnlich  wahrnehmbaren  Primärqualitäten  der  Drogen  (Temperatur Ausstrahlung, Geschmack  und Farbe) ordnete Zhang sie in das Yin-Yang  und  Fünf  Wandlungsphasen  System  ein.  Aus  dieser  Einordnung leitete  er  in  einem  nächsten  Schritt  die  Sekundärqualitäten  der  Drogen  ab,  das  sind ihre  Fähigkeiten  im  Körper  auf- oder  abzusteigen,  in  bestimmte  Leitbahnen  einzudringen,  Leerezustände  zu   ergänzen oder Füllezustände abzuleiten.
Zhang  stellte  als  erster  Behandler  eine  Beziehung  zwischen  einzelnen  Kräutern  und  Krankheitszuständen  einzelner  Organe  her.  Er  forderte  sogar bei Vorliegen gleicher Symptome die  individuelle  Rezeptur  da  sich  jede  Person  im  kosmischen  System  der saisonalen  und  regionalen  Einflüsse an anderer Stelle  befinde. Daher erachtete  Zhang  es  als  unzulässig feste Rezepturen für spezifische Krankheiten zu verwenden

Interessant sind auch die medizinischen Manuskripte die in den Mawangdui- Gräbern aufgefunden wurden. Auf einem Seidenbild aus dem Mawangdui Grab Nr. 3, Provinz Hubei, 168 v.Chr. sieht man 44 Figuren. Es ist der Dao yin tu, ein Plan von Übungen, zum Leiten und Dehnen. Das Yin Shu, Buch vom Dehnen, enthält 113 Bambusstreifen mit genauen Übungsanleitungen zum Leiten und Dehnen, für Yang sheng, den inneren Raum, sowie Berichte über das Entstehen und Beseitigen von Krankheiten. Auch fand man im Mawangui Grab einen Jadezylinder.
Zwei Texte aus diesen Gräbern befassen sich Ausführlich mit den Leitbahnverläufen sowie der Frage, bei welchen Krankheitsbildern Kauerisation- eine Form der Brenntherapie- angezeigt ist. Diese Texte waren Grabfunde, die auf Bambusplättchen und Seidentüchern aus dem 3./2. Jahrhundert v. Chr. Stammten. Gefunden wurden die Mawangdui-Manuskripte in der Provinz Hunan Die Textinhalte betrafen Arzneirezepte, Kräuterverbrennung auf der Haut (=Moxibustions), Gymnastik, Atemtechniken, Anti-Dämonen-Banntechniken und Klein-Chirurgie,.
Eine Art Kauterisation bestand darin, auf dem Scheitel des Patienten, in Beifussblätter eingewickelten Hanf abzubrennen. Diese Form der Kauterisation basiert auf dem gleichen Prinzip und auf derselben Methode wie sie beim Schildkrötenorakel angewendet wurde. So wie der Feuerbrand an vorbestimmten Löchern gebraucht wird, um die Risse im Schildkrötenpanzer sichtbar zu machen, wird Hitze an bestimmten Punkten des menschlichen Körpers angewendet, um das innere System der Leitbahnen zu stimulieren. So wie die Kauterisation des Orakelknochens eine verborgene innere Struktur enthüllt, und eine kosmische Struktur aufzeigt, so stimuliert vergleichsweise die Kauterisation des menschlichen Körpers das verborgene innere Netzwerk. Eine interessante Analogie findet sich bei Harper, der die Risse in den Orakelknochen in Beziehung zu den Leitbahnen im menschlichen Körper setzt,

Eine sehr wichtige und "sehr chinesische" Erfindung der Han–Zeit ist das Papier, die einem gewissen Cai Lun (Ts'ai Lun) zugeschrieben wird, der im Jahr 105 nach. Chr. dem Hof über eine Methode berichtete, aus Baumrinde, Hanflumpen und Fischnetzen Papier herzustellen. Ohne ein solches Material, dessen massenhafte Herstellung allerdings noch lange auf sich warten liess,, wäre das System der Beamtenprüfungen, mit seinen tausenden von Antwortbüchern, nicht vorstellbar gewesen, schreibt Nakayama.  
Die ältesten Bücher in China sind allerdings viel älter, Diese bestanden einfach aus Bambusstreifen, von denen man die äussere grüne Haut abschabte und so aneinanderreihte. Die Streifen waren bis zu 70 Zentimeter lang und wurden mit dünnen Schnüren aus Hanf oder Seide zusammengebunden. Die Bambusbücher wurden geschrieben, indem man einen Streifen von oben nach unten Vollschrieb und dann links beim nächsten fortsetzte. Alle Streifen wurden schließlich zu einem Band "verknüpft" Die Kombination Bambus und Tusche brachte dauerhafte Niederschriften, die bis in die Gegenwart lesbar geblieben sind; doch dürfte ihre Handhabung schon aufgrund des Gewichts recht aufwendig gewesen sein, weshalb man ab etwa 700 v. Chr. beginnt, auf Seide zu schreiben; zunächst nur wichtige offizielle Dokumente, später auch alltäglicheres.
Das älteste erhaltene Papier stammt aus dem ersten Jahrhundert vor Christus. Es wurde ursprünglich nur für die Verpackung wertvoller Gegenstände benutzt und eignete sich aufgrund seiner extremen Dünnheit nicht zum Schreiben. Erst im Jahre 105 gelang es Cai Lun, Papier herzustellen, dass so dick war, um mit Tusche und Pinsel darauf zu schreiben. Es wurde ursprünglich aus Hanf gemacht, meist aus alten Kleidungsstücken, Seilen und Netzen, die zu einem Brei zerkocht wurden, der auf ein dünnes Sieb aufgetragen und getrocknet wurde. Bis zur Tang-Dynastie blieb Hanf der bevorzugte Rohstoff und wurde dann allmählich durch andere Rohstoffe wie Bambus, Maulbeerbaumrinde und Reisstroh ersetzt.

Bereits vor Ende der Westlichen Han-Dynastie kam in China die Alchemie in die Mode. Schon 140 v. Chr. entstanden die ersten Grossen Werke,  der altchinesische Alchimie wird auch die Entdeckung des Salpeters zugeschrieben, den man dort schon sehr früh kannte.  Alchemie, im eigentlichen Sinne ist die Neuinterpretation von bestimmten Riten und Mythologien der Metallurgie, des Giessereiwesens, der Schmiedekunst und der Medizin. Alchemisten haben  Vorstellungen, wie etwa das Wachsen der Minerale im ,,Bauch" der Erde, die Suche nach dem Stein der Weisen, die Umwandlung von Metallen in Gold, und den mystischen Wert des Goldes. Alles Themen, die man in der Lehren der Alchemisten wieder findet.
Über die Ursprünge der Alchemie sind sich die Experten nicht einig. Erste genaue Angaben gibt es ab dem 4. Jahrhundert v. Chr in China .Die Experten sind sich darüber einig, dass Tsou Yen, ein hoher Taoist,  ein Begründer der Alchemie in China ist. Im 2. Jahrhundert v. Chr. wird die Beziehung zwischen Alcheme, und die Herstellung von Gold, sowie das erreichen eines langen Lebens, bzw. der Unsterblichkeit, auch von anderen Autoren anerkannt.
Die chinesische Alchemie besteht aus drei Elementen: Erstens, den traditionellen kosmologischen Prinzipien.  Zweitens, den zum Elixier der Unsterblichkeit und den unsterblichen Heiligen in Beziehung stehenden Mythen, sowie drittens, den Techniken, die sowohl die Lebensverlängerung als auch die Glückseligkeit, und die geistige Spontaneität zum Ziel hatten.  Diese drei Elemente - Prinzipien, Mythen und Techniken - gehören zum kulturellen Erbe der Frühgeschichte..

Die chinesische Alchemie wurde als die Kunst des gelben und weissen bezeichnet. Diese Bezeichnung lässt den Grundgedanken der chinesischen Alchemie erkennen. Die Aufteilung nach dualen Gesichtspunkten nach Yin und Yang, in Verbindung mit den 5 Elementen (Feuer, Wasser, Luft, Erde, Holz). Hauptinhalt der chinesischen Alchemie war die Herstellung des Chin Tan, einer lebensverlängernden Substanz. In China sollte das Trinken von Goldtinkturen und das Verzehren von Zinnober die Alchimisten, den Göttern gleich machen. Auch dort glaubte man an Kräuter der Unsterblichkeit oder Elixiere der Jugend. Ähnlich wie in Griechenland, Aristoteles glaubte man auch in China daran, dass im Schosse der Erde die Mineralien nachwachsen, sich ineinander verbinden, und schließlich sich in Gold verwandeln können. In einem Text aus dem Jahr 122 v. Chr. heisst es dieses Gold sei von kaiserlichem Charakter und befinde sich im Mittelpunkt der Erde.
Das Gold der Chinesischen Alchemisten dieser Zeit, hatte einen imperialen (= kaiserl.) Charakter. Es war im Mittelpunkt der Erde zu finden. Stand in mystischer Beziehung zum chüeh (= Schwefel), dem gelben Quecksilber, und dem zukünftigen Leben, wie es etwa 122 v. Chr. von dem Dichter Liu An in einem Text vorgestellt wird, Demnach erhöht der Alchemist nur die Geschwindigkeit für das Wachstum der Metalle, und trägt so zum Rhythmus der Natur bei.
Physiker und Chemiker wissen heute, dass der Unterschied zwischen den Metallen, in der Anzahl, und Beschleunigung der Elektronen und Protonen besteht, die um einen gemeinsamen Mittelpunkt kreisen. Elektronische Eigenschaften sind oft so auffällig, dass ganze Werkstoffgruppen dadurch definiert sind.  Gold und Jade sollen das  verlängern das Leben ermöglichen, da sie am Prinzip des Yang (Teil des Yang-Yin, die beiden polaren in Makrokosmos und Mikrokosmos wirkender Kräfte) teilhaben.
Auch Gefässe aus alchemistisch gewonnenem Gold, sollen das Leben verlängern. Nach dem Lieh-hsien ch´üan-chuan, der vollständigen Biographie der Unsterblichen, hatte es der Alchemist Wei Po-yang geschafft ,,Unsterblichkeitspillen" herzustellen: nachdem er zusammen mit einem Schüler und seinem Hund ein paar Pillen genommen hatte, soll er die Erde leibhaftig verlassen haben und sich mit den anderen Unsterblichen vereint haben. Der Beschreibung nach könnte es sich dabei um einen altertümlichen Trip gehandelt haben, der auf gewisse Substanzen hinweist, welche in besonderen Pilzen vorkommt.
Ein anderer alchemistischer Glaube dieser Zeit hat etwas mit der traditionellen Sicht von Makrokosmos und Mikrokosmos zu tun, wonach alles irdische Sein und Geschehen einem überirdischen entspricht, das sich aber außerhalb des menschlichen Lebens befindet. Man bezieht sich hierbei auf fünf Agenten (= chem. aufeinander wirkende Stoffe): Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer, die in Zusammenhang mit den menschlichen Organen stehen sollen, ,,... das Herz auf das Wesen des Feuers, die Leber auf das des Holzes, die Lungen auf das des Metalls, die Nieren auf das des Wassers, den Magen auf das der Erde.  
Der menschliche Körper, der den Mikrokosmos darstellt, wird von den Alchemisten ihrerseits anders interpretiert: ,,...das Feuer des Herzens ist rot wie Zinnober (= Quecksilbersulfid), und das Wasser der Nieren ist schwarz wie Blei usw. Folglich besitzt der Mensch in seinem eigenen Körper alle Elemente, die den Kosmos darstellen, und alle Lebenskräfte, die eine periodische Erneuerung sichern. Es handelt sich nur darum bestimmte Essenzen zu verstärken.  Wenn man jetzt annimmt die Verbrennung symbolisiert den Tod, dann versteht man, dass Zinnober die Regeneration durch den Tod darstellt, denn verbrennt man Zinnober, entsteht Quecksilber. Daraus schlossen viele Alchemisten, dass Zinnober den menschlichen Körper ständig erneuert, und die Unsterblichkeit schaffen kann.
Ein grosser chinesischer Alchemist namens Ko Hung (283-343) meinte einmal, wenn man zehn Pillen aus einer Mischung von Zinnober und Honig, auf ein ganzes Jahr verteilt einnimmt, dann werden graue Haare wieder dunkel, und auch ausgefallene Zähne würden wieder nachwachsen. Wenn man die Behandlung mit den Pillen länger als ein Jahr macht, also jedes Jahr zehn Pillen nimmt, wird man unsterblich.  Es soll auch eine Möglichkeit geben Zinnober im inneren des Körpers zu bilden. Durch eine mystische Meditation soll man nach K´un-lun gelangen, was einerseits eine Region im Hirn sein soll wo das Zinnober gebildet wird und andererseits ein sagenumwobenes Gebirge im Westmeer wo sich die Unsterblichen aufhalten sollen. Durch diesen meditativen Zustand soll man in der Lage sein im inneren des Körpers das Embryo der Unsterblichkeit (Lebens-Elixier) zu erzeugen. So gesehen kann man also sagen, dass es eine äussere Alchemie (wai-tan) gibt, die man als ,,exoterisch" ansehen kann, da hier die Herstellung im Laboratorium statt findet und dass es eine innere Alchemie (nei-tan) gibt, die man als ,,esoterisch" bezeichnen kann, da sich hier alles nur im Bewusstsein abspielt.

Besonders die Herrschenden der damaligen Zeit suchten in der Alchemie Mittel zur Unsterblichkeit. Ironischerweise enthalten fast alle "Elixiere" der damaligen Zeit  Quecksilber, Phosphor und Schwefel. So kam es, dass fast alle Östlichen Han-Kaiser früh starben und, wenn überhaupt, unmündige Kinder oder gar Säuglinge als Nachfolger hinterliessen. Abgesehen von den ersten drei Kaisern, waren alle Östlichen Han-Kaiser minderjährig. Das Regierungsgeschäft musste von ihren Müttern übernommen werden. Diese ebenfalls noch jungen, politisch unerfahrenen Kaiserwitwen mussten in ihrem Regierungsgeschäft Rat von ihren Vertrauten suchen, diese waren entweder ihre Verwandten (Väter, Brüder) oder Eunuchen. So kam es, dass während der Östlichen Han-Dynastie bestimmte Familien und die Eunuchen immense Macht ausübten und sogar Kaiser absetzen konnten.
Zur gleichen Zeit blieben die gesellschaftlichen Probleme die schon der westlichen Han-Dynastie und Wang Mang zum Verhängnis wurden, ungelöst. Die ungleiche Verteilung des Landes und die horrenden Steuern (in manchen Jahren sogar über 50%) lasteten weiterhin schwer auf den Bauern.  Die lokalen Großgrundbesitzer bauten ein Klientelsystem auf. Sie waren nun nicht mehr nur die Besitzer des Landes, das die Bauern bearbeiteten, sondern auch ihre Beschützer. In diese Funktion bewaffneten sie die Bauern. Da die Zentralregierung schwächlich und ständig in innere Kämpfe verwickelt war, so hatten die lokalen Mächte im Land viel Freiheit, um ihre eigene Machtbasis aufzubauen.
Den Todesstoß gab der Dynastie der Aufstand der gelben Turbane, so genannt, weil die Aufständischen einen gelben Turban, als Erkennungszeichen auf dem Feld, am Kopf trugen. Der Organisator des Aufstandes Zhang Jao war  Gründer einer taotischen Sekte. Er gab an, dass er ein Elixier besitze, welches  Krankheiten heilen könne. Dieses Elixier gab er ohne Gegenleistung an die Bauern weiter.  Besonders unter Bauern und Handwerkern fand die Sekte großen Zulauf. Nach kürzester Zeit hatte er bereits über 300.000 Anhänger, die er militärisch organisierte. 184 gab er die Losung zum Aufstand aus, und binnen kürzester Zeit gab es überall in China gut organisierte Aufständische. Um den Aufstand zu bekämpfen, rief der Kaiserhof die lokalen Großgrundbesitzer, und ihre paramilitärischen Organisationen zu Hilfe. Der Aufstand konnte zwar schnell niedergeschlagen werden, doch war das Land jetzt mit zahlreichen Warlords übersät, die dem Ruf des Kaiserhofs gefolgt waren, und nun ihrerseits nach Macht strebten. Nach mehr als 10 Jahren Kampf bildeten sich allmählich drei Mächte heraus, wobei Cao Cao den gesamten mittleren und unteren Lauf des Gelben Flusses besetzte und den Kaiser in seine Gewalt brachte. Im Namen des Kaisers führte nun Cao seine militärischen Unternehmungen aus und war die stärkste Kraft in China. Doch bevor er ganz China nicht geeint hatte, wagte der vorsichtige Cao nicht, den Kaiser vom Thron zu stossen. Als die Zentralherrschaft der Han-Dynastie verloren ging, eroberte Cao Cao das nördliche China. Er war der Kanzler des letzten Han-Kaisers Xian, und wurde 213  zum Fürsten ernannt.

In der Zeit zwischen dem zweiten und dritten Jahrhundert, also gegen Ende der östlichen Han-Dynastie, machte ein berühmter Arzt von sich reden. Sein Name war Hua Tuo. Aufgewachsen im Gebiet der heutigen ostchinesischen Provinz Anhui, Er interessierte sich schon sehr früh für Medizin und Gesundheitspflege. Er reiste viel umher um bekannte Ärzte aufzusuchen und bei ihnen in die Lehre zu gehen. Hua Tua (141 – 212) setzte erstmals Akupunktur und Kräuter zur Anästhesie bei chirurgischen eingriffen ein, Zudem sammelte er volkstümliche Rezepte und bereicherte dadurch sein Wissen über die Medizin.
Hua Tuo kannte sich sowohl in der Inneren Medizin, als auch in der Chirurgie, der Gynäkologie und Kindkrankheiten gut aus. Berühmt aber wurde er durch seine Pionierleistungen in der Chirurgie. Als der Held aus der Zeit der Drei Reiche, General Guan Yu, von einem vergifteten Pfeil getroffen wurde, rief man Hua Tuo zu Hilfe. Der Arzt setzte den General mit einem Pflanzenextrakt in Narkose, schabte daraufhin den vergifteten Knochen ab, und rettete so Guan Yu das Leben. Dieser Heilungserfolg machte Hua Tuo schlagartig berühmt. Das bei der Operation verwendete Narkotikum hatte Hua Tuo selbst entwickelt. Dabei handelte es sich um eine alkoholische Mixtur aus Pflanzenextrakten. Historikern zufolge soll Hua Tuo der erste gewesen sein, der ein Narkotika entwickelte, und dies, bei chirurgischen Eingriffen einsetzte. Hua Tuo war aber auch Begründer von Heilübungen. Seiner Ansicht nach ist Sport für jeden Menschen wichtig. Denn "Türangeln werden nicht wurmstichig und fliessendes Wasser verfault nicht", erklärte Hua Tuo sehr bildhaft.
Inspiriert durch die Natur, deren Weisheit ein Vorbild für die alten Chinesen war,. erfand Hua Tuo das "Wu Qin Xi", oder das "Spiel der fünf Tiere". Bei diesem Spiel geht es darum, die Bewegungen von Tigern, Bären, Hirschen, Affen und Kranichen nachzuahmen. Dabei beschränkt man sich nicht nur auf äussere Gebärden. Vielmehr muss man auch versuchen, das Wesen der Tiere wiederzugeben. Gemäss dem Leitsatz, dass der kluge Arzt nicht heilt, sondern dass er Erkrankungen vorbeugt, wurden diese Übungen bald zu einem integralen Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin und verbreitete sich im Laufe der Zeit zusammen, mit den anderen traditionellen Heilkünsten, wie (Akupunktur, Moxibustion, Kräutertherapie, Schröpfen und Ernährungslehre) über weite Teile Asiens. Ursprüngliche Bewegungen wie im Qigong findet man auch in Tierimitationen der Schamanen der Taiga, ebenso auch im  rituellen Tanz zur Vorbereitung der mongolischen Ringer.
Überlieferungen zufolge hat sich Hua Tuo auch auf dem Gebiet der psychischen Krankheiten und Alterungskrankheiten betätigt. Schliesslich fand sein Leben ein jähes Ende, als er vom damals mächtigsten Militärmachthaber Cao Cao getötet wurde. Nach Aussage des Buches "San Guo Zhi" liess sich Militärmachthaber Cao Cao von Hua Tuo seine Kopfschmerzen behandeln. Hua Tuo sagte dem Militärmachthaber, er müsse ihn nach einer Narkose am Schädel operieren, um ihn von seinen Kopfschmerzen zu befreien. Cao Cao war argwöhnisch und vermutete, dass Hua Tuo einen Mordversuch plane. Denn noch nie zuvor war jemand auf diese Weise am Schädel operiert worden. Daraufhin wurde Hua Tuo ins Gefängnis geworfen und schliesslich getötet. Da Hua Tuo unzählige Menschen von ihren Krankheiten befreite, wurde er von über viele Generationen hinweg geehrt. In den Provinzen Anhui, Shandong und Jiangsu, in denen Hua Tuo seinen ärztlichen Beruf ausübte, stehen bis heute Tempel, die ihm zu Ehren errichtet wurden. Die Bezeichnung "Wiedergeburt von Hua Tuo" gilt für einen Arzt in China als höchste Ehre.

Von der zweiten Hälfte des 2. Jh. n. Chr. bis zum endgültigen Untergang der Han-Dynastie am Anfang des 3. Jh. erlebte das chinesische Reich eine lange Kette von politischen und sozialen Traumata. Die Privatisierung der politischen Macht, und die allmähliche Paralyse der Regierungsangelegenheiten, brachte mehrere Gelehrte dazu, diese schwierige Epoche genauer zu untersuchen.
Beim Versuch, die Quelle dieser politischen Sackgasse zu identifizieren, sahen Intellektuelle wie Wang Fu (ca. 90-165), Xu Gan (170-217), oder Zhong Changtong (179-220) den kaiserlischen Palast, als das Zentrum und Ursprung der Krise. Sie verwiesen dabei auf die Mittelmässigkeit der bürokratischen Führungsschicht, und auf den schädlichen Einfluss des inneren Hofes. Die politischen Überlegungen, die in diesen unruhigen Jahrzehnten zum Tragen kamen, unterscheiden sich von der Kritik am Ende der Früheren Han-Dynastie nicht nur wegen ihrer Offenheit und Scharfsinnigkeit, sondern auch wegen der stärkeren Betonung des Themas „Mensch“.  In dieser Hinsicht, wird das Volk (min) wieder zu einem zentralen Punkt der Debatte. So versuchten mehrere Gelehrte ihren Lesern die Dringlichkeit der Situation deutlich zu machen, indem sie die Kluft zwischen dem übertriebenen Reichtum, und der bitteren Armut im Volk, herausstrichen. Sie betonten, dass die Basis der Gesellschaft zu einer Vernachlässigung  ihrer Aufgaben gezwungen werde, mit der Konsequenz einer gefährlichen wachsenden Lücke zwischen den verschiedenen Schichten der Gesellschaft.
220 starb Cao Cao. Sein Tod ist  zur Zeit nicht bekannt. Sein Sohn und Erbe Cao Pi folgte ihm zunächst nur in seine Ämter als Prinz von Wie und Kanzler des Kaisers nach.  Aber noch im selben Jahr setzte er Kaiser Xian ab und proklamierte sich zum Kaiser der Wei- Dynastie. Die südlichen Kriegsherren Liu Bei und  Sun Quan lehnten sich rasch gegen ihn auf, und proklamierten sich ihrerseits zum Kaiser. Liu Bei gründete 221 die Shu Han als direkte Nachfolge der Han-Dynastie, und Sun Quan gründete 222  die Wu- Dynastie.

Nach dem Untergang der Han-Dynastie zersplittert das chinesische Reich in drei Einzelstaaten ohne effektive Zentralgewalt. Bis 581 – die Zeit wird auch das „Chinesische Mittelalter“ genannt. Es folgen zahlreiche religiöse und territoriale Machtkämpfe die zum wirtschaftlichen Niedergang der Städte führen.
Die Wei-Dynastie 220- 265  war eines der Drei Reiche in die China nach dem Zusammenbruch der Han-Dynastie zerbrach. Der Kern des Wei Reiches lag in der chinesischen Zentralebene. Es umfasste die heutigen Provinzen Gansu, Hebei, Henan, Liaoning, Shaanxi, Shandong und Shanxi.. Seine Hauptstadt war Luovang, die Hauptstadt der Späten Han-Dynastie. Die militärischen Erfolge verdankte die Wei-Dynastie vor allem ihren Generälen  
Die Xiahou- und die Cao Familie, die in den ersten Regierungsjahren noch eine wichtige Rolle spielten, verloren ihre Macht zusehends, während der Einfluss der Sima- Familie, die die Kanzler stellte, stetig wuchs.. Im Jahre 249  stürzte Sima Yi den Kanzler Cao Shuang und wurde selbst Regent für den Kaiser Cao Mao. Damit legte er den Grundstein für die Macht seiner Familie Wie und  eroberte Shu Han im Jahre 263. Zwei Jahre später erklärte der Wei- Kanzler Sima Yan den letzten Wei-Kaiser Cap Huan für abgesetzt und gründete die Jin- Dynastie  
Die Jin-Dynastie ging aus der Wei-Dynastie, eines der Drei Reiche, hervor und wurde von Sima Yan im Jahr 265 n Chr. in der Stadt Luoyang ausgerufen. Sima Yan entlohnte seine Familie der er die Machtübernahme zu verdanken hatte, mit großen Lehensgebieten. In den Lehnsherren entstanden auf diese Weise mächtige Gegenspieler zur Zentralregierung so dass die Jin-Dynastie im Prinzip schon den Keim zur erneuten Spaltung Chinas in sich trug. Die Lehnsherren herrschten quasi unabhängig über ihre Gebiete, zogen Steuern ein, erliessen eigene Gesetze, übernahmen die Verwaltung selbst, und hatten das Kommando über die Truppen. Trotzdem konnte die Jin-Dynastie den Staat Wu im Jahr 280 erobern und die Reichseinheit herstellen. Bereits schon im Jahr 285 brachen die ersten Aufstände in den Gebieten des Yangzi-Flusses aus, die Feudalherren warteten nur auf eine Schwäche des Kaiserhauses um ihre Macht zu vergrößern und selbst die Macht in China zu übernehmen.

Die Hsiung-nu (Hunnen) durchbrechen 304 n. Chr. die Grosse Mauer, dringen innerhalb von zehn Jahren bis zum Gelben Fluss vor, und nehmen die alte Han-Hauptstadt Chang'an ein. Im Jahr 316 fiel die  Stadt Chang den Hunnen zum Opfer. Auch Luoyang wurde von Hunnen-Söldnern erobert, der Kaiser wurde getötet, die Stadt zerstört. Dies markierte das Ende der westlichen Jin-Dynastie. Die Herrscherfamilie musste nach Süden flüchten. Viele Beamte der Jin-Dynastie begaben sich ebenfalls nach Süden und errichteten mit der Kaiserfamilie dort unter Sima Rui (Regierungsdevise Yuandi) ein neues Herrschaftsgebiet mit Nanjing als Zentrum (Östliche Jin-Dynastie).
Der Norden Chinas wurde von mehreren rivalisierenden Stämmen beherrscht. Ständige Kriege zwischen den im Norden existierenden Staaten führten zu großen Abwanderungsbewegungen der Bevölkerung nach Süden. Versuche der Barbarenstämme, nach Süden vorzustoßen und ganz China unter ihre Herrschaft zu bringen, scheiterten. Die (Süd) Östliche Jin-Dynastie konnte sich noch bis zum Jahr 420 halten. Im Jahr 420 wurde Nanjing von Liu Yu erobert, der dort eine eigene Dynastie gründete.
Die folgenden Jahre waren geprägt von mehreren Reichen, die sich gegenseitig bekämpften und um die Vorherrschaft in China stritten. Mit dem Fall der Östlichen Jin-Dynastie im Jahr 420 war aber endgültig auch im Süden eine Periode der Zersplitterung in mehrere Reiche angebrochen, die über 150 Jahre, bis 589 n.Chr. dauern sollte,

Die Zeit, als die Jin-Dynastie in den Süden abgedrängt wurde und sich die "Östliche Jin-Dynastie" noch einige Jahre halten konnte, wird als Zeit der 16 Dynastien bezeichnet, da sich im Norden Chinas nicht weniger als 16 Königreiche bildeten, meistens von "Barbaren"- Völkern gegründet. Diese hunnischen, tibetischen oder mongolischen "Dynastien" glichen sich nicht an die chinesische Kultur an sondern behielten ihre eigenen Sitten, Sprachen und Verwaltungstechniken.
Eine Ausnahme waren die Toba, die schon im Jahr 386 die Wei-Dynastie im Norden gründete und deren Herrscher sich ebenfalls ganz nach chinesischen Vorbild als Kaiser bezeichneten und bis ca. 439 n. Chr. den gesamten Norden unter ihre Kontrolle brachten, und so die Zeit der 16 Dynastien beendeten.
Sie stützten sich auf die noch vorhandene chinesische zivile Verwaltung, führten eine Landreform durch und wurde, unter ihren Herrschern immer mehr sinisiert. Vor allem unter Kaiser Xiaowen (Regierungszeit von 471 bis 499) wurde diese Entwicklung vorangetrieben.  Er bestimmte, dass chinesisch die einzig anerkannte Amtssprache wurde. Die Toba musste chinesische Namen annehmen, und Kleidung nach chinesischen Gebräuchen tragen. Allerdings scheiterten die Sinisierungsbemühungen am Hof durch innere Widerstände und das Gebiet der Toba zersplitterte in mehrere kleinere Reiche    
Eigentlich war China bereits seit dem Jahr 316, dem Jahr, als die Hunnen Chang´an eroberten, in ein südliches Reich, und in mehrere Reiche im Norden geteilt. Schon ab 210 v. Chr. übernahmen die Uighuren wichtige Funktionen im Hunnenreich (220 v. Chr. – 386 n. Chr.). Im Tabgachreich (386 – 554 n. Chr.) und im Kök Türkischen Reich (552 – 744 n. Chr.) die in Zentralasien gegründet wurden. In den Jahren 670, 688 und 692 n. Chr. schlossen sich die Uighuren, Kök Türken und Shato dem tibetischen Heer an, um dieses bei der Eroberung chinesischer Festungen zu unterstützen die während der chinesischen Invasion in Nord und Nord-Ostasien angelegt wurden.

Nach fast 400 Jahren der Zersplitterung und Auseinanderfallen des Chinesischen Reiches, kann sich die Tang-Dynastie für fast 300 Jahre an der  Macht halten  Die Tang-Dynastie existierte von 618-906 n.Chr.  Unter Tai Zong besiegte China seine äusseren Feinde und dehnte das Land bis zum Ordos, und zur Inneren Mongolei aus. Sie vernichteten das Reich der Osttürken und verleibten es sich ein. Dann gingen sie gegen Korea vor, und schliesslich anerkannten 88 asiatische Völker die Chinesische Hoheit an. Kaiser Tai Zong verstaatlichte das Land der Großgrundbesitzer und verpachtete es an Kleinbauern. Er führte die Schulung und Prüfung der Beamten wieder ein, und bemühte sich um ein gerechtes Rechtssystem das die noch immer drakonischen Strafen überlegt verhängte. Zum Beispiel musste ein Todesurteil an drei verschiedenen Tagen vom Richter bestätigt werden. Tai Zong erlaubte Religionsfreiheit und machte die drei Religionen Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus zu Staatsreligionen. Durch neue Agrar- und Steuerreformen kam es zu einem Aufschwung in der Wirtschaft. Das System, hohe Beamte nur noch von Akademien aufzunehmen, wurde wieder eingeführt. Auch wurde ein Postsystem errichtet .Dieses Postsystem erlaubte es nun eine Nachricht oder Botschaft schneller an einen anderen Ort zu senden.
Unter dem Kaiser Tai-tsung erreichte China den Höhepunkt seiner Geschichte. Der Buddhismus prägt das gesellschaftliche Leben, und so auch die Kampfkünste. Es war eine  Blütezeit der Kampfkünste und erster nachweisbarer Vorläufer des Taijiquan. Auch wurden zur Grenzsicherung selbstständige Militärbezirke eingerichtet. Damit wurde die Armee effektiver und konnte schneller handeln. Benachbarte Länder sahen China, als einen ihnen überlegenen Staat an. Viele Länder kamen, um China Anerkennung zu bezeugen, auch wenn ihre Reden viele Male übersetzt werden mussten.  Die Wissenschaft war weit fortgeschritten und genoss einen einzigartigen Ruf. Gelehrte aus Europa, dem Mittleren Osten und Japan kamen, um in Changan, der Hauptstadt der Tang Dynastie, zu studieren.

In der Tang-Dynastie  wurde Akupunktur, Moxibustion und Pharmakologie, erstmals eigenständige Disziplinen. Die Medizin erhielt gewissermassen offiziellen Wissenschaftsstatus. Zu Beginn des 7. Jahrhunderts wurde auf kaiserlichen Erlass die erste Schule für ärztliche Ausbildung eröffnet, deren Ausbildung allgemeine Heilkunde, hierunter wurde damals Chirurgie, Kinderheilkunde, Moxibustion, Augenheilkunde, Nasen- Ohrenheilkunde, Zahnbehandlung Akupunktur, Heilmassage und “Zaubersprüche” (die vor allem aus der buddhistischen Praxis stammten) umfasste.
Sun Si Miao, ein berühmter Arzt der beginnenden Tang–Zeit, behandelt in seinen Schriften Grundsatzfragen der damaligen Heilkunde. Er erwähnte erstmals den Ashi–Punkte, jene akut schmerzhaften Körperstellen, die in die Akupunktur einbezogen werden können. Er  schrieb auch Bücher über Arzneimitteltherapie und Akupunktur. Er ist der Vater der modernen Akupunktur-Leitbahnen-Poster, welche in dieser Art, zum ersten Mal in seinen Büchern gefunden wurden.
Im Qian jin Fang (Rezepte die tausend Goldstücke wert sind) schreibt Sun Si miao darüber, das ein wirklich guter Arzt  Akupunktur nicht ohne Moxibustion anwendet und umgekehrt, auch keine Kräutertherapie ohne Akupunktur ausübt. Sein Werk besteht aus zwei Teilen, dem qian jiu yao fang, einem Sammelwerk, aller wichtigen Werke, die bis dahin geschrieben wurden. Mit verschiedenfarbigen Karten, über Meridiane und Punkte, in einer dorsalen, ventralen und lateralen Ansicht, sowie dem qian jiu yi fang, einer Ergänzung zum ersten Werk. Der Ashi-Punkt und das Fingermass werden erstmals in diesem Werk erwähnt.
Wang Bing fügte  im  8.  Jahrhundert  in  seine  Überarbeitung des  Huangdi  Nei  Jing  Suwen,  die  Lehre  von  den  Fünf  Kreislaufphasen  und  Sechs  Klimaeinflüssen  ein.  Mit  Hilfe  der  zyklischen  Wiederkehr  kalendarischer  Daten  und  unter  Einbeziehung  der  Yin-Yang  und  Fünf  Wandlungsphasen  Lehren  versucht er  diese  recht  komplizierte  Theorie, zwischen  klimatischen  Veränderungen,  und  deren  Einfluss  auf  Gesundheit  und  Krankheit  des Menschen, zu  systematisieren. Im Huangdi Nei Jing von Wang Bing, findet sich mehrfach die Erwähnung von Primär-  und  Sekundärqualitäten pflanzlicher, tierischer  und mineralischer Substanzen.   Als  Primärqualitäten  werden  die  Temperaturausstrahlung  qi  wei  (warm  wen,  kalt  an,  kühl  liang,  heiß  re)  und die  Geschmacksrichtungen  xing  wei  (scharf  xin,  süß  gan,  sauer  suan, bitter ku, salzig xian) definiert. Hiervon abgeleitet werden die Sekundärqualitäten,  mit  denen  die  Wirkung  der  Substanzen  im  Körper  beschrieben  werden  kann,  wie  aufsteigend, durchdringend, ableitend  und andere.
Der Hof der Tang- Dynastie war eine Quelle der Kunst. Literatur, Lyrik und Malerei. Die Bildhauerei erlebten eine nie gesehene Blüte, zu denen auch die Kaiser selbst mit Werken beitrugen. Gleichzeitig war der Hof eine Hölle der Intrigen, Verschwörungen und Morde, zwischen Kaisern, Konkubinen und Eunuchen.
Die Armee wurde in ein Heer von Söldnern umgewandelt, die häufig dem Kaiser nicht treu ergeben waren. Zum Kampf gegen die barbarischen Nachbarn wurden andere Barbarenstämme eingesetzt, die sich ihre Dienste teuer bezahlen ließen. Die Tibeter eroberten kurzzeitig die Hauptstadt Loyang, aber schließlich konnte ein Friede ausgehandelt werden.
Die letzten Kaiser der Tang- Dynasti kamen als Kinder auf den Thron und waren nur Marionetten der Eunuchen. Zhao Zong rief den Gouverneur Zhu Wen zu Hilfe, der ihn 903 n.Chr. von den Eunuchen befreite und nach Lo Yang brachte, ihn dort aber 904  töten lies und den zehnjährigen Sohn Zhao Xuan auf den Thron setzte. Nachdem Zhu Wen die ganze Tang-Familie ausgerottet hatte zwang er Zhao Xuan zur Abdankung und gründete die kurzlebige Liang-Dynastie. Das Land zerfiel und in kurzer Zeit lösten sich im Norden 5 Dynastien ab während im Süden zehn Staaten gegeneinander kämpften.

Während der Zeit der dritten Reichsteilung (902-960) herrschten im Norden relativ überschaubare politische Verhältnisse („Zeit der Fünf Dynastien”), während sich im Süden zahlreiche Kleinstaaten jeweils nur kurz halten konnten („Zeit der Zehn Reiche”). Die Zeit der Fünf Dynastien im Norden endete 960, als sich General Zhao Kuangyin während eines Krieges gegen das mongolische Volk der Kitan, sich zum Kaiser T’ai-tsu ausrief. General Zhao Kuangyin stürzte der den siebenjährigen Thronerben Hou-Zhou: 951 - 960) und begründete so die Song-Dynastie. Damit endete die Zeit der Fünf Dynastien 978 kontrollierten die Song den größten Teil Chinas mit Ausnahme der Gebiete im nördlichen Hebei und Shaanxi, die zum Liao-Reich der kitanischen Mongolen gehörten.

Die Zeit der Song wird in zwei Phasen eingeteilt: in die Nord-Song mit der Hauptstadt in Kaifeng (960-1127) und die Süd-Song (1127-1279) mit der Hauptstadt Hangzhou, deren Herrschaft nur noch in Südchina bestand hatte. Kaifeng wurde Hauptstadt eines wieder weitgehend geeinten Chinas dessen Grundlagen schon zur Späten Zhou-Zeit gelegt worden waren (Wiedervereinigung der Provinzen Ordnung der Steuerlast, Kanal- und Dammbau Bepflanzung von Brachland Militärstützpunkte). Grosse Teile des Nordens waren aber bereits in der Gewalt der Kitan bzw. der Liao-Dynastie welche das Land in mehreren Siegen (979 986) und im Frieden von 1004 behaupteten. Die Song zahlten ihnen schließlich Tribut .
Die Song-Dynastie ist  als 2.kulturelle und wirtschaftliche Glanzzeit von China bekannt. In dieser Zeit von 960- 1279 wurde das Schiesspulver, die Raketen, der Buchdruck und das Porzellan erfunden. Eine Voraussetzung für den Erfolg der alten chinesischen Wirtschaft war der Überschuss an Arbeitskräften, der durch die Abwanderung von Bauern, in die Städte des 12. Jahrhunderts gegeben war. In den staatlich betriebenen Manufakturen arbeiteten bis zu 7000 Arbeitskräfte; und in privaten Manufakturen, aus dem Bereich der Ziegel -Brennereien Lack - und Porzellanherstellung, arbeiteten zumindest bis zu 1200 Arbeitskräfte. Diese privaten Manufakturen arbeiteten aber stets mit großen staatlichen Manufakturen zusammen. Wenn sie zu einflussreich wurden griff der Staat ein. Eine weitere Ausdehnung dieser frühkapitalistischen Entwicklung wurde also durch den Staat verhindert.
Die Zeit der Song-Dynastie sicherte China ein schnelles wirtschaftliches Wachstum, erkennbar an einer mehr-als-Verdopplung der Münzprägung trotz Einführung des Papiergeldes Es entstand eine einzigartige gesellschaftliche Blütezeit. Die Handelsbeziehungen nach Südostasien und Indien wurden mit der Entwicklung der Wirtschaftskraft und Hochseeschiffart intensiver.  Wir verzeichnen den Buchdruck mit beweglichen Lettern um 1041-48 das Papiergeld 1024 eine Weiterentwicklung des Schiffbaus, viele technische. Details bis hin zum Schaufelrad und wasserdichten Schotten Ca. 1090. Nutzung des Kompass, bessere Kartographie und Militärtechnik, Schießpulver spätestens 1044 sowie  weiteres. Mit der Weiterentwicklung des Block- und Buchdrucks kam es zu einer Flut von Werken in allen Bereichen.  Enzyklopädien, Technik, Medizin, Romane, Architektur, Religion, fremde Länder und analog dazu zu, eine Zunahme öffentlicher, wie privater Schulen und Bibliotheken.  
Die meisten Handwerker waren im Verlagssystem, von einem Verleger abhängig, wie in England im 16. Jahrhundert. Grössere Handwerkerbetriebe konnten bis zu 40 Lohnarbeiter haben. Zünfte waren für Arbeitsvermittlung Waisenheime und Feuerwehren zuständig. Allgemein schufen Stiftungen (in den Städten), diverse Wohlfahrtseinrichtungen. In den Häfen gab es Maklerbüros und Hafenarbeitergilden. Eine weitere Voraussetzung für den Erfolg der chinesischen Wirtschaft zur Song-Zeit war eine wachsende Nachfrage im Inneren. Das städtische Bürgertum (Grundeigentümer Kaufleute) wurde wohlhabend, und wünschte nun seinen Anteil am Luxus, egal ob es um Möbel, Kleidung oder Küche handelte.
Die Zentralverwaltung gliederte sich zur Song-Zeit in die grossen Abteilungen Wirtschaft und Finanzen (Ämter Staatsmonopole Budget Bevölkerung), Heer und  Sekretariat, (d.h. Gerichts und Personalverwaltung).  Es gab sogar drei Ämter für die unabhängige Entgegennahme von Beschwerden und Anregungen, von Seiten der Beamten, und Bevölkerung. Nach 1065 hielt man Beamtenprüfungen aller drei Jahre ab, und machte sie zur Pflicht. Dazu gab es inzwischen drei Ebenen von Beamtenprüfungen, (Präfektür, Hauptstadt, Kaiser). Auch die Fächer der Beamtenprüfungen wurden (unter Wang An-schi) praktischer ausgerichtet. Verzeichnet wird: Allgemeinbildung Schrift und Schriftstücke, Recht, Mathe, Militär, und wie immer die Klassiker. Prüfungsbögen wurden anonym behandelt.
Unter Kaiser Shen Tsung kam es in China 1069 zu verschiedenen Reformen. Bekannt aus diesen Tagen, sind die „Reformen des Wang An-schi“. Wang Anshi und auch Su Dongpo sind bis in unsere Tage zwei in China bekannte Chan-Dichter und Vertreter der buddhistischen Lehre die sie auch als sozialpolitische Handlungsanweisung verstanden. Beide waren Mandarine am kaiserlichen Hof. Wang Anshi hielt für viele Jahre ein Ministeramt inne. Er war auch eine Zeit lang Premierminister. Das Hauptanliegen Wang An-schis war durch seine Gesetze, die Unterdrückung der Kleinbauern zu regulieren, welche die gesamte Last der direkten Steuern, und der Frondienste trugen. Das gleiche betraf die kleinen Handwerker die von Verlegern und von Handelsgilden abhängig waren. Wang An-schi konnte sich bei Hofe nicht halten und wurde 1076 verbannt 1078 wieder eingesetzt, und 1085 erneut entmachtet. An seine Stelle trat der Konservative Sima Guang, der als Grossgrundbesitzer, die reichen Kaufleute vertrat, und die "neuen Gesetze" wieder rückgängig machte.  Nach dem Tod der beiden Rivalen 1086 setzte sich der Kampf, ihrer Parteien fort. Wang An-schis Reformen sicherten aber doch noch ein halbes Jahrhundert lang, die innere Stabilität des Staates.

Die Medizin der Song- und spätern Jin- und Yuan- Epoche, war beeinfllusst vom Neokonfuzianismus, li xue, der danach trachtete, die verschiedenen Denkrichtungen des Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus, und der Drogenkunde zu integrieren Die Medizin ist bis zum Ende der Kaiserzeit, durch Heterogenität der  Ideen, und  praktischen  Ansätzen  gekennzeichnet.  Es  gab  kein  sukzessives  Aufeinanderfolgen  heilkundlicher  Ideensysteme, sondern eine stetig anwachsende Vielfalt der Ideen.  Das Konzept der Obsoleszenz (Veraltern von Normen oder Therapien) -  charakteristisch  für  die  europäische  Medizin  -  ist  in  der  chinesischen  Medizingeschichte  praktisch nicht vorhanden. Die Yin-Yang und Fünf Wandlungsphasen  Theorie,  beherrschte  zwar  das  medizinische  Denken der gehobenen  Bevölkerungsschichten. Auch das überlieferte Schrifttum befasst sich überwiegend mit  diesen  Lehren,  aber  andere  Konzepte,  wie  Erfahrungsheilkunde,  religiöse,  magische und  dämonologische  Praktiken,  waren  vorhanden, und  spielten  in  der  medizinischen  Versorgung der breiten Bevölkerungsmassen wahrscheinlich sogar eine grössere Rolle.  
In Hongkong und Taiwan, sowie nach Presseberichten, auch auf dem chinesischen Festland, sind Dämonen-  und Tempelmedizin weiterhin verbreitet.  Von  besonderer  Bedeutung  ist  die  Tatsache,  dass  bis  zum  beginnenden  12.  Jahrhundert,  zwischen  der  vom  Huangdi  Nei  Jing  begründeten  Tradition  der  entsprechungs-systematischen  Medizin,  und  dem  bedeutenderen  Teil  der  chinesischen  Medizin,  der  pharmazeutischen  Heilkunde  keine  konzeptuelle  Verbindung  bestand.. Erst  in  der  Song  Zeit begannen verschiedene Autoren beide Traditionen zu  verbinden. Es formierte sich in der Song-Jin-Yuan-Epoche die zweite wichtige Tradition der ben cao Literatur.
Die Autoren dieser Epoche trachteten danach, die medizinische Theorie des Huangdi Nei Jing,  und die drogenkundliche Praxis, in einem konzeptuellen  System zu vereinen. Bis zur Song-Jin-Yuan-Zeit  beschrieb die ben cao  Literatur  lediglich  die  Primärqualitäten  und die Krankheitsbilder, bei denen die jeweiligen Drogen wirksam seien.  
In einer Weiterentwicklung der Theorien des Huangdi Nei Jing, differenzierten die Autoren der Song-Jin-Yuan- Periode, die  Geschmacksrichtungen  (Yin)  in  stark  ausgeprägten  Geschmack - Yin im  Yin  -  und schwach ausgeprägten Geschmack -  Yang im Yin. In gleicher Weise kategorisierten sie die Temperaturausstrahlungen (Yang). In einem weiteren Schritt verbanden sie Geschmacks- und Temperatureigenschaften, und konnten davon die  Sekundärqualitäten ableiten. Kalt-sauer, kalt-bitter und  kalt-salzig,  gehören demnach zum Yin im Yin,  und  haben eine abführende Wirkung, als Sekundärqualität.
Neben dem Huangdi Nei Jing  und der ben cao Literatur, waren es vor allem, die zur Tang  Zeit  geschaffene  Kosmobiologie, und die Schriften  des  Zhang  Zhong-jing, die das  heilkundliche Denken der Song  beeinflusste. Alle  Mediziner  der  Song-Jin-Yüan-Epoche  griffen  diese  Ansätze  auf  und  nahmen  sie als Ausgangspunkt weiterer Überlegungen. Durch die Publikation von Li  Wen-sh  aus dem Jahre 1099, dem Yun Qi Lun, gewannen diese Konzepte weite Aufmerksamkeit. Ein wichtigsten erhaltenen Werk zu  diesem Thema, ist das 1289 erschienene Tang  Ye  Ben  Cao,  von  Wang  Hao. Neben  seinen eigenen Ideen, fanden hier auch  die  Grundlegenden  Ideen seines Lehrers Li Gao,  und die Schriften Zhang Yuan-s,  sowie Zitate weiterer  Gelehrter seiner Zeit, aufnahme.

Eine weitere Leistung der Autoren dieser  Epoche ist die Herstellung eines Zusammenhanges zwischen Drogen und den Wegen, Orten  und Zeiten, ihrer Einwirkung.   Die  wichtigsten Wirkwege sind die zwölf Hauptmeridiane diese transportieren  die  Drogen zu ihrem jeweiligen Organ. Die Wirkung entfaltet sich am deutlichsten, in der dem entsprechenden Organ zugeordneten Doppelstunde. In einem dritten Schritt  wurden die Primärqualitäten der Drogen in die Systematik der Fünf Wandlungsphasen eingeordnet. Die Fünf  Wandlungsphasen stehen in Wechselbeziehung zu den inneren Organen, und den Fünf  Kreislaufphasen, sowie den  Sechs  Klimaeinflüssen. So entstand schließlich ein äusserst komplexes, in sich verwobenes  System der Korrespondenz. Dazu war es  notwendig, die Arzneiwirkungen nach  der Terminologie der Yin-Yang und Fünf  Wandlungsphasen Lehren zu   beschreiben  und sie mit den seit Jahrtausenden bekannten  Wirkungen von Drogen auf die Funktionen des Organismus zu  kombinieren.
Ausgehend von einer Abhandlung im  Huangdi  Nei Jing  Su-wen,  in der eine theoretische  Beziehung, zwischen  Drogenqualitäten, Therapie, Fülle- und  Leerezuständen der  Fünf  Speicherorgane, nach der Lehre der Fünf Wandlungsphasen beschrieben wird,  erweiterte Wang diese Theorie und  fügte eigene Anmerkungen, und die Namen der theoretisch geeigneten Drogen hinzu. Er  beschrieb als Erster eine Pharmakologie der systematischen Korrespondenz, d.h. er schuf eine theoretische Verbindung zwischen den  physiologischen und  pathologischen Vorstellungen der Yin-Yang  und  Fünf  Wandlungsphasen Lehren, der  Diagnostik und den Eigenschaften und  Wirkungen  der  Drogen im Organismus. Er erkannte, dass  bestimmte  Drogen  -  die  sogenannten  Leitdrogen  shi  -  durch  ihre  Affinität  zu   bestimmten  Leitbahnen  andere  Arzneien  zu   einem  gewünschten  Wirkort  führen  können und  dass  sich  durch  Bearbeitung  der  Drogen  Wirkwege  und  Wirkorte  modifizieren  liessen  beispielsweise  durch  Aufkochung  mit  Wein. In  einer  zwölfteiligen  Tabelle ordnete Wang die Drogen den Leitbahnen  unter. Da  es  sich als  unmöglich  erwies,  das  entscheidende  Bindeglied  zwischen  den  Eigenschaften der Drogen, und ihrer Wirkung im Organismus, die Primärqualität objektiv zu bestimmen, und  manche  theoretisch  zu   erwartende  Wirkung nicht mit  den  empirisch  festgestellten  Wirkungen  übereinstimmte,  kam es zu unterschiedlichen  Auffassungen.
Dem Arzt Wang Weiyi verdankt die Medizinwelt ein grosses und wichtiges Werk, Sein Werk tong ren shu xue zhen jiu tu jing (Illustriertes Handbuch über Punkte für Akupunktur und Moxibustion unter Verwendung einer Bronzestatue das 1027 veröffentlicht wurde, setzte neue Meilensteine in der Akupunktur. Wang Wei Yi lies 1'027 zwei menschliche Figuren aus Bronze giessen, auf welchen die für die Akupunktur und Moxibustion bedeutsamen Punkte kenntlich gemacht waren. Die Bronzestatuen waren lebensgross und sollten zur Überprüfung der Schüler dienen. Die Schüler konnten an diesen Bronzefiguren, die mit einer Bienenwachsschicht versehen wurden, und mit Wasser gefüllt wurden, das Auffinden der Akupunkturpunkte üben. Wurde die Akupunkturstelle vorschriftsmäßig genadelt, trat an der betreffenden Stelle sofort Wasser aus. War dies nicht der Fall, konnte kein Wasser austreten. Etwas später erschien die “Darstellung der 14 Hauptmeridiane” und etwa zweihundert Jahre später die “Untersuchungen über die acht Sondermeridiane, beides Lehrbücher, deren Aussagen bis heute Gültigkeit besitzen.
Mit der Einführung staatlicher Prüfungen im Jahre 1188 gab es dann “offiziell geprüfte Ärzte” (Ru Yi), “gewöhnliche medizinische Praktiker” (Yong Yin) und “Wanderärzte” (Chuan Yi), wobei die staatlich geprüften Ärzte in der sozialen Wertungsskala höher eingestuft waren. Diese soziale Ausdifferenzierung des Ärztestandes blieb bis zum Ende der letzten Kaiserdynastie im Jahr 1911 bestehen.

Entscheidend für den Untergang der nördlichen Song-Dynastie war die 1126 erfolgte Gefangennahme des Kaisers Hui-tsung und seines Sohnes durch die Jurchen ( Jin-Dynastie ). Kao-tsung ein anderer Prinz entkam und gründete südlich des Jang-tse die südliche Song-Dynastie. Ein Sieg über den Jurchen-General Wu-chu am Jang-tse, sicherte 1130 den Bestand der Dynastie.  Im Jahr 1138 marschierte der chinesische Volksheld Yo-Fei  auf Kaifeng als der kriegsmüde Kaiser Kao-tsung einen Tribut-Frieden schloss. Yo-Fei wurde aber bald durch den Hof verhaftet und hingerichtet. Song-China hatte in Zukunft zwar die Macht aber nicht den Willen, die Jurchen aus Nordchina zu vertreiben und sicherte den Frieden stattdessen durch hohe Tribute (Kanzler Qin Gui † 1155).
Der Großgrundbesitz dehnte sich zunehmend u.a. am Huai aus.  Die Steuerflucht dicker Geschäftemacher, meist Grossgrundbesitzer, wurde von Wang An-schi noch bekämpft), nahm zu und Zahlungsschwierigkeiten des Schatzamtes resultierten daraus. Es kam zu einer nicht zu bremsenden Inflation . Veruntreuung und Vetternwirtschaft in der Mandarin Verwaltung wurde zur Schattenseite des Song-Staates.  Um 1263 wurde die innenpolitische Lage in den Ackerbauzentren südlich des Jang-tse so explosiv dass das Einziehen der Steuern so schwierig wurde, dass Reformen unumgänglich waren. Zwangsmassnahmen des Kanzlers Kia-se-tao (hingerichtet 1275) waren die Folge. Kia-se-tao  wollte den Grossgrundbesitz auf 27 ha beschränken, das überschüssige Land aufkaufen und mit dessen Einkünften die Steuerausfälle bzw. Kriegskosten decken.
Dschingis-Khan fällt 1211 in das benachbarte Chin-Reich  ein und verwüstet es. 1215 erobert er die Stadt Peking und stirbt noch im gleichen Jahr. Dann kommt Kublai Khan, ein Enkel des Dschingis Khan an die Macht. Dieser verbündete sich mit dem Sung-Reich welche das Chin- Reich unter sich aufteilten.  1268 fiel auch das Sung-Reich nachdem Kublai es angegriffen hatte, dies erfolgte zum ersten mal mit Gewehren und Kanonen. Die Hauptstadt Hangzhou kapitulierte 1276. Letzte Anhänger der Song hielten sich bis 1279 als der kleine Thronerbe in einer Seeschlacht ertrank.

Es begann die Mongolenherrschaft in China die von 1264 bis 1368 dauerte. 1280 bis 1368 (während der Yuan-Dynastie) wurde China weltweit bekannt. Es war Marco Polo, der zu dieser Zeit, von seinen Reisen, erstaunliches aus dem Chinesischen Reich ins mittelalterliche Europa brachte.
Die Dynastie wurde 1271 durch Dschingis Khans Enkel Kublai Khan proklamiert. Übersetzt bedeutet Yuan "Ur-Anfang". Sie löste nach der Kapitulation Hangzhous 1276 und der Niederlage der letzten Sung-Anhänger, 1279 die Song-Dynastie ab. Ihre Hauptstadt war seit 1264 Peking, damals Tatu oder Khan-balyq genannt. Shang-Du (das Xanadu der Dichtung) war die Sommerresidenz und Karakorum (Stadt) gab der Herrschaft die Legitimation. Gegründet wurde die Dynastie von Zhu Yuanzhang (Hong-Wu). Innen- wie außenpolitisch wurde die Yuan-Dynastie nur formal anerkannt. Es folgten wiederholte Konfrontationen mit den in der Steppe verbliebenen Mongolen (die letzte 1360). Dazu kam, dass die Mongolenregenten im Westen, die Goldene Horde, und die Ilchane, ab 1260 beziehungsweise ab 1295 ihre eigene Politik betrieben und den Islam annahmen. Um 1310 bildete sich, das bis dahin instabile Tschagatai-Khanat neu, so dass man im 14. Jahrhundert vier voneinander unabhängige Reiche unterscheidet.
Die mongolischen Garnisonen konzentrierten sich besonders um die Hauptstadt, während in den reichen Gegenden am Yang-tse (Yangzhou, Nanking, Hangzhou), sehr bald chinesische Truppen unter mongolischen Befehlshabern, den Frieden zu wahren versuchten.  Die chinesischen Soldaten wurden aller zwei Jahre ausgetauscht, und in eine entfernte Provinz verlegt. Auch ihre Offiziere wurden zur Vermeidung von Rebellionen regelmäßig versetzt. Unter der Herrschaft der Yüan- Dynastie wurde das Chinesische Reich in 12 Provinzen eingeteilt. Kublai liess noch vor seinem Tod die Bevölkerung Chinas in vier Gruppen einteilen, Diese Einteilung liess er im Gesetzbuch Yuan-dian-zhang festschreiben, obgleich es in der Praxis eine schwer einzuhaltende Einteilung war.
Die ersten waren die Mongolen, die Würdenträger, oder steuerfreie Grundbesitzer werden durften. Die zweite .Klasse, waren die Innerasiaten, die für die Verwaltung, oder den Handel eingesetzt wurden.. Die dritte Klasse, waren die Nordchinesen und Koreaner, die den kleinen Mittelstand vertraten. Die letzten waren die Barbaren, damit waren die Sung-Chinesen gemeint, die keine Rechte hatten, und nicht einmal Handeln durften,
Die höchste Gruppe bildeten die Weissen Mongolen, unterteilt in 72 Stammesgruppen. Sie durften allein die höchsten Posten des Reiches besetzen. Die Schwarzen Mongolen, (Semu) waren die Völker, welche die Mongolen, bei der Eroberung Chinas unterstützt hatten. Dazu zählten die Türken, beziehungsweise die Turko-Tataren, aber auch ausgesiedelte Alanen und Russen. Die Schwarzen Mongolen durften Handel treiben, Steuern erheben, Geld verleihen und die mittlere Beamtenebene besetzen. Die dritte Gruppe bildeten die Nordchinesen, Han-ren genannt. Dazu zählten auch Kitan, Jurchen, Koreaner. Sie durften ein Kleingewerbe betreiben und die niederen Beamtenstellen besetzen, aber keine höheren Offiziersstellen.
Die Südchinesen (Nan-ren) bildeten die vierte und rechtloseste Gruppe. Sie durften sich nicht einmal gegen Schläge wehren, und mussten die meisten Steuern tragen. Allerdings hüteten sich die Mongolen davor, in Südchina den privaten Grundbesitz zu konfiszieren und erlangten so die Neutralität der reichen Südchinesen. Stattdessen beschlagnahmten sie das unter dem Song-Kanzler Kia-se-tao verstaatlichte Land,, was die Lage für die einfachen Bauern nicht verbesserte. Chinesen durften keine Waffen und Pferde besitzen, Berufswechsel und Heiraten zwischen den Gruppen waren verboten.
Die Mongolen teilten die Verwaltung in den Geheimen Staatsrat für militärische Angelegenheiten, das Zensorrat für die kaiserliche Beaufsichtigung der Beamten, und das Zentralsekretariat, für alle zivilen Angelegenheiten ein. Letzteres unterteilte sich in sechs Bereiche, Steuern, Personal, Riten, Krieg, Justiz und öffentliche Arbeiten. Allerdings waren manche Provinzen relativ selbständig. (Kansu, Yunnan). Machtkämpfe an der Verwaltungsspitze waren typisch. Mehrere, meist rücksichtslose Minister zahlten mit ihrem Leben. (Ahmed Fanakati 1282, Lu Shih-jung 1285, Senge 1291, Bayan 1340, Toghta 1356). Andere starben eines natürlichen Todes Temüder 1322, El/Yang Temür 1333.

Ein grosses Problem der Mongolenherrschaft in China, lag an den Prüfung der Staatsbeamten. Das war in China seit der Tang-Dynastie üblich und ein wichtiges Legitimationsmittel einer jeden Dynastie. Die Mongolen hatten sie 1237/ 1238 auf Anraten Yelü Chutsais durchgeführt und sofort wieder abgeschafft. Erst 1315 liess sie Kaiser Ayurparibatra wiedereinführen. Allerdings wurden Nord- und Südchinesen dabei nur zur Hälfte zugelassen, so dass die Mongolen trotzdem etwa 30% aller Posten besetzten Ungeachtet der Stagnation (im Vergleich mit früheren Dynastien), führte die Mongolenherrschaft über China, zu einem Aufschwung des Transithandels, und des damit vernunden, weltweiten Wissenstransfers. Beispiele für letzteres, ist der (misslungene) Versuch, der Einführung von Papiergeld, im Iran 1293, sowie die Kettenpumpe zur Bewässerung in Turkestan. Der Aufschwung des Islam in China, (Yunnan, Kansu), und die Missionen der Christen, (1307 Erzbistum in Peking)), sowie eine Kalenderreform unter Guo Shuojing, aufgrund persischer Erkenntnisse, brachte weiteres Wissen.
Die Mongolen schätzten, im Gegensatz zu den konfuzianischen Beamten Handel und die Händler (meist Moslems, organisiert in Gilden), hoch ein. Statteten sie mit Venture-Kapital aus, und betrauten sie mit den Fragen des Finanzwesens. Letzteres hatte negative Auswirkungen, da die Moslems die Steuerschraube stärker als Chinesen, anzuziehen pflegten. Schon 1239 hatte Abd al-Rahman die Steuern verdoppelt, der 1282 ermordete Finanzminister Ahmed Fanakati hatte sie in drei Jahren verdreifacht.
Im Interesse des Binnenhandels und der Versorgung  Nordchinas, baute man 1279-1294 den nördlichen Abschnitt des Kaiserkanals. Es war eine geänderte Route, denn die alte war zu lang, und längst nicht mehr schiffbar. Parallel dazu benutzte man den Seeweg, um die Reichtümer nach Norden zu transportieren.
Durch die inzwischen herangewachsene Schicht wohlhabender Kaufleute, Beamte und kleinerer Duodez-Fürsten (der sogenannten Mandarine) kam der Tee unter das normale Volk. Tee wurde Handelsware. Doch nicht jeder konnte die teilweise sündhaft teuren Tees kaufen. Findige Teeliebhaber veredelten minderwertige Tee, durch Hinzufügen, wohlriechender Essenzen und Blüten. So entstanden die ersten Aromatisierungen, z. B. der populäre Jasmintee, der schwere Rosenblütentee, der süsslich-liebliche Kwaiflower- Tee und viele andere Mischungen. Speziell im Norden Chinas, wo sich inzwischen mit der Yüan-Dynastie, (Mongolen-Khanat) erstmals Nichtchinesen als "Himmelssöhne" huldigen liessen, wurden diese Mischtees populär. Bis heute wird Jasmintee bei den Mandschu (Nordchinesen), jedem anderen Tee vorgezogen.

In der Mongolenzeit, der Jin– (1’115 – 1’234) und Yuan–Dynastie (1’274 – 1’368), gab es in China verschiedene berühmte Medizinschulen, die jeweils einen anderen Therapieschwerpunkt setzten, und deren Traditionen, ihren Niederschlag, bis in die Neuzeit fand. Spezialisierung prägte diese Zeit, und ermöglichte das Entstehen vieler «neuer» Theorien. Liu Wan-su gründet die «Schule des Kühlens»; (“Kälte– und Kühle–Schule”). Zhang Cong-zheng, konzipiert die «Schule der Attacke». Li Dong-yuan, gründet die «Schule der Stärkung der Erde»,((“Schule der Mitte” oder “Erde– nährende Schule”) genannt. Zhu Dan-xi verfasste die Schule der «Stärkung von Yin». (“Yin–nährende Schule”),, und Zhang Zi He bereicherte die Medizinwelt, mit der (“Entschlackungsschule”). Ihre Werke werden von vielen Experten, noch heute als Grundlegende Schriften, in der Behandlung von neuzeitlichen Krankheiten angesehen  
Der  Begründer  der  „Kühlenden  Schule“,  Li   Wan-s ca. 1’120-1’200 n.Chr., hielt  ein  Übermass  an  innerem Feuer,  oder dass, von aussen eindringende, klimatischen Feuer, für die wichtigste Krankheitsursache. Er  empfahl  daher,  das  Organ  des  Wasserelementes im  Organismus, (die  Nieren),  zu   stützen, und das  Feuer,  das  dem  Herzen  zugeordnet  wurde,  durch  kühlende  Mittel abzuleiten. In seinem Hauptwerk,  (Su  Wen Xuan Ji Yuan Bing Si), verband Li  ausserdem spezifische Kräuter mit einzelnen pathogenen Einflüssen.
Die „Angreifende“,  und ausleitende „Schule“, gong xia pai, von Zhang Cong-zheng  (ca. 1156-1228) entwickelt, vertrat die Ansicht,, dass das  ursprüngliche Qi  des  Körpers, nur  durch  das  Eindringen  eines  Übels,  „xie“, klimatischer, oder  geschmacklicher Art, erkranken könne. Damit stand diese Theorie im Widerspruch zur herrschenden  Vorstellung,, dass endogene,  und exogene Einflüsse, im Organismus eine Einheit bildeten. Folgerichtig propagierte Zhang die Ausleitung, der  krankheitserzeugenden Übel, durch Erbrechen, Schweisstreiben, vor allem aber durch Abführen.
Sowohl Li  Wan-s,  als auch  Zhang  Cong-zheng,  wurden  von  ihren  Zeitgenossen,  wegen  ihrer  drastischen  Therapie kritisiert. Ein Hauptwerk das Ru Men S i Qin.  Li  Gao  (1180-1252.), lehnte  die  Therapien,  seiner  beiden  Vorgänger,  als  zu  gefährlich  ab. Li  Gao war aber  der  erste  chinesische  Arzt,  der  klar  zwischen  inneren  Schädigungen,  durch  unregelmässssge Lebensweise, und  äusseren  Schädigungen,, durch  klimatische Einflüsse,  unterschied.
In seinem Hauptwerk Pi Wei Lun, schrieb er Magen und Milz, (den für die Versorgung des  Organismus  mit  regelrechtem Qi,  verantwortlichen Organen), eine  zentrale  Bedeutung,,  für  die  Entstehung  von  Krankheiten zu. Sie werden durch unregelmässige Lebensweise, Erschöpfung, und überstarke Emotionen,. Geschädigt. Der Organismus, kann nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden. Daher sei es bei allen  Krankheiten  unerlässlich,  diese  Organe  mit  wärmenden Tonika zu stärken. Seine  therapeutische Richtung wurde von späteren Generationen, „Erwärmende Schule“ wen bu  pai genannt     Li  Gao  wird  ein  bedeutender  Anteil  an  der  Fortführung,  und  Erweiterung  der  Arbeiten  seines Lehrers Zhang Y an-s,,  zur Konzipierung einer Pharmakologie,, der systematischen  Korrespondenz zugeschrieben.

Die Bevölkerung Chinas zählte um 1290 offiziell 60 Millionen Südchinesen, 10 Millionen Nordchinesen und 2 Millionen Mongolen und Semu. Im Verhältnis, zur Zeit der Jin-Dynastie, hatte Nordchina einen dramatischen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Mit der Yüan Dynstie ging es Bergabwärts als 1325, acht, von 45 Millionen Chinesen, an einer Hungersnot starben. Mitte des 14. Jahrhunderts, kam es zu einer Reihe von Überschwemmungen. Die Dämme des Gelben Flusses brachen (1351). Die Mongolen, unter Kanzler Toghta, liessen nun südlich der Shandong-Halbinsel,, einen neuen Kanal bauen, aber Infolge der ewigen Missernten,und Überschwemmungen, gab es dauernd Bauernaufstände, Es gelang den Chinesen dabei, die Aufständischen zu organisieren. Kurz danach brachen in Zentralchina mehrere Aufstände, unter diversen Anführern aus (1352). Die wichtigste Gruppierung bildeten dabei die Roten Turbane.
Zwischen 1355 und 1368 setzte sich Zhu Yuanzhang,, ein buddhistischer Mönch, als künftiger Kaiser der Ming-Dynastie, gegen seine Rivalen durch. 1363 entschied der Rebellenführer, die Flottenschlacht, auf dem Poyang-See, gegen seinen wichtigsten Rivalen, den „Han“-Prinzen Chen You-liang, für sich.   In den Folgejahren beseitigt er auch seine restlichen Gegenspieler. Parallel dazu begann er mit der Organisation einer ordnungsgemässen Verwaltung, und gab dabei schon 1363 38 Millionen Münzen heraus. 1368 verjagte seine Armee unter Hsü Ta, den Khan Toghan Timur aus Peking. Damit endete die Mongolenherrschaft. Zhu Yuanzhang, (Hong-Wu).  der Mönch,,  gründete die Ming-Dynastie die bis ins Jahr 1644 bestand hatte. Dies war seit vielen Jahrhunderten wieder eine rein chinesische Dynastie.

Die Herrschaft der Ming-Dynastie war gekennzeichnet, durch eine lange Friedensperiode, während der das Land, sich zu einem mächtigen, blühenden Staatswesen entwickelte. Die ganze Macht im Staate der Ming, bezog sich, wie üblich auf den Kaiser.
Als erster Kaiser der Ming-Dynastie, wähte sich Zhu Yuanzhang In seiner Regierungszeit stand der wirtschaftliche Wiederaufbau im Mittelpunkt der Bemühungen. Es kam zu unzähligen Bebauungs- und Bewässerungsprojekten, durch die 1/2 manchmal bis zu fünf Millionen ha Land pro Jahr erschlossen wurde. Die Einnahmen aus der Getreidesteuer verdreifachten sich in sechs Jahren. Man schätzt, dass in 20 Jahren, bis zu einer Milliarde Nutzbäume gepflanzt wurden (Obstbäume, Bäume für die Flotte, Maulbeerbäume, für die Seidenherstellung). An den Nordgrenzen wurden zum Schutz wieder Militärregionen errichtet .Im Jahre 1403 wurde die Hauptstadt nach Peking verlegt und im gleichen Jahr fing man mit dem ausbauen der Chinesischen Mauer an.
In der Ming-Zeit kam es zu gewaltigen bürokratischen Anstrengungen. Diese liefen, verglichen mit der liberalen Song-Zeit, auf eine absolutistische Regierung hinaus. Schon 1380 kam es zu einem Prozess des Kaisers, gegen einen ehemaligen Vertrauten, in den 15.000 Personen verwickelt waren. Das führte dazu, dass sich alle Macht auf den Kaiser konzentrierte, Alle Ministerien wurden direkt (das heisst ohne kaiserliches Sekretariat) unterstellt. In den Jahren 1385 und 1390 wiederholte Hongwu diese Prozesse.  Widersprüchlichen Meinungen zufolge, war Kaiser Hongwu, zum Ende seiner Amtszeit, kaum noch zugänglich. Er regierte unter Zuhilfenahme geheimer Beamter, und der Geheimpolizei, (1382: die Garden mit den Brokatkleidern). Außerdem liess er zahlreiche Beamte und Militärs aus blossem Misstrauen hinrichten. Dennoch legte der erste Ming-Kaiser das Fundament für einen äusserst stabilen Staatsapparat, der mit nur marginalen Änderungen bis 1911 bestand haben sollte
Die Bevölkerung wurde in Bauern, Soldaten, und Handwerkerfamilien unterteilt. Ihnen wurde je ein eigenes Ministerium, (mit eigener Steuererhebung), und Hauptsiedlungsgebiete, zugeordnet. Berufswechsel wurden unterdrückt.. Zudem machte man je zehn Familien (lijia), gegenüber der Verwaltung für Steuern, öffentliche Dienstleistungen und Ordnung, kollektiv verantwortlich. Da die Zahl der Beamten für die Kontrolle, nicht ausreichte, kam es bald zu Orts- und Berufswechseln, verbunden mit Abweichungen in den Steuereinnahmen und, noch schlimmer, zur Verdrängung der ärmeren Mitglieder einer lijia auf dem Land. Das gesellschaftliche Gefüge geriet bald ausser Kontrolle, so dass man diese Regelungen, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundert ändern musste, nachdem bereits mehrfach soziale Unruhen ausgebrochen waren. Immer mehr Menschen suchten sich der Steuer- und Wehrpflicht zu entziehen.
Zu den bereits beschriebenen Verwaltungsproblemen, gesellte sich im 15. Jahrhundert, die Herrschaft der Palasteunuchen, und der Haremsdamen, welche grossen Einfluss auf den seit 1426 allmächtigen Privatrat (Neige), und bald auch über die Geheimpolizei bekamen. Nicht wenige Kaiser zogen sich sogar weitestgehend aus der Politik zurück. Im daraus resultierenden Spannungsfeld zwischen den Eunuchen, (meist armer Herkunft aus Nordchina), und den hohen Beamten, (Südchinas Wohlstands- und Bildungselite), kam es ununterbrochen zu Intrigen und Willkür, was den Staat innerlich zersetzte,  besonders im Zeitraum 1615-1627 bzw. unter den Kaisern Wanli und Tianqi.
Im 16. Jahrhundert, erneuerte sich der Druck der Mongolen unter Dayan- und Altan Khan so, dass zum Schutz vor ihren Überfällen, die chinesische Mauer auf den heutigen Stand ausgebaut wurde. Erschwerend für den wirtschaftlichen Fortschritt kam die traditionelle Verachtung der Konfuzianer gegenüber dem Handel, und den Händlern hinzu. In der Ming-Zeit erreichte diese Einstellung einen Höhepunkt. Aber entgegen der Legende stellte China 1433 seinen Aussenhandel nicht ein, und gab sich auch keinem wirklichen Isolationismus hin, wie dies in Japan der Tokugawa praktizierte.

Einmalig sind ab 1405, die Seereisen unter dem islamischen Gross-Eunuchen, und Admiral Zheng He. Derartige Reisen waren schon zur Song-Zeit üblich, aber nun wurden sie offiziell, und ausschliesslich vom Staat finanziert durchgeführt. Sie dienten hauptsächlich dazu, der Welt anzuzeigen, dass wieder Chinesen in China regierten. Der kommerzielle Nutzen spielte eine untergeordnete Rolle, so dass man nach 1433, auf eine derartige Flottenpolitik wieder verzichten konnte. Als die Portugiesen 1557, mit Erlaubnis des Kaiserhofs, Macao übernahmen, unterlag China gerade den Restriktionsedikten des Kaisers Jiajing, weshalb von der chinesischen Seemacht nichts zu bemerken war. Stattdessen beherrschten japanische Piraten (Wokou) die Küsten. Erst die chinesischen Siege nach 1556 machten dem langsam ein Ende.
Die Ming konnten das Reich der Mitte, als bedeutendste See- und Wirtschaftsmacht in Ostasien behaupten. Allerdings erfolgte unter den Ming, eine geistige Wendung nach innen, damit verbunden war eine konservativere Haltung in der Politik, in der Gesellschaft und dem Geistesleben. Ausserdem kam es im frühen 16. Jahrhundert, unter Kaiser Jiajing, zu Handelsrestriktionen, infolge eines Konflikts mit Japan. Um den Schmuggel nach Japan zu unterbinden, zerstörte man 1525 alle hochseetüchtigen Schiffe. Nachdem dies kaum einen Effekt hatte, wurde 1551 versucht, den gesamten Außenhandel zu unterbinden. Die Folge der Verbote war, ein noch grösserer Aufschwung von Schmuggel und Piraterie in den Küstengebieten, die Händler wechselten dort einfach ihre Einkommensquelle.
Bereits 1567 mussten alle Restriktionen wieder fallengelassen werden.  Als Ursache kann man die neuen europäischen Kolonien in Amerika betrachten. Der Grossteil des dort abgebauten Silbers, wurde von Portugal und Spanien, in China ausgegeben, um Waren für den europäischen Markt zu erstehen.  In der Ming-Dynastie stellten die Ming-Vasen ein geachtetes Kulturgut dar, die bis nach Europa verkauft wurden. Neue Aufbewahrungsbehältnisse für Teeprodukte, die luftdicht abgeschlossen werden konnten, gestatteten es jetzt den Teemeistern, ihre Tees über einen längeren Zeitraum hinweg, lagern zu können ohne dass relevante Qualitätseinbussen, zu befürchten waren. Vor allem die rasche Entwicklung der Porzellan- und Keramikmanufakturen ermöglichten es, entsprechende Behältnisse für einen sicheren Transport, und eine gute Lagerung, der empfindlichen Teeblättchen, bereitzustellen. Das klassische Teekännchen ist eine Erfindung dieser Zeit. jetzt konnte man den Tee vollkommen neu für sich entdecken.
Nach 1520, verzeichnet man einen Aufschwung des Grosshandels, und des Handwerks, sowie technische Fortschritte und Neuerungen im Handwerk, (Weberei und Buchdruck), der Landwirtschaft (neue Nutzpflanzen zum Teil dank der Portugiesen), ferner dem Militärwesen, (beginnend im 15. Jahrhundert). Großkaufleute, Geschäftsleute und Bankiers stiegen als Lieferanten des Staates gesellschaftlich wieder auf. Ein wohlhabendes chinesisches Bürgertum kam zur ersten Blüte. Man bemühte sich unter dem Kanzler Zhang Juzheng (1525-82) auch, die Lasten der Kleinbauern zu mildern.

Die Medizin der Ming- Dynastie, ist durch ein Weiterbestehen der bisherigen Traditionen, und einer immer vielfältigere Herausbildung von Einzelmeinungen, und Auslegungen der anerkannten Klassiker gekennzeichnet 1368 – 1643 während der  Ming Dynastie schrieb Yang Ji-zhou das Zhen Jiu Da Cheng (Das Grosse Buch der Akupunktur). Der Zhen Jiu Da Cheng enthält bereits 667 der heute 670 akzeptierten Akupunkturpunkte.
Schon sehr früh entstand auch das erste Lehrbuch der Heilmassage, der „Klassiker der zehn Kapitel über Massage und Atemübungen, (Tui Na). Dieses System basiert auf denselben theoretischen Grundlagen wie Akupunktur und Kräuterheilkunde. Besonders wesentlich ist die Erfahrung, dass die inneren Funktionen des Körpers über zuordbare Bahnen und Kanäle, mit der Körperoberfläche, in Verbindung stehen. Im Wissen, um diese Zusammenhänge, können durch die Behandlung bestimmter Punkte und Zonen, auf der Körperoberfläche, innere Funktionen beeinflusst, und Organe ins Gleichgewicht gebracht werden. Tui Na kommt auch heute noch in der traditionellen chinesischen Medizin, ein hoher Stellenwert zu. Angewendet wird sie vor allem bei sensiblen und nadelempfindlichen Patienten, sowie bei Kindern. Auch bei anderen Beschwerden, und Dysfunktionen, die auf Akupunktur und Moxibustion ansprechen, kann und wird sie mit Erfolg eingesetzt.
Akupressur (Zhi Zhen Liao Fa), gilt als Teilbereich von Tui Na, wobei Finger statt Nadeln zur Beeinflussung von Akupunkturpunkten eingesetzt werden. Es  wird  in den „Vorschriften zur Soforthilfe in Notfällen" (3. Jahrhundert nach Christi) erwähnt, wo von der Behandlung eines bewusstlosen Patienten, durch Fingerdruck, auf GV 26 (Ren Zhong) berichtet wird.
Schon in der Zeit der Wei- und Jin-Dynastie (220 – 420) gab es bereits spezialisierte Tui-Na Kliniken Seit der Gründung der kaiserlichen medizinischen Akademie, zu Beginn des 7. Jahrhunderts, war Tui Na eine der gelehrten Heilmethoden, mit der insbesondere Kinder behandelt wurden.  In der Sui-Dynastie (518 – 618 n. Chr.) soll sogar ein offizielles Lehrinstitut für Massage-Behandlungen existiert haben. Bei einer der grossen Bücherverbrennungen 960– 1’279 n. Chr.), die in China immer wieder stattfanden, wurde die ganze alte Massage-Literatur vernichtet, weil sie den veränderten Anschauungen dieser Epoche nicht mehr entsprach,
Während der Ming-Zeit (1368 – 1644), entwickelte sich trotzdem, die Heilmassage für Kinder (Xiao Er Tui Na) weiter, und  zu einer eigenständigen Disziplin innerhalb der chinesischen Medizin, da die chinesischen Ärzte schon sehr früh erkannt hatten, dass sich Kinder physiologisch, anatomisch und energetisch, von Erwachsenen unterscheiden. Akupunkturpunkte und Meridiane haben bei Kindern nicht im gleichen Ausmass Gültigkeit. Darum entwickelte sich ein spezielles Repertoire von Punkten und Behandlungstechniken für Kinder, das sich von Akupunktur und Massagemethoden für Erwachsene unterscheidet.

Die chinesische Medizin kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die erste schriftliche Äusserung zur Medizinethik, sind allerdings erst aus dem siebten Jahrhundert überliefert und stammt von einem Arzt namens Sun Simiao. In seinem Werk ,Die tausendfach goldwerten Rezepte', forderte er in einer berühmten Abhandlung ,zur absoluten Aufrichtigkeit grosser Ärzte', die als der chinesische hippokratische Eid bezeichnet wird.  Ein Arzt müsse vor allem den Sinn für Mitgefühl, und Mitleid entwickeln, er müsse sich zur Rettung jeglichen Lebens verpflichten, er müsse alle Patienten unter gleichen Voraussetzungen behandeln, und dürfe nicht nach Reichtum streben.
Im dreizehnten Jahrhundert hat ein anderer Arzt, Zhang Gao, in seiner Schrift, ,Über die Heilkunst', zwölf Anekdoten als Beispiele für die Honorierung guter oder schlechter ärztlicher Dienste aufgeführt. Drei Jahrzehnte später hat ein Arzt am kaiserlichen Hof, Gong Xin, darauf hingewiesen, dass ein Arzt, den Sinn für Menschlichkeit, und Gerechtigkeit, in seinem Herzen habe, und nicht nach eigenem Gewinn streben solle. Sein Sohn, ebenfalls Arzt am kaiserlichen Hof, namens Gong Tingxian, hat ,Zehn Maximen für Mediziner' in seinem Werk ,Zurück zum Leben aus tausenderlei Krankheit' niedergelegt. Er wiederholte, die von seinem Vater geäusserten Warnungen, und legte der Beherrschung der Prinzipien des Konfuzianismus besonderen Wert bei.
Im gleichen Tenor schrieb im siebzehnten Jahrhundert, Chen Schigong. Seine „Zehn Maxime“ für Mediziner' und ,Fünf Mahnungen an Mediziner'. In seinem ,Lehrbuch der Chirurgie'., ging es mehr um ethische Fragen im Umgang mit Kollegen, und weiblichen Patienten. Im neunzehnten Jahrhundert forderte Huai Yuan, in seinen Buch, ,Mahnungen an Mediziner', den Arzt dazu auf, in sich selbst Mitgefühl und Mitleid zu aktivieren, sich selbst zu lieben und zu achten, aber hoffnungslose Fälle aufzugeben.

Seit Jahrhunderten definieren Ärzte und Gelehrte, die chinesische Medizin, als eine Heilmethode, die auf den „Prinzipien der Physiologie und Allgemeinmedizin, sowie aus Behandlungsstrategien, Rezepturen und Drogen (li, fa, fang, yao)“ gründet.  So arbeiten chinesische Ärzte, seit Jahrtausenden, mit dem Begriff der „Krankheitsmuster“. Diese stellten jedoch nie Syndrome dar, die mit Standardrezepten zu behandeln waren. Muster waren vielmehr Komplexe von Symptomen, und Zeichen, die es dem Arzt ermöglichten, die Erkrankung als Prozess zu verstehen, und auf die Entwicklung dieses Prozesses Einfluss zu nehmen. Dabei verstanden sich Ärzte bewusst als Strategen, die ähnlich wie ein Feldherr, flexibel, auf eine sich stets verändernde Gefahr reagieren mussten. Diese Sichtweise erklärt auch die besondere Betonung von „Behandlungsstrategien“.
Schon 1220 n. Chr. schreibt Wang Zhizhong, das zhenjiu zishengjing, (Klassiker der Abhandlung mit Akupunktur und Moxibustion). Darin fasst er dass bis dahin bekanntes Wissen über Akupunktur und Moxibustion zusammen. 1’341 erschien dann die “Darstellung der 14 Hauptmeridiane” und etwa zweihundert Jahre später, die “Untersuchungen über die acht Sondermeridiane, beides Lehrbücher, deren Aussagen bis heute Gültigkeit besitzen.
Das Shi si jing fa hui (Erweiterung der vierzehn Meridiane) 1341, von Hua Shou (Hua Boren) veröffentlicht, beschreibt den Verlauf der 12 Hauptmeridiane, sowie des Ren, und Du Mai’s, und sonstige Information zu den Akupunkturpunkten. Im Jahre 1530 wurden die “Fragen und Antworten zu Akupunktur und Moxibustion” gedruckt. Im Jahre 1578 erschien das „Handbuch zur chinesischen Materie Medica", in dem die bislang bekannten 1872 Kräuter und über 10 000 Rezepturen, neu systematisiert, und zusammengefasst wurden. 1642 erschien, als Ergänzung des differentialdiagnostischen Werks, “über kälteinduzierte Krankheiten”, von Zhang Zhong Jing,, die Abhandlung über die “Verbreitung von Fieberkrankheiten”. Im 16. Jahrhundert bildete sich  auch eine eklektische Tradition heraus, die „Kompromiss“ Schule zue zuong, die  aus  den vorhandenen Denkansätzen, und  Praktiken, das  brauchbar  Erscheinende auswählte. Stark  beeinflusst  waren  die  Autoren dieser Schule vom Ben Cao Gang Mu. Diese waren bestrebt dem Praktiker hilfreiche Literatur an die Seite zu stellen. Schon früh verfasste der Arzt Li Shi-zhen den Ben Cao Gang Mu (Materie Medica). Im Ben Cao Gang Mu wurden ungefähr 2000 Arzneimittel nach der Theorie der TCM beschrieben und  klassifiziert.
Die eklektische Schule, ist die erfolgreichste Einzeltradition der ganzen ben cao  Literatur. Hier entstanden die populärsten Werke für die Praktiker der Medizin. Ein Vertreter dieser Richtung war Li Zhong-zi, zur Zeit der Ming- Dynastie. Milz, Magen und Nieren waren für ihn die wichtigsten inneren Organe. Er führte die  Begriffe  „Wurzel der späten Tage“ für die Milz, und „Wurzel der frühen Tage“ für die Nieren ein. Er  veröffentlichte 1759 ein Rezepturbuch Diese Schrift soll zu einem  wesentlichen  Teil  aus  den  gesammelten  Erfahrungen eines wandernden Landarztes bestehen. In den mehr als 1000 Vorschriften, umfassenden Werk, ist die Anwendung von  Arzneidrogen,  die  wichtigste Therapie, daneben empfahl der Autor auch Banntechniken, Akupunktur und Moxibustion, Atmungsverfahren, Pflaster und Waschungen.

Die Leitbahnen, und ihre Nebengefässe, sind das anatomisch, energetische Gerüst, für verschiedene Richtungen der chinesischen Medizin, insbesondere Qigong, Akupunktur und Tuina. Im Mittelpunkt der physiologischen Vorstellungen stehen die Leitbahnen, die  den  ganzen  Körper  durchziehenden, sowie
die inneren  Organe.
Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Meridiane durch das Organ, nach dem sie benannt sind, hindurchlaufen. Vielmehr muss zwischen einer innerlichen, und einer äusseren Verbindung, differenziert werden. Innerlich sind die Meridiane, und die Organe miteinander verbunden. äusserlich befinden sich die Meridiane unter, oder knap über der Haut. Dabei ist ihr Verlauf symmetrisch, wobei die Wirbelsäule als Symmetrieachse angenommen werden kann. Auf beiden Körperhälften finden sich identische Meridianverläufe.
Nach der Tradition gibt es im menschlichen Körper insgesamt 14 Meridiane, von denen 12 Meridiane einzelnen Organen zugeordnet werden, von denen sie auch die Namen übernehmen. Dabei ist der Begriff "Organ" nicht nur im herkömmlichen Sinn zu verstehen: So ist der Dreifachwärmer-Meridian für das Atemsystem, die Verdauung, und für den Genitalbereich zuständig. Die beiden Meridiane, die nicht einem Organ zugeordnet werden, sind der Lenkergefäss- Meridian, (Kontrolliert die Yang-Organe) und den  „Konzeptionsgefäss-Meridian“ (kontrolliert die Ying-Organe).
Jing  dient der  Verbindung  der  inneren  Organe, sowie dem Transport  äusserer,  und  innerer  Einflüsse. und  Ausstrahlungen. Die inneren Organe werden in „Speicher“ zang,  und „Paläste“, (d.h. Verbrauchszentren „fu“)  unterschieden.  Sie  sind  nach  dem  Muster  des  Staatsaufbaus eines  Kaiserreiches,  hierarchisch  gegliedert  und  für  die Verarbeitung  und  Speicherung  der  aufgenommenen  Einflüsse  zuständig.;  Dem  Herzen  kommt  eine  Herrscherfunktion zu. .  
Nach  dem  System  der Fünf Wandlungsphasen, wird jedem inneren Organ eine Leitbahn, sowie Sinnesorgane,  und  Gewebe  zugeordnet.  Die  inneren  Organe  stehen  in  einer  Beziehung des  Erzeugens,  und  Kontrollierens zueinander. Strukturen  und Funktionen des Organismus, sowie innere  und äussere Einflüsse aller Art,  beispielsweise,  Farben,  Gerüche,  Geschmäcker  und  Emotionen,  wurden  in  die  Entsprechungssystematik, der Yin-Yang  und Fünf Wandlungsphasen Lehre eingeordnet.  
Krankheiten  entstehen,  wenn  es  in  den  Speichern  und  Palästen,  zu   Leere-  oder  Füllezuständen, oder zur  Bildung  von  Hindernissen  in  den  Leitbahnen kommt. Als  Ausgangspunkt  jeder  Krankheitsentwicklung, wurde  ein  Leerezustand,  eines  inneren  Organs  angesehen.  Als  häufigste  Ursache  hierfür  galten  übermäßige  Emotionen.  Äussere  Einflüsse, oder die  Einflüsse eines anderen inneren  Organs, können  nur  beim  Vorliegen einer Leere,  eine  Krankheit verursachen. Derartige  Krankheitsbilder wurden als  Füllezustände definiert.
Da Krankheiten, nach dem Huangdi Nei Jing, vor allem durch einen falschen Lebenswandel  bedingt  sind,  eröffnete sich die  Aussicht durch eine  Lebensführung  entsprechend dem „rechten“ Lauf der Dinge, die Gesundheit zu erhalten.  Im  Krankheitsfalle konnte man umgekehrt über die genaue Beobachtung, der  nach der Entsprechungssystematik assoziierten Strukturen,  und  Funktionen des  Organismus,  Disharmonien der inneren Organe, und der Leitbahnen feststellen, und  entsprechend behandeln. Das  Huangdi  Nei  Jing  nennt  als  einzige,  in  das  Konzept  der  Entsprechungsmedizin integrierte  Therapien,  die  Akupunktur  und Moxibustion;  weniger  als  zwölf  Drogennamen  werden genannt.

Ein wichtiges Konzept, in der Chinesischen Medizin, ist das Ming Men= das Lebenstor. Ming Men stellt eine Grundlegende, energetische Struktur dar, einem himmlischen Auftrag vergleichbar, der unser Leben begleit, und auch unseren Tod festlegt. Schicksalhaft werden wir durch Ming Men geboren, gnadenlos, sterben wir, wenn das letzte Quäntchen Essenz verausgabt ist. Es liegt nun an uns, ob wir unsere Lebensspanne, vollständig erfüllen, oder frühzeitig sterben, durch exzessive Verhaltensweisen, die das Jing vorzeitig verbrauchen.
Es ist nicht Zufall, dass in einem der ältesten chinesischen Klassikern, dem Buch der Riten Li Ji, steht, dass unter dem Glück, das dem Menschen verheissen ist, auch steht, dass er einen Tod findet, der das Leben krönt, seinen Tod.  Und dass unter dem Unglück, das den Menschen bedroht, das schlimmste, ein unzeitiger Tod ist, ein Tod, der das Leben zerreisst, statt es zu vollenden.
Ming Men= das Lebenstor, ist im Klassiker der Schwierigkeiten, dem Nanjing, (ca. um die Jahrhundertwende), erstmals entwickelt, und dargestellt worden. In einem kurzen Kapitel werden verschiedene Konzepte  vom Verfasser des Nanjing dargelegt, die den dogmatischen Verfechtern, des originalen Medizin-Klassikers, Neijing, bis heute viel Kopfzerbrechen bereitet haben.
Im 36. Kapitel heisst es: "Jedes der Zang-Organe ist einzeln vorhanden, nur die Nieren sind doppelt. Wie kommt das? Es ist folgendermassen: Die zwei Nieren, sind nicht beides Nieren, sondern nur die auf der linken Seite, ist die Niere. Das Organ auf der rechten Seite heisst Ming Men, das Lebenstor. Ming Men ist der Ort, an dem das Jing Shen zuhause ist. Es ist der Ort, an dem das Yuan Qi verankert ist. Beim Mann, ist hier der Samen gespeichert, bei der Frau der Uterus. Also weiss man, dass es nur eine Niere gibt!"
Weder in den Schriften, des Lingshu, noch im Suwen sind Hinweise, auf eine Zweiheit der Nieren zu finden. Hier ist Ming Men, nur ein anderer Ausdruck, für den Punkt Bl 1 Jing Ming.
Das Yi Xue Ru Men, lokalisiert das Ming Men klarer: "Zwischen den Nieren und innerhalb der weissen Membran, (der Faszien), gibt es einen kleinen Punkt, mobiler Energie; es hat nur die Grösse einer Sehnenspitze, und regt doch die Qi-Umwandlung im ganzen Körper an! Es erhitzt den San Jiao, (/dreifachehrwärmer), verdampft und wandelt Wasser und Getreide um. Wehrt nach aussen hin, die sechs äusseren pathogenen Faktoren ab, und reguliert, im Inneren, alle Angelegenheiten.
Im Laufe der Jahrhunderte, hat sich sogar, noch eine dritte Theorie gebildet, welche die linke Niere als Wasser-Niere, die rechte als Feuer- Niere definiert und Ming Men, das Lebenstor, in der Mitte beider Nieren lokalisiert.

Ming: ist der Wille des Himmels, eine Verfügung, Schicksal, Bestimmung und bezeichnet die festgelegte Lebensspanne. Ein Herrscher spricht und gibt seinem Untergebenen einem Befehl. Er bekräftigt dies mit einem Siegel: ein durchgebrochenes Jadestück, von dem er die andere Hälfte, zur späteren Einforderung der Schuld zurückhält. So diktiert der Wille des Himmels, dem Menschen, sein Schicksal zwischen Himmel und Erde.
Men das: Tor, auch als Tür, Eingang, Öffnung, Ventil: Familie, Klasse, oder Kategorie..  Das Schriftbild ist eine zweiflügelige Schwingtür, die nach beiden Seiten geöffnet werden kann. Es ist das 169. Radikalzeichen, in der Chinesischen Schrift. Kaum einem anderen Schriftzeichen, ist das Bildhafte, der chinesischen Zeichen, so klar erkennbar, wie  Men = das Tor. Es kommt in vielen Punktenamen vor und bezeichnet immer einen ungehinderten, Ein- und Ausgang für etwas. Das Schicksal ruft den Menschen ins Leben, legt seine Lebensspanne fest, und bestimmt seinen Todeszeitpunkt. Man könnte Ming Men, als den natürlichen Eingang zum Leben, und den Ausgang in den Tod  bezeichnen. Den Lebensspender und Todesboten.
Ming Men, ist das Tor der Vollmacht des Himmels, und die Empfangsstelle, für den himmlischen Auftrag, der Fortpflanzung. Durch dieses Tor wird der Mensch ins Leben gerufen. Diese Vollmacht, für die irdische Existenz, enthält alle Einzelheiten des Lebensloses, oder des Karma, wie die Buddhisten sagen
Am Anfang, bevor sich ein Körper manifestiert, zu der Zeit, wo Vater und Mutter sich gerade vereinigen, verlässt, der männliche Same dieses Tor (beim Mann), und empfängt, die weibliche Eizelle, durch dieses Tor, (bei der Frau). Wenn der Fetus vollständig ist, wird er ebenfalls durch Ming Men geboren. Ming Men ist der Ort, an dem die ursprüngliche Vitalität des Menschen, verankert ist. Ming Men, ist die erste Struktur, die sich im Keim entwickelt. Es ist das Tor, durch das unser Yuan Qi, ein- und ausgehen kann, um die embryonale Entwicklung zu organisieren.
Ist der Anfang gesetzt, darauf folgen als Koordinatoren, die acht ausserordentlichen Gefässe. Man nennt sie auch "wundersame Gefässe", weil sie, als Ursprünge der Embryonalentwicklung fundieren. Als grosse Strassen, für das Yuan Qi, bilden sie die treibende Kraft, für die Gestaltung des Embryos, Neben der Formation, der Ur-Strukturen, werden über sie, die Impulse, für die Differenzierung, der Feinstrukturen des Embryos gesetzt.  
Es sind acht Gefässe, weil die Zahl „acht“ (8), die magische Zahl, für die Inkarnation des Geistes, im materiellen Körper steht. Sie bedeutet die Verewigung der Geburten, und Wiedergeburten, Die Zahl „acht“, ist das Emblem, für die Organisation der Essenzen, in der Tiefe des Mikrokosmos, ebenso, wie für die Zerstreuung der „acht“ Winde, im Makrokosmos. Die liegende „acht“, ist das mathematische Zeichen für die Unendlichkeit. Die 8 Trigramme des I Ging  (Yijing), stellen die Zeichen des ewigen Wandels dar.
Zwischen Konzeption, und Geburt, vollzieht sich die embryonale Entwicklung, als Übergang zweier Daseinsformen. Die des Vorhimmels, als Möglichkeiten, der angeborenen Energien, und die des späteren Himmels, als tatsächliche Manifestation, einer polaren Wirklichkeit nach der Geburt. Das Bindeglied beider Daseinsformen sind eben diese acht Gefässe

Es gibt über den zeitlichen Ablauf, des Auftretens, und Wirkens, der einzelnen „Wundergefässe“, in den chinesischen Medizinklassikern, verschiedene Theorien. Alle basieren jedoch, auf der Anordnung, der vorhimmlischen Ordnung, der 8 Trigramme, nach Fu Xi, wie sie ursprünglich, im Buch der Wandlungen I Ging, formuliert wurde: "Von den acht Trigrammen“ her, lässt sich der Prozess, der Qi-Umwandlung des Embryos erkennen.
Das ursprüngliche Qi der Essenzen (Yuan Qi), verlässt, durch das Ming Men, die höchste Einheit (Tai Yi), und manifestiert sich, als Chong Mai individuell, und doch Allumfassend, im Kopfe, als ursprünglicher Geist , (Yuan Shen). Das höchste Eine, polarisiert sich in Zwei. Du Mai, für das Ur-Yang. Ren Mai, für das Ur-Yin. Beide entfachen den himmlischen Kreislauf, und lassen Feuer und Wasser, „Kan und Li“, im Embryo zirkulieren.
Damit sich die Polarität, von Oben und Unten, vollenden kann, braucht es „Dai Mai,“,der den noch eiförmigen Corpus, in der Mitte, wie ein Gürtel einschnürt, und teilt. Die erste, und wichtigste Differenzierung ist nun vollzogen, der Raum ist aufgeteilt, für weitere,, feinere Ausbildungen, des Körpers. „Chong“, „Du“, „Ren“ und „Dai Mai“, formen in dieser Reihenfolge, die Grundlegende Gestalt des Embryos, und werden deshalb, als "Wundergefäße der ersten. Generation“ bezeichnet. Um ihre Aktivitäten, im begrenzten Raum, überall ausüben zu können, brauchen die "Wundergefäße der 1. Generation“, zusätzliche Bahnen, deren Verzweigungen, sich in die Peripherie, ins tiefste Innere des Embrios erstrecken..  
So entstehen die "Wundergefässe“, der zweiten. Generatio“, Die „Wie“- und „Qiao Mai“ Gefässe. Das Yang, will sich nach oben und aussen bewegen, „Yang Qiao Mai“, setzt es in Bewegung. Das Yang muss seine Grenzen finden. „Yang Wi Mai“ setzt sie, in Form eines flexiblen energetischen Netzes. Das Yin will nach Unten, und Innen, gehen. Strukturen bilden, und nähren. „Yin Qiao Mai“, gibt ihm die Führung; das Yin muss sich sammeln, ernähren und die Formen erhalten; „Yin Wei Mai“, hält es in Form eines dichten struktiven Netzes, im Inneren fest.  Was hier auf der embryonalen Ebene stattfindet ist die Fundierung des Menschens in seiner Entwicklung des „Vorhimmels“ (Xian Tian).
In der Anfangsphase der Entwicklung ist der Fötus, im 1. Monat, nur ein bisschen Yang Qi. Dies ist der Ursprung des Lebensprozesses, „Qian“, der dem „Chong Mai“ entspricht. Im 2. Monat, wandelt sich das Qi, in Flüssigkeit um, was „Dui“ und dem „Du Mai“ entspricht. Im 3. Monat, vermischen sich Qi, und Flüssigkeiten, und  bilden Hitze, was „Li“ und dem „Ren Mai“ entspricht, Im 4. Monat beginnt der Fötus sich zu bewegen, im Einklang mit „Zhen“ dem Donner, und „Dai Mai“, dem Gürtelgefäss.
Im 5. Monat ,beginnt der Fötus, seine eigene embryonale Atmung, zusammen mit der mütterlichen Atmung,  Sun“ und dem „Yang Wei Mai“. Im 6. Monat, wird das Fruchtwasser ausreichend,; dies entspricht „Kann“ und dem „Yang Qiao Mai“ Im 7. Monat, entwickeln sich Magen und Eingeweide, entsprechend„ Gen“ und „Yin Wei Mai.; Im achten. Monat, werden Muskeln, Fleisch und Bindegewebe geformt. Dies entspricht „Kun“ und dem „Yin Qiao Mai“.
Nach der Geburt treten die Wundergefässe, in ihrer Aktivität zurück, und überlassen es dem Nachhimmel, (Hou Tian), für das Wohl des Individuums zu sorgen.  In der Tiefe wachen die „Qi Jing Ba Mai“,  jedoch weiterhin, über die Gesundheit, und treten immer dann in Aktion, wenn das Leben ernsthaft gefährdet ist. Durch das Öffnen ihrer Schlüsselpunkte können wir ein gewaltiges Potential an Qi, Blut, Yin oder Yang freisetzen, um Grundlegende Schwächen und Leerezustände zu beheben. Die abschliessende Nadelung, der Kopplungspunkte bewirkt, das sich dieser Prozess, massvoll vollzieht, und einen Abschluss findet

Der Mensch steht zwischen Himmel und Erde. Die Einheit, und Harmonisierung, dieser drei Mächte, ist das immerwährende Ziel, der Lebenspflege, und Gesundheit, in der chinesischen Medizin. Ihre Verflechtungen, sind bis ins Detail beschrieben. So wie am Himmel, Sonne, Mond und Sterne, das Licht, und das Yang darstellen, gibt es auf der Erde, Berge, Täler, Flüsse und Meere, die als Resonanzkörper, und Yin-Substanzen fungieren.
Jing, wurde ursprünglich, durch ein Piktogramm repräsentiert, das einen verborgenen Wasserweg darstellt. Im Zusammenhang, mit Leitbahnen, wird diesem graphischen Symbol, noch das Zeichen für Seide vorangestellt. Ein Seidenfaden, ist lang und fein. Die Leitbahnen sind, wie lange, feine Wasserwege, die unter der Oberfläche verborgen sind. Leicht abgewandelte Versionen, dieses Zeichens, die aber genauso ausgesprochen werden, bezeichnen den Stängel einer Pflanze, oder einen Weg, durch das Gebirge. Leitbahnen sind anatomisch nicht zu sehen. Sie sind jedoch, wenn man das embryologische Modell, zugrunde legt, histologische Realitäten. Leitbahnen sind Narben der embryologischen Entwicklung. Alle Zellen mit gleichem histologischen Ursprung reagieren gleich. Das bedeutet es ist nicht egal, welchen Punkt man Nadelt
Unser Körper besteht aus vielen Trillionen Zellen, die aus einer astronomischen Zahl, von verschiedenen Molekülen, aufgebaut sind. Wie kann diese riesige Menge von grundverschiedenen Molekülen und Zellen, so perfekt, als Einheit funktionieren? Wie wird diese Energiebewegung koordiniert? Wie kann man die grosse Empfindlichkeit, gegenüber speziellen schwachen Signalen erklären? Und wie erklärt sich die Tatsache, dass auch Organismen, ohne Nervensystem, als Einheit reagieren?
Die Antwort könnte im Bindegewebe liegen, das den Raum zwischen den Organen ausfüllt. Dieses Bindegewebe, besteht aus Flüssigkristallen, und ist weit mehr, als nur Schutz und Verpackung. Es genügt schon, ein extrem schwaches, elektromagnetisches Signal, oder eine kleine mechanische Störung, um einen Protonenfluss, auszulösen, der sich durch den ganzen Körper bewegt, und damit ein ideales Kommunikationsmittel darstellt [Mae-Wan Ho].  Damit wären die sogenannten Luo- Gefässe, nicht nur, wie oft beschrieben, mit feinen Blutgefässen, und Kapillaren, gleichzusetzen, sondern auch mit dem Bindegewebe als Ganzem. Dies würde auch die Vorstellung von einem Netz unterstützen. Schliesslich finden wir im Menschen, die Erscheinungen von Himmel und Erde ebenfalls wieder. Wie in einer mikrokosmischen Landschaft, präsentieren sich alle Phänomene der Natur, im Menschen wieder.
In der praktischen Konsequenz ist das Ziel, der therapeutischen Arbeit am Patienten, die Zusammenführung, dieser drei Welten, Himmel, Erde und Mensch, indem wir ihrem Bindeglied Qì, die vitale und gerichtete Kraft, zu einem freien Fliessen verhelfen. So kann, eine Verschmelzung stattfinden und wirkliche Gesundheit, tritt ein.

Ein fundamentaler Gedanke der Chinesen, definiert alles Leben, als einen Qi-Fluss. Wo das Qi fliesst, ist Leben. Wo kein Qi fliesst, ist Tod. Nur wenn das Qi, ununterbrochen fliesst, ist ein Körper gesund. Jede Störung im Qi-Fluss, führt zu Krankheiten. Das Q, /Lebensenergie)i, fliesst systematisch als Kreislauf, von der Lunge, durch die Meridiane. Der Energiefluss dauert 24 Stunden lang. Die chinesische Uhr zeigt, wie die Energie, in unserem Körper fliesst. Wenn bei der Akupunktur, die Haut, mit einer Nadel gestochen wird,, ist es das Ziel, dieser Behandlung, einen ungehinderten Qi-Fluss zu erreichen. Wenn dem Therapeuten, dies nicht gelingt, ist die Akupunkturbehandlung ohne Erfolg.
Die Meridiane, sind die Energiebahnen, in denen das Qi fliesst. Auf den Meridianen findet man unterschiedlich viele Akupunkturpunkte, die man sich bei der Behandlung von Krankheiten zu Nutze machen kann. Qi fliesst nur dann harmonisch, zwischen den Welten, wenn unser Körper, unser Geist, und unsere Seele, offene Kanäle haben. Wir kennen das Leid, und den Schmerz einer Blockierung auf vielen Ebenen. Körperlich als Schmerz, Verspannung, Taubheit. Oder strukturelle Missbildungen. Geistig als blockierte, fixe Ideen, die uns in Sackgassen, elitärer Denksysteme führen.; Emotional erleben wir, den kranken Menschen, in seinen Gefühlen festgefahren, oder verkümmert;  Seelisch blockiert, finden wir den vereinsamten Menschen, der den Glauben an sich, und der Menschheit verloren hat, und misstrauisch,. voller Vorurteile, lebendige Begegnungen nicht mehr zulassen kann.
Der Zugang, zu diesen Blockierungen, sind die Leitbahnen, und Gefässe, der traditionellen Akupunktur. Über das Öffnen der blockierten Verbindungswege, zwischen Himmel, Mensch, und Erde, können wir den freien Qi-Fluss, wiederherstellen. Durch die Einschaltung der Wundergefäss,e wird das Jing, wieder "eingesammelt" und zur Niere, als Speicher, zurückgeführt.
Als ob geheime Schleusen geöffnet werden, kann über die Aktivierung der Wundergefässe, ein grundlegender Mangel, behoben werden. Die Veränderung, ist für den Therapeuten, besonders am Puls erkennbar, der sich qualitativ verbessert. Der Patient empfindet eine Behandlung, über die Wundergefässe, oft als so gravierend, dass er ein völlig neues, lange nicht mehr gehabtes, Lebens- und Glücksgefühl empfindet.

Chongzhen, (* 6. Februar 1611; † 25. April 1644),, war der sechzehnte, und letzte chinesische Kaiser der Ming-Dynastie.  Er regierte von 1627, bis 1644, über China. Chongzhen wuchs recht unbekümmert auf, denn er war nur ein jüngerer Sohn des Kaisers Taichang, und beteiligte sich nicht an den Intrigen, und dem Netz, aus Betrug und Korruption, um seinen Bruder Tianqi. Mit siebzehn folgte er seinem Bruder, 1627, im Amt, des Kaisers nach, und eliminierte als erstes den machtgierigen Eunuchen Wei Zhongxian, und alle seine Anhänger.
Im Gegensatz, zu seinem Vorgänger, versuchte Chongzhen, allein zu regieren, und ernsthaft, die Probleme seiner Dynastie zu lösen. Doch die völlig  leeren Staatskassen machten seine Bemühungen weitestgehend zu Nichte. Seine Edikte wurden nicht umgesetzt, da weite Teile der Bürokratie handlungsunfähig waren, oder in einigen Provinzen, gar nicht mehr bestanden. Fähige Minister, die seine Reformen unterstützt hätten, fand er nicht, so dass wichtige Posten, mit schwachen Personen besetzt blieben.
Chongzhen, zeigte sich zunehmend frustriert, von der Trägheit seiner Unergebenen, und misstraute seiner Umgebung immer mehr, was ihn zu harten Strafen, gegenüber Illoyalität trieb. Dabei unterlief ihm der Fehler, den äusserst fähigen Oberbefehlshaber, der nördlichen Grenztruppen, Yuan Chonghuan, hinrichten zu lassen, obwohl die Anschuldigen gegen diesen, unbegründet waren. Als Reaktion darauf, lief dessen gesamte Armee, zu den Mandschu über (ünter Hong Taiji). Fortan gab es keinen General mehr, der talentiert genug war, die Mandschu im Norden zurückzuhalten. 1638 eroberten sie den Vasallenstaat Korea, und auch Tibet erkannte die Oberhoheit Chinas nicht mehr an. Das gesamte aussenpolitische Geflecht, der Ming in Ostasien fiel auseinander.
Der Chongzhen-Kaiser sah sich ebenfalls, mit einem zusammenbrechenden Reich, im Inneren konfrontiert. China profitierte, einst im hohen Masse, von den europäischen Kolonien, in Amerika. Das dort abgebaute Silber, floss zum grössten Teil nach China, um dort Luxusgüter, für den europäischen Markt zu kaufen. Mit dem Ausbruch des Dreissig jährigen Kriegs, in Europa, versiegte diese Quelle jedoch, da das Silber, für den Krieg in Europa gebraucht wurde. Das schädigte die chinesische Wirtschaft nachhaltig. Ganze Industriezweige brachen zusammen, durch die folgende Silberhortung entstanden nun Inflation und Massenarmut.
Im Jahre 1622, hatten dann, ständige Aufstände der Sekte, „Vom weissen Lotos", das Ende der Ming-Dynastie einlgeitet. Die Kleine Eiszeit, kam als Wetterphänomen, erschwerend hinzu. Feuchte und ungewöhnlich kalte Sommer, und Winter, führten 1627-28,  zu Ernteausfällen, gefolgt von Hungersnöten. Durch den staatlichen Finanzmangel, fielen praktisch alle grösseren Bewässerungs- und Flutkontrollprojekte aus. Die Lage der chinesischen Bauern wurde immer kritischer.

Es kam zu Bauernaufständen, die ab 1636, von zwei Männern organisiert wurden und 1641, unter Li Zicheng (1606-45), den Sturz der Dynastie, zum Ziel hatten.  Bauernaufstände loderten im ganzen Land auf, aber es gab kaum Truppen, zu deren Niederschlagung. Die Chinesen, rufen ausländische Mandschu- Soldaten, aus der Mandschurei, ins Land, um die Ordnung wieder herzustellen. Als sich Widerstand entwickelt, und die Mandschus den Widerstand unterdrücken, konfiszieren sie Gebiete.  Der Ming-Hof, verlor nach und nach, die Kontrolle, über die Verwaltungin den Provinzen. In dieser desolaten Situation, brach nun auch noch die Pes,t in China aus, und Millionen von Menschen fanden den Tod.  
In Zentralchina, gelang es dem ehemaligen Soldaten, Li Zicheng, sich an die Spitze, der aufständischen Bauern- Armeen zu setzen. Plündernd und brandschatzend zog er durchs Land, und eroberte schliesslich, die Provinzen, Hubei, Henan und Shanxi für sich, als Machtbasis. Dort gründete eine eigene Dynastie,
Li Zicheng, beanspruchte den Kaiserthron für sich. Im April 1644 begann er eine grosse Offensive, auf Peking. Überläufer öffneten ihm die Stadttore, so dass die Hauptstad,t kampflos an die Rebellen fiel. Kaiser Chongzhen, erwachte Morgens, und forderte einen Bericht über die Geschehnisse. Doch keiner seiner Minister erschien nach seiner Aufforderung. Schnell stellte er fest, dass das gesamte Palastpersonal geflohen war. Selbst die Palastgarden waren verschwunden. Als er bemerkte, dass die Rebellentruppen, in die Außenbezirke Pekings einströmten, erkannte er, dass seine Dynastie verloren war. Chongzhen sorgte dafür, dass seine Söhne aus der Hauptstadt fliehen konnten. Danach befahl er, dem Rest der kaiserlichen Familie, Selbstmord zu begehen. Nachdem sich die Kaiserin erhängt hatte, betrank sich der Kaiser, verliess die Verbotene Stadt, und begab sich, nur von seinem Leibeunuchen begleitet, in den Jingshan Park. Dort erhängte er sich an einem Baum. Damit endete die von Kaiser Hongwu begründete, 276 Jahre andauernde, Herrschaft der Ming-Dynastie.
Im September 1644 zog der erste Qing-Kaiser, Shunzhi, aus dem heutigen Shenyang kommend, in Beijing ein. Die Ming-Dynastie hatte ihr Ende gefunden. Es begann, die letzte feudalistische Herrschaft Chinas, - die Qing-Dynastie. Die manchurische Qing-Dynastie (1644 bis 1911). war die letzte Dynastie Chinas. Die Ching-Kaiser sind autokratisch und kontrollieren fast die gesamten bürokratische Verwaltung. Ming-loyale Gelehrte leisteten gegen diese Fremdherrschaft lange Widerstand. Wie die Ming-Kaiser, und die Kaiser anderer Dynastien, sind die Ching-Kaiser, landhungrig und besetzen die Nachbargebiete, oder machen sie zu "Protektoraten". Die Quing-Dynastie bedient sich aber auch der Priester, Der Missionseifer der westlichen Priester und Pfarrer, sucht in China, Leute, die den christlichen Glauben annehmen.

China erreicht, in der Qing-Zeit, ein historisch maximales Gebiet. Mit 300 Mio. Einwohnern wird China zum bevölkerungsreichsten Land, und wohl auch zum Land mit dem höchsten Wohlstand.  Durch die Angliederung der Manchurei liegt die Grosse Mauer von China, heute nicht mehr an der Nordgrenze von China, sondern in weiten Teilen, mitten im Land. Seit dieser Zeit wurde die Grosse Mauer von China, als Verteidigungswall, weitgehend überflüssig. Jedoch lebt das Bauwerk weiter, als eines der grössten, und erstaunlichsten Bauwerke, die je von Menschen konstruiert worden sind
Da die Mandschuren, zur Verwaltung des Reiches, der Unterstützung, durch chinesische Beamte bedurften, waren sie genötigt, sich diese gewogen zu machen. Zugleich lenkten sie diese Gelehrten, durch ihre Einbindung, in gross angelegte Forschungsprojekte, von politischen Tätigkeiten ab. Im 17. und 18. Jahrhundert entstehen auf kaiserliche Anordnung hin gewaltige Enzyklopädien und Anthologien, wie das Kangxi Zidian, ein Verzeichnis aller Schriftzeichen, das noch heute verwendet wird. Qianlong liess, die Anthologie, die gesammelten Werke, der Vier Schätze erstellen, die das gesamte Schrifttum, umfassen sollte. Im Einklang, mit dem strikten, orthodoxen, Konfuzianismus, dem Qianlong sich verpflichtet fühlte, sollte durch diese Anthologie, der konfuzianische Kanon, von allem, Nichtorthodoxen, gereinigt, und ein für alle Mal abgeschlossen werden. Zusätzlich sollte am Hof eine Bibliothek entstehen, die das gesamte nötige Schrifttum umfasste, eine Art Datenbank des gesamten Wissens der damaligen Zeit.
Die Zusammenstellung, der Anthologie, und der Bibliothek gingen mit einer systematischen Erfassung und Vernichtung, unorthodoxer Schriften einher. Die selben Beamten, die Büchersammler einluden,  um Bücher zum Kopieren nach Peking zu schicken, suchten auch nach zu zensurierenden oder zu verbrennenden Büchern. Bei freundlichen Einladungen blieb es nicht. Systematisch wurden Privatbibliotheken, Buchhandlungen, Landhäuser, Eremitagen, und abgeschiedene Klöster durchsucht; alles unter dem Vorwand, seltene Bücher, für die Kaiserliche Bibliothek, zu suchen.
Diese „literarische Inquisition“, betraf jegliches Schrifttum, auch Inschriften. Gesucht wurden beispielsweise Bücher, die gegen die Dynastie gerichtet waren. Eine Anspielung genügte oft, um das Werk zu vernichten. Werke unorthodoxer Autoren wurden gänzlich vernichtet. Werke, die Beschreibungen militärischer Anlagen enthielten, oder in einem schlechten Stil geschrieben waren, wurden zensuriert. Schliesslich wurden auch Werke verbrannt, die sich mit Weissagungen beschäftigten. Mitunter war die Vernichtung total, – wenn etwa das Werk, mit den Druckstöcken, verbrannt wurde. Mitunter wurden einzelne Kapitel, oder Blätter entfernt, in anderen Fällen wurden Ausdrücke ersetzt.  Anfangs schickten südchinesische Beamte, nur gefällige Werke, an den Kaiserhof. Und sogar dort gab es Verbündete. So wurden, in diejenigen Ausgaben, der bereits erwähnten Anthologie „Die gesammelten Werke, der Vier Schätze“, wurden, heimlich kopiert. und in den Süden geschickt
Die einzige,  und erfolglose Jagd, auf einen unorthodoxen Gelehrten, im Süden Chinas, führte zu einem veritablen Aufstand der Bevölkerung, der nur mühsam unter Kontrolle zu bringen war. Wie mühsam, zeigt die Tatsache, dass Qianlong gezwungen war, die für die Hetzjagd zuständigen Beamten, aus dem Süden abzuberufen. Seither gingen die Beamten möglichst unauffällig vor, um Aufsehen zu vermeiden. Sie gaben sich, zumindest in den kulturellen und wirtschaftlichen Zentren Chinas, in Zhejiang und Jiangsu, in Buchläden als Kunden aus. Trotz aller Vorsicht blieb ihr Wirken nicht gänzlich verborgen. Es regte sich Widerstand. Ohne diesen Widerstand wäre die Quellenlage in der Sinologie noch schlechter als sie ohnehin schon ist!
Um verbotene Literatur zu retten, wurden Werke eingemauert oder ins Ausland verkauft, vor allem nach Japan, Korea, und an Jesuitenmissionare. Durch ein Dekret des Kaisers, in dem er denjenigen Beamten, die die meisten Bücher sammelten, die grössten Beförderungen versprach, erhielt die literarische Inquisition, eine ungeahnte Dynamik. Dachte Qianlong anfangs nur daran, die Schriften der Ming-loyalen Gelehrten zu vernichten, wurde nunmehr das gesamte Schrifttum der vorangegangenen 800 Jahre durchgesehen und zensuriert. Es war diese Entwicklung, die zu den verheerenden Bestandsvernichtungen führte. Die nachhaltigste Auswirkung, dieser Kulturrevolution, war jedoch die Schließung des Kanons. Neue Ansätze und Ideen entwickelten sich nunmehr ausschließlich abseits des Hofes. Zugleich wurde die Entwicklung einer eigenständigen mandschurischen Literatur verhindert.

Schon am  Beginn des 16. Jahrhunderts, setzten sich europäische Handelsgesellschaften, in China fest. 1516 gingen portugiesische Schiffe in Kanton vor Anker. Die chinesische Regierung jedoch, wollte sich abschliessen, und keine Fremden, in ihre Häfen lassen.
Die jesuitischen Missionare, waren es dann im 17. Jahrhundert, die im Versuch, das Christentum, in China zu verbreiten westliches,, vor allem wissenschaftliches Gedankengut, nach China brachten, und umgekehrt, auch die Kunde, der chinesischen Medizin, in den Westen.
Unter dem Einfluss, westlicher Ideologien, wurde Kritik an der «alten» Medizin laut. So schrieben verschiedene berühmte Ärzte, über die Fehler der Medizin. Das berühmteste Buch ist Wang Qing-ren's Yi Lin Gai Cuo  (Die Fehler des medizinischen Waldes). In Anlehnung, an das beinahe, 1500 Jahre früher entwickelte Konzept, von Kälteschaden, verfassen verschiedene Autoren, Bücher zu, Wärme-Krankheiten. (Ye Tian-shi), als einer der berühmtesten Autoren zu diesem Thema. Er veröffentlicht seine Theorien, im heute als Klassiker geltenden, „Wen Re Lun“, das Buch der Wärmekrankheiten, das ein. Ungleichgewicht,  von Geist, Emotion und Körper), als Wurzel, und Ursache des Übels ansieht..
Ein Grund,  für den Niedergang der traditionellen chinesischen Medizin, war der Buchdruck, der in China früher, als in Europa erfunden wurde. Durch die Verbreitung des Gedruckten, kam es erstmals dazu, dass eine reine Büchergelehrtheit entstand, in der Ärzte, ihr Wissen, nicht mehr an Patienten erwarben, und in der Praxis erprobten. Mehr und mehr, fragwürdige Praktikern, wurden so, in viele Bücher aufgenommen, bis hin zu magischen Praktikern, und einer Dämonenmedizin.  
Das Wissen um die krankheitsverursachende Wirkung böser  Geister,  war  für  alle  Gesellschaftsschichten, und auch für fast alle medizinischen Autoren, der Ming- und Qing-Zeit, eine selbstverständliche Tatsache. Bis zum  Ende  der  Ming-Dynastie,  gehörte  die  Beschwörungskunde zu den offiziellen Fachbereichen der Medizin. Obwohl  die  Behandlung  psychischer Probleme, auf der Grundlage der systematischen Korrespondenz, mit Akupunktur und, seit der Song-Jin-Yuan Zeit auch mit Arzneidrogen, problemlos möglich war, bemühten sich bedeutende Autoren, um eine Integration, der seit  jeher eigenständig existierenden Dämonologie, in das  Lehrgebäude der systematische Korrespondenz.  Zhang allerdings, betrachtete Dämonen, als Produkt, menschlicher Sinnesverwirrung, hervorgerufen  durch  Schädigung,  innerer  Organe,  durch  übermässige Emotionen.
Die  „an  xue“  Bewegung  des  17.  Jahrhunderts,  ist  die  letzte,  der  identifizierbaren  Traditionen,  die  mit  geistesgeschichtlichen Konzepten verbunden war. Sie basierte. auf einem einheitlichen, medizinischen Konzept Die Vertreter dieser Schule, versuchten, durch einen Rückgriff, auf die alten Klassiker, eine Antwort, auf die drängenden Fragen der Gegenwart zu  finden.
Die Song-Jin-Yuan Medizin,  wurde  als  eine  Verfälschung,  der  wahren  Inhalte  der  Klassiker,  gesehen  und  es  kam  zu   Bemühungen, die Urformen, vor allem des „Suen Nong Ben Cao,“  und des „Suang Han Lun“,  wiederherzustellen,  wobei  man  bestrebt  war,  nicht  nur  die  alten  Texten  zu   rekonstruieren, sondern praktische, medizinische Anleitungen, zu  schaffen.
1817 erlebte die Akupunktur mit der systematischen Auflistung der 361 Akupunkturpunkte auf den 14 Meridianen, nochmals einen Höhepunkt. Als letztes wichtiges Werk, erschien der “Goldene Spiegel der Medizin”, ein Kompendium der traditionellen Heilkunde, mit Schwerpunkt auf der Kräuterheilkunde,

Die erste Begegnung Chinas mit der modernen westlichen Medizin erfolgte erst in der Zeit der Opiumkriege (1839 - 1842), in dem sich die westlichen Kolonialmächte ein Tor nach China öffneten, was letztlich den Zerfall der alten chinesischen Ordnung noch beschleunigte.
Im 19. Jahrhundert erlebte China massive soziale Spannungen. Eine Folge von Naturkatastrophen in Verbindung mit vermehrtem Druck der Europäer (vor allem Englands), die Wirtschaft in den entstehenden Weltmarkt zu integrieren. Insbesondere Grossbritannien hatte ein massives Handelsdefizit mit China, aufgrund zu hohen Teeimports, mit 20 Millionen Pfund Verlust jährlich.
Der Versuch, sich gegen das (durch die westliche Industrialisierung) zunehmend übermächtige Ausland, und seine Freihandelspolitik zu wehren, schlug fehl. Großbritannien setzte im Ersten Opiumkrieg und im Zweiten Opiumkrieg das Recht durch, mit Opium handeln zu dürfen und konnte so sein Defizit ausgleichen. China musste seinen Wirtschaftsprotektionismus aufgegeben und weitere "Konzessionen" an ausländische Mächte abgeben.
Im Vertrag von Nanking 1842, wurde Hongkong, sowie weitere Vertragshäfen, an Grossbritannien abgetreten. Der Schaden an der chinesischen Wirtschaft war irreversibel. Grosse Teile der Ökonomie brachen zusammen. Massenarmut war die unmittelbare Folge. Der Taiping-Aufstand und Nian-Aufstand sowie von Russland unterstützte islamische und separatistische Bestrebungen in der Mongolei und Xinjiang, brachten die Qing-Dynastie in Bedrängnis Diese Bestrebungen konnten teilweise nur mit ausländischer militärischer Hilfe niedergeschlagen werden. Damit geriet China mehr und mehr auf das Niveau einer Kolonie. Das über zwei Jahrtausende andauernde Kaisertum war in einer schweren Krise:
Die konfuzianische Herrschaft stützt sich vor allem auf das Ansehen des Kaisers - des letzten Kaiser der Qing-Dynastie, Er mussten zu viele Gesichtsverluste hinnehmen und büsste erheblich an Prestige ein.  Nach dem Ende des Krieges, richtete die Ostindische Gesellschaft in Kanton und Makao (westliche) Krankenhäuser ein. Wurde anfänglich die westliche Heilkunst gering geschätzt, gewann sie später jedoch durch ihre oft spektakulären und augenscheinlichen Erfolge, vor allem nach der Erfindung der Anästhesie 1846 und der Erforschung der antiseptischen Verfahren 1867) immer mehr an Ansehen. Während dieser Zeit schwindet das Interesse an TCM und Qi Gong. Sie wird von modernen westlichen Ideen fast vollständig verdrängt.

In Europa wurde die Akupunkturbehandlung Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt. Die erste Erwähnung findet sich in „De utriusque Indiae" von W. Piso 1657 mit entsprechenden Beobachtungen aus Japan. Eingehender beschrieben wurde die Nadelstichtherapie dann 1683 von Willem Ten Rhyne, der als Arzt bei der Ostindischen Handelsgesellschaft tätig war, und auch den Namen „Akupunktur" prägte. Zuvor schon, im Jahre 1682, wurden theoretische Grundlagen der chinesischen Medizin von Andreas Cleyer in seinem Werk „Specimen medicinae siniacae" ausgeführt. 1816 berichtete der französische Arzt Louis Berlioz erstmals über die stimulierenden Effekte der Elektroakupunktur, die dann 1825 von Sarlandière erfolgreich zur Behandlung von Gicht und Rheuma eingesetzt wurde. Da die Akupunktur-Therapie, in das System der kausal-analytischen Wissenschaft, wie sie die Medizin ab Mitte des 19. Jahrhunderts war (und in dieser Form zu ihrem vermeintlichen Siegeszug ansetzte), nicht integrierbar war, scheiterte der erste Annäherungsversuch dieser beiden Medizinsysteme.
Durch den Verlust der Tradition  sank auch die Akupunktur in der Qing–Dynastie (1’644 – 1’840) in der öffentlichen Achtung so weit ab, dass 1822 die Abteilung für Akupunktur und Moxibustion an der Kaiserlich-Medizinischen Hochschule in Peking geschlossen wurde, da sie vom Kaiserhof, als nicht mehr angemessene Therapieform für den Kaiser erachtet wurde. Damit begann der Niedergang der Traditionellen Chinesischen Medizin, die ihren Höhepunkt vor allem in der Zeit der Ming–Dynastie (1’368 – 1’644) erlebte. Die nunmehr herrschende Orthodoxie begünstigte im 19. Jahrhundert das Interesse an Ideen aus Europa und den USA. Die kritischen Intellektuellen wandten sich von der konfuzianischen Orthodoxie ab und westlichen Ideen zu. Die Chinesische Revolution von 1911 verdankt sich auch dieser Hinwendung zu westlichen Ideen. 1911/12 schafften es bürgerliche Kräfte mit Hilfe rebellierender Truppen die herrschende Qing-Familie zu stürzen und eine Republik zu gründen. Der letzte Kaiser Pu Yi dankte am 12. Februar 1912 ab.

Nach der bürgerlichen Revolution 1911 fand die westliche Medizin eine weitgehende Verbreitung, während die traditionellen Heilmethoden immer weniger geschätzt wurden. Der fortschreitende Niedergang der traditionellen Heilkunde, zusammen mit der Kunde über die erfolgreiche Seuchenbekämpfung der westlichen Medizin, führte in China, das mit großen Epidemien zu kämpfen hatte, schliesslich dazu, dass 1914 ein Ansuchen traditioneller Mediziner auf Bildung einer eigenen Ärztevereinigung abgelehnt wurde.
Im Grunde war das Ansehen der Ärzte innerhalb der chinesischen Gesellschaft, die vor allem von konfuzianischen Beamten gelenkt wurde, immer schon relativ gering gewesen, denn die Konfuzianer sahen im Arzt lediglich einen mehr oder weniger geschickten Handwerker. Ausserdem hatten nur wenige konfuzianische Gelehrte Interesse an der Medizin. Das Wissen um die Gesunderhaltung des Körpers und die zur Heilung von Krankheiten erforderlichen Maßnahmen und Mittel blieb deshalb vor allem eine Angelegenheit der Familien. Es wurde als Geheimwissen vom Vater auf den Sohn oder vom Meister auf den oder einige wenige Schüler weitergegeben und kaum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

1916 zerfiel China in eine Reihe einzelner Territorien. Militärführer, sogenannte Warlords, hatten in ihnen die Macht und führten gegeneinander Krieg. 1923 schlossen die Nationalpartei (KTM) und die 1921 entstandene Kommunistische Partei (KP) ein Bündnis, um gemeinsam gegen die Warlords vorgehen zu können. Doch schon bald brach das Bündnis wieder und der Bürgerkrieg gegen die Warlords ging in einen Bürgerkrieg zwischen KTM und KP über. 1931 nutzte Japan die Wirren in China und besetzte die Mandschurei.
Mit dem Aufkommen der Rivalität zwischen der Kuomintang-Regierung und der Kommunistischen Partei wird ab 1930 auch die Geschichtsforschung in China politisch stark gefärbt. Die Kuomintang-Regierung unter Tschiang Kaischek pflegt die dogmatische und obrigkeitshörige Lehre des Konfuzius, während sie das Werk des Laotse als reine Legende abtut. Die Kommunisten um Mao Tsetung versteifen sich im Gegenzug auf Laotse als anti-feudalistischen und atheistischen Ur-Kommunisten - man glaubt es kaum und versuchen, Laotse als historischen Lehrer des Konfuzius nachzuweisen. Die Diskussion wird mit viel Polemik geführt, bringt aber keine neuen Erkenntnisse.
Als ein «Überbleibsel der feudalen Zeit» wurde die Traditionelle Chinesische Medizin in der nunmehr von westlichen Ideologien regierten Republik China im Jahre 1929 beinahe ausgelöscht. Der Antrag auf ein endgültiges Verbot der traditionellen Heilmethoden wurde erst 1929 in Anbetracht einer massiven Protestbewegung des Volkes und den praktizierenden Ärzten abgewiesen. Diese Proteste rettete die TCM vor einem formellen Verbot. Die offizielle Geringschätzung der Traditionellen Chinesischen Medizin, die gleichsam als unwissenschaftliche Kurpfuscherei betrachtet wurde, jedoch blieb noch lange.

Zu einem Umschwung im Verhältnis zwischen westlicher und fernöstlicher Medizin kam es in Frankreich dann durch Soulie de Morant, der nach dreissigjährigem Studium in China (1901 - 1931) erstmals wesentliche Bausteine des theoretischen Hintergrundes und eine ansatzweise Darstellung der chinesischen Physiologie und Diagnostik nach Europa brachte. Seither hat sich die Traditionelle Chinesische Medizin mehr und mehr verbreitet.
Anfangs waren es vor allem die Akupunktur und Moxibustion, aber auch chinesische Gesundheitstechniken wie Tai Chi und Qi Gong, die einen breiten Bekanntheitsgrad erlangten. Die Akupunktur war es dann auch, die als erstes Teilgebiet der alten chinesischen Heilkunde ärztliche Anerkennung erhielt, wenn auch vielfach von ihren traditionellen Grundlagen "gereinigt"
In Österreich ist es vor allem auf Professor Johannes Bischko zurückzuführen, dass die Akupunktur als ärztliches Heilverfahren anerkannt wurde. Gleichzeitig und ergänzend dazu beginnen nun auch mehr und mehr die anderen Teilgebiete der TCM, wie beispielsweise die Kräutertherapie und die traditionelle chinesische Differentialdiagnostik, an Verbreitung zu gewinnen und in den Heilberufen integriert zu werden.

1937 begann dann der zweite Chinesisch-Japanische Krieg, bei dem es Japan vor allem darum ging, sich für die eigene Industrie, die Bodenschätze Chinas zu sichern. Der Druck Japans führte dazu, dass sich die zwei grossen Parteien, die sich kurz vorher noch in einem Bürgerkrieg bekämpft hatten, wieder zusammenschlossen. Der Krieg gegen Japan endete allerdings erst, als Japan 1945 kapitulierte, denn selbst mit vereinten Kräften von KTM und KP war es unmöglich gewesen, die Japaner zu schlagen. 1949 wurde das ganze Land kommunistisch. Es war Mao Tse-tung, der am 1. Oktober 1949 auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking die Volksrepublik China ausrief.
Nach der Machtübernahme der Kommunisten im Jahre 1949 erfuhr die Traditionelle Chinesische Medizin dann eine vielleicht etwas zwiespältige Wiederbelebung. Die TCM sollte als chinesisches Eigenwerk «erforscht und verbessert werden», fand Mao Ze-dong. In den frühen fünfziger Jahren wurden somit Universitäten mit standardisierten Programmen gegründet. Diese wurden von den besten und Erfahrensten chinesischen Ärzten dieser Zeit, alle noch, im alten Meister-Schüler Verfahren traditionell ausgebildet, angeführt. Im Jahre 1958/9 begann «The Great Leap Forward» und Mao Ze-dong setzte sich zum Ziel, die «alte Medizin» zu modernisieren und mit der westlichen Medizin zu komplementieren. Dies führte zu einer unweigerlichen Veränderung der traditionellen Medizin.
.)
Alle drei Hauptreligionen, der Konfuzianismus, der Buddhismus und der Taoismus erlitten in China in den verschiedenen geschichtlichen Epochen Verfolgungen. Der Buddhismus z.B. erlitt in der Geschichte vier schwere Verfolgungen, bekannt als „San Wu Yi Zong“ (Verfolgung buddhistischer Anhänger durch vier chinesische Kaiser). Der Kaiser Taiwu der Nördlichen Wei Dynastie (386-534 n. Chr.) und der Kaiser Wuzong  der Tang Dynastie (618-907 n. Chr.) versuchten beide den Buddhismus auszulöschen, um den Taoismus durchzusetzen; Kaiser Wu  der Nördlichen Zhou Dynastie (557-581 n. Chr.) versuchte, den Buddhismus und den Taoismus auszulöschen, damit der Konfuzianismus vorherrsche. Kaiser Shizong der Späten Zhou Dynastie (951-960 n. Chr.) versuchte den Buddhismus zu vernichten, nur um die Buddha-Statuen in Münzen umzugiessen; der Taoismus oder Konfuzianismus wurden von ihm in Ruhe gelassen.
Die KPC ist das einzige Organisation in der Geschichte Chinas, das alle drei Religionen vernichten wollte.  Bald nachdem die KPC 1949 eine Regierung gebildet hatte, begann sie, Tempel zu zerstören und Heilige Schriften zu verbrennen. Sie zwang buddhistische und taoistische Mönche und Nonnen ins weltliche Leben zurückzukehren. Auch mit anderen religiösen Stätten gingen sie nicht zimperlich um. In den 60-iger Jahren waren kaum noch religiöse Stätten in China übrig.  

Im Jahre 1966 begann dann die schreckliche Zeit der proletarischen Kulturrevolution. Die Kulturrevolution, die im Mai 1966 begann, war in Wirklichkeit eine Revolution gegen die chinesische Kultur mit dem Ziel, sie zu vernichten. Diese Kulturrevolution brachte eine noch größere religiöse und kulturelle Katastrophe hervor, als alle anderen vor Ihr.
Mit  der Kampagne „Beseitigung der vier Alten*:  sollten alte Ideen, alte Kulturen, alte Sitten und alte Bräuche ffür immer verschwinden. Im August 1966 begann die Kampagne „Beseitigung der vier Alten“ in ganz China um sich zu greifen. Buddhistische Tempel, taoistische Tempel, Buddha Statuen, historische Plätze, Kalligraphien, Gemälde und alte Kunstwerke wurden als Gegenstände des Feudalismus, Kapitalismus und Revisionismus betrachtet, und wurden zu Hauptzielen der Zerstörung durch die Roten Garden.
Nehmen wir Buddha Statuen als Beispiel. Es gab 1000 glasierte Buddhastatuen als Reliefs auf dem Hügel der Ewigkeit im Sommer-Palast in Peking. Nach der Kampagne, Beseitigung der vier Alten, waren alle beschädigt. So war es nicht nur in der Hauptstadt des Landes, sondern auch im ganzen Land. Auch entfernte Ortschaften wurden nicht verschont. Während der Beseitigung der vier Alten wurden allzu viele Bücher, Kalligraphien und Gemälde, die nur als Unikat existierten, und von Intellektuellen gesammelt worden waren, verbrannt oder zu Zellstoff verarbeitet. Zhang Bojun war im Besitz einer Familiensammlung von über 10.000 Büchern gewesen. Die Anführer der Roten Garden verbrannten diese Bücher, um sich an dem Feuer zu wärmen. Was übrig blieb, wurde in Papierfabriken gebracht und zu Zellstoff verarbeitet. Alle Schulen wurden geschlossen und die noch vor kurzem anerkannten traditionellen Mediziner, wurden zur Arbeit aufs Land geschickt. Aberglauben und Feudalismus sollten aus der Gesellschaft geschafft werden und für immer verschwinden. Auch die institutionalisierte «Alte Medizin». Viele der berühmtesten und besten Ärzte dieser Zeit erlagen der harten körperlichen Landarbeit.
Weil aber Akupunktur eine äusserst nützliche Therapieform für die Massen war, und sich mit dem Irrsinn der Kulturrevolution schnell eine Gesundheitskrise anbahnte, wurden junge, dem Kommunismus treue Männer und Frauen, (ohne Vorbildung.),  in drei- monatigen Akupunktur-Kursen ausgebildet, und im Land verteilt, um in ländlichen Regionen, einen Teil der medizinischen Versorgung auszuführen Diese «Mediziner» waren Sanitäter und wurden „Barfuss-Ärzte“ genannt. Die Bezeichnung entstand während der Kulturrevolution, einer Zeit bei der jegliches Wissen als staatsfeindlich aufgefasst und verfolgt wurde
Nach dem Ende der Kulturrevolution, in den siebziger Jahren, begann sich die Lage wieder langsam zu stabilisieren: Universitäten wurden wieder eröffnet, Textbücher wurden verfasst und Standardausbildungen definiert, natürlich alles von der politischen Partei überwacht und deshalb sicherlich nicht immer im Interesse der Medizin. In den 80er Jahren wurde die «Drei Pfade Politik» eingeschlagen, welche die traditionelle- und westliche Medizin, und deren Kombination als drei «eigene» medizinische Systeme parallel entwickeln lässt.

Im allgemeinen wird angenommen, dass die Ohr-Akupunktur eine aus China stammende Behandlungsmethode sei. Das ist allerdings nicht der Fall. Wann und wo erstmals die Ohrmuscheln therapeutisch genutzt wurden, ist nicht überliefert. Der älteste Bericht, stammt von dem 460  v.Chr. auf der griechischen Insel Kos geborenen Griechen Hippokrates.
Nach seiner Ausbildung, die ihn. auch nach Ägypten führte, übte er seine Kunst auf der Wanderschaft durch Griechenland aus und gründete später auf Kos eine medizinische Akademie. Er lehrte das althergebrachte Erfahrungsgut der Babylonier, Ägypter und Perser kennen und ergänzte, durch eigene Beobachtung und Erfahrung sein Wissen... So hatte er beispielsweise während seiner Lehrzeit in Ägypten, Aderlässe an den Ohrvenen kennen gelernt. Für diese Behandlung gab es viele Indikationen, u.a. soll auch Unfruchtbarkeit bei Männern und Frauen damit erzielt worden sein.
In einem seiner Bücher schreibt er: ... diejenigen, die am Ohr geschnitten wurden, können zwar Geschlechtsverkehr haben und auch ejakulieren, haben aber nur eine geringe Menge schwachen und unfruchtbaren Samen. Des weiteren empfiehlt er Aderlässe am Ohr bei Entzündungen bestimmter Körpergebiete und Organe.
Etwa aus der gleichen Zeit stammt das „Nei-King“, eines der ersten in der Medizingeschichte bekannt gewordene und sehr ausführlich gehaltene chinesische Lehrbuch der Medizin. In ihm werden die Grundlagen der energetischen Akupunktur, Behandlungsanweisungen, Meridianverläufe und Punktlokalisationen beschrieben. Allerdings enthält es nur 2 Akupunkturpunkte in Ohrnähe. Es sind die Endpunkte des Dreifachen-Erwärmers und des Dünndarm-Meridians. Von einer speziellen Ohrbehandlung kann zu damaliger Zeit somit keine Rede sein.
Der Sinologe Prof. Dr. Manfred Porkert kommt in seinem Buch «Die Entwicklung der Ohr-Akupunktur aus chinesischer Sicht» zu dem Schluss, dass die Ohr-Akupunktur, das Werk Dr. Paul Nogiers sei und erst in neuester Zeit, in China bekannt wurde. Er schreibt: "Die von Nogier geschaffene Aurikolotherapie ist eine, in sich abgeschlossene Behandlung, die in ihren theoretischen Forderungen und praktischen Verrichtungen weit über das hinausgeht, was von der klassischen Akupunktur Chinas beschrieben und behandelt wurde. Deshalb erscheint es nicht nur aus Gründen der historischen Wahrheit, sondern ebenso, aus solchen der methodischen Klarheit und Sauberkeit geboten, die Originalität und methodische Eigenständigkeit der Aurikolotherapie, im Vergleich zur Akupunktur deutlich zu machen. "Die Chinesen selbst haben den umwälzenden Fortschritt, den Nogiers Entdeckungen bedeuten, überraschend schnell erkannt.

Begründer dieser modernen Aurikolotherapie ist Dr. Paul Nogier, praktischer Arzt in Lyon. Ihm waren etwa 1950, Narben in den Ohrmuscheln seiner Patienten aufgefallen. Die Befragung ergab, dass es sich um die Spuren einer - von Zigeunern durchgeführten - Ischiasbehandlung handelte. Eine bestimmte Stelle der Ohrmuschel war - auf der Körperseite der Beschwerden - mit einem glühenden Eisenstab gebrannt (kauterisiert) worden, übereinstimmend wurde ihm berichtet, dass die Beschwerden in kürzester Zeit - oftmals schon während der Behandlung - nachgelassen hätten.
Die Tatsache der sekundenphänomenartigen Reaktion, erweckte Dr. Nogiers Interesse und er kauterisierte Ischialgien ebenfalls erfolgreich. Später probierte er andere, weniger barbarische Mittel. Steck- und Nähnadeln waren zunächst sein Werkzeug und erbrachten ebenfalls die angestrebte Wirkung. Dieses Vorgehen hatte den Vorteil weniger Schmerzen zu bereiten und es hinterliess keine Narben. Durch diese Behandlungsergebnisse, die er ohne die Kauterisation erzielte, glaubte Dr. Nogier sich auf wissenschaftlichem Neuland. Dennoch durchforschte er die Literatur der Vergangenheit. Neben den Berichten des Hippokrates fand er weitere frühere Arbeiten:
Dr. Zacatus Lusitanus, portugiesischer Arzt, beschreibt 1637 die Behandlung von Lumbalgien und Ischialgien durch Kauterisation der Ohrmuschel. 1717 berichtet der italienische Arzt Dr. Valsalva über erfolgreiche Kauterisation der Ohrmuschel bei Zahnschmerzen.      Um 1850 gab es in Frankreich ganze Serien von Publikationen zu diesem Thema. Für etwa 10 Jahre scheint eine Ohr-Euphorie zu bestehen. Zumindest spricht die Vielzahl der in dieser Zeit veröffentlichten Arbeiten dafür. 50 Jahre später, im Jahre 1910 schreibt Prof. Colla aus Parma über einen Mann, der von einer Biene in das Ohr gestochen wurde und darauf eine vorübergehende Beinlähmung entwickelte.
Dennoch geriet die Forschung über diese Ursachen, sowie seiner Behandlungsform nach verhältnismässig kurzer Zeit wieder in Vergessenheit. Scheinbar war die wissenschaftliche Unerklärbarkeit Grund für die Ablehnung der Methode. Die damals, von den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen geprägte Medizin, hatte keinen Platz für die nicht einordbare Erfahrungsheilkunde. Somit blieb die Ohrmuschelreizung wieder den Zigeunern und einzelnen Volksheilkundigen vorbehalten.

Auch Dr. Nogier betrieb keinerlei wissenschaftliche Forschung. Ihm als Praktiker war der Behandlungserfolg wichtiger, als die wissenschaftliche Begründung. Er machte weitere Versuche, in der Hoffnung, über die Ohrmuscheln auch andere Körperregionen und Organe beeinflussen zu können. Seine Neigung zur Chiropraktik brachte ihn dann schliesslich auf den richtigen, weiterführenden Gedanken: Da eine Ischialgie, nach Ansicht der Chiropraktik, auf eine Stellungsveränderung des 5. Lendenwirbels zurückgeführt ist, kam ihm die Idee, dass die Ohrbehandlungsstelle als Reflexzone dem 5. Lendenwirbel zuzuordnen sei. Die Antihelix schien ihm der Wirbelsäule zu entsprechen. Weiterhin hatte er die intuitive Vorstellung, nach der die Ohrmuschel einem Embryo entsprach. Eine aus dieser Vorstellung abgeleitete Hypothese, über die Lage der Ohrzonen, erwies sich in der Folgezeit als brauchbar. Beschreibungen von Reflexpunkten Diese Beschreibungen wurden immer präziser und Behandlungserfolge traten mehr und mehr ein. Allerdings scheiterten zunächst seine Versuche, diese Beobachtungen der Kollegenschaft mitzuteilen. Kaum jemand interessierte sich dafür. 1955 sprach er Dr. Niboyet an, der bereits zu diesem Zeitpunkt als unumstrittener Meister der Akupunktur in Frankreich galt.

Schon in den 20er Jahren des letzten  Jahrhunderts, wurde von Niboyet nachgewiesen, dass die Akupunkturstellen, bereiche mit niedriger elektrischer Ladung darstellen, und sich Erkrankungen in tieferen Schichten des Körpers, an den entsprechenden Akupunkturstellen, als Veränderungen in den elektronischen Werten äussern. Ausgehend von dieser Entdeckung wurden verschiedene elektrische Apparate entwickelt, um den elektrischen Widerstand auf der Hautoberfläche zu messen und auf die Akupunkturpunkte einzuwirken.
Einem russischen Wissenschaftler namens Kerlian gelang es dann, mit einer speziellen fotografischen Technik den Verlauf der Meridian-Bahnen und den Energiefluss im Körper sichtbar zu machen, ebenso wie die Lage der einzelnen Akupunkturpunkte, deren Frequenz höher liegt als die der Meridiane. Auf diese Weise ist eine exakte Lokalisierung und Behandlung der einzelnen Punkte möglich.
Dr. Niboyet war von der Arbeit Nogiers angetan und bestand darauf, diese Erkenntnisse den französischen ärztlichen Akupunkteuren weiterzugeben. Nogier berichtete über seine Therapie auf dem 1. Kongress französischer Akupunkteure 1956. Sein Vortrag wurde von Dr. Bachmann, dem damaligen Herausgeber der «Deutschen Zeitschrift für Akupunktur» übernommen und so deutschen ärztlichen Akupunkteuren zugänglich gemacht.
Der russische Professor Wrogralik zitierte Nogiers Aufsatz 1957 in seiner Forschungsarbeit über die Grundlagen der Akupunktur in der UdSSR. 1958 berichtete der chinesische Arzt Dr. Haiao Lin in der «Shanghaier Zeitschrift für chinesische Medizin» über die Arbeit Nogiers. Dieser Bericht war Anstoss zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft für Ohrakupunktur in Shanghai. In dieser Arbeitsgemeinschaft waren neun Ärzte der Stadt tätig. Sie bestätigten die Beobachtungen Nogiers und fügten ihre eigenen Erfahrungen hinzu. Die Erfolge waren auch in China beeindruckend und darüber hinaus mit so geringem Aufwand zu erzielen, dass diese Methode auch den chinesischen «Barfussärzten» vermittelt wurde. Die Ohr-Akupunktur, half in China,  den Barfussärzten bei ihrer Arbeit als Ersthelfer, Zudem half es, die ohnehin knappen Medikamente zu sparen. Das chinesische Gesundheitsministerium liess für deren Ausbildung, Anschauungstafeln in stark vereinfachter Darstellung herausgeben. Tafeln, die nach Europa gelangten, wo sie als Beweis für die Existenz einer urchinesischen Heilmethode aufgenommen wurden. Die «original chinesische Ohrakupunktur» wurde bekannt.
Es wird von keiner Seite abgestritten, dass chinesische Beobachtungen und Erfahrungen die Arbeit Nogiers ergänzt haben, aber erst er hat die Voraussetzungen dafür geschaffen. Heute ist der Name "Nogier" allerdings in China weitgehend unbekannt und selbst die chinesischen Ärzte, die sich damit beschäftigen, sind überzeugt eine original chinesische Behandlungsmethode zu praktizieren. Mao tse tung soll sich in diesem Zusammenhang wie folgt geäussert haben: "Die Vergangenheit soll der Zukunft, und ausländische Dinge sollen China dienen." Er hat damit auch die Leistung des Paul Nogier anerkannt und natürlich jeglicher Gesichtsverlust Chinas vermieden.

Chirurgie (Wai Ke) nimmt innerhalb der chinesischen Medizin nur eine Randstellung ein, Im alten China war das Sezieren aus religiösen Gründen zeitweise verboten. Deshalb blieben die chirurgischen Methoden sehr einfach. ihre Entwicklungsansätze wurden nie konsequent weiterverfolgt und chirurgische Eingriffe werden nur selten erwähnt.
Hua Tuo (141 – 212) war der erste chinesische Arzt, der  Operationen unter Einsatz von medikamentösen Betäubungsmittel durchgeführt hat. Es  sind Operationen, unter Anästhesie, mit einem Präparat aus Hanfsamen und Alkohol. bekannt, Der chinesische Arzt Hua-t'o beschreibt auch eine erfolgreiche Anwendung einer Mischung aus Wein und Cannabis-Harz, als Anästhetikum bei chirurgischen Eingriffen. Der Arzt Hua Tuo nutzte auch das Wissen der Energieleitbahnen (Meridiane), um mit Akupunktionstechniken eine Schmerzbekämpfung bei Operationen zu ereichen.
Hua Tuo ist der erste bekannte Chirurg in China.. Er lebte 110 – 207 n. Chr. und wird heute noch als Gott der Chirurgie verehrt. Seine Patienten betäubte er mit einer Kräutermischung (Ma Fei San) die aus Hanf und Wein bestand. Hua Tuo behandelte mit wenigen Kräutern und war bekannt dafür, dass er mit nur einer Nadel (1-Nadel-Methode) heilen konnte. Allerdings sind seine Forschungen, nicht fortgeführt worden. Als Chirurg bekannt geworden ist auch Chen Shi Gong (1’555 – 1’636), dessen “Standartlehrbuch zur Chirurgie” auch einen ethischen Kodex für Ärzte, die “Fünf Verbote” enthält.
Der Gebrauch von Hanf in der chinesischen Medizin lässt sich am Besten auf der Grundlage von Ethik und Kosmologie verstehen. Die Einheit von Mensch und Natur liegt der chinesischen Medizin zu Grunde. Die Ärzte befürworten vorbeugende Massnahmen und eine natürliche Heilkunst mittels Akupunktur, Moxibustion, Phytotherapie, Massagen und anderen kunstgerechten Handgriffen. Der Mensch, der seinen Platz zwischen Himmel und Erde hat, muss sich in die äussere Welt einfügen. Aus diesem Grund ist die Medizin auf innige Weise mit der Kosmologie verbunden. Sie tendiert dazu, das Betätigungsfeld des Praktikers mit dem Universum zu vereinen. Auf dieser Grundlage ist die medizinische Bedeutung von Hanf zumeist als vorbeugendes Mittel, als Tonikum und Aphrodisiakum, sowie als therapeutisches Medikament zu verstehen, das  nur selten in der Chirurgie verwendet wurde, da es nur wenige Operationen gab..  
Der Hanf hat bis heute einen unerschütterlichen Platz in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), wird er doch in allen offiziellen Arzneimittellehren aufgeführt. Er taucht unter dem Namen Hou–ma–ren, Ma–jen oder Ta–ma auf und wird zu den “sedierenden Mitteln” und den “Asthmamitteln” gerechnet. Mitunter wird er auch zu den purgierenden, “nach unten reinigenden” Mitteln gezählt, denn er gilt auch als wirkungsvolles Abführmittel bei älteren Menschen.
Jeder Teil der Pflanze findet medizinische Verwendung. Der Stängel wirkt entwässernd und harntreibend, das Öl lindert Reizungen bei trockenem Hals, die männlichen Blüten verwendet man bei “Winderkrankungen” und Menstruationsstörungen. Das Harz der weiblichen Blüten ist leicht giftig und wirkt auf das Nervensystem (Haschisch). Daher empfiehlt sich seine Verwendung bei Nervenleiden.
Das Wesen des Hanfs wird als süss und neutral beschrieben. Er hat eine Affinität zu Milz, Magen und Dickdarm und wirkt laxativ, durchblutungsfördernd, die Haut erweichend, Schleimhautreizungen lindernd, hustenlindernd, antiseptisch und antidotisch. Meist wird er bei “Verstopfungen aufgrund von Flüssigkeitsmangel, besonders bei alten Patienten und nach Entbindungen”, Harnverhalten, Regelanomalien, Erbrechen, Migräne, Rheuma, Krebs, Geschwüre, Mittelohrenentzündungen und Verbrennungen verordnet. In der Regel werden die Samen in einer Dosis von 9 bis 30 g mit anderen Drogen vermischt oder als Tee gegeben. Als Ersatzstoffe dienen Sesamsamen und Leinsamen, denn “Semen Cannabis hat nach Auffassung der chinesischen Pharmakologie die gleiche traditionelle Wirkungsbeschreibung wie Semen Lini.”  

Indische Medizingeschichte

Nomadenvölker, brachten den Hanf, auf ihren frühen Reisen von Zentralasien und China, nach Europa.  Wahrscheinlich auch nach Afrika.  Dabei entdeckten die Völker Indiens, und des Mittleren Osten, bereits in sehr früher Zeit, die Verwendbarkeit von Hanf als Nahrungsmittel, Heilpflanze, Faser oder für die Ölproduktion. Für diese Völker hatte die Hanfverarbeitung die gleiche Bedeutung wie Werkzeugbau, Viehzucht und Ackerbau. Hanf deckte jedoch nicht ihren täglichen Lebensbedarf ab. Hanf wurde auch wegen seiner rauscherzeugenden Wirkung, für bestimmte Kulthandlungen verwendet. Hanf nahm bald einen festen Platz, unter den indischen Heil- und Rauschmitteln ein. In den Vedas, den ältsten indischen Schriften, wird Hanf als Heilmittel erwähnt. Häufig wurde er dank seiner berauschenden Wirkung als rituelles Bindeglied zu den Göttern genutzt.
Im Hinduismus, der Religion des indischen Volkes, wird erzählt, das der Gott Shiva, den Menschen zur „Erbauung und zur Erleuchtung“, den Cannabis vom Himalaja brachte». Shiva war der Legende nach mit Parvati verheiratet. Sie lebten in einem schönen Haus, zu Füssen des Himalaja. Shiva strich aber gerne in der Gegend herum, vergnügte sich mit anderen Göttinnen, und war nur sehr selten zu Hause. Darüber ärgerte sich Parvati, und sie fragte sich: “Was mach ich bloss? Mein Mann ist ständig unterwegs, und ich sitze alleine im Haus.” Da sah sie  blühende Hanfpflanzen und pflückte sich einige, der prächtigen, harzigen und wohlriechenden Blüten. Als Shiva nach Hause zurückkehrte, gab sie ihm die Blüten zu rauchen. Da rauchte Shiva zum ersten Mal in der Weltgeschichte das Ganja. Das machte ihn froh und erregte ihn. Dabei brach ihm das dritte Auge auf (Stirn–Chakra) und er betrachtete die göttliche Parvati.  die er als das schönstes Geschöpf des Universums erkannte, und sagte begeistert: “So ist es am schönsten. Ich bleibe jetzt immer bei dir.” Und so rauchten Shiva und Parvati Ganja (Hanf) und tranken Bhang, (ein Hanftrunk). Deshalb rauchen die Menschen heute noch zu Ehren Shivas, das Ganja und trinken zu seinem Geburtstag Bhang. Die Menschheit hatte ihr Aphrodisiakum bekommen. So gelangte die Medizin der Götter, in die Hände der Menschen. Auch Sadhus, heilige Bettler–Eremiten der Hindus, lassen auf ihren Reisen durch Indien mit Cannabis gefüllte Pfeifen herumgehen.
Leider herrscht auch heute noch, in Bezug auf die Verwendbarkeit von Hanf, ziemliche Verwirrung. Daher ist es längst angezeigt, die indische Medizin- und Kulturgeschichte, und die Geschichte des Hanf, in die richtige Perspektive zu rücken. Die ersten Kultur–Wissenschaftler wurden von den europäischen Kolonialmächten, mit einer klar vorgezeichneten Mission nach Indien geschickt. Ihre Aufgabe war, anhand der vorliegenden antiken Manuskripten, und archäologischen Funden, zu beweisen, dass die indische Philosophie jünger und unbedeutender war, als die griechische. Immer noch weit verbreitet ist die Interpretation der griechischen Kultur, als Wiege der europäischen Zivilisation. Dieses Weltbild kam den Kolonisatoren insofern entgegen, als eine minderwertige Kultur von einer höher stehenden Zivilisation auch profitieren konnte.
 
Der indische Subkontinent, ist seit mehr als zwei Millionen Jahren von Menschen bewohnt. Einige der ältesten bislang entdeckten Steingeräte, stammen aus der Gegend um Rawalpindi in Pakistan, welche durch das Verfahren des Paläomagnetismus, dieser Epoche zugeordnet werden. Auch in nahezu allen anderen Teilen Südasiens gibt es seit diesem Zeitraum Anzeichen für  menschliches Leben, denn es wurden unzählige Steinwerkzeuge aus der Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit gefunden. Am häufigsten sind Funde aus dem Mesolithikum vertreten, dem letzten Abschnitt der Steinzeit. Neben grossen Mengen von Feuersteingeräten, zählen funde von Felshöhlen dazu, einige davon sind mit Wandmalereien ausgeschmückt, auf denen Szenen von der Jagd,  oder aus anderen Lebenssituationen zu sehen ist.
Die ersten Anzeichen für landwirtschaftliche Niederlassungen in Indien, stammen von der Westseite des Industals und lassen sich etwa auf das 8. Jahrtausend v. Chr. datieren. Eine ganze Reihe von Siedlungen sind in Mehrgarh und an anderen benachbarten Plätzen, nahe Quetta ausgegraben worden. Bereits in dieser frühen Periode, wurden Gersten und Weizen angebaut, und es scheint so, dass Schafe und Ziegen schon domestiziert waren. Knochen von Rindern dagegen finden sich, für diese Zeit, nur in geringer Zahl, doch etwa um 5’000 v. Chr. deuten Knochenfunde darauf hin, das Rinder zum wichtigsten Haustier geworden sind. Für den gleichen Zeitraum ist erstmals die Herstellung von Töpferwaren nachweisbar.
Seit frühester Zeit gab es Häuser aus Schlammziegeln, denen zwei Reihen länglicher Zellen zugeordnet waren, die als Kornspeicher identifiziert wurden. Auch weiträumige Handelsaktivitäten scheint es damals bereits gegeben zu haben. Ausgrabungen im Industal ergaben, dass selbst in den bescheidensten Wohnungen, ein Raum ausschliesslich für Waschungen reserviert war. Die Vermutung liegt nahe, dass auch die Heilkunst ein hohes Niveau erreicht hatte, wenn auch Ausgrabungsfunde von Heilmitteln und Behandlungsinstrumenten, nichts über die medizinischen Kenntnisse ihrer Benutzer aussagen. Was nicht zu vorschnellen Schlüssen führen soll, sagen doch die Veden aus, dass der Mensch erst dann zu schreiben begann, als seine geistigen Fähigkeiten nachliessen. Die Führer der damaligen Zivilisation konnten den Verlust, dieser ausserordentlichen Fähigkeiten voraussehen, und begannen deshalb Veda oder Wissen aufzuzeichnen. Dies soll zu Beginn des jetzigen Zeitalters, des sog. Kali Yugas, vor rund fünftausend Jahren stattgefunden haben. Seit Beginn des Kali Yugas entwickelt sich unsere Intelligenz, Gedächtnis, Immunität, Fruchtbarkeit und Lebenserwartung zurück.
Die vedischen Schriften dienten den Menschen als Kompendien, in denen alle erdenklichen sozialen, politischen, philosophischen, religiösen oder wissenschaftlichen Themen behandelt wurden. Anhand astronomischer Tatsachen und textlicher Überlieferungen, muss die frühe rigvedische Zeit auf 6’000 bis 10’500 Jahre vor unserer Zeitrechnung datiert werden. Die Veden gehören nicht zu einem bestimmten Stamm, Rasse oder Kaste, sondern vedische Kultur beschreibt Menschen, die einer bestimmten spirituellen Kultur folgen, und jeder, der diese Ideale  praktisch lebt, wurde damals als Arier bezeichnet.
Es scheint, das die Hochkultur der vedischen Zivilisation, zu einer Zeit erfolgte, als der Saraswati–Fluss vom Himalaja im Norden durch die heutige Wüste in Rajasthan, und im Süden, bei der Bucht von Kutch, ins Meer floss. Später änderte dieser Flussl, wahrscheinlich aufgrund von Erdbewegungen, seinen Lauf nach Osten. Mohenjo–daro, Harappa sowie andere Stätten, der so genannten Industal Kultur, sind nicht Zeugen der vorvedischen Zeit, sondern entstanden lange nach der Hochblüte der vedischen Kultur entlang des Saraswati-Flusses.
Der bislang älteste archäologische Fund einer Destillationsapparatur, wurde in den Ruinen von Mohenjo Daro, wo die Wurzeln des arisch–vedischen Soma-Rituals und des Yoga liegen, im Industal gemacht. Es war eine komplette Anlage aus Terrakotta (gebranntem Lehm),, die in das 3. Jahrtausend v. Chr. datiert wird. Sie diente wahrscheinlich zur Destillation von ätherischen Ölen, und aromatischen Substanzen. Um 2’200 v. Chr. kam es in Hyderabad im Indus-Tal, zu einer  Flutkatastrophe. Eventuell wurden diese riesige Überschwemmungen durch einen Meteoritenschauer ausgelöst.

In einer puranischen Mythe heisst es, das Dhanvantari, der Arzt oder Schamane der Götter, bei der Quirlung des Urozeans, des Allmeeres, geboren wurde. Er erschien mit einem milchweissen Kelch, gefüllt mit Amrita, dem Elixier der Unsterblichkeit. Der Mond gilt als Gefäss der Amrita. Dieses Gefäss füllt sich nach jeder Leerung wieder von selbst. In Analogie dazu nimmt der Mond ab und wieder zu. Dhanvantari hat nicht nur den Trank der Unsterblichkeit gebracht, sondern auch den Ayurveda. Nach dem medizinischen Lehrbuch des Susruta, empfing er den Avurveda, d.h. “den Veda der vollständigen Lebensdauer”, von Brahma selbst. Nach puranischer Auffassung vernichtet schon die blosse Erwähnung seines Namens, die Krankheit. Nur wenige Tempel sind Dhanvantari gewidmet. Er hat aber zu interessanten Vorstellungen Anlass gegeben, weil er die beiden Seiten, der indischen Heilkunde, die Fähigkeit, das Leben zu verlängern, und die Kunst, Krankheiten und Dämonen abzuwehren, in sich vereinigt. Im Laufe der Zeit wurde er eine Manifestation Visnus.
Die Veden bilden den Grundstock des “Wissens” des Ayurveda, der altindischen Lebenskunde. Ayurveda heisst, “das Wissen vom Leben”; und ebenso dazu gehört, das Wissen um Vorbeugung und Therapie von Krankheiten, Erschöpfungszuständen und chronischen Leiden. Das Ayurveda vertritt die Auffassung, Krankheiten resultieren aus Störungen der Elemente. Um die Diagnose einer Krankheit vorzunehmen, beobachtet man den Kranken genau. Von den beobachtbaren Symptomen schliesst man auf die eigentliche Ursache. Zu den wesentlichen Grundlagenwerken, zählen die Schriften des Charaka, (um 500 v. Chr.), das Charaka–Samhita und das Shushrata–Samhita. Das wichtigste ayurvedische Lehrbuch aus dem indischen Mittelalter, (800 – 1’500), ist das Sarngadhara.
In diesen, und allen anderen ayurvedischen Büchern, findet man den Hanf, unter dem Namen vijaya oder bhanga. In vielen Quellen, wird auch der Name siddhi für den Hanf angeführt. Das Wort siddhi bezeichnet ebenfalls die “wunderbaren Eigenschaften und Fähigkeiten“ des Yoga, oder des vollkommene Yogis.
Der Ayurveda verfügt über ein weitreichendes und umfassendes Diagnose- und Behandlungssystem, welches in das Gesamtverständnis von Leben und Philosophie eingebettet ist. Während der Körper, mit somatischen Methoden, ( z.B. Ausgleich durch Veränderung der Essgewohnheiten, sowie Salben, Kräuter etc.) behandelt wird, werden geistige Krankheiten, durch Seelenstärke und Konzentrationsübungen, die auch religiöse,, spirituelle, und  philosophische Aktivitäten beinhalten können, behandelt, Obwohl viele äussere, und innere Ursachen, für das Entstehen von Krankheiten des Körpers,, und des Geistes, verantwortlich gemacht werden, können auch Dämonen dabei eine Rolle spielen.
Im Laufe der Zeit, wurden grosse Fortschritte, in der Inneren Medizin, der klinischen Medizin, insbesondere in der Chirurgie erzielt, die auf besonders hohem Niveau stand. Eine Vielzahl an Instrumenten, wurde für Operationen des grauen Stars, Nasenplastiken, Kaiserschnitte und die Entfernung von Nierensteinen verwendet. Ausserdem wurde ein Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe man heikle Nähte anbringen konnte. Diese Methode war deshalb so fortschrittlich, weil man damit den Gebrauch von nicht absorbierbaren Fäden vermied. Sie bestand darin, die Wundränder aneinander zu bringen, und sie von grossen Ameisen beissen zu lassen. Da die Rümpfe der Ameisen, abgerissen wurde, dienten die Köpfe, als Klammern für die Naht und die dabei entstehende Ameisensäure desinfiszierte die Wunde.
Ein riesiger Schatz von Formeln für pharmazeutische Präparate, ist im Ayurveda aufgezeichnet. Die Medikamente waren meist aus pflanzlichen Extrakten zusammengesetzt, die in Form von Puder, Saft, Paste, Aufguss, Infusion, Extrakt, Pille oder Einreibemittel verwendet wurde. Lösungsmittel waren Wasser, Milch oder zerlassene Butter. Viele dieser Medikamente werden dank ihrer Wirksamkeit auch heute noch hergestellt, z.B. Chyavanprash.
Auf dem Gebiet der Chirurgie, besassen die Hindus bekanntermassen von allen antiken Kulturen, die höchsten Fähigkeiten. Vermutlich waren sie die ersten, denen Hauttransplantationen und kosmetische Operationen an der Nase gelangen. Als der Buddhismus aufkam, wurden anatomische Untersuchungen verboten. Mit dem Siegeszug des Islam, begann der weitere Verfall der medizinischen Wissenschaft. Schliesslich kam sie fast völlig zum Erliegen. Dennoch wurden zahlreiche wertvolle Erkenntnisse an das Abendland überliefert, vorwiegend durch die Schriften des arabischen Arztes Avicenna.

In der Rigveda, finden wir das erste Verzeichnis medizinischer Heilpflanzen. Sie spiegeln die Wissenschaft des Ayurveda wider, insbesondere deren subtile, spirituelle Seite. Die höchste Form der Therapie,, (Brahma Rasayana),, wird als die Evolution bezeichnet, die die Bioenergie, (Dosha   ),, zu reinster physiologischer Essenz, (Ojas),, und weiter, in spirituelles kosmisches Bewusstsein umwandeln soll. Dies wurde durch verschiedene Methoden, einschliesslich der Anwendung von Heilpflanzen, Edelsteinen, Handauflegen, Hydrotherapie, Ritualen, Mantren und Meditation, bewirkt. Die drei kosmischen Kräfte„ werden durch drei Gottheiten „Indra, Agni und Soma“,, und den ihnen entsprechenden Elemente, „Wind, Feuer, Wasser“, beschrieben. Die Bioenergie, Vata, Pitta, und Kapha,, reguliert den Haushlt und wandelt die Bioenergie in reine Energie um, die an ihren Eigenschaften, erkannt werden kann.


Gottheit    Element     Bioenergie     Energie     Eigenschaft

Indra                  Wind                    Vata           Lebenskraft      Unvergänglichkeit
                                                (Prana)                  (Sat)

Agni                  Feuer         Pitta     Intellekt     Quelle der
                                               (Tejas)     Unvergänglichkeit (Cit)

Soma                  Wasser       Kapha     Lebenselixier     Grenzenlose
                                               (Ojas)                Freude (Ananda)


Die vedischen Götter erscheinen als Heilende, oder als Verursacher von Krankheiten. In zahlreichen Hymnen werden die Götter um Gesundheit, ein langes Leben, und Verschonung vor Krankheiten angerufen. Grosse Bedeutung hatten die Aswin–Zwillinge, die aufgrund mehrerer Wunderheilungen, als göttliche Ärzte galten. Indra galt ebenfalls als Gott der Medizin, man verdankt ihm eine grosse Zahl von heilkräftigen Zubereitungen. Durch seine Beziehung zu den Aswin–Zwillingen, galt er auch als Vermittler medizinischer Kenntnisse. Der vedische Gott Ruda, Vorläufer des hinduistischen Haschisch-Gott Schiwa,, galt zwar auch als Wunderheiler, sollte aber mit Vorsicht angesehen werden, da er die Menschen mit ärgsten Krankheiten (Husten und Fieber) belegen konnte.
Das Feuer, wird als „ Embryo“ der Gewässer und Wälder,, sowie der beweglichen und unbeweglichen Dinge” angesehen.
Waruna, der Gott der Gewässer, wird als “Hüter der Unsterblichkeitsflüssigkeit” angerufen. Denn in den Veden bedingen die Wasser, den Gang des Universums, sowie das Leben der Geschöpfe. In den Wassern, sind auch alle Heilmittel enthalten. In ihnen befindet sich die Flüssigkeit der Unsterblichkeit.  Waruna ist auch der Hüter der kosmischen wie moralischen Weltordnung (= Ritu), denn alles wird von einem beherrschenden universalen Gesetz gelenkt. Jede beabsichtigte oder unbeabsichtigte Verletzung der Moral verrät sich in einer Störung des Organismus, Krankheit wurde auch hier, in einen Zusammenhang mit der Sünde gestellt.
Der Wind ist der allgemeine Beweger, des kosmischen, wie des individuellen Lebens. Er ist der “König des gesamten Universums”, der “Freund der Wasser” und der “Hüter der Ordnung”. Man hat auch angenommen, dass er das Leben spendet. Der Wind ist die Seele der Welt, und wenn man sich die wichtigsten vedischen Texte ansieht, die die Namen der Winde enthalten, so stellt man fest, dass die gesamte pneumatische Physiologie, die später die indische Medizin und das Yoga beherrschte, bereits in sehr früher  Zeit ausgebildet worden ist.

Vor etwa viertausend Jahren, wurde die systematische Schulung der Meditation, in Indien, von alten yogischen Meistern initiiert. Sie schritten Stufe für Stufe, durch den inneren Raum des Körpers, und  kamen zu einem klaren Verständnis, der Art und Weise, wie unser Geist funktioniert. Yogische Meister gaben klare Anweisungen, wie wir die Meditation benutzen können, unser tieferes spirituelles Gewahrsein zu wecken. Nach zweitausend Jahren dieser Entwicklung fasste ein bemerkenswerter Weiser, namens Patanjali, all diese Lehren und Einsichten zusammen, und legte in seinen “Yoga Sûtras” detaillierte Unterweisungen, zur Kunst der Meditation und Hingabe nieder. Im Zentrum von Patanjalis Lehre, stand die Idee, dass eine gesammelte Aufmerksamkeit, auf den eigenen Atem, für jede Meditation wesentlich ist, und das spezielle Atemtechniken das Bewusstsein in eine ganz bestimmte spirituelle Richtung verändern können.
Der Sanskritbegriff Prâna, der “Atem” oder “Lebenskraft” bedeutet, war in der gesamten Geschichte hinduistischer Religiosität, ein zentrales Konzept. Wie wir noch sehen werden, ist in fasst allen meditativen Traditionen, die Ausrichtung auf den Atem bedeutsam. Aus Patanjalis wegweisender Lehre zum Prânâyâma, (Bewusstsein und Kontrolle des Atems), können wir lernen, dass die essenzielle Übung, für den Einstieg in die Meditation darin besteht, unsere gesamte Aufmerksamkeit auf die Erfahrung des Atems zu richten.
In der indischen Philosophie, stehen die Begriffe Prana und Akasha, in einem ähnlichen Verhältnis, wie die Begriffe, Energie und Information bei uns. Prana – wörtlich übersetzt, der Atem,  oder Lebenshauch, durchdringt den Körper. Wir nehmen es mit der Atemluft, aber auch durch die Nahrung auf. Prana, ist zwar in der Luft enthalten, aber nicht identisch mit dem Sauerstoff, oder einem anderen chemischen Bestandteil der Luft. Prana ist die Energie, die jegliche Materie belebt. Gewisse Schulen des Yoga, lehren diese Kraft auf unterschiedliche Weise zu beeinflussen. Wichtige Wege dazu sind Übungen, bei denen es um Atemkontrolle, (Pranayama),, bestimmte Körperhaltungen, (Asanas), Meditation, Visualisierungen, und weiteres geht.. Durch Übung, kann Prana zunehmend im Körper gespeichert, und auch auf andere Menschen übertragen werden.
Der menschliche Körper, ist nach indischer Auffassung, von Energiebahnen, die Nadis genannt werden, durchzogen. Im Gegensatz, zum chinesischen System der Meridiane, die vorwiegend an der Körperoberfläche, oder knapp unter der Haut verlaufen, beschreibt das indische Nadisystem, Kanäle im Innern des Körpers, wovon es 72’000 geben soll. Davon geniessen drei, eine Sonderstellung:. Sushumna der Zentralkanal, entspringt an der Basis der Wirbelsäule, und verläuft durch sie bis zur Stirn. Ebenso Ida und Pingala, die sich wie Schlangen, in entgegengerichteten Spiralbewegungen, um den Zentralkanal winden. Die Schlange ist das Symbol für die so genannte Kundalini–Kraft, die durch den Zentralkanal aufsteigt. An jenen Stellen, wo Ida und Pingala sich kreuzen, befindet sich ein Energiezentrum, Chakra genannt. Entlang der Wirbelsäule sitzen die sieben Hauptchakren.
Die Vorstellungen, der verschiedenen Chakren, und derer Energiekörper,, haben für das geistige Heilen, eine enorme Bedeutung, obwohl es im ursprünglichen System, nicht in erster Linie um körperliche Gesundheit, sondern um spirituelle Entwicklung ging. Die Energieübertragung vom Guru auf den Schüler, Shaktipat genannt, die speziell in der Tradition des Siddha Yoga lebendig ist,, hat nicht den Zweck, körperliche Leiden zu lindern, sondern fördert den Schüler in seiner spirituellen Entwicklung.

Akasha, (Sanskrit; das Alldurchdringende, der Raum), ist das feinste Philosophische Element der Inder. Man nimmt an, dass Akasha, das ganze Universum erfüllt, und Träger des Lebens und des Klanges ist. Durch die Theosophie, wurde der Begriff „Akasha-Chronik“, zu einem esoterischem Allgemeingut. Der Begriff, „Akascha“, auch Akasa und Akaça, steht in Sanskrit, für Himmel, Raum oder Äther. In der hinduistischen Philosophie, und im Ayurveda, bezeichnet Akasha,, neben Prithvi, Vayu, Agni und Jalam, eine der fünf Ätherformen, die wiederum Teil, der fünf groben Elemente, (Erde, Luft, Feuer, Wasser und Äther) sind (Vaisheshika). Auch der Buddhismus kennt den Begriff Akasha, als körperlich begrenzten, (Skandha) oder unbegrenzten (Dhatu) Raum. Akasha, bezeichnet eine Art Weltgedächtnis, in dem alle Ereignisse, Gedanken und Gefühle, seit Anbeginn der Welt, gespeichert sind. Sensitive sollen in der Lage sein, das darin gespeicherte Wissen anzuzapfen, und authentische Eindrücke, von vergangenen Geschehnissen, auf diese Weise zu empfangen. Hieraus leiten sich theosophische Beschreibungen vergangener Epochen ab
Als Akasha-Chronik, bezeichnet man eine Chronik, oder ein "Buch des Lebens", im Jenseits, beziehungsweise im übersinnlichen Bereich, die man sich als imaginäre allumfassende historische Bibliothek vorstellen kann. Abgefasst in einer Geheimsprache. Als Lipika ( lip, "schreiben") werden die Geistwesen bezeichnet, welche die Akasha-Chronik schreiben sollen.
Es gibt aber keine Beweise, für die Existenz, einer solchen Bibliothek. In der Vergangenheit gab es jedoch einzelne Personen, die behauptet haben, sie könnten durch eine Art "Innere Schau", in dieser Bibliothek lesen, (z.B. Rudolf Steiner). Das Konzept, eines solchen universalen Welt- oder Astralgedächtnisses, findet sich auch in christlicher Überlieferung, in asiatischen Religionen, sowie in einigen Ausprägungen der Esoterik.
Rudolf Steiner erklärte, dass er seine medialen Informationen über vergangene Epochen, durch das Lesen in der Akasha–Chronik erhalten habe. Der Begriff ist vergleichbar mit der Theorie eines Gedächtnisfelds, das Rupert Sheldrake als morphogenetisches Feld bezeichnet hat Forscher spekulieren darüber, wie dieses morphogenetisches Feld,, via  Bildschirm, sichtbar gemacht werden kann.
In indischen Palmblattbibliotheken sollen ausgehend, von der Akasha-Chronik, die Lebensgeschichten, all ihrer ehemaligen und zukünftigen Besucher aufbewahrt werden. Die Aufzeichnungen enthalten Texte, "von allem was war, ist, oder je sein wird". Die Beschreibungen sollen so einprägend sein, dass vor  "dem Auge des Seherischen Propheten“, ein lebendes Bild produziert wird.
Die Vorstellung eines Weltgedächtnisses, findet sich auch bei Plotin, Ficinus und Paracelsus sowie in Ansätzen auch bei Agrippa von Nettesheim, Eliphas Lévi, William James und Eduard von Hartmann Erstmalig wurde der Begriff der Akasha-Chronik, wohl von Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) verwendet, die den Begiff in die theosophische, und okkulte Literatur eingeführte.. Im ersten Band, ihres 1877 erschienenen Bandes, Isis entschleiert, spricht sie von „metaphysischen“ Tafeln (Daguerreotypen), die auf Astrallicht gedruckt seien,

Das Ayurveda, und somit auch die ayurvedische Medizin, die inzwischen auch in Europa bekannter wird, ist keine Volksmedizin. Sie wurde immer von ayurvedischen Ärzten und Gelehrten ausgeübt, und über die Jahrtausende verfeinert. Sie verbindet Erfahrung mit Weisheit, Lebenskunst, Religion (Hinduismus), Yoga und Kräuterkunde. Sie ist eine wissenschaftliche Methode, verfügt über ein reiches Schrifttum und wird an Universitäten gelehrt. Der Arzt (vaidya) im heutigen Indien, hat meistens zwei Ausbildungen: eine in der traditionellen Schulmedizin (dem Ayurveda), und eine in der westlichen Medizin. In den meisten indischen Krankenhäusern, werden beide Medizinsysteme, nebeneinander, oft miteinander kombiniert, eingesetzt. Die ayurvedische Lehre, hat massgeblich die Medizin auf dem asiatischen Kontinent mitgeprägt. So ist sie eine der Hauptquellen der tibetischen, sowie der südostasiatischen Medizin, und hat sogar ihre Spuren in der chinesischen und japanischen Medizin hinterlassen.

Die historische Entwicklung des „Ayurveda“, kann wie folgt unterteilt werden::
– Die frühe (Rig)vedische Zeit etwa von 6’000 v. Chr. bis 3’000 v. Chr.
– Die spätere vedische Zeit etwa von 3’000 v. Chr. bis 600 v. Chr.
– Die buddhistische Zeit etwa von 600 v. Chr. bis 1’000 n. Chr.
– Die neue Blütezeit etwa von 1’100 bis 1’600 n. Chr.
– Die Neuzeit etwa ab 1’800 n. Chr.

Im Ayurveda werden seit der Frühzeit, besonders durch das Shushrata-Samhita, acht klinische Bereiche definiert: 1.Salya–Tantra, “Lehre” (Chirurgie, die Entfernung von Fremdkörpern aus dem menschlichen Körper)  2. Salakya––Tantra, “Lehre” (Chirurgie). 3. Kaya–Cikitsa, “Heilkunde” (Allgemeine, nicht an Organe gebundene, Körperkrankheiten,). 4. Bhuta–Vidja, “Wissen” (Dämonenglaube und Exorzismus). 5. Kamara–Bhritya (Kinderkrankheiten und Kinderpflege). 6. Agada–Tantra (Toxikologie). 7. Rasayana–Tantra, “Das Wissen von der Verjüngung”. 8. Vajikarana–Tantra, “Die Lehre von den Liebesmitteln”.

Hanf und dessen Produkte, spielen vor allem in den letzten beiden Grundpfeilern des Ayurveda eine herausragende Rolle. Hanf ist nur eine, unter Hunderten von Pflanzen, die seit Shushratas Zeiten, einen festen Platz, in der ayurvedischen Pharmakopöe einnehmen. Heilpflanzen werden als göttliche Geschenke betrachtet und sollen auch als solche gewürdigt werden.
Im Ayurveda geht der Mensch mit der Heilpflanze ein inniges Verhältnis ein. Der rechte Gebrauch einer Pflanze oder Heilpflanze bedeutet, an ihr teilzuhaben. Sind wir, mit einer Pflanze eins geworden, wird sie unser Nervensystem vitalisieren, und unsere Wahrnehmung steigern. Dies bedeutet, die Pflanze als etwas Heiliges anzusehen, als ein Mittel, um an der gesamten Natur teilzuhaben. So wird jede Pflanze, wie ein Mantra, dazu beitragen, jenes Potential kosmischen Lebens zu verwirklichen, dessen Vertreterin sie ist. In diesem Sinne erfüllt natürlich besonders der psychoaktive Hanf, seine Rolle als kosmischer Mittler. Er ist die Pflanze des Gottes Shiva, und als solche mit Erotik, Askese und Heilung verbunden. Er dient den Tantrikern als euphorisierendes Aphrodisiakum, den Asketen als Mittel zur Konzentration, Kontemplation und Meditation. Schamanen nutzen ihn für ihre ekstatische Trance, und Mediziner verschreiben ihn gegen zahlreiche Krankheiten und Leiden.

In der Vedanta wird 1’400 v. Ch. Cannabisgebrauch als Medizin, und für rituelle Handlungen erwähnt. Die Pflanze galt als heilig. Die Blätter werden bei Krämpfen, Ohrenschmerzen, Unterleibsbeschwerden, Durchfall, Körperschmerzen und Blutsturz eingenommen. Die pulverisierten Blätter dagegen, werden als Schnupfpulver z.B. bei Kopfschmerzen verwendet. Das Harz wird vor allem als Aphrodisiakum eingesetzt.
Ein weiteres Buch, in dem Hanf genannt wird, ist das Atharva Veda, eine Sammlung medizinischer Texte und Zaubersprüche. Es, ist wesentlich jünger, und stammt aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. In diesen Texten taucht auch wieder Soma auf, aber auch Hanf als Heilmittel, diesmal unter dem Namen Vijaya, der “Sieger”. Obwohl die botanische Identität der Somapflanze nach wie vor unsicher ist, wurde sie in der späteren indischen (medizinischen) Literatur oft als Hanf identifiziert. Sicher ist, dass Hanf schon zu vedischer Zeit als Heilmittel verwendet wurde. Sein Name “Sieger” deutet schon auf seine grosse Kraft im Überwinden der Krankheitsdämonen hin. Soma und Vijaya gelten als rasayana, Elixiere höchster Heilkraft. Nach dem Atharva Veda ist Hanf eine heilige Pflanze, weil in “seinen Blättern ein Schutzengel (Deva)“ lebt.
Die Methoden der hinduistischen Veda-Medizin (1500- 1000 v. Chr.) wurden in späterer Zeit von den beiden Aerzten  Charaka (2. Jahrhundert n. Chr.) und Susruta (4.Jahrhundert n. Chr.) beschrieben. Susruta lieferte eine eindeutige Schilderung der Behandlung von Malaria, Tuberkulose und Diabetes. Susruta  nannte Gegenmittel, und gekonnte Behandlungsmethoden für Giftschlangenbisse. Eine althinduistische Arznei, aus den Wurzeln der indischen Pflanze Rauwol,fia serpentina, war der Vorläufer des ersten modernen Beruhigungsmittels. Ausserdem berichtete er, wie man mit Indischem Hanf, (siehe Cannabis) und mit Bilsenkraut (Hyocyamus,) eine Anästhesie herbeiführen kann,

Hanf und Ayurveda, spielen auch im Buddhismus eine Rolle. Der Buddhismus, der sich als hinduistische Reformbewegung hervortat, ist im Unterschied, zum Hinduismus, eine ausgesprochen missionarische Religion, und hat sich über grosse Teile Asiens ausgebreitet. Der Religionsstifter Gautama, der Buddha (der „Erleuchtete“), war ein indischer Prinz, der im 6./5. Jahrhundert v. Chr. lebte. Er gab seine Stellung mit der „Grossen Entsagung“ auf, und empfing nach sechs Jahren, die Erleuchtung unter dem Bo–Baum: Er erlangte das Nirvana, die Auslöschung des Begehrens.
Der erste grosse Meilenstein in der buddhistischen Geschichte, war die Regierung des indischen Herrschers Aschoka, 274 – 232 v. Chr. Nach seiner Konversion wurde er ein Mann des Friedens, dessen hohe Prinzipien sonst in der Oberschicht kaum anzutreffen waren. Bald darauf breitete sich der Buddhismus nach Ceylon (Sri Lanka) und Burma aus, erreichte China im 1. oder 2., Korea im 4. und Japan im 6. Jahrhundert n. Chr. Der Buddhismus weicht insofern von den anderen Weltreligionen ab, als in seinem Mittelpunkt keine Gottheit steht. Seine Botschaft zielt auf die Befreiung vom Leid, durch die Auslöschung der Begierde. Diese Lehre bildet, zusammen mit dem Buddha, und der Gemeinschaft, den Kern des Buddhismus.
Rund 500 Jahre nach Begründung der Religion, gab es ein grosses Schisma, zwischen dem mehr konservativen Theravada, und dem universalistisch ausgerichteten, Mahayana–Buddhismus. Die Theravada–Richtung ist in Ceylon (Sri Lanka), Burma und Thailand vertreten. Der Mahayana–Zweig setzte sich weiter im Osten durch. Der Buddhismus breitete sich längs der Küste Südostasiens, und auch entlang der Seidenstrasse, in Zentralasien, China, sowie in Nepal und Tibet aus. In Indien selber jedoch gibt es nicht mehr viele Buddhisten – eine Ironie der Geschichte.

Tibetische Medizin

Auch in der Tibetischen Medizin, spielt Hanf und der Buddhismus eine Rolle. Die Quelle der Tibetischen Medizin, ist eine Verbindung, aus der:ayurvedischen Tradition der Inder, sowie der therapeutischen Methoden Chinas, auch ist das Unani-Systems der Perser, sowie die Schamanistischen Praktiken, der Bönpas, sind darin enthalten. Die tibetische Medizin, hat ihre Wurzeln, in der Schamanistischen Urreligion Tibets, dem Bön–Glauben und den frühen Tantra–Lehren. Die animistische Heilpraxis der Bönpas, wurde durch Shenrab Miwo, mehrere Jahrhunderte vor unserer Zeit, gelehrt. Sie umfasste einzelne Heilpraktiken, Ernährungsregeln, und eine rudimentäre Arzneimittelkunde.
Im 7. Jh,. wurde unter König Songtsen Gampo, der  Buddhismus in Tibet eingeführt,. und damit  das ayurvedische–buddhistische Medizinalkonzepte übernommen. Beide Religionen (Buddhismus und Bön–Glauben), befruchteten, und beeinflussten sich, in der Folgezeit gegenseitig, wobei der Buddhismus sich durchsetzte, und zur Staatsreligion Tibets wurde. Trotz dieser Dominanz konnte der Bön- Glauben, sich bis in die heutige Zeit erhalten und erlebt – wie in alten Prophezeiungen vorausgesagt – eine Renaissance.
Unter dem Tibetischen König, Song Tsen Gampo wurde die Medizin reformiert und weiterentwickelt. Auf Anregung seiner beiden Frauen, der chinesischen Prinzessin Wencheng und der nepalesischen Prinzessin Bhrikuti, trieb der Königshof unter Song Tsen Gampo, die Ausbreitung des Buddhismus, in Tibet voran. Eine Tibetische Schrift wurde entwickelt und verschiedene Medizinische Schriften ins Tibetische übersetzt. Unter dem König Tri Song Detsen (755 – 797), wurde eine medizinische Konferenz durchgeführt, zu der Ärzte aus allen angrenzenden Gebieten eingeladen waren. Als Synthese der dargestellten medizinischen Wissenssysteme schrieb Yuthok Yonten Gonpo, eine erste Version der vier Medizintantras (Gyüshi)
Auf der Basis des alten Textes, und anderer medizinischer Schriften, entstand im 11. Jahrhundert, die heutige Version des "Gyüshi", des Grundlagenwerks der Tibetischen Medizin Gemäss modernen philologischen Erkenntnissen ist das "Gyüshi" unmöglich die Übersetzung eines verloren gegangenen Sanskrittextes.:"Es scheint sich um die grossartige, hochkomplexe Arbeit eines tibetischen Autors von hoher schöpferischer Intelligenz zu handeln. Wahrscheinlich können wir Yuthog Yonten Gonpo der Jüngere, als Autor annehmen, der, vielleicht auf einen noch zu identifizierenden indischen Text gestützt, eine Synthese verschiedener Quellen geschaffen hat. Er führte die Pulsdiagnose im Gyüschi ein.

Die tibetische Medizin, wurde durch kulturellen Austausch, mit Chinesen und Mongolen, massgeblich beeinflusst. So sind viele Elemente des Taoismus, der chinesischen Alchemie, der mongolischen Kräuterkunde, und die volksbotanischen Kenntnisse der Hochgebirgsnomaden, darin enthalten. Die sich daraus entwickelnde lamaistische, d.h. in Klöstern gelehrte, Medizin, unterscheidet sich deutlich von der tibetischen Volksmedizin.
Die lamaistische Medizin ist im Grunde genommen eine umfangreiche Schulmedizin, die in den lamaistischen Klöstern intensiv gelehrt, und studiert wird. Die Medizin–Lamas mussten Grammatik, Mathematik, Astronomie, Astrologie, Logik, Philosophie und natürlich den Buddhismus studieren. Über die Dauer des Studiums gibt es unterschiedliche Angaben. Ein Charakteristikum war, das die Bücher auswendig gelernt werden mussten. Vor der Prüfung, die mit einem Diplom abgeschlossen werden konnte, gingen die Studenten in die Berge, um zwischen 1. und 13. Juli Pflanzen zu sammeln. Bei der Prüfung erhielt derjenige den ersten Preis, der 200 Pflanzen bestimmen konnte. Auf das theoretische Studium folgten praktische Übungen. Die Regierung (in Lasha) bestimmte, wohin die nun ausgebildeten Ärzte geschickt wurden.
Im 17. Jahrhundert entwickelte sich die Traditionelle Tibetische Medizin, zur klassischen Reife. Der Grosse V. Dalai Lama, veranlasste neben dem Bau des Potala–Palastes, auch die Gründung des Chakpori Medizin Institutes in Lhasa. Sein Regent Sangye Gyamtso, überarbeitete den „Gyüshi“, und gab einen berühmten Kommentar, mit dem Titel "Blauer Beryll" heraus. Ausserdem veranlasste er die Herstellung von 79 Gemälden, den Medizin–Thangkas, die den Inhalt seines Kommentars illustrieren. Der Gyüshi, der Kommentar "Blauer Beryll", und die 79 Thangkas, sind bis heute die Grundlage, für die Ausbildung der tibetischen Ärzte.
1916 gründete der 13. Dalai Lama in Lhasa die zweite Schule für Medizin und Astrologie, das Men–Tsi–Khang. Diese Institution ist offen sowohl für Mönche, wie auch für Laien. Die Ausbildung für Tibetische Ärzte, an dieser Schule, orientiert sich, an der praktischen Anwendung der Medizin. 1961 liess der XIV. Dalai Lamat, im Exil, das Institut für Tibetische Medizin und Astrologie, "Men-Tsee-Khang " gründen.

Die Grundlage der lamaistischen Medizin, ist der so genannte Tibetische Medizinbaum, der wie ein Lebensbaum, einen roten Faden durch das tibetische Medizinsystem bildet. Ihm entsprechend ist das medizinische Grundlagenwerk, die “Vier Tantras”, aufgebaut. Darin finden sich die Grundlegenden Abhandlungen zur Kosmologie, Anatomie, Ätiologie, Diagnose (Pulsologie, Urinanalyse), Therapie (Moxibustion, Diätetik, Chirurgie), Arzneimittellehre und Pharmakologie. Eine Serie von traditionellen Medizin–Thangkas, Rollbildern mit didaktischen und enzyklopädischen Inhalten, illustrieren die Vier Tantras.
In der Tibetischen Medizin sind 84'000 Krankheiten klassifiziert, und 2’293 Heilmittelzutaten dargestellt.  In der tibetischen Medizinliteratur nehmen Geschmack und Wirkung der Arzneimittel, einen grossen Raum ein und sind immer mit den drei Säften verbunden. Nach diesen Prinzipien werden die aufwendigen Arzneimischungen komponiert. Die Anwendung der Tibetischen Medizin, verbreitete sich in der Mongolei, China, in buddhistischen Regionen von Russland (z.B. im sibirischen Burjatien) und in Zentralasien, bis nach Nepal, Sikkim, Bhutan und Ladakh.

Das Wissen vom Heilen vom Dach der Welt, Ist in der Prinzipienlehre dargelegt. In jedem Ding wohnen drei Dinge inne. Wer die Dinge richtig sieht, sagt der Tibetische Arzt, erkennt in ihnen denn auch diese drei Prinzipien   Diese sind, die biologische Vernunft, die biologische Energie, und die tragende Substanz. Nach buddhistischer Auffassung, ist der individuelle Organismus, materialisiertes Bewusstsein vergangener Daseinsmomente, und der  ... Feinstoffliche Körper, ist der Träger der Lebensenergie. Die subtilen Winde, sind Teil des fein-stofflichen Körpers, und bilden eine Art Doppelkörper, mit einer eigenen "tantrischen" Anatomie. Nach Tibetischer Auffassung hat nur der tantrische Meister, die Fähigkeit, eine klare Sicht des verborgenen Inneren des Körpers, zu erkennen, denn die Fünf Elemente,  Erde, Wasser, Feuer, Wind, Äther, verbinden Mensch und Kosmos
Die Philosophie der tibetischen Medizin, ist ganzheitlich. Sie bezieht, die harmonische Funktion, und das Gleichgewicht aller Energien, die das psycho–physische „sein“ des Menschen ausmachen, mit ein, Diese Energien, haben psychologisch, ihren Ursprung, in den drei 'NYES–PA', oder "Körpersäften", die den drei Geistesgiften, und den fünf kosmo–physikalischen Energien, entsprechen, die die Grundlage aller Phänomene sind. Wenn alle Faktoren, die diese Energien beeinflussen, (z B jahreszeitliche Faktoren, Kost, Ernährung,, Lebensart und Geisteshaltung), positiv geneigt sind, dann bleiben diese Energien im Gleichgewicht. Das Ziel, der tibetischen Medizin ist, das Gleichgewicht dieser Energien aufrechterhalten. Das lamaistische–tibetische Medizinbild basiert auf der Lehre der drei Säfte (der ayurvedischen Tridosha) oder Humores Wind, Galle und Schleim. Diese Säfte sind im Menschen wirksam und bestimmen dessen Gesundheit. Bei Krankheit ist das Sänfteverhältnis gestört, und muss wieder in Harmonie gebracht werden. Dazu werden Ernährungsvorschriften, Anweisungen für Meditationen und Rituale, (Lebensweise) gegeben, und Arzneimittel verabreicht.

Die  Tibetische Medizin geht in Ihrem Grundlagewerk dem „Gyüschi“ davon aus, dass die Stoffe, die man als Nahrung und Medizin einnimmt, und die Stoffe, aus denen der Körper aufgebaut ist, grundsätzlich gleicher Natur sind. Es besteht eine gegenseitige Abhängigkeit. Die Lebensfähigkeit des menschlichen Organismus hängt von der Qualität der Umwelt, und der Nahrung ab. Krankheitsursachen sind, falsche Ernährung, Verhaltensfehler, unausgeglichener Lebensstill. Die Diagnose des Tibetischen Arztes besteht aus Pulsdiagnose,: Urindiagnose,: Zungendiagnose,: Ohrvenendiagnose: bei Kindern unter acht Jahren, sowie Muttermilchdiagnose: bei Säuglingen.  Körperliche Untersuchung:en sind nie vollständig. Als Ursache menschlichen Leides, werden die drei Gifte, Begierde nach der Erfüllung des Lebensdurstes,.der Widerwille oder Hass gegen alle Hindernisse, die dieser Erfüllung entgegenstehen und die Verblendung, die sich als Ich-Wahn manifestiert angesehen.
Die tibetischen Arzneimittel stammen aus dem Pflanzen-, Mineral- und Tierreich. Jedes einzelne Arzneimittel (Rohdroge) ist eine Kombination aus den fünf Elementen (Feuer, Wasser, Erde, Wind und Äther) und hat dadurch einen charakteristischen “Geschmack, d.h. eine bestimmte Wirkungsweise. Es gibt sechs Arten von “Geschmack”: süß, sauer, scharf, salzig, bitter und zusammenziehend. Die Geschmacksarten sind mit den drei Körpersäften verbunden, und wirken auf diese ein. Zum Beispiel werden Wind–Krankheiten durch Arzneien, die schwer fettig wirken,  und den “Geschmack”:von süss, sauer, salzig oder scharf enthalten, überwunden. Die Wirkung der Arzneimittel, wird mit acht Qualitäten beschrieben: schwer, fettig, kühl, derb, leicht, rau, heiss und streng.
Die überlieferten tibetischen Rezepturen gelten als komplexe Wirkstoffgefüge. Jeder dieser rohbelassenen Wirkstoffgefüge entzieht sich, durch seine Vielfalt der linearen Beschreibung, durch die Summe der einzelnen Inhaltsstoffe. Durch die Verwendung ganzer Pflanzenteile, werden die darin enthaltenen Substanzen, in ihrem natürlichen Umfeld präsentiert. Rezepturen werden im Zusammenhang gebracht. Das Stoffgefüge wirkt nicht spezifisch auf eine isolierte biochemische Reaktion, sondern regulierend auf einen ganzen Formenkreis im Organismus. Der Mensch trägt die Verantwortung für seine Gesundheit. Durch die subtilen Reize, die vor allem über Geruch und Geschmack übertragen werden, können sie den Organismus umstimmen, und auf diese Weise helfen, Risikofaktoren zu vermeiden.  Heilpflanzen werden je nach Indikation weiterverarbeitet (Kräuterpillen, Infusionen, Schnupfmittel, Inhalationen, Klistiere, Massageöle, Mineralbäder, Räucherungen, etc.) Auch werden Metalle und Edelsteine in der Medizin eingesetzt. So wird  der  Alabaster für: Gallen- und Nierensteine verwendet. Blei wird bei eitrigen Wunden und Vergiftungen eingesetzt. Bronze dient bei Augenleiden, Krebs und Steinleiden Eisen wird bei Augenkrankheiten, Anämie und Vergiftungen eingesetzt. Gold wird bei: Vergiftungen, und für die „Verjüng“ verwendet. Koralle: dient bei Vergiftungen und Nervenleiden. Kupfer ist ein Hilfsmittel bei: Eiterbildung und Leberleiden. Lapislazuli soll bei: Lepra und Vergiftungen helfen. Onyx bei Epilepsie und Nervenleiden. Sowie Perlen bei: Epilepsie und Tumoren. Quecksilber soll bei: Krebs, und der Vergiftungen helfen.
Bei den Animalische Zusätzen wurde Schlangenfleisch bei Augen-Krankheiten, Tumoren und  Verstopfung eingesetzt. Schlangenhaut diente bei Hautkrankheiten. Kaninchenherzen wurden, wie auch immer, bei: Herzkrankheiten eingesetzt. Schafhirn: galt als Linderungsmittel bei Schlaganfall und Windkrankheiten. Fuchslunge: wurde bei Lungenleiden, Seemuschel bei Eiterbildung, Tumoren eingesetzt. Rhino-Horn diente  bei eitrige Erkrankungen, sowie Ziegenhorn: bei Frauenleiden.
Die externen Heilmethoden waren Aderlass, der bei Hitze-Krankheiten, Augenleiden und Fieber eingesetzt wurde, sowie Schröpfen. Bei Rückenschmerzen hilft Akupressur. Diese: wurde auch bei Kopfschmerzen und. Schwindel eingesetzt. Akupunktur diente bei: Wind- und Schleimkrankheiten. Die Golden needle: Epilepsie (Goldene Nadel), wurde bei Schlaganfall und Psychose eingesetzt.
Die Moxibustion wurde bei: Wind-Schleimkrankheiten, Augenleiden, Rückenschmerzen, psychogene Leiden verwendet. Einige Symptome von Wind-Störungen waren Gliederschmerzen, Diffuse Schmerzen, Appetitlosigkeit, Geblähter Magen, Schwindel, Ohrgeräusche, Ruhelosigkeit, Zittern, Schwäche, Seufzen und Gähnen, Gedankenflucht, Angstzustände  Der Saft wurde als normaler Sitz und für Ausbreitung der Störung  angesehen.

Hanf ist seit frühesten Zeiten ein fester Bestandteil der tibetischen Pharmakopöe. Er wird in den “Vier Tantras” erwähnt und ist in zwei unterschiedlichen Formen auf den klassischen Medizin–Thangkas dargestellt. Beide Pflanzen sind weiblich. Neben den Pflanzen sind Schalen mit Samen dargestellt. Die eine wird lediglich “Hanf” genannt, die andere “minderwertiger Hanf aus Tibet”. Offensichtlich wird importierter, vorwiegend wohl indischer Hanf, medizinisch höher eingeschätzt. In der Tat hat der im warmen Süden gedeihende Hanf eine weit höhere Wirkstoffkonzentration.
Die medizinischen Eigenschaften des Hanf werden genau definiert: Hanf ist bitter im Geschmack, heiss in der Energie, scharf, verstopfend, leicht, blähungswidrig, lindert kapha (Schleim) und aktiviert pitta (Galle). Er bewirkt das Gefühl von Heiterkeit, Berauschung und regt die Verdauung an. Er macht eine Person gesprächig. Der psychoaktive Effekt von Hanfprodukten ist bereits in dem Medizin–Thangka “Gifte und ihre Zusammensetzung” verzeichnet. Ein Gemisch aus Fisch, Butter, Rettich, Ei, Pflanzenöl und Hanfsamen. Das Verdauen solcher Gemische wirkt berauschend. Der Hanf ist pittala und wird deshalb hauptsächlich als Arznei bei Krankheiten und Störungen, die durch die Galle bedingt sind, verwendet.
Die Galle reguliert die aktivierenden, erwärmenden Stoffwechselfunktionen und ist in der Leber konzentriert. Eine pittala–Arznei regt besonders die Funktionen der Leber und damit das Verdauungsfeuer an. Hanf wird aufgrund seiner antiphlegmatischen schleimhemmenden Wirkung hauptsächlich bei Nervenerkrankungen, Erkrankungen der Verdauungsorgane, der Atemwege, der Haut, der Lymphgefässe und Genitalien innerlich verordnet.  Die Liste der Krankheiten, bei denen der Hanf als Heilmittel eingesetzt wird, umfasst Rheumatismus, Tierbisse, Skorpionstiche, Entzündungen, Lepra, Krämpfe, Durchfall, Cholera, Urinverhalt, Schnupfen, Husten und intestinalen Wurmbefall. Sehr häufig wird er bei Eiter–Erkrankungen, besonders bei vereiterten Ohren, innerlich eingenommen. Vereiterungen der Ohren entstehen durch übermassige Flüssigkeitsproduktion im Kopf. Der Hanf trocknet diese überschüssige Flüssigkeit aus, und lässt den Eiterfluss versiegen.
Als volksmedizinisches Hausmittel wird der Hanf zur Entspannung und als Aphrodisiakum getrunken oder geraucht. So werden geistig Leidenden oftmals Aphrodisiaka verordnet, weil man davon ausgeht, dass eine Steigerung, oder Förderung der sexuellen Aktivität, auf den Geist, eine heilsame Wirkung ausübt. Gelegentlich werden Pflanzenpräparate, bei der Niederkunft oder kurz nach der Geburt gegeben, um die durch den Geburtsvorgang geschwächte Mutter zu stärken, oder Sie vor dem Kindbettfieber, und einer Geburtspsychose zu schützen. Die pulverisierten Blätter, der jungen Hanfpflanze, werden mit Honig vermischt, als Tonikum eingenommen. Diese Kombination, soll die Jugend erhalten, die Lebenskräfte vermehren, und die sexuelle Potenz steigern, sowie die Farbe und Beschaffendheit der Haare erhalten bzw. verbessern. Hanf wird auch zur Leistungssteigerung (Doping!) bei Hochgebirgswanderungen und zur Behandlung von Schwindel und Höhenkrankheit geraucht. Hanfsamen sowie das daraus gewonnen Öl (nicht mit Haschischöl zu verwechseln) sind ausserdem ein wichtiges Nahrungsmittel. Abgesehen davon werden aus den Fasern Seile gedreht, und Papier hergestellt. Klösterliche Bücher werden schon seit Übernahme des Buddhismus auf Hanfpapier gedruckt.
Der Hanf ist für die Tibeter eine heilige Pflanze, die oft bei Klöstern und Höfen angebaut wird. In der lamaistischen Tradition heisst es, dass Buddha sich in den sechs asketischen Jahren vor seiner Erleuchtung lediglich von einem Hanfsamen täglich ernährt hat. Somit sind Hanfsamen ein wesentliches Fastensgericht der Asketen. Im tantrischen Buddhismus, (Vajrayana), wurden und werden psychoaktive Hanfgetränke zur Meditation,  über die kosmische Vereinigung, von Buddha und dessen Shakti, (yab/yum), oder für die tatsächlich physisch vollzogene Vereinigung, von Tempeldienerinnen und Mönchen verwendet. Der aphrodisierende Hanf, gilt dabei als “Nahrung der Kundalini”, der weiblichen feinstofflichen Schöpferkraft, die die Sexualenergie in spirituelles Erleben transformiert. Der Hanftrunk, wird etwa eineinhalb Stunden vor der Meditation oder dem yab/yum–Ritual eingenommen, damit dessen Wirkungshöhepunkt, mit dem Beginn der geistigen, oder körperlichen Tätigkeit eintritt. Der Hanf steigert dabei die meditative Konzentration, verbessert die Aufmerksamkeit der Zeremonie gegenüber und regt die Sexualität an.

Mesopotamien Medizin

Der Stoff, aus dem die Räusche sind, ist aus den ersten Kulturvölkern, nicht mehr wegzudenken. Hanf taucht auch in diversen  Religionen auf. In Mesopotamien spielte der Hanf schon viel früher als in der Tibetisch- Budhistischen Medizin, eine primär kultisch-religiöse Rolle. Im babylonischen Schöpfungsmythos mit Namen „enuma elish" entsteht die Welt aus einem permanenten Götterkampf. Der Gott Marduk, Sieger des Götterdramas, schützt sich, der Legende nach, beim Endkampf, unter anderem, mit einem Giftvernichthänden „Kraut des Lebens“. Religionswissenschaftler vermuten nun genau in diesem Lebenskraut den Hanf.
Als sich vor 12'000 Jahren, der Mensch, gerade an die aufrechte Gangart gewöhnt hatte, und er noch zur Spezies, der Allesfresser gehörte, da liess er sich auch ein grünes Kraut munden, welches in ihm umwerfende Gefühle hervorrief. Dies war die Stunde, in der der Haschischrausch geboren wurde, denn eben jenes Wunderkraut, war nichts anderes, als der Hanf, auch Cannabis sativa genannt. Und der erzeugte gar wundersame Bilder, die den Menschen, die für wenige Stunden sein tristes Dasein vergessen liessen  Der Haschischrausch, also hatte in der Kulturgeschichte des Homo sapiens, nun seinen Platz gefunden – als Material, um Seile und Textilien herzustellen, wurde er erst Jahre später entdeckt,

Die Kulturen im Nahen Osten (Irak, Palästina, Ägypten: dem so genannten fruchtbaren Halbmond) waren führend. Hier entstand mit Jericho bereits zwischen 9'000 und 6'000 v. Chr. die erste Stadt. Die Städte wurden auch Zentren des Handels mit komplizierten politischen Organisationen. Die frühesten Orte lagen unweit der Bergketten, die die ursprüngliche Heimat der Wildwachsenden Vorfahren von Weizen und Gerste waren. Alle alten Siedlungen, befanden sich entweder, im Bereich oberhalb des für den Ackerbau notwendigen Niederschlagsmenge von 300 mm pro Jahr, oder in den wenigen Fällen unterhalb dieser Grenze, in Oasenlagen, wo ein Ackerbau auf Überschwemmungsböden möglich war. Zwei der grüssten und entwickelten Orte sind Tell–es–Sultan (Jericho), und Catal Hüyük, in der Hochebene der Türkei.
Jericho ist die älteste Siedlung, und war im 8. Jahrtausend, als Europa sich erst von der letzten Eiszeit erholte, bereits eine  1,6 ha grosse Siedlung, die mit einem in den Fels gehauenen Graben, und einem Steinwall, mit einem Rundturm, befestigt war. Die tiefsten schichten der Stadt, wurden dem präkeramischen Neolitikum zugeordnet, weil die Töpferei auf dieser Stufe, noch nicht bekannt war. Steinkrüge dienten als Behälter, und aus Obsidian, den man aus der weit entlegenden Türkei besorgte, wurden Schneidewerkzeuge hergestellt. Zum kochen wurden Lehmöfen benutzt. Bereits damals gab es öffentliche Gebäude, und es wurden Heiligtümer entdeckt, von dessen, manche Gipsfiguren enthielten. Die Bewohner des frühen Jericho bewahrten Menschenschädel auf, deren Gesichter naturalistisch aus Gips nachgebildet wurden, und deren, Kaurimuscheln als Augen eingesetzt waren.
Catal Hüyük ist noch eindrucksvoller. Es bedeckt 13 ha und war nicht durch Mauern befestigt, aber die dicht aneinander gebauten Häuser, konnten nur über das Dach, betreten werden. Auch hier finden sich Nachweise für den frühen Fernhandel mit begehrten Rohstoffen, wie Obsidian, Werkzeuge und Waffen, oder hellblauer Apatit für Schmuck. Die Gestaltung der Häuser, zeigt eine ähnliche Ausgereiftheit. Fresken mit Jagdszenen, bedeckten einige Wände, während die Mauern der Heiligtümer mit Gips überzogene Schädeln von Wildrindern, verziert waren.
Obwohl diese beiden Orte grösser waren, als andere, aus jener Zeit, ist ungewiss, ob man sie als Städte bezeichnen kann. Sie waren grösstenteils landwirtschaftlich geprägt, wenn sie auch vermutlich bedeutende regionale Zentren darstellten. Ein direkter Zusammenhang, zwischen diesen frühen Bevölkerungszentren, und den um einen Tempel konzentrierten Verwaltungs- und Manufakturzentrum späterer Stadtkulturen, mit ihrer schreibkundigen Elite, und monumentaler Bauweise, lässt sich nicht nachweisen.

Um  7000  vor Chr,.  kam es im Gebiet des fruchtbaren Halbmond, zu einer Flutkatastrophe. Entstand durch Tauwetter, die das Wasser der letzten Eiszeit, mit sich führten. Der Meeresspiegel stieg um 70 Meter, andere Quellen sprechen von 120 Meter, und überspülte, einen dünnen Landstreifen am Bosporus. Das Salzwasser überschwemmte das Land, und einen Süßwassersee, - das heutige Schwarze Meer entstand.
Aus den Trümmern, Scherben, Gräbern und Lehmschichten der Grossen Flut, bauten die Wenigen, eines unbekannten Volkes, nichtarisch, und nichtsemitisch, eine neue Kultur auf, derer entscheidendes Kennzeichen die  souveräne Beherrschung der Metalle war
Einer Überlieferung zufolge, soll Oannes von Eridu, der Fischmann, in der Alchemistischen Literatur auch Herr des Goldes genannt, und sieben weise Männer, aus dem Meer gekommen sein.  Sie hatten Körper und Kopf wie Fische, trugen Schuppenpanzer und Helm, aber darunter waren sie wie Menschen. Diese Männer hatten das Grosse Himmelsfeuer sowie die große Springflut auf ihren Schiffen, die Holzüberdacht wie Grosse Walfische aussahen, überlebt, jene Schiffe des Oannes von Eridu, an die auch die Bibel, in der Geschichte des Walfisch des Jonah, anklinkt. Die Legende Berichtet weiter, das ein Himmelkörper wie ein Titanengeschoss aus dem Osten herangeschwungen kam. Er hatte die Wassermassen der Meere über die Länder gezogen und hatte mit Sintfluten alles Leben auszuwaschen versucht.
Der Ueberliefeung zufolge, haben Oannes  aus Eridu, und seine sieben männlichen Begleiter, auf Ihren Schiffen überlebt. Sie sind irgendwo, zwischen Indien und Mesopotamien, an Land gegangen. Diese Menschen kannten den Gebrauch von Pflanzen, den Schutz vor Krankheit, das Rad, die Gradeinteilung des Kreises und ein mathematisches Zahlensystem. Diese fremden, langgewachsenen und schwarzhaarigen Männer, kannten die Verwendung von Gold und Silber, Kupfer, Blei, Zinn, Antimon,, Eisen und Nickel. Was diese Leute, eines unbekannten Volkes, im achten Jahrtausend v. Chr. von den Metallen wussten, lernten die Europäer erst jahrtausende später


Sumerer, nannten die Semiten, jene langgewachsenen Männer, zu einer Zeit, da sie sich schon mit den vorderasiatischen Stämmen, zu mischen begonnen hatten. Aus Bildnissen und Grabfunden wissen wir,  dass die Sumerer gross ,und Langköpfig waren, und mit langen Bärten aber geschorener Oberlippen einhergingen. Ihr Haupthaar am Hinterkopf war zusammengebunden. Als Sprache benutzten diese Menschen ein Basic Sumerisch, oder Atlantiden-Esperanto. Diese Sprache wurde noch Jahrtausende nach ihrer Aufsaugung, in der Weise als Latein, von den vorderasiatischen Gelehrten gesprochen.
Aus der sumerischen Kulturgeschichte, die vor sechstausend Jahren verschüttet wurde, gibt es  Pokale aus reinem Blei, sowie eine fünftausend Jahre alte Vase, die von den sumerischen Ruinen von Te stammtl, diese ist aus reinen Antimon. Ein Fund, aus einem Königsgrab bei Ur,  ist ein Dolch, aus Meteoreisen. Ein weiterer Dolch der gefunden wurde, stammt aus Khafaje. Er st aus irdischen Eisen. Sumerische Metallmuster sind auch in Südrussland, in Troja ,und in Zentraleuropa ausgegraben worden.
Vor 5’’000 v. Chr., wurde im Nahen Osten, die Metallgewinnung, aus Erz (in Stein eingelagertes Metall, bzw. chemische Verbindungen, von Metall mit Sauerstoff), entdeckt. Zunächst wurde Kupfer verarbeitet. Man baute auch Staudämme, um das Wasser der Flüsse, in den eher trockenen Gebieten, an den Unterläufen, besser zu nutzen. Wo und wie genau die Bronze, die erste Legierung, durch Verschmelzen von mehreren Metallen, (in diesem Fall 70% – 95% Kupfer und 30% – 5% Zinn), entstand, ist nicht geklärt. Einige Forscher gehen hier vom Vorsprung der altorientalischen Kulturen aus, andere wiederum, sehen den Ursprung in Mitteldeutschland, wo Kupfer- und Zinnvorkommen nahe beieinander liegen. Die Bronze ist wesentlich härter als Kupfer und als Zinn und löste damit bei der Herstellung von Werkzeugen und Waffen eine Revolution aus.

Der Name Mesopotamien, ist griechisch, und heisst, “Land zwischen den Flüssen”. Zwei Ströme, die in den anatolischen Gebirgen entspringen, fliessen durch das breite Tal, dem persischen Golf zu. Der kürzere und reißende Tigris, und der gemächlich dahinziehende Euphrat. Sein alter Name “Urudu,” bedeutet soviel, wie Kupferfluss, und erinnert an den Transport kleinasiatischer Erze. Er war die eigentliche Verkehrs- und Lebensader Mesopotamiens. Das Tal zerfällt in drei Landschaften: Assur oder Assyrien, am Oberlauf der Ströme, das hügelige und regenreichere Akkad, schlieslich Sumer, das Schwemmland im Süden. Diese Gebiete verwandeln sich in einen Garten von paradiesischer Fruchtbarkeit, wenn sie richtig bebaut, und entsumpft, oder bewässert wurden. Die ersten Hochkulturen entstanden, in den fruchtbaren Schwemmlandbecken, der grossen Flüsse.
Aufgrund der organisatorischen Anforderungen, die die Herrschaft über die grossen Bevölkerungsgruppen des fruchtbaren Tieflands stellte, haben sich in diesen Gebieten komplexere Gesellschaftsformen entwickelt. Die Dörfer von Ackerbauern erstreckten sich zunächst von Palästina bis zum Zagrosgebirge, ein Gebiet, in dem die Regenfälle für den Getreideanbau ausreichten. Mit der Einführung von Bewässerungskanälen dehnte sich das Siedlungsgebiet jedoch auch auf die Ebenen des Tieflandes aus, wo nur wenig Regen fiel.
Als sich Gruppen von Ackerbauern, von den Gebirgshängen, auf die offenen Ebenen des Schwemmlands ausbreiteten, entstanden in den Becken von Euphrat und Tigris, hierarchisch organisierte Gesellschaften.  Die fruchtbaren Ebenen des südlichen Zweistromlandes ernährten Städte mit Tausenden von Einwohnern, die einen kulturellen Austausch betrieben.
Diese Gesellschaften hatten im wesentlichen vier entscheidende Merkmale gemeinsam: die Errichtung von Städten, die Schrift, grosse öffentliche Bauten, und die politische Struktur des Staates. Da durch die Bewässerung grosse Agrarüberschüsse entstanden, wurde es jetzt möglich, ein grosses Segment der Bevölkerung, nicht mehr im Ackerbau, sondern in anderen Bereichen, wie Handwerk und Handel zu beschäftigen. Dies wiederum führte zur Herausbildung einer herrschenden Klasse, die durch die Ausbeutung von Arbeitskräften, und die Erhebung von Steuern, Reichtum akkumulierte, und auf religiösem, militärischem, und politischem Gebiet, die Kontrolle übernahm. Der Herrscher, war oft gleichzeitig der oberste Priester, oder genoss, wenn er weltlich war, die Unterstützung der Priesterschaft. In beiden Fällen war der Tempelbezirk, ein wichtiges zentrales Element, des politischen Systems.

Es bildete sich ein Gottkönigtum heraus, d.h. ein charismatischer Führer erlangte eine fast absolute Macht, und wurde wie ein Gott verehrt. Die ersten Stadtstaaten, kannten klare Rangordnungen: König, Priester, Soldaten, Beamte, Handwerker, Händler, Bauern, Sklaven. Um sie verwalten zu können, musste die Schrift erfunden werden.
In allen Regionen war die erste Schrift ideegraphisch: Für bestimmte Bezeichnungen, oder Begriffe ,wurden Symbole benutzt. Dieses System erwies sich als unhandlich, und schliesslich begann man, die Symbole für Laute, statt für Vorstellungen, zu gebrauchen, wobei sich der Zusammenhang zwischen Gestalt und Bedeutung der Zeichen, allmählich auflöste. Eines der erfolgreichsten Schriftsysteme entwickelte sich in Mesopotamien, wo Griffel mit rechteckigem Ende benutzt wurden, die keilförmige Abdrücke, in Tontafeln hinterliessen. Für jede Silbe gab es ein eigenes Zeichen, so dass eine Art Silbenalphabet entstand. Mit Hilfe eines Griffels wurden diese Zeichen in Tontafeln geritzt, welche man brannte oder an der Luft trocknen liess. Die früheste Form der Schrift, wurde in der Verwaltung eingesetzt, um über Güter, Löhne und Steuern Buch zu führen, Sie entwickelte sich jedoch später weiter, so dass sie zur Aufzeichnung und Übermittlung fast jeder Botschaft verwendet werden konnte. Mit der Zeit wurden aus den Stadtstaaten grosse Reiche. Hoch entwickelte demokratische Regierungsformen entstanden dagegen erst später in der Eisenzeit in Griechenland.
Um 4000 v, Ch. waren die Grundlagen der Mesopotamischen Hochkultur gelegt. Ausgedehnte Bewässerungskanäle, waren die Basis, der reichen bäuerlichen Gemeinschaften, und Handel und Handwerk blühten auf. Die Sumerer ein Volk unbekannter Herkunft, wanderte aus dem Osten, ins Mündungsgebiet der beiden Ströme, und vermischten sich, mit der dort bereits ansässigen Bevölkerung
Aus diesen erfolgreichen und dynamischen Gemeinschaften entstanden um 3500 v, Chr. die ersten Stätte von Sumer.
Nach und nach wuchs die Einwohnerzahlen manch dieser Orte in Mesopotamien stark an und stiegen auf 10’000 und mehr. Um 3’500 v. Chr. hatte Warka (das alte Uruk) die Vormachtsstellung errungen. Der Erfolg Uruks hatte nicht nur lokale Bedeutung, denn die materiellen Erzeugnisse seiner Kultur wurden exportiert, und die charakteristische Keramik wurde auf dem Iranischen Hochland und nahe der Mittelmeerküste gefunden.
Um 3100 v. Chr. kam es im Gebiet des heutigen Irak infolge eines tropischen Wirbelsturmes zu einer weiteren Umweltkatastrophe (Überschwemmungen), die mündlich überliefert und von späteren Generationen im babylonischen Epos beschrieben wurde. Diese Geschichte ist in der Bibel als Bericht von der Sintflut mit einer moralisierenden religiösen Bedeutung versehen worden.

Während der ganzen Geschichte Mesopotamiens, waren immer wieder semitischsprachige Völker, aus der syrischen Wüste, ins Land gedrungen. Sie vermischte sich mit der ansässigen Bevöjkerung, und es bildeten sich die ersten Stadtstaaten. Unter ihnen erlangten die Babylonier und die Assyrer die größte Bedeutung.
In Mesopotamien entfaltete sich um 3’000 die erste Hochkultur der Geschichte. Ihre unmittelbaren Nachbarn, im Norden, waren Akkader. In der ersten Hälfte des 3. Jahrtausends (der frühdynastischen Periode) basierte die politische Organisation beider Völker auf Stadtstaaten, die von Uruk, Ur und Kisch dominiert wurden, wobei die Hegemonie zwischen diesen drei Städten wechselte. Sie deckten ihren Bedarf an Nutzholz, Metallen und Halbedelsteinen, indem sie die natürlichen Reichtümer des Zagros– und des Amanos–Gebirges ausbeuteten, Fernhandelswege in den Iran und nach Kleinasien erschlossen und auf dem Seeweg Handel trieben  Um 2600 v. Chr erbaut. der sagenhafte König Gilgamesch die große Mauer um die Stadt Uruk. Gilgamesch wird von den Sumerern göttlich verehrt und zum Helden des Gilgamesch-Epos.

Im Gilgamesch-Epos, der ältesten schriftlich erhaltenen Geschichte der Menschheit, wird der wilde Mann Enkidu beschrieben, der in der Steppe lebt. Dieser ernährte sich wie ein Tier, er war noch ganz Natur. Der zu zwei Dritteln göttliche König von Uruk, der sumerischen Stadt, dem Sinnbild der Kultur, wollte den Wilden zum Freund gewinnen und er wollte ihn zivilisieren. Dies gelang ihm mit Hilfe einer Tempeldienerin der Ischtar, die den Wilden verführte und in die höchsten Geheimnisse heiliger Erotik einweihte. Sie ließ ihn vom heiligen Rauschtrank ? einem Bier ? kosten.
Die Liebes- und Biergöttin war bei den Sumerern auch die „Oberste der großen Ärzteschaft“. Alle Pflanzen, Tiere und Mineralien und deren Wirkungen waren ihr bekannt durch ihre innige Beziehung zur Natur. Ärzte und Priester, riefen sie bei Heilungen unter Beschwörungen an. Sie sollte Krankheiten verbannen und bösen Zauber lösen. Dem Bier schrieb man allgemein eine große Heilkraft zu. Verabreicht wurde es als Trank und Klistier mit praktisch allen geeigneten Drogen (getrocknete Pflanzenteile), die darin zerkleinert, aufgelöst und aufgeschwemmt wurden.
Die Opferszenen und Libationen „Bier–Einschenken“ wurden auf zahlreichen Reliefs und Tontafeln dargestellt. Der Ischtar wurden Bierkrüge und Ziegenböcke auf ihren Altären dargebracht. Dabei wurde das Bier oft vor die Statuen gegossen, aber auch von den Tempeldienerinnen, in der Literatur oft Tempeldirnen, Huren oder heilige Prostituierte genannt, und Priestern auf das Wohl der Göttin getrunken.
Wegen dem derart großen Bierbedarf mussten  viele Tempel eigene Tempelbrauereien unterhalten. An den Festtagen kamen die Menschen bei den Tempeln zusammen, assen Brot und tranken Bier. Genauso taten es die Götter; auch sie saßen zusammen und vergnügten sich. Es hiess, die Götter würden ihre Furcht verlieren, wenn sie vom Bier berauscht seien, und könnten dann den Menschen besseren Schutz gewähren.
In vielen Keilschrifttexten wird auf die enthemmende Wirkung des Tempelsbieres angespielt. Diese Wirkung machten sich die Tempeldienerinnen bei ihren erotischen Ritualen zur Ehrung der großen Göttin zunutze. „Wenn ich im Tor vor der Schenke sitze, bin ich die liebende Dirne, die die Männer kennt.“ sagte Ischtar von sich selbst. Daher wurden die Tempel der Ischtar auch Schenken genannt. Die Schenke war ein Freudenhaus, Ort des Rausches und der erotischen Lustbarkeiten, genauso wie der Tempel der Liebesgöttin. Im einen wirkte die Schenkin als Vermittlerin der Lebensfreude, im anderen die Priesterin als Botin der Göttin.
Die Schankwirtin stand hoch im Ansehen, denn sie schenkte Bier aus und dazu alle erdenklichen Freuden. Im Zweistromland, in Sumer, Babylon und Akkadien wurden sogar Hautkrankheiten wie Lepra und Hauttuperkolose mit Bier geheilt. Noch der Talmud wusste von den Heilkräften des babylonischen Bieres. Viele Krankheiten, dien in anderen Ländern des Vorderen Orients zahlreiche Opfer forderten, waren in Babylon unbekannt, weil das Bier offensichtlich eine Prophylaxe bildete, was nach der Einschätzung moderner Forscher auf die wilden und kultivierten Hefen und Schimmelpilze zurückzuführen ist. Im alten Mesopotamien, wurde das Bier schon Rauschmittel, Aphrodisiakum und Medizin verwendet, aber im Unterschied zu heute hatte es noch die Aura des Mystischen. Der mesopotamische Rauschtrank war ein Geschenk der Götter und wurde ihnen wiederum als Trankopfer dargebracht. Der ökologische Zusammenhalt von Mensch und Gott war noch solange intakt, bis die ersten Religionskriege die Zerstörung und Verwüstung des Zweistromlandes besiegelten.

Der Reichtum des Landes übte eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf die Wüstenstämme im Süden und die Bergvölker der iranischen Gebirge aus. Im Gegensatz zu Ägypten besitzt Mesopotamien offene und ungeschützte Grenzen. Deshalb konnten kriegerische Randvölker ohne große Schwierigkeiten hereinbrechen und die Herrschaft über das friedliche Bauerntum aufrichten, wurden aber nach einigen Jahrhunderten ihrerseits Opfer einer neuen Invasion. Infolgedessen ist die Geschichte Mesopotamiens, in deren Verlauf stolze Reiche sich erhoben und wieder stürzten, viel bewegter und dramatischer als diejenige des Niltales.
Am Ende des 3. Jahrtausends waren seine Stadtstaaten Einfällen der Amoriter aus dem Westen ausgesetzt. Die  semitischen Invasoren waren für den Zusammenbruch von Ur III verantwortlich, auch wenn eine Invasion der Elamiten aus Susa dem Reich den Gnadenstoss versetzte. Die Amoriter gründeten Dynastien von Syrien bis Südmesopotamien. Wieder einmal spaltete sich das Zweistromland in rivalisierende Staaten auf.
Die Stadtstaaten im Süden Mesopotamiens wurden später unter einem Usurpator vereinigt, der sich den Namen Scharrukin (oder Sargon, etwa 2’334 – 2’279 v. Chr.) „rechtmäßiger König“ nannte. Inschriften zufolge erstreckten sich die von Sargon eroberten Gebiete vom „Oberen Meer“ (Mittelmeer) bis zum „Unteren Meer“ (Persischer Golf), während seine Söhne und sein Enkel Naramsin das Reich bis Anschan und Marhaschi im Iranischen Hochland ausdehnten.
Die Dynastie von Akkad fiel dem Einbruch der Gutäer aus dem Zagros-Gebirge zum Opfer und wurde abgelöst von einer sumerischen Dynastie mit der Stadt Ur als Hauptstadt. Das Reich von Ur verfügte über eine hoch entwickelte Bürokratie und war kompakter und stabiler als Akkad. Es wird als Ur III bezeichnet und hatte kaum mehr als ein Jahrhundert (2’112–2’004 v. Chr.) Bestand. Es wies jedoch alle Merkmale eines voll entwickelten Reiches auf: ein Kern von Stadtstaaten im Süden Mesopotamiens und eine Peripherie, die sich über die Vorgebirge des Ostens erstreckte. Die größte Bedeutung erlangten Assyrien und Babylonien. Beim Tode Schamschi–Adads I. (etwa 1’780 v. Chr.) war Assyrien der mächtigste Staat in Mesopotamien. Es verlor seine Vormachtstellung jedoch fast unmittelbar darauf an Babylonien.

Vor         3’000     v. Chr.     Einwanderung der Sumerer
    3'000  –    2’400     v. Chr.     Sumerische Stadtkulturen
    2’400  –    2’200     v. Chr.     Weltreich von Akkad (Sargon, Naram-sin)
    2’200  –    2’100     v. Chr.     Fremdherrschaft der Gutäer
    2’100  –    1’800     v. Chr.     Restauration der Sumerer
    1’900  –    1’600     v. Chr.     Altbabylonisches Reich (Hammurabi)
    1’800  –    1’200     v. Chr.     Hethiterreich (Suppiluliuma, Hattusili III.)
    1’350  –    612     v. Chr.     Assyrerreich (Tiglatpileser I., Assurnassirpal II.,Assurbanipal)
    612  –    539     v. Chr.     Neubabylonisches Reich der Chaldäer (Nebukadnezar)
    539  –    330     v. Chr.     Perserreich (Kyros, Dareios I., Xerxes)


Babylonien hatte eine kriegerischere Entwicklung als Ägypten. Zunächst wurde es nicht von Semiten, sondern von den Sumerern beherrscht. Sie erfanden die Keilschrift, welche die semitischen Eroberer von ihnen übernahmen. Eine Zeitlang gab es verschiedene unabhängige Städte, die einander bekämpften. Schließlich gewann jedoch Babylon die Überhand und gründete ein Reich. König Hammurapi begründete das Babylonische Reich. Durch geschickte Bündnispolitik und Kriegszüge vereinigt er ganz Mesopotamien zu einem Grossreich. Die Götter anderer Städte wurden untergeordnet, und Marduk, der Gott Babylons, errang eine Stellung, wie sie später Zeus im griechischen Pantheon einnahm.
Die Babylonier, übernahmen ein hervorragendes mathematisches Zahlensystem, mit einer Positionsschreibweise zur Basis 60, und entwickelten es weiter. Die Reichweite der Anwendungen erstreckte sich auf eine Vielfalt praktischer Probleme: Berechnungen für das Bauwesen (Dämme), Wasseruhren, Ernteerträge, Zins und Zinseszins, Währung, Masse und Gewichte etc. Das Ishtar-Tor ist eines der monumentalen Werke Babylons
Zu den ersten astronomischen Haupterkenntnissen dieser Zeit gehörte die Entdeckung, dass viele Himmelserscheinungen periodisch ablaufen. Um 2000 v, Chr, war z.B. bekannt, dass die Venus fünfmal in 8 Jahren an denselben Punkt des Himmels zurückkehrt. Oder der sumerische Mondkalender konnte mit dem Sonnenjahr in Übereinstimmung gebracht werden: In 19 Sonnenjahren von je 12 Monaten waren sieben Schaltmonate einzufügen. Auch die Unterteilung des von der Sonne durchlaufenen Himmelskreises (Ekliptik) in 12 Tierkreiszeichen geht auf die frühbabylonische Astronomie zurück. Das Auffinden des Saroszyklus für gleichartige Finsternisse gehört ebenfalls zu den beachtlichsten Leistungen der Babylonier.
Eine Vorstellung der wahren Himmelsbewegungen im Raum hat sich in Mesopotamien aber aller wahrscheindlichkeit nach nie entwickelt. Himmel und Erde sah man als flache Scheiben an, die auf einem kosmischen Ozean getragen wurden. In der Mitte der Scheibe erhob sich ein hohler Berg, in dessen Inneren die Unterwelt befand. Ein gekrümmter Himmel überwölbte die Erdscheibe. Eine frühe babylonische Weltkarte (um 2600 BC) zeigt Babylon im Zentrum der Welt. Der Euphrat und Tigris durchziehen den Erdkreis. Das babylonische Weltbild legte später das Fundament für die griechische Astronomie.

Überall da, wo eine Religion, eng mit der Regierung eines Reiches, verbunden war, trugen politische Motive viel dazu bei, ihre ursprünglichen Züge zu verändern. Der Staat bekam seine Gottheit, die nicht nur für eine üppige Ernte, sondern im Kriegsfalle, auch für den Sieg zu sorgen hatte. Eine reiche Priesterkaste arbeitete das Ritual, und die religiösen Ehren aus, und vereinte die verschiedenen Gottheiten, der einzelnen Teile des Reiches, in einem Pantheon.
Die babylonische Religion, war, wie die ägyptische, und andere antike Religionen, ursprünglich ein Fruchtbarkeitskult. Die Erde war weiblich, die Sonne männlich. Der Stier, galt als Verkörperung männlicher Fruchtbarkeit, und Stiergötter gab es allenthalben. In Babylon, nahm Ischtar, die Erdgöttin, die Vorrangstellung, unter den weiblichen Gottheiten ein. Da die Regierung so eng mit den Göttern verbunden war, ergaben sich daraus auch Beziehungen, zwischen den Gottheiten, und der Moral. Rechtsbruch wurde zur Sünde gegen Gott. Das älteste, bisher bekannte Gesetzbuch ist König Hammurabi von Babylon, um 2’100 v. Chr., zu zuschreiben. Dieses Gesetzbuch, so versicherte der König, sei ihm von „Marduk“ (einem Gott Babilons), übergeben worden. Die Beziehung zwischen Religion und Moral wurden mit der Zeit beständig enger, aber Im Gegensatz, zur ägyptischen und jüdischen Religion, beschäftigte sich die babylonische mehr mit der Wohlfahrt auf dieser Welt als mit der Glückseligkeit in der nächsten. Magie, Weissagungen und Astrologie, waren nicht spezifisch babylonisch, jedoch in Babylonien stärker entwickelt als anderswo.

Die altbabylonische Kultur, basiert auf der älteren der Sumerer. Die Sumerer hatten die Keilschrift erfunden, die Babylonier benützten sie, und passten sie ihrer semitischen Sprache an, wobei sie aber viele sumerische Wortzeichen, in der ursprünglichen Wortbedeutung, als "Ideogramme" beibehielten. Das  hatten den Vorteil der Kürze, da die sumerischen Wörter meist einsilbig waren und daher mit einem einzigen Silbenzeichen geschrieben werden konnten. Akkadische Wörter konnte man auch phonetisch schreiben, indem man sie in Silben zerlegte und für jede Silbe ein Keilschriftzeichen verwendete, das ein gleich lautendes sumerisches Wort wiedergab. In der modernen Umschrift werden die Keilschriftzeichen phonetisch geschriebene Silben kursiv gedruckt. z.B.: das Sternbild Waage heißt akkadisch zibanitu, sumerisch rin. Dieses Wort, kann nun einerseits ideegraphisch, mit einem Keilschriftzeichen rin=zibanitu, andererseits phonetisch, mit vier Keilschriftzeichen zi-ba-ni-tum geschrieben werden.
Der babylonische Dialekt des Akkadischen wurde Verkehrssprache im ganzen vorderen Orient während der Assyrischen Zeit. Seit Assur-Uballit fassen auch die assyrischen Könige ihre Inschriften nicht in ihrem eigenen assyrischen, sondern im babylonischen Dialekt ab. Jedoch wurde in den alten Tempelschulen, die alte Sprache, und die Keilschrift, bis ins 3.Jh.v.Chr. eifrig gepflegt Im Laufe des 1.Jt.v.Chr. wurde die akkadisch-babylonische Umgangssprache mehr und mehr durch das aramäische verdrängt. Statt der Keilschrift setzte sich die aramäische Buchstabenschrift immer mehr durch.. Astronomische Texte wurden aber noch bis ins 1.Jh.n.Chr. in Keilschrift geschrieben.

Der weitaus größte Teil, heutiger Kenntnisse, mesopotamischen Wissens, beruht auf der Entzifferung von Tontafeln, welche bei zahlreichen Ausgrabungen gefunden wurden. Dem umfangreichsten Fundgebiet entstammt eine einzigartige Bibliothek, welche von König Assurbanipal zwischen 668 und 626 v. Chr. in seiner prächtigen Hauptstadt Ninive angelegt wurde. Die Texte in Assurbanipals Bibliothek sind in sumerischer und akkadischer Sprache abgefasst. Demzufolge war die Stadt Ur, im Mündungsgebiet des Euphrat,.eine der grössten, und machtvollsten Städte, im alten Mesopotamien,
Aus Ur stammen die meisten Überlieferungen Mesopotamiens. Vieles aus mesopotamischem Erbe hat sich bis heute nicht nur im Gedankengut unserer Zeit erhalten. Zum Beispiel das Rad, der Käse, die Siebentagewoche, juristische Grundsätze, astronomische Erkenntnisse und die Zahleneinheit 60 (die Stunden, Minuten, Sekunden sowie die Gradeinteilung eines Kreises).  Auch war der Essig bereits in diesen Zeiten bekannt. Durch das stehen lassen alkoholischen. Flüssigkeiten an offener Luft erhielten die Inder, Babylonier, Ägypter u. Chinesen schon vor Jahrtausenden einen einfachen Speiseessig.
Auch die Anfänge der Chemie und Parfümherstellung. Ist bekannt Diese sind teilweise Dokumentiert. Es findet sich  der Name von Tapputi-Belatekallin, der Parfümherstellerin, auf einer Keilschrifttafel des alten Mesopotamien, die sich auf die Zelt zwischen 1256 und 1209 vor unserer Zeitrechnung datieren lässt. Die Schriften wurde zusammen mit sechs anderen Tafeln gefunden, die allesamt die technologischen Aspekte der Parfümherstellung behandeln.
Aus dem zweiten Teil ihres Namens geht hervor, dass Tapputi, die Parfümherstellerin, der Vorstand eines Haushalts war, eine Hausfrau also. Offensichtlich unterstand die Herstellung von Parfümprodukten Hausfrauen, die für die einzelnen Produktionsschritte ihre eigenen Methoden entwickelt hatten. Dabei müssen sie durchweg empirisch vorgegangen sein, und zwar so, dass sie von der Kombination normaler Küchenoperationen über die weitere Entwicklung von Haushaltsgeräten zu immer Spezialisierteren Verfahren der Destillation, Extraktion und Sublimation fortschritten.
Für die Extraktion beispielsweise schreiben sie vor, den Vorgang je nach Fall 20 bls 40 Mal zu wiederholen - ein Gedanke, der sich durch die gesamte Geschichte der Alchimie hindurchzieht. Zur Destillation und Sublimation wurde von den Babylonierinnen ein sogenannter "Diquaru"Topf benutzt. Das ist ein Topf aus Metall, der mit einem Deckel versehen ist und über lange Zeit erhitzt werden kann. Er stellt als Fortentwicklung eines normalen Küchentopfes die Urform der Destillationsgeräte dar, wie sie später von den Ägyptern, den Alchimisten der ersten nachchristlichen Jahrhunderte und von den islamischen Chemikern des 8. bis 11. Jahrhunderts benutzt worden sind. Die frühe Geschichte der abendländischen Chemie ist also  auch babylonischen Hausfrauen zu verdanken, die vor über 3000 Jahren in Mesopotamien Parfüm herstellten.

Für unser Thema sind die Überlieferungen der Heilkun  von größter Bedeutung. Diese Heilkunde basierte auf einer magisch-religiösen Grundidee. Priester beobachteten von den höchsten Türmen des Landes den Sternenhimmel. Aus dem Lauf der Gestirne, aus Mond- und Sonnenfinsternissen oder dem Erscheinen von Kometen lasen sie die Absichten ihrer Götter heraus, Krankheiten, Seuchen oder Kriege zu senden. Nicht nur die Sterne gaben den Priestern Mesopotamiens Aufschluss über Krankheiten und Tod. Auch die Innereien von Opfertieren ließen dergleichen Rückschlüsse zu. Vornehmlich die so genannte Leberbeschau galt als aussagefähig, wie wir aus den Tontafeln König Assurbanipals erfahren.
Schutzherr aller Heilpriester, im sumerischen Mesopotamien war Ea, oberster Heilgott, zugleich Gott der Gewässer und der Weisheit. Sein Sohn Marduk galt sowohl als ein dem Meer entstiegener Sonnengott wie auch als Herrscher über alle Dämonen und Geister. Dem Sohn Marduks und Enkels Eas wiederum, Nabu, wurde allergrößte Verehrung als Begründer der Wissenschaften und der Schulmedizin gezollt. Ihm war ein Tempel in Borsippa geweiht, dem eine Schule für Heilpriester unterstand. Zu diesen drei obersten Heilgöttern gesellte sich eine Vielzahl weniger bedeutender Nebengötter. Gula zum Beispiel, die Göttin der Heilkräuter und Gifte, heilte Kranke durch Handauflegen und war zugleich bekannt für die Kunst, Tote zu erwecken.
Von besonderer Bedeutung in der mesopotamischen Heilkunde war die Schlange. In ihr vereinigte sich Heilwirkung wie Todesdrohung, da ihr Gift beides enthielt. So darf es nicht wundern, dass dieses Tier schon sehr früh als Symbol des Arztberufes angesehen wurde. Ein äußerst bemerkenswerter Fund aus dem Jahre 2’000 v. Chr. zeigt eine mesopotamische Vase mit Abbildungen ärztlicher Gebrauchsgegenstände. Zwischen Wundnadeln, Salbentiegeln und Mörsern befinden sich zwei Schlangen, welche sich um einen Stab ringeln. Der Stab ist uns aus der Betrachtung des altägyptischen Heilpriesters her vertraut. Wie wir wissen, gehörte er zur ausdrücklich notwendigen Ausstattung eines jeden Heilpriesters dazu. Dass sich zwei Schlangen um diesen Stab winden, erklärt sich aus der Doppelwirkung des Schlangengiftes als Heilmittel und als tödliches Gift.

Assur und Babylon wurden von Gottkönigen beherrscht; deshalb konnte sich die Medizin in diesen Ländern nicht von den Einflüsse der Geisterlehre und Magie lösen. Keilschrifttäfelchen aus dieser Zeit enthalten eine lange Reihe genau klassifizierter Fallbeschreibungen. Erstaunlich genaue Tonmodelle der Leber, die man für den Sitz der Seele hielt, weisen darauf hin, dass man der Untersuchung dieses Organs Grosse Bedeutung beimass, wenn es darum ging, die Absichten der Götter zu erforschen. Zu dem gleichen Zweck beschäftigte man sich auch mit Träumen.
Auch in dieser  Kultur wurden Krankheiten als Ausdruck von rituellen Unreinheiten gesehen, die auch durch die Anwendung von Ritualen wieder beseitigt werden konnten. Sie wurden auch als Strafe für Verstösse gegen Tabus, gesellschaftliche Regeln oder bewusst ausgeübte Straftaten gegen Menschen und Gott angesehen. Krankheiten konnten aber auch von Zauberern sowie Dämonen und Göttern verursacht werden. Da aber immer ein direktes oder indirektes Eingreifen der Götter vorliegt, konnte der Arzt nur dann eine Prognose stellen oder eine Behandlung vornehmen, wenn er vorher mit den Göttern sprechen konnte.
In Mesopotamien wurde von den Medizinern die Deutung von Omen zu einer Kunst entwickelt. Das Omen konnte Auskunft über Ursache und mögliche Behandlung von Krankheiten geben. Nicht nur Menschen konnten von Krankheiten befallen werden. Manche Krankheiten, wie zum Beispiel Zara‘ath, als Lepra übersetzt, befiell auch Häuser und Gärten.
Hauptaufgabe des mesopotamischen Heilpriesters war es, die Art der Krankheit beziehungsweise die Art des Krankheit auslösenden Dämons zu erkennen. Denn da gab es Geister von Toten, die einen neuen Körper suchten oder Dämonen, die von einem menschlichen Vater und einer Dämonenmutter abstammten oder umgekehrt. Eine weitere Dämonenart waren die echten Teufel, die als ursprüngliche Göttergestalten aus dem Himmel verbannt worden waren. Auch die Geister der so genannten Bösen Sieben waren gefürchtet, die als Drachen oder Wirbelstürme aufzutreten pflegten oder auch arglose Wanderer überfielen.
Selbst die von den Göttern ausgesandten Krankheiten bemächtigten sich des Menschen in Dämonengestalt. Die Berührung eines Kranken war darum in rein geistigem Sinne bedrohlich, denn Dämonen wurde eine ungeheure Strahlkraft zugeschrieben. Nur der Magier galt als stark und mächtig genug, der Kraft der Dämonen zu widerstehen. Die so im Körper des Kranken eingenisteten Dämonen mussten mit Beschwörungsformeln ausgetrieben werden. Zum Beispiel wurde im Fall von Kopfschmerzen ein Schweinekopf geopfert und im Fall von Leibschmerzen ein Schweinebauch. Diese Behandlungsmethoden bezeichnete man als „sympathischen Magie“. Um „imitierende Magie“ hingegen handelte es sich, wenn der Heilpriester Nachbildungen der den Kranken quälenden Dämonen formte und verbrannte. Eine der wichtigsten und unverzichtbarsten Heilanwendungen war jedoch das Handauflegen, wodurch dem Kranken magische Kraft übertragen wurde. Dem Heilpriester stand dabei ein gütiger Geist oder auch Schutzgeist zur Seite.
Der Priester–Arzt beschränkte sich jedoch nicht auf Wahrsagerei. Auf dem Weg vom Tempel zum Haus des Kranken bemühte er sich, alle Naturerscheinungen, die den Willen der Götter verraten könnten, genau zu beobachten. Mit Hilfe der Wahrsagetechniken, unter denen die Leberbeschau, die Traumdeutung und die Astrologie eine herausragende Rolle spielten, war es dem Priester möglich, die beleidigte Gottheit und das Wesen der Beleidigung zu erkennen. Er konnte daraus ersehen, ob das Vergehen rückgängig zu machen war oder nicht. Kamen nun zu den Vorzeichen von Sternen und Innereienschau noch Ereignisse hinzu, welche dem heilkundigen Priester auf dem Weg zum Haus der Kranken widerfuhren, war die Diagnose seiner Krankheit vollständig.
Auf den Tontafeln der Bibliothek König Assurbanipals fand man eine Art Lehrbuch über die Bedeutung solcher unterwegs stattfindenden Ereignisse. Darin ist zum Beispiel von einem schwarzen Hund als Todesboten die Rede, von einem Genesung bringenden weißen Schwein, von einer Taube, welche die Seele des Toten mit sich nimmt, von einer Schlange oder einem Skorpion, welche Gesundheit verheissen. Immer aber galt Erkrankung als Zeichen einer Sünde, die der Kranke begangen haben musste. Entsprechend bedeutet das assyrische Wort für Krankheit (shertu) neben Leiden auch Sünde. Die Götter straften den Menschen mit Krankheit, der ihnen nicht diente oder durch eine sündhafte Handlung die Missachtung göttlicher Befehle bewies. Die mesopotamischen Heilpriester sahen daher keinen Anreiz, einer Krankheit mittels Medizin in der heutigen Auffassung zu heilen. Nur Magie konnte helfen, denn nur mit den Mitteln der Magie gelang es, Kontakt zu den Göttern aufzunehmen.

So bedeutsam der Beruf des Heilpriesters war, so gefährlich konnte er auch sein. Dies geht aus Tontafeln hervor, welche aus der Zeit des Königs Hammurabi um 1900 v. Chr,i in Babylon stammen. Nicht selten musste ein Chirurg einen Kunstfehler mit dem eigenen Leben bezahlen oder ein hohes Schmerzensgeld begleichen. Selbst die Hebamme oder Ziehmutter eines Neugeborenen lebte gefährlich. Ihr drohte der Verlust beider Brüste, falls sie sich beispielsweise der Kindsunterschiebung schuldig machte, oder ein Baby, durch ihr Versagen tot geboren wurde.
Die Babylonier, waren vermutlich die ersten,, die eine gesetzliche Regelung der Medizin anstrebten.  König Hammurapi in Babylonien um 1728 – 1686 v. Chr., liess Gesetze, die er vom Sonnengott Schamasch verliehen bekommen haben will, in eine steinerne Säule, (heute im Louvre in Paris) meisseln. Die Rechtspflege wird zur vorrangigen Aufgabe des Herrschers. Es gilt der Grundsatz »Auge um Auge, Zahn um Zahn«. Strafen sind Auspeitschung, Verstümmelung und Hinrichtung. Der aus dem 19. Jahrhundert v. Chr. stammende Hammurabi-Kodex schrieb den Verdienst und die Verantwortlichkeiten des Arztes vor. So sollte ein Arzt, der „mit einem Bronzemesser eine große Operation an einem Adligen ausgeführt hat“, zehn Silberschenkel erhalten. Verursachte er dabei den Tod des Adligen, wurde ihm zur Strafe die Hand abgeschnitten.
Mehr und mehr gewann neben den rein magischen Methoden die Anwendung von Heilkräutern, Pflanzenwickeln und Aderlässen Bedeutung. Der Heilpriester bekam Konkurrenz durch den Priesterarzt, welcher im Laufe der Zeit gänzlich auf sein Priesteramt verzichtete.

Der Gesundheit wurde in der mesopotamischen Welt ein ganz besonders hoher Rang eingeräumt. Körperliches Wohlbefinden gilt in den meisten Kulturen als wünschenswert; dementsprechend vermittelt die Mehrzahl der Religionen, auch die Hoffnung auf ein Leben in einer jenseitigen Welt voller Freuden. Ganz anders die mesopotamische Religion, deren Bild vom Jenseits ziemlich düster ist. Daher war es notwendig,, auf Erden so lange wie möglich, ein angenehmes, gesundes Leben zu führen. Ein Leben voller Heiterkeit galt als Zeichen göttlicher Gnade. (Als Beispiel nehme man nur das Gilgamesch – Epos, die älteste überlieferte Dichtung der Menschheit.)
Es gab drei Mechanismen, die zu einer Erkrankung führten. Die Götter konnten einen Sünder unmittelbar mit einer Krankheit bestrafen, was eher selten geschah. Am häufigsten entzog die Gottheit dem sündigen Menschen ihren Schutz, so dass aufgrund der fehlenden Abwehr, ein Dämon eindringen und eine Krankheit hervorrufen konnte; oder ein in die Schwarze Magie Eingeweihter beschwor absichtlich eine Krankheit herauf. In allen Fällen stellt die Krankheit einen Ausdruck von Besessenheit dar, und ihre beiden Determinanten können wie folgt definiert werden: Welche bösen Geister können eine Krankheit hervorrufen? Welcherart sind die Fehler, die jene Züchtigung, die man Krankheit nennt, nach sich ziehen können? In einigen Fällen ist das Wesen des Fehltritts dem Kranken unmittelbar bewusst. Neben einer etwaigen moralischen Verfehlung, konnte als Krankheitsursache, auch die Ansteckung durch Kontakt mit einer unreinen Person, in Betracht gezogen werden. Daraus resultieren auch die religiösen Waschungen und die Isolierung der “Unreinen”.
Den Mesopotamiern waren bestimmte Kräfte physischer oder biologischer Natur, wie Hitze und Kälte, Vergiftungen oder Parasiten bekannt. Aber man betrachtete diese nicht isoliert, sondern ordnete sie in den Gesamtprozess der Entstehung einer Krankheit ein. Physische und biologische Faktoren hatten ohne Zweifel ihre Wirkung, aber nur, weil die Götter sich ihrer, zu bestimmten Zwecken bedienten.
 
Der mesopotamische Krankheitsbegriff – Krankheit als Folge eines sündhaften Vergehens, sowie körperliches Leiden, hatte natürlich eine Behandlung auf zwei Ebenen zur Folge. Die magisch – religiöse, ergänzt durch die empirisch – medizinische.Im Bereich der Religion gab es drei Behandlungsarten: Gebet, Opfer und Magie. Das Opfer spielte eine besondere Rolle, denn es hatte zweifache Bedeutung: Sühnegabe an die Gottheit einerseits, andererseits trat das Opfer (Tier oder Gegenstand), an die Stelle des Sünders, nahm die Strafe auf sich und befreite dadurch den Menschen.
Bei der medizinischen Behandlung verband sich die religiöse Zeremonie, mit der Anwendung von Heilmassnahmen, wobei die Zeremonie, dem gesellschaftlichen Rang, des Kranken entsprach. Bei einfachen Kranken, bestand die Zeremonie aus dem Krankenbesuch, der Patientenbefragung und dem Hersagen der Beschwörungsformeln.
Bemerkenswerte Vollkommenheit herrschte auf dem Gebiet der empirischen Pharmakologie. Der spezifische Krankheitsbegriff, (Strafe als Folge einer Sünde), und die Heilmethode, (Suche nach der Art und Weise der Beleidigung der Gottheit, und Sühne).
Die mesopotamischen Vorstellung von Krankheit,  schliesst die Identifizierung ihrer Ursachen mit ein. Es gibt viele Aufstellungen von Krankheiten, die mit Hilfe der dominierenden Symptome beschrieben wurden. Auf dem Gebiet der Pädologie des Atmungsapparates werden an Symptomen Husten, Auswurf, Thoraxbeklemmung und Atemnot genannt. Gegen den Husten ist eine Indikation überliefert, die eine kombinierte Behandlung durch Medikamente und Wärmeeinwirkung darstellt. Auf dem Gebiet der Pädologie des Verdauungsapparates verfügte man über “Heilsäfte gegen Durchfall”, Rezepte, “um das Feuer aus dem Magen entweichen zu lassen” sowie Vorschriften, die sich auf Durchfälle, Koliken, Gelbsucht und Hämorrhoiden bezogen.
Ebenso wird auf Erkrankungen im Urogenitaltrakt eingegangen. So wird zum Beispiel die Anurie (Harnverhalten) sehr plastisch beschrieben: “Wenn ein Mensch Schmerzen an den Nieren empfindet, wenn er schwach und niedergeschlagen ist, wenn er unangenehme Träume hat, wenn seine Haare zu Berge stehen und sein Herz grundlos rast, so dass er weder am Tage noch in der Nacht Schlaf finden kann, dann leidet dieser Mensch an Anurie.”
Auch Zahnschmerzen dürften sehr häufig gewesen sein, wie die große Zahl der Heilvorschriften vermuten lässt. Diese sind der Magie oder der empirischen Methode zuzurechnen. So empfahl man Gebete, um den “Zahnwurm” zu vertreiben. Eine Textstelle ist ganz besonders interessant, da hier die Vorstellung von einem den gesamten Organismus bedrohenden Infektionsherd angesprochen wird: “...die Entzündung des Kopfes, der Hände und der Füße ist auf den Zustand der Zähne zurückzuführen... Der Schmerz wird sich kurz nach der Extraktion der kranken Zähne legen, und die Krankheit wird sich in Richtung auf eine Genesung entwickeln.”

Die mesopotamische Materia Medica war der ägyptischen sehr ähnlich. Es waren zahlreiche Heilmittel in Gebrauch, darunter über 500 Arzneien, von denen manche mineralischen Ursprungs waren Auch die von den Priestern gemurmelten Beschwörungsformeln, erwiesen sich oft, als wirksame Form der Psychotherapie. Es wurden zahlreiche Früchte, Gemüse, Getreide, Gewürze, Baumharze, Mineralien und organische Ausscheidungen (Dreckapotheke) verwendet. Unter den stark wirkenden Heilmitteln waren Nieswurz, Bilsenkraut, Alraune, Opium und Hanf.
Der Hanf gehörte in Mesopotamien zu den häufig verwendeten Heilmitteln,  so bei Blasenleiden, Schlaflosigkeit, Rheumatismus und schmerzender Bronchitis. Die Pflanze „azallû“ wurde auch als “Sorgen vergessende“ Pflanze bezeichnet. Samen, Wurzeln und Ästchen wurden mit verschiedenen medizinischen Tränken, (mit Bier oder Palmwein) zur Behebung von Potenzstörungen und magischen Räuchermitteln verarbeitet. Möglicherweise haben die Assyrer die Inhalation von Hanfrauch von den Skythen kennen gelernt und übernommen. Die Skythen hatten lange Handelsbeziehungen zu den Assyrern, bevor sie zu deren Vernichtung beigetragen haben. Die Assyrer atmeten den Hanfrauch ein, um Sorgen, Nöte und Trauer zu beheben. Da sich diese Leiden oft hinter den Masken von Dämonen verbergen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Hanf auch in den oben erwähnten Exorzismen verwendet wurde. Immerhin wurde der Exorzismus meistens im Tempel durchgeführt, und begann mit dem Verbrennen von Räucherwerk. Manche Gelehrten vermuten, dass das assyrische Wort, qunapu nicht nur die Hanfpflanze bezeichnet hat, sondern auch “Räucherwerk” bedeutet. Wahrscheinlich haben die alten Assyrer eine dilbat genannte Art der Gattung Mesembryanthemum, zusammen mit dem indischen Hanf, medizinisch zur “Unterdrückung der Geister” verwendet.
Besonders die Assyrer verwendeten Hanf und Haschisch in ihrer Medizin, wie zahlreiche Keilschrifttafeln belegen. Von den Assyrern sind Kräuterbücherfragmente aus dem 7. Jh.v.Chr. bekannt, die recht präzise medizinische Anwendungen von Hanfpräparaten beschreiben. So ist die Verwendung der Hanfwurzel bei schwierigen Geburten überliefert. Die ganze Pflanze kochte man bei Leibschmerzen aus und verabreichte den Sud als Klistier. Ebenso wurde Hanföl oder Hanf in Petroleum auf eine geschwollenen Magen gerieben. Die gerösteten Samen wurden gegen Gliederzittern gegeben. Hanf mit Getreidemehl vermischt wurde als Antidot verwendet. Mit anderen Pflanzen vermischt wird Hanf mit “Schweineöl” als kleine Anal-Kompresse aufgelegt. Schließlich kommt Hanf zusammen mit Bier zur Verwendung., Dieses Gebräu wird gegen Krankheiten, die durch Hexerei entstanden sind, getrunken. Das Bier war in Mesopotamien die wichtigste Trägersubstanz für Heilmittel. Eine 8000- 9000 Jahre alte sumerische Keilschrifttafel beschreibt  bereits die Bierbrauerei. Hanfbier wurde schon damals als heilend angesehen! Zur „Unterdrückung der Geister“ - vermutlich sind Depression und Ängste gemeint – wurden Hanfsamen verwendet. Eine Mischung aus Hanf und Getreidemehl diente als Antidot.

Noch eine andere Weltreligion, die mit Hanf zu tun hat, ist zu erwähnen. Sie ging von Persien aus und ist mit dem Namen des Zoroaster oder Zarathustra verbunden. Sie sieht das Leben als eine Schlacht zwischen den Kräften des Lichtes und der Dunkelheit. Während sie heute nur noch durch die relativ kleine indische Sekte der Parsen vertreten wird, konnte sie sich anfangs in der Form des Mithraskults im Römischen Reich ausbreiten, bis sie durch das Christentum verdrängt wurde.
Über die Medizin im Iran, in der Zeit vor der islamischen Eroberung, sind wir nur durch die Angaben des Awesta informiert. Die persische Tradition führt das Awesta auf Ahura Mazda zurück, der es Zarathustra (7. – 6. Jh. v. Chr.) übergeben haben soll. Dieses Werk verbrannte Alexander der Grosse. Nur die Abhandlungen über die Astronomie und die Medizin blieben verschont und wurden ins Griechische übersetzt. Diese Dokumente, wurden später die Grundlage, der meisten medizinischen und Matemamatischen Schriften in Europa.
In späterer Zeit, als der zoroastrische Mazdaismus als Staatsreligion ausgerufen wurde, ging man daran, das Awesta zu rekonstruieren. Diese Arbeit wurde unter den arsarkischen Partnern in Angriff genommen, von dem Oberpriester Tansar auf Befehl des ersten Sassanidenkönigs, Ardascher (224-241) fortgeführt, und während der Regierungszeit von Schapur I. (241-272), dem Sohn Ardaschers, abgeschlossen.
Wenn man der persischen Überlieferung folgen will, so ließ Schapur I. Schriften zur Medizin, Astronomie, Geographie und zu anderen Wissenschaften, die in Indien, Griechenland und anderswo verstreut waren, zusammentragen, um sie dem Awesta einzugliedern. Leider ist dieses sassanidische Awesta heute zum Großteil verloren, nur etwa ein Viertel des Textes ist erhalten geblieben. Neben einem archaischen Kernbestand, um die Gatha des Zarathustra, finden wir Elemente, in weniger altertümlicher Sprache. Sie bilden das Neue Awesta,, vor allem das Widewdat (oder Wendidad), den »Kodex gegen die Dämonen«, dessen Aussagen, in den letzten drei Kapiteln, den die Medizin betrifft, dier uns überlieferten Form  entsprechen.

Das Awesta begründet den Ursprung aller Krankheiten mit dem Geist des Bösen oder mit bestimmten Wesenheiten, die ihm unterstellt sind. Die alten Iraner scheinen keine Vorstellung von pathologischen Prozessen gehabt zu haben. Infektion und Fieber stellen im menschlichen Bereich Manifestationen des kosmischen Angriffs der Kräfte des Bösen dar. Das Awesta unterscheidet drei Mittel, die zum Sieg über die Krankheit führen. Das Messer (Kareta), die Pflanzen (Urwara), und die geheiligte Formel (Mantra spenta). Diese Unterscheidung dürfte im gesamten indo-europäischen Kulturkreis gemeinsam sein. Man findet im Awesta  auch einen Hinweis auf die Herkunft des Chirurgenmessers, das der „Heros Thrita“ von „Kschathra Wairja“, dem Unsterblichen Wohltäter (Amescha spenta) und Herrn der Metalle, erhalten haben soll.
Wasser bildet im Awesta eine weitere Heilquelle, denn es macht die Erde fruchtbar und lässt die Pflanzen heranwachsen, aus denen man die Arzneien gewinnt. Das Awesta unterscheidet analog dazu zwischen dem die Chirurgie praktizierenden Arzt, dem mit Hilfe von Pflanzen behandelnden Mediziner und dem die Krankheitsdämonen mit Zaubersprüchen austreibenden Magier.
Wenn die Behandlung einer Krankheit, mit dem Messer und mit Heilpflanzen nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt, kann man nur noch auf die Beschwörungsformeln (Mantras) zurückgreifen. Zu dieser therapeutischen Maßnahme, gibt uns das Awesta einige Beispiele. Dort wird erläutert, dass, wenn mehrere Ärzte, sich um den Kranken bemühen, einer das Messer, der zweite die Heilpflanzen, und der dritte das Mantra gebrauchen solle.
Der letztere ist »der vornehmste Heilkundige, unter den Heilkundigen«. Die Behandlungsmethode besteht in Zaubersprüchen, wovon der mit dem Titel „Airjama ischjo“ am wirksamsten ist. Der Name leitet sich her von den Anfangsworten der Zauberformel: »der alle Wünsche im Übermass erfüllende Airjama«. Der Spruch wendet sich an den „Genius Airjama“, den Ahura Mazda, mit der Vertreibung der Krankheiten, und des Todes beauftragt hat. Überlieferungen aus Persien und dem Tibet zufolge . sollen bereits um 500 v.Chr. aussergewöhnliche Operationen, mit Hilfe des Anästhetikums Cannabis, durchgeführt worden sein. 550v.Chr. fertigt ein persischer Prophet eine Liste medizinischer Heilpflanzen an, Cannabis steht an erster Stelle
Es sei darauf hingewiesen, dass der Denkart, der drei im Awesta genannten Heilmethoden, zwei weitere hinzuzufügen sind, Es ist die Heilung durch das Feuer, und das Ausbrennen. Der Text  (Denkart, CLVII, 8-9). sagt, das Feuer »vertreibt die Fäulnis,, und der sich in der Luft ausbreitenden Geruch, die Krankheit«. Das Ausbrennen, das »bestimmte Krankheiten des Körpers« Hinwegnehmen kann, wird über die Chirurgie gestellt.
Im Awesta wird ferner die Dosis erwähnt, die beim Gebrauch eines Heilmittels nicht überschritten werden darf. Während des Opfers (Jasna) ruft der Priester den „Haoma“ an und fügt hinzu: »Du enthältst gesundheitbringende Kräfte, sofern du nur im rechten Masse angewendet wirst«. Tatsächlich erweisen sich viele Pflanzen als giftig, sobald man die Dosis erhöht. Die Ärzte des „Ahura Mazda“, die mit Sicherheit eine bestimmte Zahl giftiger Pflanzen benutzt haben, werden sich ihrer Wirkung bewusst gewesen sein.
Das Awesta erwähnt zudem auch das Wisch (Gift) und führt aus, dass es die Speise der Verdammten darstellt. Der Ausdruck Wisa im Sanskrit entspricht etymologisch dem iranischen Wisch. Er bezeichnet »Gift« im allgemeinen und verschiedene Arten von Alkaloiden im besonderen, vor allem das Aconitin, ein hochtoxisches Alkaloid, das aus Hahnenfußgewächsen gewonnen wird und nicht nur als Gift, sondern auch als Heilmittel verwendet wurde. In dieser Funktion scheint es auch in den Arzneimittellisten auf. Das Awesta erwähnt darüber hinaus zwei Pflanzen, Bangha und Schaeta , die als Abführmittel benutzt worden sein sollen. Man kann über diese beiden Drogen keine sicheren Aussagen machen. Möglicherweise handelt es sich bei der erstgenannten um Haschisch, den indischen Hanf (Bhanga im Sanskrit).
Wenn man einmal alle Abschnitte medizinischer Thematik der wedischen und der awestischen Texte miteinander vergleicht, so werden bestimmte Übereinstimmungen, zwischen den indischen, und den iranischen Aussagen zur Heilkunst deutlich. Diese Beobachtungen müssen allerdings nicht unbedingt mit der indoarischen Völkergemeinschaft begründet werden. Denn ein Volk konnte ja zum Beispiel bestimmte eigenständige Erkenntnisse des anderen auf dem Gebiet der Medizin übernehmen. In der Tat sind die Beziehungen zwischen Indien und dem Iran seit dem Altertum äusserst beständig gewesen. Die „Tscharaka Samhita“, eine der ältesten medizinischen Abhandlungen im Sanskrit, belegt die Anwesenheit eines Arztes iranischer Herkunft in dem Kreis um den Meister Atreja.
Allerdings wurde  in der „primitiven“ dualistischen Glaubenswelt des Zarathustra um 600 v. Chr. die Mächte des Lichts und der Finsternis, in Gleicherweise verehrt.

Der Gedanke, das Gut und Böse gleich mächtig sind, mag dem Geiste des Menschen entsprungen sein, als er die Natur beobachtete und über sein eigenes Leben nachdachte: im Menschen wohnen einander bekämpfende Kräfte; in seinem Denken und Handeln sind Gut und Böse oft so innig vermengt, dass er sie nicht immer voneinander unterscheiden kann. Auch entsteht zuweilen aus guten Absichten Böses oder werden böse Wünsche zu Dienern des Guten. Beide Prinzipien scheinen ewig zu sein, und nichts in der Natur deutet darauf hin, dass das Licht einmal Herr über die Finsternis werde. Im Osten fällt guter Regen, der das Land befruchtet, während der Regen im Westen unheilvoll ist und alles überschwemmt und zerstört. Der Südwind bringt Pest und Fieber, der Nordwind hingegen reinigt die Luft und vertreibt Krankheiten.
Kein Wunder, dass der damalige Mensch überall gute und böse Geister am Werke sieht. Er ruft sie an, er schmeichelt ihnen, belügt sie und greift zu jedem geeigneten Mittel, gute Einflüsse zu erwirken und böse abzuwenden. In seiner Furcht bringt er den bösen Geistern sogar mehr Achtung entgegen. Wenn der Pfeil des Jägers seine Beute nicht trifft, so liegt das nicht an mangelnder Geschicklichkeit, sondern an einer schändlichen Einmischung des Bösen. Der Mensch selbst ist in einer solch primitiven Welt so gut wie machtlos.
Mit fortschreitender Kultur wurden die Menschen sich immer mehr ihrer Fähigkeiten und ihrer Verantwortung bewusst. Die chaldäische Astralreligion lehrte, dass Glück und Unglück nicht Erscheinungen des Zufalls und von den Launen der Geister abhängig seien; sie kämen vielmehr von den Gestirnen, die mit mathematischer Gesetzmäßigkeit Gutes und Böses schickten. Und der Mensch ist, so scheint es, nicht imstande, gegen den Willen der Planeten-Gottheiten anzukämpfen.
Je mehr sich dieses System jedoch entwickelte, desto mehr sahen die Weisen ethische Werte in das Schicksal des Menschen hinein.: Der Wille der Gestirne war nicht völlig unabhängig vom Verhalten des Menschen; seine Handlungen waren auf geheimnisvolle Weise mit den Vorgängen über ihm Verbunden, und sie waren von Bedeutung in dem Wechselspiel zwischen Himmel und Erde.

Wahrscheinlich zur Zeit Assurbanipals lehrte der medische Prophet Zoroaster (Zarathustra), dass das Böse, möge es auch noch so mächtig und immer gegenwärtig sein, vermieden und zuletzt überwunden werden könne. Zoroaster läuterte den alten Glauben an die Unzahl guter und böser Geister, die das entzweite All beherrschten, und führte sie auf ihre Prinzipien zurück: Ahura Mazda (Ormuzd), den König des Lichts, und Ahriman (Angro mainyu), den Fürsten der Finsternis. Zoroaster entthronte die guten Dämonen der früheren Zeit; aber er räumte ihnen, da sie zu tief im Volksglauben verwurzelt waren, einen Platz in der Hierarchie der bösen Geister ein.
Die Originalität des Reformators liegt indessen nicht in seiner Engels- und Dämonenlehre: er entwarf ein Bild seiner Zeit, in der das Schicksal der sichtbaren Welt und des guten und bösen Prinzips entschieden werden würde. Das Ende des Kampfes würde den Sieg des Guten bringen. Zoroaster unterscheidet dabei zwei Zeitformen: die grenzenlose Zeit oder Ewigkeit und die Zeit der Herrschaft die 12’000 Jahre dauern wird. Sie ist in vier Zyklen von je dreitausend Jahre eingeteilt. Jedes Millennium steht unter einem Tierkreiszeichen, was darauf hinweist, das die Herrschaftszeit als ein ungeheuer langes Himmelsjahr gedacht ist, dessen kleinste Einteilung der Kreis von zwölf Tages- und zwölf Nachtstunden ist. Drei, Vier und Zwölf sind die mystischen Zahlen dieses Zyklus. Sie bilden die Basis für die Zahl Sieben und damit auch für die Zahl der sechs Erzdämonen mit Ahriman und der sechs Erzengel mit Ormuzd.
Die ersten dreitausend Jahre gehörten der geistigen Schöpfung an, während der alle geschaffenen Wesen in ihren transzendentalen, übernatürlichen Formen verharrten. Die zweite Tirade ist die der materiellen Schöpfung, der himmlischen Wesen, der Geister, des Himmels, der Erde, der Pflanzen, der Tiere und des Menschen. Die dritte Periode wird gekennzeichnet durch den Einbruch des bösen Prinzips, des Teufels, der die Geschichte des Menschen, vor der Offenbarung beherrschte. Die letzte Periode beginnt mit Zoroasters Auftreten und wird mit dem Tage des Gerichts enden.

Von allen Völkern, die von weltgeschichtlicher Geltung sind, sind die Israeliten weitaus das Kleinste. Zu dieser Bedeutung sind sie im Altertum nicht durch politische oder künstlerische Leistungen gelangt, sondern durch ein neues Gottesverständnis. Dieses ist nicht nur für Juden, sondern auch für Christen und Moslems grundlegend.
Die Hauptquelle für die frühe Geschichte der Hebräer ist das Alte Testament, dessen Erzählungen durch archäologische Funde und Inschriften ergänzt oder berichtigt werden können. Der alttestamentlichen Tradition, sowie der historischen Theorie zufolge, kamen die aramäischen Vorfahren Israels, aus der Gegend von Ur, in Sumer am unteren Euphrat. Zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. gelangte eine Gruppe aramäischer Stämme, in die Region von Carrhae (heute Harran, Türkei), einer alten babylonischen Kolonie. Einige Jahrhunderte später zogen mehrere Familienverbände weiter, in südwestliche Richtung, und liessen sich, in vereinzelten Gruppen, am Jordan nieder. Aus diesen Siedlern entstanden die hebräischen Stämme, die neben den Jahwegläubigen, auch Stämme der Ammoniter, Moabiter und Edomiter umfasste.
Nach der Tradition wanderte der Patriarch Abraham aus Ur in Chaldäa in das von Gott ihm verheissene Land Kanaan. Die Juden waren einst ein arabischer Stamm, der wie die anderen arabischen Stämme von Raubzügen, sowie vom Ertrag ihrer Herden lebten. Das Alte Testament berichtet nichts, das auf eine Abstammung der Juden von den Arabern schliessen liesse, doch die arabische Überlieferung, insbesondere der Koran, hält fest, dass Abraham ("Ibraham-Allehi-Selam"), ein arabischer Patriarch, mit seinem Stamm und seinen Herden in Arabien ("Hiddjaz") lebte und die Grundlage der heiligen Raaba (Kiabeh) in Mekka legte, die seit jeher die Hochburg des Monotheismus gewesen ist und wo bis heute Gebete an den Gott Abrahams, Ismaels und Mohammeds zum Himmel emporsteigen.
Palästinas: Hirtennomaden aus Mesopotamien siedeln unter Führung der in der Überlieferung Abraham, Isaak und Jakob benannten Patriarchen in Palästina (Kanaan). Die Stämme des Patriarchen gehörten zu den semitischen Halbnomaden, die ewig hungerten und ständig auf der Suche nach Siedlungsland waren. Auch in Kanaan fanden sie den guten Ackerboden bereits besetzt und mussten sich mit den weniger fruchtbaren Randgebieten begnügen. Hungersnöte zwangen die Nachkommen der Hebräer zur Auswanderung nach Ägypten.. Einzelne Stämme, die traditionell der Gruppe von Joseph zugerechnet werden, begaben sich zwischen 1694 und 1600 v. Chr. nach Ägypten, wo die Hyksoskönige, die semitischen Eroberer Ägyptens, herrschten.
Bis zu deren Absetzung (um 1570 v. Chr.) lebten die Stämme friedlich zusammen, dann wurden die Hebräer als Fremde verfolgt und zu Sklaven gemacht. Um dem schweren Joch zu entgehen, entschlossen sie sich zur Flucht. Mit ihrem Führer Moses kamen sie sicher über das Rote Meer nach Sinai. Dort brachte ihnen Moses von der Höhe des Berges herab die von seinem Gott Jahwe ihm geoffenbarten Rechtssatzungen, zu denen auch die Zehn Gebote gehörten.
Jahwe duldet keine anderen Götter neben sich. Da er unnahbar und unsichtbar ist, soll sich der Mensch kein Bildnis und kein Gleichnis machen. Als sittlich–geistige Macht steht er über aller Natur und verlangt die bedingungslose Unterwerfung unter sein Gesetz. Am Fuß des Sinai schlossen die Stämme einen feierlichen, unverbrüchlichen Bund mit Jahwe. Sie gelobten, alle seine Gebote zu halten; dafür wollte Jahwe sie beschützen und Israel zu einem auserwählten Volke machen.
Als die Stämme unter Josua im 13. Jahrhundert v. Chr. in Kanaan eindrangen, stießen sie dort auf Blutsverwandte, die sich ihnen anschlossen. Sie bildeten keine politische, sondern eine religiöse Eidgenossenschaft, deren Bundesgott Jahwe war. Es gelang den Israeliten aber nicht, die Kanaaniter ganz zu verdrängen. Als rückständige Nomaden gerieten sie bald in den Bann der überlegenen, städtischen Kultur. Mit dem Übergang vom Hirtenleben zum Ackerbau nahm auch Jahwe mehr und mehr die Züge des kanaanitischen Fruchtbarkeitsgottes Baal an. Daher wandten sich die abergläubischen Massen in der Folge dem Heidenkult zu.
Zu der inneren Gefährdung des Volkes gesellte sich die äußere Bedrohung. Im Norden galt es, die Aramäer abzuwehren; noch gefährlicher waren die Philister. Diese gehörten zu den Seevölkern und hatten die Küste Palästinas besetzt, nachdem Ramses II. ihnen den Eintritt nach Ägypten verwehrt hatte. Ihre stärksten Städte waren Gaza und Askalon. Mehrmals wurden die Israeliten von den mit eisernen Waffen kämpfenden Philistern geschlagen; selbst die Bundeslade mit den Gesetztafeln fiel in deren Hände.
Aufgrund der Zersplitterung unter den israelitischen Stämmen war erfolgreiche Abwehr kaum möglich. In Zeiten der Not waren bisher so genannte Richter erkoren worden, deren Autorität sich jeweils nur über einzelne Stämme, nie über das ganze Volk erstreckt hatte. Nun verlangten die Israeliten einen König. Die Wahl fiel um 1’050 v. Chr. auf Saul. Dieser führte den Kampf gegen die Philister erfolgreich, vermochte sie aber nicht endgültig zu besiegen und verlor in der Schlacht gegen sie das Leben.

Sauls Nachfolger wurde sein Schwiegersohn David (ca. 1’010 – 970 v. Chr.). David war als Psalmendichter und Sänger berühmt, als tapferer Soldatenführer beliebt und als Stratege und Diplomat gefürchtet. Ihm gelang das Kunststück, die eigenwilligen Stämme in einem fest gefügten Staat zu vereinigen. Er baute eine Verwaltung auf und ließ durch Beamte Steuern eintreiben. Mit seinem stehenden Heer eroberte er die strategisch bedeutsame Festung Jerusalem. Diese wurde zur politischen und religiösen Hauptstadt Israels, nachdem er die Bundeslade (die seine Feinde als Teufelswerk ansahen) wieder bekommen hatte und hierher schaffen liess.
Die Philister wurden zurückgeworfen und verloren einen Teil ihres Küstenlandes, auch das Aramäerreich musste die Waffen strecken. Der Aufbau eines so bedeutenden Staates war allerdings nur möglich, weil weder Ägypten noch Assyrien während dieser Jahrzehnte im syrischen Raum eingriffen.
Salomon (ca. 970 – 930 v. Chr.) fiel ein glänzendes Erbe zu. Während seiner Regierungszeit musste er keinen einzigen Feldzug führen. Seinen Reichtum häufte er auf friedliche Weise. Er beteiligte sich am Handel mit Pferden aus Kleinasien und Wagen aus Ägypten. Seit das gezähmte Kamel als Lasttier durch die Wüste zog, nahm der Güteraustausch beträchtlich zu und füllte die Staatskasse mit Zolleinnahmen. Der Steuerdruck war beträchtlich; in seinem Reiche bestanden zwölf Vogteien, von denen jede während eines Monats den salomonischen Hof mit Korn, Mastvieh und Wild zu beliefern hatte. Salomons Verbindung mit Sidon ermöglichte ihm die Teilhaberschaft am phönizischen Seehandel. König Salomon bestellte in Phönizien Hanfseile für den Tempelbau. An mehreren Orten gab es königliche Kupfergruben. Palast- und Festungsbauten, die  den Glanz des Herrscher bezeugen. Er errichtete einen Tempel zu Ehren von Jahwe und zur Aufbewahrung der Bundeslade, die bis dahin in einem Zelt untergebracht war.
Mehr und mehr nahm das Regiment Salomons die Züge einer orientalischen Despotie mit Ausbeutung der rechtlosen Massen und sinnloser Verschwendung an. Die Reaktion konnte nicht ausbleiben. Als nämlich Salomons Sohn die Politik des Vaters weiterführen wollte, rebellierten die nördlichen Provinzen. Das Reich zerfiel in zwei Staaten: in das größere und reichere Israel mit Samaria als neuer Hauptstadt und in das kleine Judäa mit Jerusalem im Süden. Sie verzehrten sich in inneren Wirren und erbitterter Feindschaft gegeneinander und sanken schnell zu politischer Bedeutungslosigkeit zwischen Assyrien und Ägypten herab.  
In beiden Staaten blieb der Jahweglaube lebendig neben dem Baalskult und assyrischen Riten. Heidnische Opferstätten auf dem Lande erhielten großen Zulauf; in Jerusalem trieben Zauberer, Zeichendeuter, Schlangen- und Totenbeschwörer ihr Wesen. Im Tempel wurde sogar die Statue einer Fruchtbarkeitsgöttin aufgestellt. Zur Rettung des alten Glaubens erhoben mehrere Propheten ihre Stimme, so Elia, Amos, Jesaja und später Jeremia. Sie forderten, dass Jahwe allein verehrt werde und das Volk den Gottesbund halte. Doch sollte Jahwe nicht zum Nationalgott der Juden herabsinken, sondern als Weltgott anerkannt werden, der die Geschicke aller Völker lenkt.
Mit dem Wiedererstarken des Assyrerreichs war es um die Selbständigkeit der beiden Staaten geschehen. Das Königreich Israel wurde 722 v. Chr. niedergewalzt, die Bevölkerung in den Osten verschleppt, wo sich ihre Spur verliert. Das Königreich Judäa vermochte sich noch mehr als ein Jahrhundert als assyrischer Vasallenstaat zu halten. 586 v. Chr. erlebte es dasselbe Schicksal: Nebukadnezar zerstörte Jerusalem und führte die Oberschicht des Landes – etwa ein Viertel der Bevölkerung – in die “babylonische Gefangenschaft”. Die politische Geschichte des Volkes Israel war damit zu Ende. Als  nach der Befreiung durch Kyros, 538 v. Chr., etwa 40’000 in die alte Heimat zurückkehrten, bildeten sie keinen Staat mehr, wohl aber ein in den Leiden der Gefangenschaft geläutertes Volk. Sein geistiger Mittelpunkt war der neu erbaute Tempel in Jerusalem.

In den israelitischen religiösen Texten finden sich zahlreiche Vorschriften, Hinweise und Begebenheiten aus dem Bereich der Medizin. Die talmudischen Texte haben viel zur hebräischen Medizin beigetragen, denn sie enthalten einige Erkenntnisse, die weder in der griechisch–römischen noch in der arabischen Medizin bekannt waren. Selbst wenn die Krankheit von Gott gesandt ist, ist die Rolle des Arztes als Heiler in den biblischen und talmudischen Texten ganz klar definiert.
Die Medizin der Juden bezog viele Einflüsse aus dem Kontakt mit Mesopotamien, während Juden in assyrischer und babylonischer Gefangenschaft waren. Krankheiten galten als Zeichen der Strafe Gottes. Die Priester übernahmen die Zuständigkeit für Hygienevorschriften, und die Stellung der Hebammen als Geburtshelferinnen war eindeutig festgelegt.
Im Dritten Buch Moses finden sich genaue Anweisungen zu unterschiedlichen Themen wie weibliche Hygiene, Isolierung von Kranken und Desinfektion von Gegenständen, die Krankheitskeime enthalten könnten. Das einzige eindeutig beschriebene chirurgische Verfahren ist die Beschneidung. Man behandelte Knochenbrüche mit Rollbinden, und auf Wunden strich man Oel, Wein und Balsam.
Im Alten Testament werden zwar an einigen Stellen Krankheiten erwähnt, die durch das Eindringen böser Geister entstanden sein sollen. Insgesamt aber wirken die medizinischen Beschreibungen in der Bibel durchaus modern, vor allem, weil sie das Schwergewicht auf die Vorbeugung legt. Bei dem in der Bibel häufig  erwähnten Aussatz (siehe Lepra) handelte es sich nach heutiger Kenntnis vermutlich um eine ganze Reihe von Krankheiten, z.B. auch um die Schuppenflechte (siehe Psoriasis)

In Asien und Afrika existierten und existieren weitere Glaubensgemeinschaften wie auch die Parsen. Für sie war Cannabis zum Beispiel Räucherwerk, Salb- und Tauföl. Für die Sufis ist der Hanf der Wegbereiter göttlicher Offenbarungen und dient als Mittel, Vereinigung mit Gott zu erlangen. Die Skythen gewannen aus den Samen Öl und Rauschmittel, die Thraker webten aus den Fasern Kleider (Herodot). Auch bei den koptischen Christen handelt es sich bei dem «heiligen, grünen Kraut auf dem Felde» aus der Bibel um Cannabis. Bei den Bantus aus Afrika nutzten ausschließlich die Herrscher den Cannabis für geheime Dagga-Kulte und die Rastafari nutzen den Hanf, um mit ihrem Gott in Verbindung zu treten. Die Pygmäen, Zulus und Hottentotten nutzten Cannabis zur Heilung von Krämpfen, Epilepsie und Gicht.  
Der Hanf spielte in früheren Zeiten auch eine Rolle in der Rechtssprechung. Zum Beispiel wandten afrikanische Stämme die so genannte Dagga-Behandlung als überaus effektive Strafe für Kapitalverbrechen an (dabei wurde der Delinquent in eine Hütte gesperrt und solange Cannabisdämpfen ausgesetzt, bis er in Ohnmacht fiel). Eine weitaus brutalere Form als Gesetzesvollzug fand Cannabis in Europa und Amerika, wo die Henkersschlinge meist aus Hanf geknotet war.

Ägypten

Ägypten und Mesopotamien hatten eine bäuerliche, die Nachbarstaaten zuerst eine Hirtenkultur. In der ägyptischen Frühzeit 1. und 2. Dynastie 5’000 – 3'100 v, Chr.?  sind vordynastischer neolithische Kulturen in Ober- und Unterägypten zu finden. Das Ägypten der Pharaonen gilt neben Mesopotamien als die Wiege der menschlichen Zivilisation. Besonderes Interesse für das Zeitalter der Pharaonen wurde durch den Ägyptenfeldzug Napoleons, und die dabei mitreisenden Wissenschaftler in Europa entfacht. Ein Franzose, Jean Francios Champollion war es dann auch, dem 1822 die Entzifferung der Hieroglyphen durch den mehrsprachig verfassten "Stein von Rosette" gelang.
Das vermutlich um 3700 v. Chr. entstandene ägyptische Königtum, mit ihrem göttlichen Pharao wird von den Ägyptologen erst ab 3055 v. Chr. mit Menes, dem Begründer der sogenannten 1. Dynastie, aufgrund der "Geschichte Ägyptens" von Manetos (um 300 v. Chr.) eingeteilt. Die vorhergehenden, nur selten namentlich bekannten Pharaonen werden zur sogenannten 0. Dynastie gezählt. Heute dienen in erster Linie der nur fragmentarisch erhaltene Palermo-Stein (um 2400 v. Chr.), die Königsliste von Karnak (um 1500 v. Chr.) und die Königliche Liste von Abydos (um 1280 v. Chr.) als Quellen zur Chronologie der Herrscher.

In dem Zeitraum 3'500 – 3’050  beginnt Skorpion ein Ägyptischer Schreiber Jahreszahlen, Ereignisse und die Namen der Herrscher in Hieroglyphen festzuhalten. An die Eroberungszüge Narmers erinnert eine Schminkpalette, auf der Narmer mit der Krone Oberägyptens geschmückt zu sehen ist. Er unterwirft  seine Feinde mit Hilfe des Falkengottes Horus. In der Archaischen Zeit 3'050 – 2’705? Vereinigung von Ober- und Unterägypten durch Menes. Hauptstadt wird Memphis. Ziegelgräber in Abydos und Sakkara zeugen davon,. Horus gewinnt an Bedeutung und steigt vom Schutzgott der Könige Oberägyptens zum höchsten Gott des geeinten Reiches auf.
Mit der Entwicklung des Handels, der anfänglich fast ganz auf dem Seeweg betrieben wurde, kam ein neues Element hinzu. Als die Bewohner Europas noch mitten in der Steinzeit und isoliert in kleinen Gruppen lebten, verfügte die Hochkultur am Nil bereits über ein ausgedehntes Straßennetz. In Oberägypten, zur Pharaonenzeit, führte eine ausgebaute und befestigte, 350 Kilometer lange Strasse quer durch die Wüste bis zum Roten Meer. Eine andere Strasse sicherte die Handelsverbindung vom Nil bis zum Tschadsee. Ein ausgeklügeltes Straßennetz war an den Horus–Weg angeschlossen, der von den großen Städten am Nil bis zu den kleinasiatischen Gebieten des Reiches reichte. Parallel zum Nil verliefen Seitenkanäle, um den Handel und die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern.
Zwischen Nildelta und Rotem Meer hatten die Pharaonen sogar einen Vorläufer des Suez-Kanals graben lassen, der für lange Zeit eine direkte Schiffsverbindung zwischen dem Mittelmeer, dem Nil und dem Roten Meer gewährte. Der erste künstliche Staudamm wurde um 2’800 v. Chr. am Nil aufgeschüttet. Ein “Bewässerungssamt” war für die Planung und Durchführung verantwortlich.
Pharao Djose, etwa 2'630 – 2’611 v. Ch. ‚ eine überragende Herrscherpersönlichkeit in dieser Epoche, ließ die erste Pyramide, die gewaltige Stufenpyramide von Sakkara, errichten und eröffnete so das Zeitalter des Pyramidenbaus.
Ihm stand ein unübertrefflicher Ratgeber zur Seite, der Wesir und Oberbaumeister Imhotep, der gleichermaßen als Arzt, Schriftsteller und Weiser berühmt und später in ganz Ägypten als Gott verehrt wurde. Anstelle der bis anhin üblichen Lehmziegeln führte er den behauenen Stein in die Architektur ein. Die Griechen setzten ihn später mit Asklepios, dem Gott der Heilkunst, gleich.
Die genaue Reihenfolge der Pharaonen der 3. Dynastie, die ab 2’650 v. Chr. regierten, ist ebenso ungesichert wie die Zugehörigkeit einzelner Herrscher zu diesem Königshaus. Von einem Pharao namens Chaba beispielsweise wissen wir nicht mehr, als dass er die zweite Pyramide von Abu Gurab südlich von Giseh erbaut haben soll.
Hatten sich die Pyramyden aus schlichten Sandhügeln entwickelt, die schon in prähistorischer Zeit die Gräber der Ägypter bedeckten, so war die Technik dieser aus Ziegeln gemauerten Königsgräber der beiden ersten Dynastien dem Hausbau entlehnt. In der 3. Dynastie, deren Herrscher aus Memphis stammten, begann das Alte Reich und damit die eigentliche Geschichte der ägyptischen Hochkultur. Die Voraussetzungen, einen reibungslos funktionierenden Verwaltungsapparat mit einer breiten Schicht fähiger, gut geschulter Beamter, verdankten die neuen Pharaonen den Pionierkönigen der dynastischen Frühzeit von Menes bis Chasechemui.
In der Zeit Sechemet und  Chabba Huni 2'611 – 2’603 verschmelzen beide Herrscher mit dem Sonnengott Re, den die Pharaonen des Alten Reiches als ihren himmlischen Vater verehren. Ihr Name lautet jetzt Re–Harachte oder Re–Horus. Sie werden mit einer Sonnenscheibe über dem Falkenkopf abgebildet.

In der 4. Dynastie (2'575 – 2'465 vor Chr.) entstehen die Pyramiden von Gize mit glatt geböschten, polierten Wänden wie Riesenkristalle unter der Sonne Afrikas.  Sie wurden von verschiedenen Königen errichtet. Schon in der Antike gehörten sie zu den viel bestaunten Sieben Weltwundern. Die Pyramide des Pharao Cheops ist die größte aller Pyramiden und ist heute 137 Meter hoch, ursprünglich 146,6 Meter. Das Fundament der Pyramide ist nahezu horizontal und weicht nur um 16 mm von der Ideallinie ab.
Sein Sohn und Nachfolger Chephren errichtet ebenfalls eine Pyramide in Gize sowie die Kolossalstatue der Sphinx, die mit dem Körper eines Löwen und den Gesichtszügen ausgestattet ist,. Allerdings ist das umstritten. Es konnte auch sein dass dieses Monument schon früher gefertigt wurde und er es nur abgeändert hatte. Eines der grössten Rätsel in Ägypten umgibt diese Kolossalstatue, deren Erosionsspuren einzigartig sind. Der führende Vertreter der geologischen Disziplin Schoch, der anderer Meinung als die anderen Ägyptologen ist, welche die Sphinx auf die Zeit um ungefähr 2'500 v. Chr. datieren. Diese Datierung ist für Schoch nach seiner eingehenden geologischen und seismografischen Untersuchungen unhaltbar. Für ihn steht fest, dass die Sphinx schon vor 7'000 – 9'000 Jahren entstanden ist. Diese Auffassung stößt auf erbitterten Widerstand bei den Ägyptologen, die diese These entschieden zurückweisen.
Mykerinos ist der letzte Grosse Pyramydenbauer in Gize. Später erstarrte die ägyptische Kultur zusehend, und der religiöse Konservatismus verhinderte jeglichen Fortschritt. Die folgenden Pharaonen begnügten sich, sofern sie überhaupt noch Pyramiden errichteten, mit vergleichsweise kleinen, bescheidenen Ausführungen in Ziegelmauerwerk. Der Ägyptologe Walther Wolf meint, das “die Rolle des Königtums sich geradezu an der Größe der Pyramiden ablesen lässt”. Nur auf dem Höhepunkt seiner Macht konnte der Pharao alle verfügbaren Kräfte des Volkes für derart gigantische Monumentalbauten einsetzen. Ihren Höhepunkt erreichte die ägyptische Grabarchitektur mit dem Bau der Pyramiden im Alten Reich.
In  der 9., 10. Dynastie 2’213-2’035 verlagert sich der Totenkult vom Pyramidenbau auf Gräber. Reiche Grabausstattungen sind zusehen. Magische Augen auf Kastensärgen gestatten es dem Verstorbenen, nach Westen zu schauen ins Land der untergehenden Sonne, das Reich des Re.

Dürren und Hungersnöte beschleunigen Ägyptens Weg in eine Ära des politischen und sozialen Chaos. Um 2150 v. Chr. zerfällt das Alte Reich in mehrere Fürstentümer. Hungersnot und soziale Missstände führen zu Unruhen. Es  wird berichtet, dass der Nil sieben Jahre nicht recht geflossen sei. Kanibalismus war die folge. Dem Ende des Alten Reiches schließt sich die Erste Zwischenzeit 2'213 – 2'061 vor Chr. an. Eine Phase der gesellschaftlichen Unordnung im Reich. Bürgerkrieg; Machtkämpfe unter den Herrschern; Aufspaltung des vereinten Königreiches; schwere Zeiten.
Von Theben aus stellt Mentuhotep II. 2'061 – 2'010 vor Chr. die Einheit Ägyptens mit Waffengewalt wieder her und begründet das Mittlere Reich, eine friedliche Epoche, in der die Pharaonen das Gottkönigtum erneuern und festigen. Neuer Reichsgott Amun. Die Stabilität im Innern erlaubt es den Pharaonen der 12. Dynastie 1'991 – 1’784  , ihre Eroberungszüge bis nach Nubien auszudehnen, wo die ägyptischen Streitkräfte imposante Verteidigungsanlagen im Ostdelta, wie die Festung bei Buhen errichten. Residenz in Itjtaui nahe Memphis. Entmachtung der Gaufürsten, zunehmender Wohlstand.  
Unter den Herrschern Sesostris III. 1'878 – 1’841 und Amenemhet III. kann Ägypten seinen Einfluss im Süden bis zum zweiten Nilkatarakt und im Norden bis nach Byblos im heutigen Libanon ausdehnen. Die Karawanenzüge bringen reiche Schätze heim ins Land. In der 13. Dynastie 1'784  – 1’668 gibt es  65 Könige in 116 Jahren. Das Mittlere Reich ist untergegangen.
In der anschließenden Zweiten Zwischenzeit wird Ägypten erstmals von Fremdherrschern, den semitischen Hyksos aus dem Osten regiert, die das Land mit neuer Kriegstechnik, den Streitwagen, eroberten. Ihre Residenz ist in Auaris. Sie werden von den Nubiern unterstützt. Sie hinterließen keine bleibenden Spuren in Ägypten, ihre Anwesenheit muss jedoch dazu beigetragen haben, dass sich die ägyptische Kultur in Syrien und Palästina ausbreitete. Der Süden wird von thebanischen Fürsten regiert. 1'550 – 1'525 unternimmt Ahmose I. von Theben eine Reihe von Feldzügen, um die Hyksos aus Ägypten zu vertreiben und die nubischen Gebiete zurück zu gewinnen. Seine Siege leiten die von innerer Stabilität geprägten Jahre des Neuen Reiches ein. Der manchmal mit einem Widderkopf dargestellte Amun steigt zum höchsten Gott Ägyptens auf, als sein Kultzentrum Theben die Hauptstadt des Neuen Reiches wird.

Thutmosis I. 1'504 – 1’492., einer von Ägyptens großen Kriegerkönigen, errichtet ein Großreich. Bei seinen Eroberungen unterstützt ihn ein starkes Heer mit Streitwagen. Er dehnt den Einflussbereich Ägyptens im Süden bis zum vierten Katarakt aus und überschreitet im Norden mit seiner Armee den Euphrat. Die Pharaonen werden von jener Zeit an im Tal der Könige bestattet.
Hatschepsut 1’473 – 1’458 übernimmt die Regentschaft für ihren Stiefsohn Thutmosis III. und ernennt sich zur 1. Pharaonin Aegyptens. Auf Monumenten lässt sie sich mit Königsbart abbilden. Sie unternimmt eine Expedition nach Punt. Thutmosis III. 1'479 – 1’425 macht sich durch siegreiche Feldzüge in Vorderasien und Afrika einen Namen. Der dem Gott Amun geweihte Luxor-Tempelkomplex in Theben wird unter den Pharaonen der 18. Dynastie erweitert und ausgeschmückt. Da die thebanischen Herrscher ihre Abstammung auf Amun zurückführen, bedenken sie seine Priester und Heiligtümer mit großzügigen Vorrechten und Spenden.
Amenophis III. – 18. Dynastie, wurde durch seine Mutter Mutemuia (Königstochter aus Mitanni) der erste Pharao ausländischer Abstammung. Sein Vater war Thutmosis IV. Seine Regierung profitierte von der Eroberungspolitik seiner Vorgänger, aber nur ein einziger Kriegszug wird aus seiner Regierung überliefert, an dem er wahrscheinlich nicht persönlich teilgenommen hat. Amenophis ersetzte militärische Kampagnen durch diplomatische Beziehungen, schloss Bündnisse mit den Mitanni sowie den Babyloniern und ließ sich vom König von Assyrien Tribut zahlen. Er heiratete die Tochter des Königs von Mitanni, Giluchepa. Ebenso heiratete er eine babylonische Prinzessin. Seine Hauptgemahlin aber war die Bürgerstochter Teje (Mutter von Echnaton).
Unter Amenophis III. flossen quasi alle Reichtümer Afrikas und des Orients nach Ägypten, dessen Kultur seine höchste Blüte erlebte. Unter den großartigen Tempelbauten, mit denen Amenophis III. die Heiligtümer von Luxor und Karnak bereicherte, ragt besonders der Tempel des Chons in Karnak hervor. Auch der zweitgrößte Tempel Thebens, der Mut-Tempel, wurde von Amenophis III. in Auftrag gegeben,
Der König liebte Feste, Frauen, raffiniert zubereitete Speisen und Vergnügungen aller Art. Die Art, durch Vermittlung und Gouverneuren zu regieren, ließ jedoch die Bänder zwischen dem Pharao und seinen Vasallen erschlaffen, als Folge verlor der König sein Ansehen bei den Asiaten. Seine mangelnde Energie bereitete den Fall des ägyptischen Reiches vor.
Trotz seiner Verehrung für Amun erhob Amenophis III. den Gott Aton noch in seiner Amtszeit in den privilegierten Rang, aus dem dann sein Sohn und Nachfolger Amenophis IV. (Echnaton – der Sonnenkönig oder Ketzerkönig) den einzigen Gott des ägyptischen Reiches machte. Mit dem Tod Amenophis' III., nach etwa 38 Regierungsjahren, ging eine der bisher glanzvollsten Epochen des ägyptischen Reiches ihrem Ende entgegen.
Amenophis IV. 1'353 – 1’335 ändert seinen Namen in Echnaton, verbietet den Amun–Kult und erklärt die Sonnenscheibe Aton, die einst nur eine Nebenrolle im Re-Kult spielte,  zum alleinigen Gott und führt damit den ersten Monotheismus in der Geschichte der Menschheit ein.
Unter dem Kindkönig Tutenchamun 1'333 – 1’323 erfolgt die Abkehr von Echnatons Sonnengott-Religion und die Wiedereinführung des Amun–Kultes. Ruhm erlangte dieser Herrscher aber vor allem durch seinen Grabschatz, zu dem die berühmte Grabmaske zählt.  
Ramses II. 1'290 – 1’224 geht als größter Tempelbauer (in Abydos, Abu Simbel und Karnak) in die Geschichte ein. Während seiner 67-jährigen Regierungszeit zeugt er mehr Kinder als alle anderen Pharaonen. Er erleidet in der Schlacht von Kadesh eine empfindliche Niederlage, gibt diese Kämpfe jedoch als Erfolg aus und lässt sich an vielen Tempelwänden als triumphierender Sieger darstellen.
Mitte des 12.Jh. 20. Dynastie 1'185 – 1'070 v, Chr.  beginnt der Niedergang des ägyptischen Reiches.  Die ägyptischen Streitkräfte unter Ramses III.  besiegen  ihre libyschen Feinde und nehmen viele von ihnen gefangen. Trotz seiner militärischen Erfolge wird Ramses später Zielscheibe eines Komplotts, den eine seiner Nebenfrauen anzettelt. Danach entsteht die dritte Zwischenzeit,  bei der Fremdherrscher das Nilland regieren.
Könige von Tanis und Theben, darunter Smendes, Psusennes, Scheschonk 21- 24. Dynastie 1'070 – 767 sind Libysche Herrscher. Die Verehrung der Katzengöttin Bastet erlebt einen Aufschwung, als während der Dritten Zwischenzeit ihr Kultzentrum Bubastis zum Sitz der politischen Macht wurde. Pilger strömen aus allen Teilen des Landes herbei und bringen mumifizierte Katzen mit, die auf besonderen Friedhöfen bestattet werden.
Taharqa 690 – 664 ein Pharao nubischer Abstammung, wird von den Assyriern, die nach Ägypten eindringen, ins Exil vertrieben. Auch sein wiederum nubischer Nachfolger muss sich den Invasoren beugen, die von nun an die Herrschaft in Ägypten bestimmen.  
525 – 332 v, Chr. wird das Nilland  zur persischen Provinz. 332 – 323 – Alexander der Große marschiert in Ägypten ein, vertreibt die Perser und gründet im Delta eine neue griechische Metropole – Alexandria und wird vom Orakel in der Oase Siwa als Herrscher über Ägypten anerkannt. Er ebnet den Boden für die Ptolemäer-Könige, das letzte Pharaonengeschlecht Ägyptens.

Entscheidend für die geistige Entwicklung Ägyptens war – so Rudolf Steiner – die Prägung von Urpersien her. Von dort soll vor 5’700 v. Chr. Hermes Trismegistos, den die Ägypter später als Gott Thot verehrten gekommen sein.. Einer Überlieferung zufolge, soll bereits im Jahre 10'000 vor unserer Zeitrechnung, eine hochkulltivierte aber steinzeitliche Kolonie von Atlantis, am Nildelta bestanden haben. Mit der Auslöschung von Atlantis, vermutlich durch einen Kometen, begann eine Abschwemmung aller Kulturreste vom unterem Nil und eine Degeneration der ganzen Nilkultur. Diese endet mit der Machtergreifung und Einflussnahme der barbarischen Völker vom oberen Nil und Nubien.
Mit der geglückten Atlatiden- Landungen, von wenigen überlebenden Personen im Indusdelta und Euphratdelta konnte ein neuer Vorstoss der Atlatidengemeinschaft die in einer kleinen Gruppe die alte Kolonie erreichte, den Grundstein für das Pharaonenreich legen.
Hermes Trisgemistos ist der berühmteste der Alchemisten. Manche sagen, es wäre der ägyptische Gott Thot selbst, der Schützer wissenschaftlichen Schrifttum und Weisheit die in Hermes Trisgemistos verkörpert ist. In den Schriften des Hermes Trisgemistos taucht die Dialektik magischer Dreiecke bereits auf. Bei den Alchimisten ist die Dreiheit ein Kernstück ihrer Weltsicht. Sie ist eigentlich magisches Wissen, seit es göttliche Trinitäten gibt.
Einer überlieferung zufolge lehrte Hermes Trisgemistos die Ägypter die Geheimnisse des Raumes, sowohl oben am Himmel (Tierkreis und Planeten) wie unten auf Erden (Geometrie und Feldmesskunst). Er gab ihnen die Urform der Schrift, besaß “alte hellseherische Einblicke”, kannte die Gesetze der geistigen Welt und sah deshalb in allen irdisch–räumlichen Verhältnissen etwas wie Abbilder der himmlischen Verhältnisse – und die himmlischen Verhältnisse dargestellt in der Sternenschrift. Im irdischen Raum der kosmischen Ordnung aber ist die Materie ausgebreitet. Deshalb waren die Hermesgeheimnisse Mysterien der Materie.
Rudolf Steiner meint, dass sich die ägyptische Kultur  intensiv mit dem Erdenstoff, des materiellen Raumes- und Sinneswelt auseinander gesetzt hatte. Die spirituelle Stoffwissenschaft, die sich mit den ätherischen Bilderkräften den Erdenstoffen beschäftigt, also mit den Kräften der raumfüllenden, alles durchdringenden Urenergie, aus der alle anderen Energieformen und die Materie hervorgehen. Diese Stoffwissenschaft entstand in Ägypten (Chemie und Alchemie). Sie bezog sich auch auf den Menschen.
 
Rudolf Steiner zählt für die gesamte ägyptische Bewusstseinsgeschichte – also für die vordynastische und dynastische Zeit – vier “Sothis–Perioden”, denn das ägyptische Jahr hatte drei Jahreszeiten:, die Zeit der Überschwemmung des Landes durch den Nil, die Aussaat und die Ernte. Dieses “natürliche” Jahr verschob sich aber in Bezug auf das “gezählte” Jahr dadurch, dass die Ägypter für ein Jahr 365 und nicht 365 1/4 Tage rechneten.
Der Jahresbeginn wurde mit dem Erscheinen des Sirius, dem hellsten Stern am nördlichen Himmel, gefeiert. Denn der erste Frühaufgang des Sothis (Sirius) kündigte nach einer Zeit der Unsichtbarkeit das nahen der Nilschwemme an und damit die neue Fruchtbarkeit des Landes. Dieser gefeierte Jahresbeginn wanderte also im Laufe der Zeiten allmählich durch das ganze Jahr hindurch, nach jeweils 4 Jahren sich um einen Tag verschiebend, bis er nach einer Zeitspanne von 1’460 Jahren (4 x 365) wieder “richtig” geworden war. Diese Zeitspanne von 1’460 Jahren nennt man eine Sothis–Periode.
Für Rudolf Steiner stellen die Sothis–Perioden aber nicht nur einen äußeren Rhythmus dar, sondern gleichzeitig einen inneren, in dem die gesamte geistige Entwicklung Ägyptens schwingt: Die erste Sothis–Periode (5’702 – 4’242 v. Chr.) und die zweite (4’242 – 2’782 v. Chr.) sind dadurch gekennzeichnet, dass die noch Ich–losen Menschen direkt mit den höheren Wesenheiten verkehrten. Um 3’000 v. Chr. setzte das langsame Erlöschen dieses “alten hellseherischen Vermögens” (nach Steiner) ein. Die Pyramidenzeit ist der letzte Ausklang dieser Bewusstseinsstufe. Der Übergang von der 4. zur 5. Dynastie bezeichnet den Übergang zur dritten Sothis–Periode (2’782 – 1’322 v. Chr.). Dies ist die Zeit des “imaginativen Hellsehens” in Form innerer geistiger Bilder. Bei den Trägern eines fortgeschrittenen höheren Bewusstseins keimt langsam ein individuelles und imaginatives Denken auf. Die vierte Sothis–Periode (1’322 v. – 138 n. Chr.) beginnt mit Haremhab. Stufenweise entwickeln sich Keime eines subjektiv–-reflexionsfähigen Ichs und logisch-analytischen Denkens.
Die Zahlen, die den Übergang von einer zur nächsten Sothis–Periode angeben, markieren auch Einschnitte in der künstlerischen Entwicklung. Dies deutet schon auf eine innere Beziehung zwischen Kunst und geistiger Entwicklung an, die vom “alten Hellsehen” zur Imagination führte.

Das “alte Hellsehen” und das imaginative Bilderschauen sowie das analoge Denken wurden in den Mysterienstätten geschult. Es hat sie zu allen Zeiten gegeben und sie sind für Rudolf Steiner ein Schlüssel zum Verständnis der geistigen Impulse, die von Eingeweihten mit höherem Bewusstsein gegeben wurde und die zur Weiterentwicklung des menschlichen Bewusstseins während der jeweiligen Kulturstufe beitrugen. Das esoterische Wissen wurde streng gehütet, seine Bedeutung wurde ausschließlich von Eingeweihten vollständig verstanden. Die Mysterien wirkten im Verborgenen. Erst während der griechischen Antike traten sie in das Blickfeld weiterer Kreise. Als die Menschheit zum eigenen Ich und damit zu verstärkter eigener individueller Verantwortung gelangt war, erfüllte sich die Mission der Mysterienstätten.
Über die Einweihungsriten und -inhalte wird natürlich nur wenig oder nichts überliefert, denn – so Herodot: “Über diese Mysterien, die ich wahrhaftig und ohne Ausnahme kenne, muss ich religiöses Schweigen bewahren.” Plutarch lässt uns immerhin wissen: ”Im Angesicht des Todes macht die Seele die gleichen Erfahrungen, wie jene, die in die großen Mysterien eingeweiht wurden.
Die Mysterien waren auch dazu bestimmt, den Sinn wertvoller Geschichtsereignisse zu bewahren.”Der Syrer Jamblichos, der Erfinder des choralen Gesang oder Oper, ebenfalls eingeweiht in Geschichte und Sinn der Evolution des menschlichen Geistes, schrieb: “Die Erkenntnisse der Götter kann nur dadurch erfolgen, das wir in uns selber einkehren und uns selbst erkennen lernen. Deshalb sage ich, dass der göttliche Teil des Menschen, der einst mit den Göttern dadurch verbunden war, dass er ihres Daseins gewahr wurde, später in einen anderen Zustand geriet, und durch die Bande der Notwendigkeit und des Schicksals in Fesseln gelegt wurde. Daher ist es nötig zu bedenken, wie er aus diesen Fesseln befreit werden könnte. Es gibt keine andere Lösung dafür als die Erkenntnisse der Götter. Dies ist das Ziel der Ägypter in ihrem priesterlichen Erheben der Seele zur Gottheit.” Die alten Ägypter glaubten an eine Seelenwanderung. Daher wurden die Körper der Toten einbalsamiert um die Körper zu erhalten. So konnte ihn sein Gegenstück, die belebende Kraft in die nächste Welt begleiten.
Während also höheres, esoterisches Bewusstsein zunächst auf einen Kreis von Auserwählten beschränkt war, entwickelte sich die exoterische Volksreligion aus der Imaginationsfähigkeit des Durchschnittsbewusstseins, die durch Mythen und öffentliche Mysterienspiele geschult wurde, in welche die Eingeweihten ihre Erkenntnisse und Erlebnisse kleideten.
Drei Bedeutungsebenen sind dabei zu unterscheiden: die gegenständliche bzw. historisch–physische, die seelische und die kosmisch–geistige Ebene. Der Wahrheitsgehalt der mythischen Bilder sollte im Volke auf unbewusste Art wirken, er sollte in der Volksseele als geistige Wachstumskraft wirken. Denn das Volk war zwar auch im Zustande der Bilder–Imagination, lebte aber doch überwiegend in der Sinneswelt, hatte also selbst keine entfaltete Imagination der dahinter stehenden Geisterwelt und konnte erst recht, nicht die Gesetzmäßigkeiten der geistigen Welt erkennen.
Es galt, im Volk die Empfindungsseele (ägyptisch: Ba) zu entwickeln, d.h. die Fähigkeit, auf Reize der Außenwelt mit Empfindungen zu antworten. Die Empfindungsseele wiederum hängt in Bezug auf ihrer Wirkung von der Lebenskraft (ägyptisch: Ka) des physischen Körpers ab. Die Menschen lernten, sich in ihrem Leib einzuleben und sich im Zentrum der Welt zu finden.

Schauen wir uns nun drei wichtige, mit dem Totenglauben der Ägypter eng verwandte Begriffe – Ka, Ba und Ach genauer an: Der Mensch wird zusammen mit seinem Ka geboren, dies ist seine Seele, sein Geist, die gesamte individuelle Lebenskraft.
Der materielle vergängliche Körper ist  das Behältnis von Ka, wobei Ka so viel wie der Ätherkörper – Vitalkörper – ist.  Beim Tod verlässt ihn das Ka, und will der Verstorbene im Jenseits weiterleben, so muss er sich mit seiner Lebenskraft erneut vereinigen - "er geht zu seinem Ka", wie die alten Ägypter den Tod umschrieben. Im Grab nun wird dem Ka eine mit Namen und Berufsbezeichnung des Toten beschriftete  Statue (oder mehrere) als Wohnung angeboten, und Speise und Trank stehen bereit, damit sich die Lebenskraft laben und stärken kann. Der Ka ist  nach dem Tod ein starres Prinzip, eng gebunden an Statuen, Grab und Totenopfer; Durch die Opfergaben und Rituale wurden die Götterstatuen mit Äther (Vitalkraft) angereicht. Als unrecht wird vom Ka empfunden wenn ihm keine Opfer gebracht worden sind und er hungerte und dürstete.
Der Verstorbene tritt als Ka aus der Scheintür in der Grabkammer heraus und nimmt die Opfergaben entgegen. Nachdem das Ka seinen Hunger und Durst gestillt hat, verzehren die Priester mit dem Spruch "Für dein Ka" die Opfergaben – dies war der Lohn für ihre Arbeit. So war es im Alten Reich.
Als jedoch die materielle Fürsorge für den Verstorbenen nicht mehr gewährleistet war, änderte sich die Vorstellung vom Dahinscheiden. Wichtiger als das Ka wurde das Ba, das erst nach dem Tod auftrat. Ba konnte nur mit Ka existieren. "Das Ba ist neben anderem eine Seinsweise der Individualität des Verstorbenen, und zwar vor allen die der großen beweglichen Freiheiten (im scharfen Gegensatz zum Ka, das statistisch an Grab und Unterwelt gebunden blieb) so erklärt Hellmut Brunner die Bedeutung.
Ba  dargestellt als Vogel (Falke)  mit Menschenkopf, deutet an, dass es sich um ein "luftiges" also geistiges Element des Menschen handelt, das nicht an die Erdenschwere gebunden ist so wie das Ka. Ba ist ein mit dem Schicksal des Menschen eng verbundenen Wesen, das über den leiblichen Tod hinaus weiter lebt; auf Darstellungen findet es sich oft mit einem Götterbart, um den göttlichen Charakter anzudeuten.
Ba. symbolisierte die Bewegungsfreiheit des Menschen, die nun beim Verstorbenen ja nicht mehr gewährleistet war. Ba verkörpert die Sehnsucht nach Beweglichkeit, nach Verwandlung in andere Gestalten, besonders nach dem den Menschen unzugänglichen Bereich der Luft, nach der Möglichkeit, das Grab zu verlassen und erfreulichere Gegenden aufzusuchen;.
Ba Symbolisiert den Mittler zwischen Himmel, Erde und Grab",  Der Ba- als Vogel musste also nun zum bewegungslosen Leichnam gelockt werden, um ihm wieder jene Freiheiten einzuhauchen, die er als lebendiger Mensch besaß. Als Anreiz benötigte man Wasser, daher stellten die Angehörigen Schalen mit dem kostbaren Nass im Grab auf, bohrten Brunnen oder legten Teiche an - in einem Wüstenland wie Ägypten eine erhebliche Herausforderung. Ba trug auf seinem Vogelkörper das Abbild des Kopfes des Verstorbenen als Zeichen der innewohnenden Persönlichkeit des Betreffenden. Ba repräsentiert somit die Körperhaftigkeit der Seele, seine Instinkte, Sinnesempfindungen, Leidenschaften und Triebe.

In der ältesten ägyptischen Literatur werden anonym auftretende Götter ebenfalls als Ba oder auch Baw bezeichnet. Einfach als „Seelen“ werden auch die vergöttlichten Könige von Buto und Hierankopolis umschrieben. Später erscheint das Wort Ba als Synonym für die Erscheinungsform eines Gottes: Der Apis-Stier galt als Ba des Osiris, der Stern Sirius (ägyptisch Sothis) als Ba der Isis; der Pharao galt als „lebende Seele“ des Sonnengottes Re. Als Seele des Re wurde auch der Widder von Mendes aufgefasst, zumal das Wort Ba sowohl „Widder“ als auch „Seele“ bedeuten konnte.
Letzter bedeutender Faktor im Totenglauben der Ägypter war das Ach, auch dies – im Gegensatz zum Ka – eine bewegliche Lebenskraft, die den Sonnenstrahl bezeichnet und ein schöpferisches Element ist. Ach: war das Sinnbild der geistiges Urbildes des Ba und dessen unsterblicher und geisterfüllten Seelenanteils.
Es ist verständlich, dass der Mensch sich diese Schöpfungskraft aneignen möchte, und dies geschieht zu Lebzeiten durch den Erwerb von Wissen. Kultische Handlungen am Grab und Inschriften auf dem Sarg. Die Götter fordern vor allem Osiris und Re, auf, den Verstorbenen zum Ach zu verklären.
In der Gestalt des Ach kann der Tote auch den Menschen auf Erden erscheinen; mit dem Namen Wirksamer Ach bezeichneten die Ägypter ein Gespenst. Ein Ach benötigt keine Opfergaben mehr, um wirksam zu bleiben. Der Ach schließlich bringt dem Verstorbenen die ihm zunächst fehlenden Lebenskräfte, Kräfte die auch bei der Weltschöpfung wirksam waren.

Zu allen Zeiten, haben Kulturen, im Verlauf des menschlichen Lebens, die so genannten Riten des Passages, Übergangsriten, gefeiert. Von den alten Ägyptern wissen wir  nicht viel darüber. Allem Anschein nach hat sich bei ihnen alles auf den Tod und damit auf den Einzug in die jenseitige Welt konzentriert.
Der Totenglaube der alten Ägypter war von zwei zentralen Vorstellungen geprägt: Von der Fortdauer im Gedächtnis der Hinterbliebenen und dem ewigen Leben derjenigen, die das Totengericht bestanden hatten. Offenbar schon von der Vorgeschichte bis hinein in die römische Ära drehte sich bei den Bewohnern im Nilland das ganze Leben um den Grabbau. Und alles, was man im Diesseits benötigt, war auch im Jenseits notwendig.
Grösste Sorge bereitete dabei die Verpflegung mit Speise und Trank. Da im Kunstverständnis der Ägypter das Dargestellte als real galt, gehörten Modelle von Kornspeichern, Bäckereien und Metzgereien ganz selbstverständlich zur Grabausstattung, ebenso Nachbildungen von Brot, Fleisch, Fisch, Geflügel. Die Reliefs und Bilder an den Wänden zeigen die Taten des Grabherrn zu seinen Lebzeiten und dienten dem individuellen Fortleben, damit man es im jenseitigen Welt einfacher hatte, kamen Dienerfiguren hinzu, Ushebtis, die alle Formen anfallender Arbeit verrichten sollten.
Dennoch blieb der Verstorbene abhängig von den Lebenden, die Gebete sprechen und Grabbeigaben erneuern mussten. Aber wie konnte man sich ihrer sicher sein? "Es ist ergreifend zu beobachten", schreibt Hellmut Brunner, "welche Mittel die Ägypter anwandten, um Leute späterer Generationen, die zufällig an ihrem längst vergessenen Grab vorbeigehen mochten, zu veranlassen, wenigstens ein Totenopfergebet zu sprechen." So lesen wir auf Grabsteinen die Bitte, dass ein Mensch doch nicht dadurch arm werde, wenn er ein schnelles Wort des Gedenkens spreche.
Andere versuchten, den Passanten mit ungewöhnlichen Bildern zu fesseln, wollten mit allen Mitteln Aufmerksamkeit erregen, appellieren an die Intelligenz, Neugier und die Wissbegierde, indem sie ihre Botschaft verschlüsselten. Die Reihe dieser ergreifenden und ach so menschlichen Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen, und in diesen Bildern gewinnen die uns meist so fernen alten Ägypter eine ungeheure Menschlichkeit. "Dennoch: All das war unsicher, so unsicher", fährt Hellmut Brunner fort, "dass es beklemmend gewesen sein muss, das Fortleben im Jenseits an einen Erfolg zu binden."

Um etwa 2’000 v. Chr. setzte sich die Vorstellung durch, dass der Verstorbene sich vor dem Eingang zum Jenseits vor dem Totengericht zu verantworten habe. Er musste also sprechen können, und diesem Zweck diente die rituelle Mundöffnung, die beim Begräbnis vorgenommen wurde: Ein Priester mit der Maske des Anubis öffnete mit einem Haken (Dächsel) symbolisch den Mund der Mumie, damit der Tote wieder sprechen und sich bewegen konnte und auch seine Organe wieder funktionsfähig wurden.
Durch magische Sprüche hauchte ein weiterer Priester der Mumie ihr Ach ein, wodurch ihr neue Lebenskräfte zuflossen. Nun war der Verstorbene für das Weiterleben im Jenseits gerüstet, vorausgesetzt, er bestand die Prüfung vor dem Totengott.
Anubis, der schakalgesichtige Totengott, und Thot, der Schreiber standen dabei vor einer mächtigen Waage; auf der einen Seite befand sich eine Feder, Symbol der Ma'at und damit der Wahrheit, in der anderen Waagschale ruhte das Herz des Verstorbenen als Abbild seines Lebens.
Nun sprach der Verstorbene das  Bekenntnis: Ich habe nicht getötet, ich habe nicht verleumdet, ich habe nicht betrogen, ich habe nicht ... Wie ernst die Ägypter dieses Bekenntnis nahmen, zeigt die besondere Behandlung des Königs. Da der Pharao der einzige war, der Todesurteile aussprechen konnte, so lautete für ihn der Zusatz: Ich habe nicht unrechtmäßig zu töten angeordnet.  Hatte alles seine Richtigkeit, so blieb die Waage im Gleichgewicht, war das Leben des Beklagten aber nicht gottgefällig verlaufen, so neigte sie sich auf der Seite des Herzens.
Sorgfältig protokollierte Thot den Verlauf des Totengerichts. Wer die Verhandlung bestanden hatte, stieg auf in den Himmel der Seligen, die anderen aber stürzten in den Schlund der Fresserin, eines Ungeheuers, das aussah wie eine Mischung aus Krokodil, Nilpferd und Löwe, und wurden wieder Teil der Urmasse.
Nichts Schlimmeres konnte sich ein Ägypter vorstellen, und ein Leben lang klangen ihm die warnenden Sätze aus dem Totenbuch in den Ohren: "Die Richter, die die Schuldigen richten, du weißt, dass sie nicht milde sind an jenem Tag, an dem sie über die Unglücklichen Gericht halten, in der Stunde, da sie ihre Pflicht tun."

Tempel erhoben sich an den schönsten Punkten des Landes. In jedem Haus gab es einen Altar mit Öllampe. Bei Ausgrabungen fanden sich ganze Gebetsrollen, die einen wahren Reichtum an religiösen Betritualen bezeugen.
m Krankheitsfall empfand der Mensch des alten Ägyptens diese enge Verbundenheit mit seinen Göttern und Toten als gestört oder gar als aufgelöst. Zur Strafe hatten die Schattenwesen Dämonen über den Menschen gesandt, welche seine Seele besetzten. Nur mit Hilfe von Zaubersprüchen und Beschwörungsritualen konnte es vielleicht gelingen, die Erzürnten zu besänftigen und die Dämonen auszutreiben. Da diese Dämonen „die Nase hinten und das Gesicht verkehrt herum“ trugen, konnte niemand ihren Namen herausfinden, so dass sie nur mit List und Tücke zu vertreiben waren. Niemand schien dafür besser geeignet als der Priester. Er wusste am besten, welche Gottheit für welchen Körperteil zuständig war.
Die Ägypter wandten sich speziell der homöopathischen Magie zu, die vielerlei magische Bräuche enthielt. Sie bestanden primär aus Beschwörungsformeln und “Befehlen” an Krankheiten. Einige Aufforderungen sind direkt an die Symptome gerichtet, und man schreckte nicht davor zurück, auch die Götter zu bedrohen. Manchmal rief man auch Götter an, die schon unter der gleichen Krankheit gelitten hatten, oder man dichtete ihnen Leiden an, von denen sie niemals befallen waren. Wenn auch für viele Krankheiten der Wind oder übernatürliche Kräfte – Geister, Dämonen und böswillige Verstorbene – verantwortlich gemacht wurden, beruhten in Wahrheit viele gesundheitliche Störungen auf mangelnder Hygiene. Einer verbreiteten Meinung nach galten innere Leiden als eine Folge von Verdauungsstörungen.

Einer der ersten geschichtlich erwähnten Ärzte in Ägypten war Hesire, der den Titel Oberster Arzt und Zahnarzt trug und seine Kunst im Alten Reich am Hofe von Pharao Djoser ausübte. Bereits damals umwickelte man gebrochene Unterarmknochen, mit einer Art Leinen aus Palmfasern, und schiente sie mit Baumrinde. Der Arzt, der an ein Krankenlager gerufen wurde, befragte den Patienten nach seinen Beschwerden, tastete ihn ab, untersuchte dessen Körperabsonderungen, und roch sogar an Wunden. Sein Medizinkästchen konnte neben Aloe, Knoblauch und Honig, Dinge wie Blei, Sandalenleder, Russ, Samenflüssigkeit, Rindergalle und Exkremente von Tier und Mensch enthalten. Salben und Umschläge, die mit den Zutaten dieser „Drecksapotheke“ hergestellt wurden, sollten einen solchen Widerwillen im Körper des Patienten hervorrufen, dass die Krankheit – oder der Dämon – umgehend die Flucht ergriff. Wenn die Ärzte Verordnungen schrieben, verwendeten sie für kleine Mengen die einzelnen Teile des Horus–Auges. Duftmischungen, Kräuterbäder, Milchbäder, Edelstein–Therapie, usw. waren beliebt. Das Grundprinzip der Heilkunst lag zunächst einmal darin, dass der Patient die freie Wahl der Mittel hatte. Das heißt, er konnte selbst entscheiden, ob er sich einem Arzt mit naturwissenschaftlichen Erfahrungen, einem Priester oder einem Magier anvertrauen wollte.
Der Kahun Papyrus, eine ägyptische Abhandlung entstand etwa 2'000 v. Chr. Darin wird von der Anwendung bestimmter Kräutermedizinen in Verbindung mit Gebeten gesprochen, mit welchen man die Fürsprache der Götter erflehte. Zudem wissen wir aus anderen Quellen, dass die Ägypter sich die Eigenschaften des Magneteisensteines zunutze machten, und diesen  in Therapien anwendeten.  
Bereits Homer und Herodot bewiesen mit ihren Schriften, dass Zauberei und Religion nicht die einzigen Behandlungsmethoden waren. So schreibt Homer über die ägyptische Medizin: “Ein fruchtbarer Boden, der Drogen im Überfluss hervorbringt; die einen sind Heilmittel, die anderen Gifte. Die Heimat der Gelehrtesten Ärzte der Welt.”
 Herodot widerspricht ihm nicht: “Überall findet man Ärzte. Die einen heilen Augenkrankheiten, die anderen sind auf Kopf-, Zahn- oder Leibschmerzen spezialisiert. Wieder andere beschäftigen sich mit nicht genau zu lokalisierenden Beschwerden.” Das alles lässt den Schluss zu, dass neben Zauberei und Mystik auch eine ernstzunehmende Medizin auf realeren Grundlagen existiert haben muss.

Unter den Dokumenten stellt der Papyrus Ebers eines der ältesten bekannten Schriften Ägyptens dar. Er ist datiert vom Beginn der 17. Dynastie (1’650 – 1’552 v. Chr.) und enthält eine Vielzahl von Rezepten, teils kopierte Werke des Alten Reiches (2’660 – 2’160 v. Chr.), teils persönliche Beiträge des Schreibers. Aus dem Papyrus Ebers geht hervor, dass der Ägypter einen Zusammenhang zwischen den Herzschlägen und dem peripheren Puls sah. Das Herz bildet das zentrale Organ, auch das Blut war sehr gut bekannt, zählte aber erstaunlicherweise nicht zu den zirkulierenden Körperbestandteilen. Die Abhandlung über Magenkrankheiten im Papyrus enthält nur sehr vage Beschreibungen von Magenleiden. Ganz anders verhält es sich auf dem Gebiet der Lungen- und Atemwegserkrankungen. Das Papyrus Ebers enthält 21 Rezepte zur Behandlung von Husten. Es wird aber auch auf Hals-, Nasen und Ohren–Leiden und auf Krankheiten der Zähne und der Mundhöhle eingegangen. Die Untersuchung der Mumien offenbarte beträchtliche Läsionen der Zähne, weniger bedingt durch Karies, als durch übermassige Abnutzung der Zähne aufgrund mangelnder Nahrungsmittelhygiene.
Etwa 100 Rezepte des Papyrus betreffen Augenkrankheiten. So wird die Ölung der Pupillen mit Rinderfett gegen Nachtblindheit empfohlen. Eine Packung aus Hanf für Zehennägel wird ebenfalls erwähnt. Wenig Aufmerksamkeit wird allerdings den Knochen- und Gelenkskrankheiten gewidmet. Es gibt lediglich eine Vielzahl an Rezepten, um die “Muskeln geschmeidig zu machen” oder “die Muskulatur aufzubessern und das Erschlaffte zu straffen”.
Aus derselben Zeit, vermutlich sogar aus dem selben Grab, stammt der Papyrus von Edwin Smith sowie die Kopie eines Textes, der aber wesentlich älter ist als jener, der dem Papyrus Ebers zugrunde liegt. Abgesehen von Beschwörungsformeln gegen die Pest und kosmetischen Rezepten ist dieses Werk gänzlich der Wundheilkunde gewidmet. Beschrieben werden Verletzungen des weichen Gewebes, Verrenkungen, Frakturen am Schädel, im Gesichts- und Halsbereich und im Bereich des Oberarms und der Halswirbel. Es handelt sich also nicht um Magie oder geheimnisvolle Krankheiten, sondern um genau beobachtete und beschriebene Verletzungen, die man mit natürlichen Methoden behandelte, wie zum Beispiel: “Wenn du einen Mann untersuchst, der eine offene Kopfwunde aufweist, die bis zum Knochen vorgedrungen ist und die Schädeldecke durchbrochen hat, dann musst du diese Wunde abtasten. Du wirst ihn unfähig finden, seine beiden Schultern und seine Brust zu betrachten, und sein Hals schmerzt und ist steif.”
Dann folgt die Diagnose, die natürlich vom Ergebnis der Untersuchung abhängt: “Dieses ist eine Krankheit, die ich behandeln werde”, oder “Dieses ist eine Krankheit, mit der ich kämpfen werde”, oder “Dieses ist eine Krankheit, bei der man nichts machen kann”. Kenntnis über die Medizin im alten Ägypten vermitteln ferner Tonscherben und Kalksteinplättchen mit Rezepten, Reliefs und Wandmalereien, Statuen und Gräber.
Auch die mit modernsten Techniken der Biochemie analysierten Mumien offenbaren Erstaunliches: unglaubliche Schäden an den Zähnen und in der Mundhöhle, Silikose, Pocken, Gallen- und Nierensteine, abgeklungene Blinddarmentzündungen, Pneumonien, das Vorhandensein von Bilharzia–Eiern sowie verschiedene Läsionen der Knochen und Gelenke.

In der Medizin des alten Ãgypten sind zwei verschiedene Richtungen zu erkennen: eine magisch-religiöse, die sehr alte Elemente umfasste, und eine empirisch-rationale, die sich auf Erfahrungen und Beobachtungen stützte, während ihr die mystischen Aspekte fehlen.
Die häufigen Augen- und Hauterkrankungen behandelten die Ãrzte meist ausschliesslich nach Vernunftprinzipien, weil die Krankheitsherde leicht zugänglich waren. Weniger gut erkennbare Leiden versuchte man weiterhin mit den Zaubersprüchen und Beschwörungsformeln der Priester und Magier zu heilen.
In der 3. Dynastie entwickelte sich der Beruf des Arztes als eine frühe Form des Wissenschaftlers, der anders vorging als die Zauberer und Priester. Der erste Arzt, dessen Namen wir kennen, war Imhotep. Er lebte etwa um 2725 v. Chr. Imhotep diente dem Pharao gleichzeitig als Wesir ( hoher Beamter), Pyramidenbaumeister und Astrologe.
Die Lehrzeit der Ãrrzte war hart und langwierig: Jahrelang lernten sie in Tempelschulen die Kunst der Befragung, Untersuchung und Palpation (Abtasten des menschlichen Körpers). Schon damals wurden manche Medikamente verschrieben, die Jahrhunderte hinweg in Gebrauch blieben. Beliebte Abführmittel waren Feigen, Datteln und Rizinus. Tannin, das vor allem aus Akazien gewonnen wurde, war ein wertvolles Hilfsmittel zur Behandlung von Brandwunden.
Obwohl die Ãgypter die Kunst des Einbalsamierens beherrschten, verfügten sie nur über geringe anatomische Kenntnisse. Deshalb versuchten sie sich an kleinen chirurgischen Eingriffen. Eine,  Ausnahme war allerdings die Trepanation.
Einer der größten operativen Eingriffe war die Behandlung einer Gefäßgeschwulst, die Medizinhistoriker als Aneurysma erkannt haben. „Man muss die Kühnheit und Tüchtigkeit der altägyptischen Ärzte bewundern, dass sie es wagten, Aneurysmen zu operieren“, schrieb einer von ihnen.
Nach den Berichten des griechischen Historikers Herodot kannten die alten Aegypter auch zahnmedizinische Operationen, denen sie eine Grosse Bedeutung beimassen. Operationen wurden bereits mit Betäubungsmittel durchgeführt. Manchen Hinweisen zufolge beschäftigte man sich in Ãgypten auf der Grundlage der Arbeiten von Imhotep auch mit Physiologie und Pathologie.

Die Einteilung des Körpers in mindestens sechsunddreißig Einheiten entnimmt man einem Papyrus mit dem Titel „Zaubersprüche für Mutter und Kind“. Auch die Amulette, die hauptsächlich vorbeugend verwendet wurden, spielten eine große Rolle. Eine Art inneres Amulett war die Einnahme einer Arznei. Diese bestand zumeist aus pflanzlichen Stoffen mit bekannter Heilwirkung sowie einem Trägermaterial wie Honig oder Knoblauch.
Die Herstellung der Arznei oblag einem Heilkundigen, der über erworbene oder ererbte Kenntnisse verfügte. In ihm müssen wir einen Vorläufer unseres Apothekers und unseres Schulmediziners sehen. Der eigentliche Arzt oder swnw – „sunu“ ausgesprochen – erlernte seine Kunst in einem so genannten Haus des Lebens, einer Art Ausbildungszentrum für Gelehrte und Schreiber, das Bestandteil eines jeden größeren Kulttempels war und Abhandlungen über Wundbehandlung, Gynäkologie und vieles mehr enthielt. Medizinstudenten lernten, dass der Puls des Patienten mit dem Herzen in Verbindung stand – „es spricht aus den Gefäßen jedes Gliedes“ –, aber auch, dass Blut, Atem, Tränen, Schleim, Urin und Samenflüssigkeit durch ein gemeinsames Kanalsystem zirkulierten. Anatomische Hieroglyphen, auf denen Menschen mit den inneren Organen von Tieren abgebildet sind, lassen darauf schließen, dass die Ärzte ihre Anatomiekenntnisse nicht von den Einbalsamierern bezogen sondern eher von den Tempel–Metzgern, die Rinder und andere Opfertiere schlachteten.  

Aus den medizinischen Pyramidenschriften und Papyri geht eine vielseitige Verwendung von Hanf als Heilmittel hervor. Um 1700 v. Chr. ritzen die Ägypter  Hanfbescheibungen in Tempelwände. Im Grab des Amenophis IV (Echnaton) in el–Amarna (1’550 – 1’070 v. Chr.) wurden Hanfteile gefunden. Hanfpollen konnte man auch an der Mumie von Ramses II. identifizieren. Somit ist der rituelle Gebrauch (Totenkult) von Hanf bereits für das dynastische Ägypten (Neues Reich) des 2. Jahrtausends v. Chr. belegt. Dadurch konnte auch der altägyptische Name smmsmt als Hanf identifiziert werden.
Im neuen Reich kannte man auch die Bedeutung der Pflanzen, Räucherungen, Öle und Parfums. Die Ägypter waren schon immer um ihre Schönheit besorgt, man denke nur an Kleopatra. Auch Einläufe waren schon damals gebräuchlich. Als Hilfsmittel diente das an der Spitze abgeschnittene Horn eines Rindes. Durch die so entstandene kleine Öffnung träufelte der Leibarzt eine Mischung aus Ochsengalle, Fetten und milden Kräutern in den Darm.
Die Ärzte vermuteten eine Beziehung zwischen Herz und Magen. Ein trefflicher Satz ist uns überliefert: „Das Herz ist ein Gott, seine Kapelle ist der Magen.“ Der Magen selbst wurde Mündung des Herzens genannt. Wir kennen von dem Papyrus Ebers ausführliche Magen–Texte, angefangen von der Verstopfung bis hin zu Magenbluten.
Dass Stress den Leuten vor allem auf den Magen schlägt, war den Ägyptern ebenfalls nichts Unbekanntes. So lautet die Anweisung an den Arzt, der bei einer Untersuchung keine krankhaften Anzeichen findet: „Dann sollst du dazu (dem Patienten) sagen: Das ist die Unruhe deines Hauses.. Gegen die periodisch auftretenden Seuchen suchten sich die Ärzte ebenfalls zu wappnen. Den Ägyptern war der Zusammenhang von Hygiene und Krankheit bewusst, und sie achteten sehr auf Sauberkeit.

Manche der Erkrankungen, unter denen die frühen Bewohner des Niltals litten, sind auch uns nur allzu bekannt. So werden in Papyrustexten aus der Zeit um 1’500 v. Chr. Ohrenentzündungen, Magenverstimmungen, Kopfschmerzen, Eingeweidebrüche, Gallensteine und „Brennen im After“ – vermutlich Hämorrhoiden – als häufige Leiden aufgezählt.
Untersuchungen an Mumien wiesen  krankhafte Veränderungen durch Tuberkulose, Lungenentzündung und Polio nach. So wurden die Erreger des Trachoms, einer bakteriellen Bindehautentzündung, die häufig zur Blindheit führte, von Hand zu Hand durch den Menschen und von Auge zu Auge durch die unzähligen Fliegen der Sumpfregionen übertragen. Der Befall mit Bandwürmern kam durch den Kontakt mit infizierten Hunden, Rindern und anderen Haustieren zustande. Von tierischen Exkrementen verschmutzte Böden enthielten Parasiten wie Haken- und Spulwürmer, während im stehenden Wasser der Abzugsgräben Leberegel lauerten, die eine Reihe schwerer Krankheiten von Darmbeschwerden bis hin zu Nierenversagen auslösen konnten.
Die Lebenserwartung im Pharaonenreich war denn auch recht gering; viele Frauen überlebten das Kindbett nicht, und auch die Säuglingssterblichkeit war groß. Aus den Grabbiographien kennen wir die Statistik des Lebensalters, das zwischen 33 und 80 Jahren schwankt, was einem Mittelwert von 56 Jahren entspricht, den jedoch nur wenige erreicht haben dürften. Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug bei Männern etwa 35 und bei Frauen etwa 30 Jahre oder noch weniger. Menschen, die dennoch ein hohes Alter erreichten, wurden in späteren Jahren oft von Arthritis oder Knochentumoren geplagt. Auch die Pharaonen waren trotz ihres privilegierten Lebens davon nicht ausgenommen. Bei ihnen kamen gar noch Wohlstandskrankheiten hinzu, so etwa Karies bei den Herrschern. Der Weise Ptahhotep klagte über das Alter: „Das Greisenalter ist angebrochen, die Schwäche der Kinder erneuert sich, die Augen sind schwach, die Ohren sind taub, die Kraft schwindet dem Herzensmüden.“ Trotz des Glaubens an ein Weiterleben im Jenseits liebten die Ägypter das Leben und wollten es möglichst lange auskosten.  

In den altertümlichen Hochkulturen Babylon und Ägypten herrschte der Polytheismus und es gab eine Vielzahl von Göttern und Gottheiten. In ihren besten Zeiten brachte es die babylonische Götterwelt auf ca. 2’600 anerkannter Gottheiten, so dass die Menschen langsam den Überblick verloren. Kluge Köpfe waren daher bestrebt, die Vielzahl der Götter etwas zu reduzieren. So versuchte man in Babylon  die Götter gleichen und ähnlichen Aspektes zu einer Gottheit zu verschmelzen, um die Gottheiten übersichtlicher zu ordnen.  
In Ägypten gab es dagegen erste dualistische Gedanken. Der Pharao Echnaton (Regierungszeit: 1’372 – 1’355 v.Chr., dessen ägyptischer Name Achanjati "Heilswirksam für den Aton" bedeutet, teilte die Welt ein in wahr und falsch. Dabei versteht sich, dass es meistens nur eine richtige Sache bzw. Wahrheit und dafür viele falsche Irrdinge geben konnte. Wesentliches Produkt Echnatons Philosophie des "wahr und falsch" ist demnach der Monotheismus und die eine, allumfassende Gottheit der "einzig wahre Gott".
Echnaton verwarf somit die gesamte polyatheistische Religionstradition Ägyptens und führte einen neuen, einzig wahren Gott ein, Aton, dessen Verehrung in der Sonnenscheibe war. Die alten Götter wurden verboten; diese Verbot wurde jedoch nur in der Hauptstadt Amarna, die Echnaton gründete, tatsächlich umgesetzt. Im Lande frönte man – illegal – weiterhin den alten Göttern und Kulten. "
Aton", ein uralter Gott, älter als Amon war in Vergessenheit geraten. Schon damals war er kein unbekannter Gott. Mit Echnaton begann für Ägypten die Zeit einer neuen Glaubensvorstellung. Sie sollte die Menschen aus ihrer Abhängigkeit und Versklavung von den Göttern befreien. Es kam zur Verehrung des "Einen Gottes".
Durch den Monotheismus und die Darstellung eines einzigen, wahren Gottes postuliert der irdische Vertreter dieses Gottes folgerichtig seine Überzeugung als die einzig wahre und alle anderen (ihm widersprechenden) Stimmen als falsch und verwerflich. Der Monotheismus kann daher als die Reinform der Diktatur angesehen werden und legitimiert einen göttlichen Herrscher, dessen Überzeugung als  einzig Wahr herrscht. Sämtliche anderen Strömungen (und deren Hab und Gut) konnten so unter diesem Herrscher assimiliert und freundschaftlich versklavt werden oder als der (eigenen) Wahrheit feindliche "Unwahrheit" offen bekämpft werden und somit auf gewalttätige Weise versklavt werden.
Es versteht sich, dass diese Regelung in den Oberschichten, der Priesterkaste und der politischen Gesellschaft nicht sehr beliebt war und das ganze Land Ägypten tief aufatmete, als Echnaton im Jahre 1’355 v.Chr.. auf sterbliche Art und Weise endlich auf Nimmerwiedersehen zu seinem Gott Aton einging. Sofort blühte der alte Polytheismus um die vormaligen Götter Ägyptens wieder auf. Die von Echnaton gegründete Hauptstadt Amarna wurde gänzlich verlassen und verfiel unbewohnt in der Wüste. Der Name "Echnaton" wurde in der Hoffnung, auch sein Leben im Jenseits dadurch auszulöschen, aus sämtlichen Stelen und Inschriften herausgemeißelt. Man hasste diesen Mann und seine Philosophie. Seine paar Anhänger und Getreuen bewahrten jedoch sein Andenken unter seinem ersten Namen: Amenophis IV.

Manetho erzählt von einem ägyptischen Priester namens Osarsiph, der sich zu Zeiten Amenophis III (Vater des Echnatons) zum Führer einer Gruppe Aussätziger macht. Der König hat diese Aussätzigen in Konzentrationslagern interniert und zur Zwangsarbeit verpflichtet. Eine Weissagung hat ihm mitgeteilt, die Aussätzigen würden das Land verunreinigen und dadurch verhindern, dass er, König Amenophis, die Götter schauen könne. Osarsiph verhandelte mit dem Pharao und erreichte den freien Abzug in die alte Hyksosstadt Avaris im Ostdelta. Dort organisierte er seine Aussätzigen in einer Leprakolonie und gab ihnen Gesetze.
Das erste Gebot befahl: Die Götter dürfen nicht angebetet werden, das zweite: Das Essen der heiligen Tiere und die Missachtung sonstiger Speisetabus, das dritte: Den Umgang mit Außenstehenden. Zuletzt heißt es, nahm Osarsiph den Namen "Moyses" an. So kam bei ihm der verdrängte Ketzerkönig (Echnaton) und der jüdische Erzprophet zusammen. Des weiteren befestigte Osarsiph–Mose die Stadt, eroberte Ägypten und terrorisierte das Land 13 Jahre lang in der schlimmsten Weise. Die Aussätzigen verbrannten die Städte und Tempel, zerstörten die Götterbilder, verwandelten die Sanktuare in Küchen und brieten die heiligen Tiere am Spieß. 13 Jahre entspricht ungefähr der Besiedlungsdauer von El–Amarna (die Stadt Echnatons).
Manetho beleuchtet die Unterscheidung zwischen wahr und falsch von der Gegenseite, die Seite der Heiden. Aus dem Gebot, keine anderen Götter anzubeten, wird bei ihm das Verbot, überhaupt Götter anzubeten. Aus dem Bilderverbot wird das Gebot, die Bilder zu zerstören und die heiligen Tiere zu schlachten. Aus der Exklusivität des Gesetzes wird bei ihm das Verbot des Verkehrs mit Außenstehenden. Vor allem stoßen wir hier erstmals auf die Sprache der Krankheit. Aus der Sicht der traditionellen Religion, die auf der Unterscheidung von rein und unrein beruht, erscheint die neue Religion mit ihrer Zerstörung der Götter und Bilder als die schlimmste Form von Unreinheit, als Aussatz.
Auch die Bibel macht keinen Hehl daraus, dass Mose am ägyptischen Hof als Zögling der Tochter des Pharao (Ramses II) aufwuchs. Im Hebräischen bedeutet das Wort "masah" "herausziehen". Aus jüdischer Perspektive bedeutet das hebräische Wort "moscheh" (Mose) also "Herauszieher, Retter", wobei sich auch eine Ableitung zu Wasser herstellen lässt, also "aus dem Wasser Herausgezogener, Geretteter". Es besteht hier ein direkter Zusammenhang zwischen dem Namen "Mose" und der Geschichte der Rettung des Säuglings im Korbgeflecht aus den Fluten des Stromes.
Die Frage ist noch: Was war zuerst da? Die Geschichte oder das Wort? Sich auf den großen Gottesmann Mose beziehend bedeutet das hebräische Wort "mowsija" Erlöser, Helfer. Im Ägyptischen heißt das Wort "msw = mesu" Kind oder Sohn (z.B. Thut–moses, Ra–mses), vergleichbar mit dem Wort "Ben". Der Pharaonenname "Ramses", nämlich Ra–msw bzw. Ra–Moses, bedeutete damit Kind der Gottheit Ra, Sohn des Ra (Re). Moses als solches bedeutete einfach nur "Kind", "keines bestimmten Vaters Sohn", "irgendwer", ein namenloses, stammloses Kind. Es konnte auch das Kind eines Vaters sein, der seinen Sohn "enterbte", ihn verstieß, ihn davon jagte, so dass der Vater im Namen des Sohnes nicht mehr vorkommen mochte und die Abstammungs-Linie trennte.  
Der Mann Mose, ist also der ägyptische Höfling, ohne Stammbaum, ein Findelkind, ein Enterbter und Verstoßener, ein Vater-loser. Der Mann Mose bewies tatsächlich königlichen Charakter und ließ sich von dieser Vaterlosigkeit nicht unter kriegen. Er ging zu den Semiten, die im Ghetto bzw. Konzentrationslager Zwangsarbeit verrichteten und formierte diese zu einem Volk, einer Nation und machte sich zu deren Führerfigur. Mit dem neuen Volk im Rücken konnte das vaterlose, entwurzelte, heimatlose Kind sich nun eine neue (königliche) Existenz aufbauen. Um im neuen Volk ein Nationalbewusstsein zu fördern, waren natürlich rein-semitische Stammbäume vonnöten. Einen solchen verpasste sich auch Moses mit der Geschichte vom ausgesetzten Hebräerkind. Damit war es ein Leichtes, sich als Nachkomme Sems (als Semite), Noahs und schließlich Adams darzustellen.
Wie die meisten Leute aus dem Religionsunterricht wissen, wurde Mose angeblich von seiner leiblichen Mutter in einem Körbchen in den Fluten des Nil ausgesetzt. Die Geschichte vom Baby im Körbchen auf den Fluten des Stromes war zu dieser Zeit ein beliebtes Thema, denn schon Sargon (etwa 2'350 – 2’294), der König von Akkad, erlitt dieses Schicksal:

Die Exodus-Geschichte ist eine der wichtigsten Erzählungen des Alten Testaments und stellt die Befreiung des Volkes Israels aus der Gefangenschaft der Ägypter über die Zeit der Wüstenwanderung bis kurz vor der Landnahme und des Sesshaftwerdens im gelobten Land dar. Auch wenn die Erzählung eine historische Kontinuität suggeriert, so hat sie sich wohl nicht in dieser Weise ereignet. Bibelwissenschaftliche Erkenntnisse gehen davon aus, dass über einen längeren Zeitraum hinweg eine Einwanderung bzw. Landnahme in Palästina stattgefunden hat, wobei es sich aber eher um Gruppen als um ein gesamtes Volk gehandelt haben dürfte. Der Exodus-Text ist daher mehr als Ausdruck der Glaubensreflexion der Verfasser zu verstehen und nicht als historischer Tatsachenbericht und muss vor dem Hintergrund jüdischer Glaubensgeschichte gesehen werden.
Historisch belegt ist wohl dass Teile hebräischer Halbnomaden zur Zeit Ramses II., im 14.Jh.v.Ch.,auf der Suche nach neuen Weideflächen und neuem Lebensraum nach Ägypten gelangt sind und dort als Arbeitskräfte im Städtebau eingesetzt wurden. Diese Situation wird im Alten Testament als Sklaven- oder Frondienst beschrieben, der den Hebräern unerträglich wurde.
Ebenso ist die Hauptfigur, der Held der Geschichte, Mose, historisch nicht ganz unumstritten. Während sein ägyptischer Name darauf schließen lässt dass Überlieferungen von einer historischen Person aufgegriffen werden, lässt seine zentrale Bedeutung für sehr unterschiedliche Rollen – als Befreier,, Mittler und Prophet – seine Person eher als Konstrukt, denn als historisch erscheinen. Relativiert wird das Bild von Mose als strahlendem Helden durch die Überlieferung selbst, da die Ermordung eines Ägypters ihn zum Mörder und Verbannten macht.
Über Ursprung und Hintergründe der Überlieferung vom Schilfmeerwunder gibt es eine Reihe von Spekulationen und Erklärungen. Dass die ägyptischen Streitwagen im Meerschlamm versunken sind oder dass ein flaches Schilfgewässer aufgrund eines Bebens für die Ägypter unpassierbar wurde, sind nur zwei von vielen Annahmen. Als Motiv steht das Schilfmeerwunder für den Glauben dass Gott seinem Volk in größter Not beisteht und es rettet. Die Zentrale Aussage der Exodus-Geschichte ist, dass Jahwe, der Gott der Israeliten einer ist, der befreit, der ein freies Volk will der sich im Verborgenen zeigt und der seinem Volk eine lebensstiftende Ordnung gibt  

Die Eroberung Kanaans kam nicht allein durch militärische Siege, sondern ebenso durch Hochzeiten und Bündnisse zustande. Überdies nutzten die Invasoren die Gelegenheit, ihre Macht ungestört zu entfalten. Die Position der Ägypter, Hethiter und Sumerer war geschwächt, Assyrien besass zwar alle Voraussetzungen zu einer Großmacht, hatte seine Kräfte jedoch noch nicht gesammelt. Unter Moses‘ Nachfolger Josua überquerten die Stämme Jahwes den Jordan, nahmen Jericho sowie die umliegende Ebene ein und siedelten sich im Westen Palästinas an. Zwar vermochten sie die Zahl der Kanaaniter nicht aufzuwiegen, doch fühlten sie sich durch ihren religiösen Bund und ihre gemeinsame Abstammung vereint. In der Zeit der Richter, der großen militärischen und zivilen Führer, sicherten die Israeliten ihr Land. Sie schlugen Angriffe der Moabiter, Midianiter und vor allem der Philister zurück, die aus der Ägäis gekommen waren.
Die Schriften sprechen von zwölf hebräischen Stämmen, die Nachfahren der zwölf Söhne Jakobs: Aser, Benjamin, Dan, Gad, Issakar, Joseph, Juda, Levi, Naphtali, Ruben, Simeon und Zebulon waren. Die Forschung sieht die Jakobsgeschichte als symbolhafte Darstellung an, bei der sich die Stammesgeschichte mit persönlichen Erfahrungen vermischt hat.
Zwischen den Stämmen herrschte Blutsverwandtschaft, einige von ihnen, vor allem Ruben, Simeon, Levi und Juda (Söhne derselben Mutter) unterhielten noch engere Beziehungen. Aser und Gad (Kinder von Dienerinnen) gehörten zu den unterworfenen Stämmen. Auch der Bund zwischen Jakob und Laban (A.T., Genesis 31, 44-54) personifiziert die Stammesgeschichte. Wissenschaftler erblicken in ihm einen frühen Vertrag zwischen hebräischen und syrischen Stämmen, die die Grenzen ihrer Weideländer im Norden von Gilead absteckten.
Historisch gesichert ist, dass die indoeuropäisch sprechenden Ionier und Achäer (Griechen) um 1950 v. Chr. von Nordosten her nach Griechenland gelangten, sowie .die Hethither um 1900 v. Chr. nach Kleinasien (heutige Türkei). Die Arier, die Träger der heute in Indien vorherrschenden Kultur, sind um etwa 1500 v. Chr. über Afghanistan - Pakistan nach Indien vorgestossen, um die dort ansässige Bevölkerung zu unterwarfen. Die Iraner (Perser und Meder) folgten in einer zweiten Wanderungswelle um 840 v. Chr. ins Gebiet des heutigen Iran, während die Latiner nach Italien, die Kelten und etwas später die Germanen und Slawen nach Mitteleuropa zogen.

Griechenland

Als die Kunst des Ackerbaus aus den Ländern des fruchtbaren Halbmonds über Kleinasien nach Griechenland gelangte, wanderte ein aus der allgemeinen Vegetationsreligion entwickelter Agrarkult gleichzeitig mit ein. Schon in der Jungsteinzeit (7000- 2800 v. Chr.) ist die Umstellung der Nahrungsbeschaffung durch Sammeln, Jagen und Fischen auf Ackerbau und Viehzucht zu verzeichnen, einen fundamentalen Umbruch in der Geschichte der Menschheit. Das Entstehungszentrum dieser neuen Form der Existenz befindet sich auf dem Gebiet des "Fruchtbaren Halbmondes" zwischen Syrien und Mesopotamien. Griechenland ist eines der ersten Gebiete, das die neue Lebensweise übernimmt, da sie die Voraussetzung für eine Zunahme der Bevölkerung und für ein stetiges Bevölkerungswachstum darstellt. Statt umherzuziehen, schlossen sich die Menschen zu Siedlungen zusammen.
In Griechenland gab es schon im 8. Jahrtausend v. Chr. eine dichte Besiedlung in Thessalien. Das wichtigste Ereignis dieser Zeit ist die Entstehung der ältesten europäischen Hochkultur, die kykladische Kultur. Die Entwicklung der Schifffahrt parallel zum Ackerbau und die Beziehungen zu anderen östlichen Kulturen haben dazu geführt, dass die Kykladen einen eigenen Kunststil begründen. Berühmt sind die Kykladenstatuen aus Marmor. Die wichtigsten Siedlungsplätze waren Sesklo (besonders im 5. Jahrtausend v. Chr.) und Dimini (4. Jahrtausend v. Chr.).  In der Bronzezeit (2800- 1100 v. Chr.) bleibt die einfache bäuerliche Lebensweise unverändert.
Der Mensch war seit der Jungsteinzeit aus seiner passiven Haltung erwacht, hatte gelernt, wilde Pflanzen zu Nutzpflanzen zu veredeln und wilde Tiere zu Haustieren zu zähmen. Für seine Nahrung war er nun unabhängig von den Zufallsgaben der Natur. Ein starkes Selbstbewusstsein erfasste ihn, und so betete er seine eigenen Werke als göttlich an:. Der Tierzüchter den heiligen Stier, der Ackerbauer die Natur als Spenderin der Feldfrüchte. Dabei entwickelten die Agrarkulte einen eigenen Mythos. Der jährliche Vorgang des Säens führte zu der Vorstellung von der Heiligen Hochzeit zwischen der Mutter Erde – nun Magna Mater, Grosse Mutter genannt – und ihrem göttlichen Sohn, dem Saatkorn, der dann im Kreislauf des Jahres starb und, im nächsten Jahr wiedergeboren, zu neuer Kraft heranwuchs, um erneut die Heilige Hochzeit zu vollziehen und dann zu sterben. Geburt, Hochzeit und Tod des Agrargottes wurden mit einer eigenen Liturgie gefeiert.
Die Naturreligion war immer mehr Sache des Stammes als der einzelnen. Bestimmte Riten wurden in der Absicht vollzogen, durch sympathetische Magie die Interessen des Stammes zu fördern, besonders die Fruchtbarkeit der Pflanzen, der Tiere und Menschen. Zur Wintersonnenwende galt es, die Sonne zu bewegen, nicht weiterhin an Kraft abzunehmen; Frühling und Herbst erforderten entsprechende Zeremonien. Sie bewirkten oft eine große Gemeinschaftsekstase, wobei die einzelnen ihr individuelles Empfinden verloren und sich eins fühlten mit dem ganzen Stamm.
Überall auf der Welt wurden in einem gewissen Stadium der religiösen Entwicklung geweihte Tiere und Menschen feierlich geopfert und verzehrt. Die verschiedenen Länder erreichten zu ganz unterschiedlicher Zeit dieses Stadium. Am Menschenopfer hielt man länger fest als am Verspeisen der geopferten Menschen; in Griechenland war es zu Beginn der historischen Zeit noch nicht völlig abgeschafft
Diese alten Agrarkulte fanden die ersten Griechen vor, als sie kurz nach 2’000 v. Chr. das Land eroberten. Im Wirkungsbereich dieser Fruchtbarkeitsreligion verkümmerten ihre eigenen, gestaltlos gedachten Götter, Sinnbilder der Naturkräfte, oder entwickelten sich zu seltsamen Mischgebilden wie etwa Poseidon.
Die männliche Gottheit dieser Agrarreligion bezeichneten die eingewanderten Frühgriechen als Zeus und gaben ihm den Beinamen Pelops, der sich deuten lässt als “der die Fülle erzeugt”, die Fülle der Feldfrüchte. Die spätere Mythologie machte aus ihm einen König aus Phrygien oder Lydien, reich an Schätzen und Kindern, der seine Herrschaft über Griechenland mit Waffengewalt errichtet hatte. Die Herren von Mykene übernahmen den vorgefundenen Kult und erhoben Pelops zum Reichsgott und Stammvater ihrer Dynastie, zum göttlichen Ahnherrn der Atriden. Denn in den ältesten Hochkulturen stammten die Könige stets von den Göttern ab.

Für die Griechen war die Entwicklung einer Schrift eines der wichtigsten Ergebnisse des Handels und des Piratentums – die sich anfangs kaum voneinander unterschieden. Obwohl es seit Jahrtausenden in Ägypten und Babylonien eine Schrift gegeben hatte und auch die minoischen Kreter eine (nur teilweise entzifferte) Linear–Schrift besassen, ist nicht klar erwiesen, ob die Griechen schon vor dem 10. Jahrhundert v. Chr. eine alphabetische Schrift kannten. Sie lernten diese Kunst von den Phöniziern, die wie schon andere Bewohner Syriens ägyptischen wie babylonischen Einflüssen ausgesetzt waren. Im 14. Jahrhundert v. Chr. schrieben die Syrer an Echnaton noch in der babylonischen Keilschrift. Hiram von Tyrus (969 – 936) hingegen benutzte das phönizische Alphabet, das sich wahrscheinlich aus der ägyptischen Schrift entwickelt hat.
Die Ägypter verwendeten anfangs eine reine Bilderschrift, welche allmählich konventioneller wurde und sich schließlich zu einer reinen Buchstabenschrift entwickelte. Dieser letzte Schritt, den zwar nicht die Ägypter selbst, wohl aber die Phönizier ganz konsequent vollzogen hatten, ergab das Alphabet mit all seinen Vorzügen. Die Griechen entlehnten es den Phöniziern und passten es ihrer Sprache an. Dabei führten sie als wichtige Neuerung die Vokale ein, während es zuvor nur Konsonanten gegeben hatte. Zweifellos hatte die Einführung dieser bequemeren Schreibweise das Entstehen der griechischen Kultur stark beschleunigt.

Die Insel Kreta scheint im Handel und Schreiben führend gewesen zu sein. Unter orientalischem Einfluss entwickelte sich hier zu Beginn des 2. Jahrtausends v.Chr. eine eigene vorgriechische Hochkultur. Etwa von 2’500  – 1'400 v. Chr. blühte hier die künstlerisch hoch stehende Mynoische Kultur. Die sogenannten »Minoer«, gehen aus der Verschmelzung kleinasiatischer Einwanderer mit der einheimischen Bevölkerung auf Kreta hervor. Die minoische Kultur auf Kreta erlebt um 1700 – 1450 v.Chr  eine Blütezeit. Es entstehen Paläste in monumentalem Stil. Mittelpunkt der kretischen Kultur war der so genannte “Palast des Minos” auf Knossos; Erinnerungen daran leben in den klassischen Sagen Griechenlands fort.
Kreta lag im Schnittpunkt der Seeverbindungen zwischen Ägypten, Kleinasien und dem heutigen Griechenland. Hieraus mag sich die bevorzugte Besiedlung des Ost- und Mittelteils der Insel erklären. Ihre Zentren waren die Paläste von Knossos, Phaistos und Mallia. Um einen großen Mittelhof gruppierten sich in einer scheinbar planlosen Anlage die Verschiedensten Gemächer (Labyrinth): Ohne vom Palast abgesondert zu sein, schloss sich die umliegende Stadt an. Auf mindestens 50000 Einwohner schätzt man die Bevölkerung von Knossos. Die ungeschützte Lage der Paläste lässt auf eine ungefährdete Königsherrschaft über ganz Kreta schliessen.
Die Menschen waren friedliebend und hatten ihre Städte nicht durch Wälle befestigt; zu ihrem Schutz verfügten sie zweifellos über eine Seeflotte. Bis zu den Ausgrabungen von Sir Arthur Evans war von dieser bedeutenden Kultur fast nichts bekannt. Es war die Kultur eines Seevolkes, das in enger Verbindung mit Ägypten stand (allerdings nicht zu Zeiten der Hyksos). Aus ägyptischen Darstellungen geht klar hervor, das der sehr beachtliche Handel zwischen Ägypten und Kreta in den Händen von kretischen Seeleuten lag, der um 1’500 v. Chr. seinen Höhepunkt erreicht hatte. Der Export von Gegenständen des hoch entwickelten kretischen Kunstgewerbes nach Vorderasien, Ägypten, den Ägäisinseln und Zypern und umgekehrt Funde babylonischer Waren in den kretischen Palästen bezeugen einen weiträumigen Handelsverkehr.
Die kretische Religion scheint eine gewisse Verwandtschaft mit den Religionen Syriens und Kleinasiens gehabt zu haben. In der Kunst jedoch bestand eine stärkere Anlehnung an Ägypten, obwohl die kretische Kunst sehr ursprünglich und erstaunlich lebensvoll war.
Was sich von der kretischer Kultur erhalten hat, vermittelt den Eindruck von Heiterkeit und von fast dekadentem Luxus ganz im Unterschied zu der gravitätischen Schwere der ägyptischen Tempel  Auf Kreta hatte die Hygiene schon damals ein erstaunliches Niveau erreicht. So entdeckte man in den Palästen und Häusern von Knossos und Phaistos Abwasserkanäle, Baderäume und Duschen, aber von der Medizin zeugen nur wenige Quellen.
Ausgedehnte Vorratsräume und Werkstätten weisen die Paläste auch als Zentren des Wirtschaftslebens und des Handwerks aus. Bilder über Ablieferung von Abgaben und Tontafeln mit Aufzeichnungen, weisen auf eine geordneten Buchführung und organisierte Verwaltung hin. Die Darstellung von Volksfesten auf den Fresken der Palastwände und die unmittelbare Nähe der Stadt lassen eine politische Mitwirkung von Hofgesellschaft und freier Bevölkerung vermuten. Die hervorragende Rolle von Frauen auf den Gemälden in Verbindung mit der Bedeutung weiblicher Gottheiten dokumentiert eine privilegierte Stellung der Frau. Man schloss sogar auf eine matriarchalische Ordnung,  
Die minoische Kultur hatte großen Einfluss auf die Ägäis und Südwest-Kleinasien. Vor ihrer Zerstörung, um 1’600 v. Chr., breitete sich die minoische Kultur über das griechische Festland aus, wo sie sich in verschiedenen, allmählichen Abwanderungen bis etwa 900 v. Chr. erhielt. Um 1450 wird diese Kultur durch eine schwere Katastrophe zerstört, wahrscheinlich durch die Flutwellen eines Vulkanausbruchs auf Santorin. Der Vulkanausbruch auf der Insel Thera um 1450 v. Chr hatte mit seinen katastrophalen Auswirkungen auf die gesamte Region fast alle kretischen Paläste zerstört und trug zum Untergang der minoischen Kultur bei.
Nach der Zerstörung der Paläste um 1450 v.Chr. gewann die mykenische Kultur und Sprache (Linear B) auf Kreta die Vorherrschaft. Kreta gerät in den Besitz mykenischer Fürsten. Die eingewanderten Griechen gründen Städte. Schließlich brachte die große ägäische Wanderungsbewegung (Seevölkersturm) ab ca. 1200 v.Chr. das entgültige Ende der minoischen Hochkultur.

Zu Beginn des Späthelladikums bildete sich unter kretischem Einfluss die erste Hochkultur auf dem Boden des griechischen Mutterlandes heraus die nach einem ihrer Zentren, Mykene in der Argolis die mykenische Kultur genannt wird. Das Löwentor von Mykene (Anfang des 2. Jahrtausends v.Chr), symbolisiert die indogermanisch-europäischen (frühgriechischen) Stämme der Achäer und Ioner, die in die südliche Balkanhalbinsel eingewandert waren. Dort passten sie sich der bäuerlichen mediteranen Kultur der ansässigen ägäischen Bevölkerung an. Nach anderer Auffassung waren schon vorher protogriechische Stämme, wahrscheinlich Thraker, eingewandert, wofür vor allem die Mythologie und Ergebnisse der Namenforschung sprechen.
Stadtstaaten entstanden um die hochgelegenen Burganlagen (Palastwirtschaft/ Stadtkönigtum Wanax) aus mächtigen Steinmauern. Diese stehen im schroffen Gegensatz zu den unbefestigten kretischen Palästen. Diese Festlandkultur in Griechenland wird mykenische genannt. Sie ist durch die Königsgräber und Befestigungen auf Berggipfeln bekannt; offenbar hatte man hier mehr Furcht vor Kriegen als auf Kreta. Gräber und Befestigungen, die erhalten blieben, wirkten noch auf die Phantasie des klassischen Griechenlands ein, denn die älteren Kunsterzeugnisse in den Palästen sind entweder kretischer Herkunft oder vom kretischen Kulturkreis beeinflusst.
Die mykenische Kultur entstand hauptsächlich auf der Peloponnes, aber auch in Südthessalien und in Boiotien. Viele Paläste und Burgen werden in dieser Zeit gebaut (z.B. in Pylos, in Mykene, in Theben). Mykenische Keramik wird in viele Gegenden des Mittelmeerraums exportiert. Aus dieser Zeit stammt auch die erste Form der griechischen Sprache, schriftlich ausgedrückt durch die Linearschrift - B, die sich aus der kretischen Schrift entwickelte.

Im sogen. patriarchalischen oder Heldenalter, herrschten. Ackerbau und Viehzucht, als Grundlage der Wirtschaft. Seefahrt und Handel bilden die Tätigkeit der Hellenen und liefern ihnen den Lebensunterhalt. Daneben existierte ein spezialisiertes Gewerbe. Handel zu Lande wurde durch angelegte Strassen unterstützt. Fernhandelsbeziehungen bestanden vor allem zu den vorderasiatischen Ländern und Ägypten. Damit verbunden waren Raubzüge, deren Erfolge an den Schätzen in den repräsentativen Kuppelgräbern abzulesen sind  
Über die Masse des Volkes erheben sich die Edlen, dieser Zeit, die sogenannten Herren, deren Lieblingsbeschäftigungen Krieg und Jagd sind. über diesen steht der König (Basileus) mit erblicher, von Zeus verliehener Gewalt als oberster Feldherr, Richter und Priester. Der König war auch Stammesführer, der im Einvernehmen mit Rat und Heeresversammlung regierte. Er wohnte in einer stattlichen, von sogen. kyklopischen Mauern geschützten Burg (Tiryns, Mykenä). Prachtvolle Kuppelbauten (früher für Schatzhäuser gehalten) dienten als Königsgräbern.
Die Könige sind allerdings keine Despoten; sie bedienen sich des Beirats der Geronten, welche namentlich Recht sprechen. Der Mörder z. B. war der Blutrache preisgegeben, doch konnte er sich durch ein Sühnegeld lösen. Das streng beobachtete, weil unter den Schutz von Zeus selbst gestellte Gastrecht machte einen friedlichen Verkehr zwischen den verschiedenen Stämmen möglich. Das Familienleben war ein edles, die Frau geachtet, Liebe gegen die Eltern eine heilige Pflicht. An Ausbrüchen wilder Leidenschaft, ungebändigter, roher Naturkraft fehlte es aber  nicht, namentlich bei den kriegerischen Achäern, während die Dardaner als sanfter und gesitteter geschildert werden.. Gegen Ende der Mykene–Zeit wie auch später wurden einige Eindringlinge als Bauern sesshaft, andere drangen weiter vor. Zunächst auf die Inseln und nach Kleinasien, dann nach Sizilien und Süditalien, wo sie Städte gründeten, die vom Seehandel lebten.

Steinzeitliche Funde aus dem 4. und 3. Jahrtausend v.Chr. weisen auf eine frühe vorgriechische Besiedlung Griechenlands hin. Vergleichbare Stücke aus der Gegend von Korfu, Korinth und Kleinasien lassen auf einen größeren kulturellen Zusammenhang schließen. Daraus entwickelte sich eine bronzezeitliche Kultur mit einheitlichen Merkmalen. Sie heißt für das griechische Festland helladisch (Hellas = Griechenland), für Kreta minoisch (nach dem mythischen König Minos). Als Gesamtname für diese Völker kam der Name Hellenen auf. Von diesem Bund (Hellas) sind dann Völkerbewegungen ausgegangen, welche man die Dorische Wanderung (in der Sage die "Rückkehr der  Herakliden" nach den Führern der Dorier nennt, an denen aber auch andre Stämme neben den Doriern teilnahmen.
Die Dorer wandern um 1200 v. Chr. nach Griechenland ein und tragen zur Zerstörung der mykenischen Kultur bei. Die ersten autonomen Stadtstaaten (Polis), die eine ethnische und soziale Einheit des Griechentums bewirken, formieren sich in dieser Zeit  Dieselben überschritten (der Überlieferung nach 1104 v. Chr.) die schmale Meerenge, welche den Korinthischen Golf im Westen begrenzt, und eroberten, von Rhion nach Süden langsam vordringend, in hartnäckigem, langem Kampf mit den Achäern den größten Teil des Peloponnes. Arkadien umgehend, erreichten sie den Isthmos von Korinth, besetzten Megaris und waren im Begriff, indem sie den Doriern am Öta die Hand reichten, ganz Hellas zu unterjochen, als der Heldenmut Athens 1068 ihrem Vordringen ein Ziel setzte. Die aus Elis, Messenien, Lakonien und  Argos verdrängten Achäer zogen sich nach Arkadien zurück und breiteten sich von hier aus über Ägialeia aus, dessen ionische Einwohner sie vertrieben, und dem sie ihren Namen Achaia gaben.
Der Dorische Koloniezug umfasste auch ionische und achäische Ansiedler, welche unter dorischer Führung auszogen. Von ihm wurden die Küste Kariens, Rhodos und Kos kolonisiert, Kreta nach langsamer gründlicher Eroberung fast ganz dorisch gemacht.
Die Ionier, welche meist von Athen auszogen, das die Zufluchtsstätte aller Vertriebenen gewesen war, fanden in dem Mündungsgebiet des Kaystros und Mäandros zwar die Macht der Lydier ausgebreitet und hatten von Samos aus um Ephesos lange, harte Kämpfe zu bestehen, deren Erinnerung in der Sage von den ephesischen Amazonen fortlebte. Sie fanden indes in den Seestädten ihre alten Stammesgenossen wieder, mit denen sie zu neuen Gemeinden verschmolzen, und auf deren politische und geistige Entwickelung sie einen ungemein fördernden Einfluss ausübten. Vor allem war die Einigung der asiatischen Ionier zu einem Bund von zwölf Städten ihr Werk.
Die Äolier, meist unter Führung achäischer Geschlechter aus dem Peloponnes (die Sage nennt sie Nachkommen Agamemnons), sammelten sich in Böotien und segelten vom Hafen von Aulis nach der thrakischen Küste, wo sie mehrere Kolonien gründeten. Später schoben sie sich weiter nach Osten bis zum Hellespont, überschritten diesen, besetzten Kyzikos und Lesbos und eroberten allmählich Mysien und Troas.

Die  archaische Zeit und somit auch die griechische Geschichte beginnt unmissverständlich mit der Grossen oder Ägäischen Wanderung vom 12. Jahrhundert v. Chr. bis zur Jahrtausendwende als eine Grenze zwischen der als "Vorgeschichte" der griechischen Geschichte bezeichneten kretisch-mykenischen Kultur, und der archaischen Zeit.
Als Vorgeschichte wird in diesem Falle näher erläutert, dass sich die kretisch-mykenische Kultur zwar innerhalb des griechischen Raumes abspielte und teilweise von Vorfahren der historischen Griechen getragen wurde, sie jedoch noch kein Griechentum kannte und, was entscheidender ist, die Griechen der mykenischen Zeit noch nicht zu einem Bewusstsein ihrer selbst gelangt sind. Die den Zustand ihrer Träger anzeigende kretische Formensprache, z.B. Sprache und Schrift, hat nichts mit dem Griechischen gemein und entbehrt einen Ausdruck, der einen jenseits der Alltäglichkeit liegenden Sinn hatte. Um zu diesem Bewusstsein zu gelangen, bedurfte es für die Griechen eines elementaren, befreienden Ereignisses wie der Großen Wanderung, deren Träger sie jedoch nur teilweise waren, da diese Wanderung ihre Ursachen außerhalb Griechenlands hatte und weit über Griechenland und die Ägäis hinausgriff.
Stets unter äußerem Druck strömten. Nordwestgriechen aus Epirus und dem Pindus-Gebiet nach Griechenland und besiegelten das Schicksal der ohnehin sinkenden kretisch-mykenischen Kultur. Sehr wichtig war bei einem derartig einschneidenden Ereignis, dass diesem Dauer beschieden sein musste, ansonsten wäre es für die Griechen unmöglich gewesen, sich unter starker Einwirkung äusserer Einflüsse zu sammeln und zu entfalten. Die weltgeschichtliche Lage im östlichen Mittelmeer während der Jahrtausendwende,. und den darauf folgenden vor.Chrstlichen. Jahrhunderten, schuf dafür die Voraussetzungen.
In der Archaischen Epoche werden neue Städte im ganzen Mittelmeer- und Schwarzmeerraum gegründet. An der Kolonisation der kleinasiatischen Westküste beteiligten sich Angehörige aller griechischen Stämme. Ohne auf nennenswerten Widerstand der Einheimischen zu stossen, gründeten sie bedeutende griechische Städte wie Milet, Ephesos, Smyrna, die zum.Teil. ältere anatolische Vorläufer hatten. Durch späteren Zuzug aus der Heimat verstärkten die Ioner ihren Anteil, so dass sie in Westkleinasien die Vorherrschaft erlangten.

Die Dorische Wanderung hatte den Doriern das Übergewicht in Griechenland verschafft. Unter den von ihnen auf dem Peloponnes gegründeten neuen Staaten war Argos,  Messenien und  Sparta  Zwar hatten die Dorier auch in Lakonien so wenig wie in Argolis und  Messenien das ganze Gebiet erobert und die alten Einwohner völlig unterjocht; ja, sie haben sogar einheimische Fürstengeschlechter anerkennen müssen, denen sie sich als Kriegerstand unterordneten. Eins ihrer Königsgeschlechter, die Agiaden, war wahrscheinlich achäischen Stammes.
Die Große Wanderung beseitigte endgültig die kretischen Restbestände und führte zum Zusammenbruch der großen vorderasiatischen Reiche (Hethiter, das ägyptische Neue Reich), sodass erst die assyrische Expansion (von 745 v. Chr.) wieder ein Großreich entstehen ließ, welches die Griechen aber nur peripher berührte. Bis zum Entstehen des persischen Reiches am Ende der archaischen Zeit gab es demzufolge keinen gefährlichen Gegner für die griechische Entwicklung, die zu dieser Zeit aber schon abgeschlossen und auch stark genug war, diesen Gegner abzuwehren.

Es fehlte auch nicht an Irrungen zwischen diesen Königsfamilien, den Agiaden und den Eurypontiden, und den Doriern. Dass diese Irrungen beseitigt wurden ist das verdienst Lykurgos  Er beseitigte diese und verhalf diesem noch jungen Staatsgebilde zu einer neuen Ordnung. die ihm innern Frieden und Kraft nach außen verliehen..
Die Kraft des dorischen Teils der Bevölkerung, der Spartiaten, wurde durch die Lykurgische Gesetzgebung außerordentlich gehoben und die Dorisierung Lakoniens ermöglicht. Zugleich erwachte in den Spartiaten, welche ausschließlich für das kriegerische Leben erzogen wurden, im Frieden nur in der Jagd eine Unterbrechung des einförmigen Soldatenlebens kannten, die Eroberungssucht. Das benachbarte  Messenien, auf dessen fruchtbaren Fluren die eingewanderten Dorier friedlich unter den alten Einwohnern lebten und sich vielfach mit ihnen verschmolzen hatten, lockte durch seinen Reichtum zuerst den Angriff auf sich. Nach einem 20jährigen Kampf, dem ersten Messenischen Krieg (743-724 v, Chr.), fiel die von Aristodemos tapfer verteidigte Burg Ithome, und die Messenier mussten sich unterwerfen  
Im 8. Jahrhundert v. Chr. kam es zu einem bedeutenden Wandel der ökonomischen Strukturen. In den Funden dieser Zeit erkennt man eine deutliche Zunahme der Kornspeicher und eine geplante Verwertung des Ölbaums als Nutzpflanze. Der Ackerbau nahm wieder eine wichtige Stellung in diesem Wirtschaftssystem ein. Damit wurde die Bindung an ein bestimmtes Stück Land wichtiger und Besitz war wieder eine feste Größe der Gemeinschaft. Auf dieser Grundlage bildeten sich größere Siedlungsgemeinschaften, die langsam zu urbanen Zentren (zum Beispiel in Athen, Korinth, Megara, Lefkandi, Nichoria, Olympia, Delphi und Troja) heranwuchsen. Daraus entwickelte sich die Basis der späteren Gesellschaften in Griechenland. Die nun einsetzende Kolonisation  begünstigte diesen ganzen Prozess und die dunkle Zeit war nun endgültig überwunden.

Die Gesellschaftsordnungen dieser Zeit wich in den verschiedenen Teilen Griechenlands stark voneinander ab. In Sparta lebte eine kleine Schicht, die Aristokratie, von der Arbeit unterdrückter Leibeigener aus anderen Stämmen. In den ärmeren landwirtschaftlichen Gebieten bestand die Bevölkerung hauptsächlich aus Bauern, die mit Hilfe ihrer Familien eigenes Land bestellten. Wo aber Handel und Industrie blühten, wurden die freien Bürger reich, weil sie Sklaven arbeiten ließen: die Männer in den Gruben, die Frauen in der Textilindustrie. In Jonien stammten diese Sklaven aus “barbarischen” Nachbarländern. Man erwarb sie in der Regel zunächst auf kriegerischem Wege. Mit zunehmendem Wohlstand wuchs auch die Isolierung der angesehenen Frauen, die in späterer Zeit, außer in Sparta und Lesbos, wenig Anteil am griechischen Kulturleben hatten.
Fast überall in Griechenland dieser Zeit findet man die Tyrannis, die sich jedoch als Herrschaftsform nicht lange durchzusetzen kann. Sie wird abgelöst durch die Nomothesie. Diese Gesetzgebung wird entworfen, um Konflikte zu lösen und den aristokratischen Einfluss einzuschränken. Der bekannteste Gesetzgeber war Solon von Athen.
Ganz allgemein verlief die Entwicklung so, dass die Aristokratie auf die Monarchie folgte. Dann lösten Tyrannis und Demokratie einander abwechselnd ab. Die Könige herrschten nicht absolut wie in Ägypten oder Babylonien. Sie wurden von einem Ältestenrat beraten und durften nicht ungestraft gegen das Gewohnheitsrecht verstoßen. Diese Form von “Tyrannis” bedeutet nicht eine despotische Regierung, vielmehr nur die Herrschaft eines Mannes, der keinen Erbanspruch auf die Macht besaß. Mit “Demokratie” bezeichnete man die Regierung aller Bürger, allerdings unter Ausschluss der Sklaven und Frauen.
Die ersten Tyrannen gelangten zur Macht, weil sie die reichsten Mitglieder der jeweiligen Plutokratien waren. Die Quellen ihres Reichtums bestanden oft aus Gold- und Silberminen, die noch einträglicher wurden, als man Münzen zu prägen begann.

Aus den ehemaligen Burgzentren, z.B. in Athen, bildeten sich in der archaischen Zeit politisch unabhängige Zentren heraus, die von ihren Bürgern selbst verwaltet wurden  die Polis. Die Polis bildete die wichtigste politische Einheit der archaischen und der klassischen Zeit. Sie umfasste ein Kern, der urbanen Charakter hatte, und dem Ackerland, um dieses Stadtzentrum herum. Es waren Anlagen, die nach einem Muster angelegt wurden, eine komplexe Infrastruktur und Raum für öffentliche Aufgaben hatten. Die wichtigste Stelle für die Gemeinschaft war die Agora, ein Ort (ähnlich Marktplatz) im Zentrum der Polis. Ab dem 6. Jahrhundert v, Chr. wurde diese Anlage repräsentativ ausgebaut und weitere wichtige Gebäude (Rathaus, Tempel) schlossen sich an diesen Platz an. Hier fanden alle wichtigen Versammlungen statt und die Tagespolitik wurde hier geregelt. In erster Linie diente dies der Festigung der Gemeinschaft und einer Verankerung von kollektiver Identität. Die Menschen sahen sich als Teil ihrer Polis und damit als Mitglied eines Stadtstaates.
Um ca. 500 v.Chr. wird die Unabhängigkeit Griechenlands von den Persern bedroht. In den entscheidenden Schlachten, (490 v. Chr. bei Marathon, 480 v. Chr. bei Salamis und 479 v. Chr. bei Platäè), besiegen die Griechen die Perser. Athen gründet den Delischen Bund und wird zur vorherrschenden Macht Griechenlands. Damit beginnt die Blütezeit der Stadt, sie entwickelt sich zum Zentrum der Philosophie und die ersten Tragödien entstehen in dieser Zeit. Die Demokratie erreicht unter Perikles ihren Höhepunkt,
Den Gegensatz zu Pólis bildet "Éthnos", der Stammesstaat. Er ist in Regionen mit wenigen oder keinen städtischen Siedlungskernen wie im westlichen und nordwestlichen Griechenland die Hauptorganisationsform, in der die einzelnen dörflichen Siedlungen nur untergeordnete Kompetenzen und Funktionen ausüben konnten. Zu weltgeschichtlicher Bedeutung gelangte der Stammesstaat erst in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. mit dem Stammeskönigtum Makedoniens, als Philipp II. daraus die stärkste Militärmacht Europas formte und sein Sohn und Nachfolger Alexander der Grosse das Stammeskönigtum über Asien und Nordafrika (Ägypten) zu einem griechisch geprägten Weltreich erweiterte.
Sicher ist auch, dass die Sitten rauer als heute waren, dies allerdings nicht nur bei den Griechen, Kelten und Germanen sondern auch bei den anderen Mittelmeervölkern, die sich soviel auf ihren zivilisatorischen Vorsprung einbildeten. Insbesondere kann hier nicht verschwiegen werden, dass mit einer Ausnahme alle damaligen Völker in Europa und Kleinasien davon überzeugt waren, dass ihre Götter günstig gestimmt werden müssten, indem man Tiere und auch wehrlose Menschen (meist Sklaven oder Kriegsgefangene, manchmal auch Kinder) tötete und so den Göttern "opferte". Durchbrochen wurde diese grausame Form der Religion erstmals von den Hebräern (Juden). Die Priesterschaft am Hof des Königs Salomo (970 - 931 v. Chr) und seiner Nachfolger bekämpfte den phönizischen Baalskult und besonders die damit verbundenen Menschenopfer.
Um diese Zeit wurden ältere mündliche Überlieferungen aufgeschrieben: Die ersten Teile der Bibel entstanden. Interessant ist,  dass bereits der Stammvater Abraham (um 1850 v. Chr.), der Stammvater  der Religionen Judentum. Christentum, Islam, zur Einsicht gekommen sei, dass sein Gott von ihm nicht das Opfer seines Sohnes Isaak erwartete. (Genesis = 1. Mose, Kapitel 22), was sich aber nicht nachweisen lässt. Um 950 v. Chr. war diese Einsicht aber noch immer einzigartig und revolutionär! Um 750 v. Chr. ging der Prophet Amos in Israel noch viel weiter und verkündete folgenden Spruch Gottes: Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie  und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn Ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben, und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Aus der Zeit des alten Ägyptens, Persiens, Israels, Chinas und der früheren griechischen und  Römischen Antike  liegen einige Überlieferungen vor, in welchen von der Musik als „Heilmittel“ gesprochen wird. Die Heilwirkung wird aus einem magischen und mythischen Bewusstsein her abgeleitet. Ägyptische Priester verwendeten Beschwörungsmusik um die Fruchtbarkeit bei Frauen zu beeinflussen. Homer beschreibt die Stillung einer Wundblutung durch beschwörenden Gesang (Odyssee). Die Danaer schreiben den Ausbruch der Pest dem Zorn des Gottes Apoll zu und versuchen ihn mit ganztägigem Gesang zu besänftigen (Ilias).3
Aus dieser Zeit stammt die viel zitierte Geschichte des ersten israelischen Königs Saul, der von einer psychischen Krankheit befallen war. Nach dem alle Ärzte bei der Heilung versagten, linderte das Harfenspiel des Hirten Davids sein Leiden. „Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, so nahm David die Harfe und spielte mit seiner Hand; so erquickte sich Saul, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.
Bei den Naturvölkern wurde (und wird) Musik vorwiegend bei Geisterbeschwörungen eingesetzt. Es wird davon ausgegangen, dass der Mensch den Kräften der Welt schutzlos ausgeliefert ist. Die Welt ist voller Geister, die sowohl schädlich als auch nützlich sein können. Für Krankheit und Tod sind böse Dämonen verantwortlich. Man glaubte, die bösen Geister kraft kultischer Zeremonien vertreiben zu können.
Bei diesen Zeremonien hat die Musik eine besondere Rolle eingenommen. Die rational wissenschaftlich orientierte klassische Antike löste sich von den mystischen Vorstellungen. Die Annahme, dass die Welt einer Harmonie von Prinzipien unterläge, führte zu einer Zusammenfassung vieler Wissenschaftsbereiche, wie Philosophie, Mathematik, Medizin und Musik. Die enge Beziehung von Medizin und Musik wurde dabei ausdrücklich betont. Vom dem Pythagoreer Philolaos z. B. existieren harte Daten z. B. über die Harmonie des Tonsystem. Durch die Entdeckung der „lautquantitativen Beziehung der Intervalle“ (Pythagoras) galt die Musik als therapeutisches Prinzip mit ihren Elementen von Harmonie und mathematischer Struktur zur Heilung kranker „Harmonien“. Die körperlichseelische Unordnung sollte durch die natürliche Ordnung der Musik geheilt werden.
Auch Pythagoras und seine Schule hatte einen starken Einfluss nicht nur auf die Ausbildung des abendländischen Tonsystems. Von ihm selbst gibt es allerdings keine musikalischen Dokumente, nur Legenden.
Auch Platon, ein weiterer Grieche sah die Wirksamkeit der Musik ähnlich wie Pythagoras darin, dass Rhythmus und Musik in die Seele vordringen und dort Heilung bewirken. Die Musik „ist uns von den Musen als Helferin verliehen, um den in Zwiespalt geratenen Umlauf der Seele in uns zur Ordnung und Übereinstimmung mit sich selbst zurückzuführen, ebenso wie auch der Rhythmus wegen der Unregelmäßigkeit in uns und des der inneren Armut entbehrenden Wesen der meisten uns als Unterstützung zu eben demselben Zwecke von eben denselben gegeben ist.“
Auch Aristoteles befasste sich mit Musik. Er sah in der Musik eine affektauslösende Wirkung, die er bewusst gegen Schlaflosigkeit und Depressionen einsetzte. Diese Wirkung führte er nicht mehr auf Harmonie und Zahlenverhältnisse zurück, sondern bediente sich beobachteter Tatsachen. Die reinigende Wirkung der Musik liegt in der Abreaktion von  Affektstauungen“ in der die Musik als Katalysator den entsprechenden Affekt übersteigert und dadurch entladen wird.
Auch in der traditionellen Chinesischen Kultur wird die Musik als ein Weg betrachtet, die menschlichen Begierden zu kanalisieren. Im Band 24 der Aufzeichnungen des Historikers (Shi Ji) sagt Sima Qian (145-85 v. Chr.) in der Besprechung des Buchs der Lieder (Yue Shu), steht geschrieben, dass der Mensch im Grunde friedvoll ist und dass die Emotionen von äußeren Faktoren beeinflusst werden. Wenn die Gefühle von Hass und Liebe ausgelöst, aber nicht kanalisiert werden, wird man von endlosen äusseren Verlockungen verführt werden und viele schlechte Taten begehen. Also verwendeten die Kaiser der Vergangenheit Rituale und Musik, um die Emotionen der Menschen zu kanalisieren. Die Lieder und Musik sollen fröhlich aber nicht obszön, traurig aber nicht übermäßig bedrückend sein. Sie sollen Gefühle und Sehnsüchte ausdrücken, aber sie dennoch unter Kontrolle haben. In der Spätantike nimmt der römische Arzt Galen eine bedeutende Rolle in der Musiktherapiegeschichte ein. Er geht davon aus, dass die richtige Anwendung der Musik bestens geeignet sei, um Körper und Seele herzurichten.

Mehr als andere Völker des Altertums pflegten die Griechen das induktive Denken, das den dunklen Vorstellungen ihrer Mythologie dichterische Gestalt gab und auch das Wesen ihrer Philosophie bestimmte. Den Erscheinungen der Natur näherte man sich von der höheren Warte des Geistes, der am Göttlichen teilhat. Daraus erklärt sich die Tatsache, das viele Griechen schlechte Beobachter der natürlichen Welt waren und dass sie trotz der Schärfe ihres logischen Denkens anfangs viele unklare und unwissenschaftliche Erklärungen für die Vorgänge in der Natur fanden.
Der Geist triumphiert über den Stoff. Die Geringschätzung, ja Verachtung für das empirische Forschen kam aus einer uneingeschränkten Hingabe an das, was als “höher” erschien, aus der rückhaltlosen Anerkennung der Überlegenheit des Geistes, der zu seiner Existenz keines materiellen Beweises bedurfte. Der Westen übernahm von der griechischen Philosophie diese unwissenschaftliche Einstellung. Durch das ganze Mittelalter hindurch, während der Renaissance, ja bis an die Schwelle der Neuzeit litten die Naturwissenschaften unter diesem Einfluss.

Im alten Griechenland beruhte die Medizin anfangs vorwiegend auf Magie und Zauberei. In der griechischen Frühzeit standen Beschwörungsrituale und ärztliche Behandlung eng nebeneinander. Der Magier griff in das Walten der Natur ein. Er kannte die geheimnisvollen Eigenschaften der Pflanzen und Mineralien. In dieser Zeit gehört Melampus, einer der ersten griechischen Ärzte, dessen Vorgehen ebenso viele naturwissenschaftliche wie magische Elemente zeigte. Auch Herakles, der volkstümlichste der griechischen Heroen, wirkte als Arzt und wundersamer Erretter. Er selbst litt den Beschreibungen nach an epileptischen Anfällen, die Erzählungen über ihn weisen die ersten klinischen Beobachtungen dieser Krankheit auf.
Die Auffassung nach der “ein gesunder Geist in einem gesunden Körper lebt”, ist sehr aufschlussreich für das Verhältnis der Griechen zu Gesundheit und Krankheit. Die Komplexität der griechischen Medizin sowie die hohe Position in der Gesellschaft spiegeln diese Einstellung wider. Es wird viel Zeit damit verbracht, um Gesundheit und Schönheit, die miteinander eng verkoppelt sind, zu erhalten bzw. zu erlangen. In der griechischen Literatur werden Störungen von Gesundheit und Schönheit als Krankheit bezeichnet. Gesundheit ist ein Zustand im Einklang mit der Natur, während Krankheit ein Zustand ist, der der Natur entgegensteht. Die Störungen, d.h. Krankheiten, konnten körperlicher oder übersinnlicher Art sein und Verschiedenste Ursachen haben. Sie konnten auch von Göttern bzw. Dämonen geschickt sein, und die Götter konnten die Krankheiten wieder aufheben.
Trotzdem wurden Krankheiten von griechischen Medizinern und Philosophen als natürliche Prozesse bezeichnet. Daher wird die griechische Kultur geschichtlich als diejenige betrachtet, in der Krankheiten verweltlicht wurden, während in den meisten anderen Kulturen das Verständnis von Gesundheit und Krankheit immer noch Teil einer umfassenden Lebensphilosophie war. Die Auffassung, dass alle Krankheiten göttlichen Ursprungs waren und, dass alle Krankheiten menschlicher Natur seien, wurde von den Griechen nicht als widersprüchlich erlebt, sondern kennzeichnet das Gesamtkonzept der griechischen Medizin. Medizin und Philosophie sind bei den Griechen erstmals getrennte Diszipline

Bei den Griechen des Altertums können wir die Anwendung von Heilpflanzen bis in die sagenhafte Vorzeit verfolgen. Der Centaur Cheiron heilte die Wunde des Achilles mit Scharfgarbe und der von „Medea“ als Gift- und Heilpflanze benutzte Eisenhut, sei der Überlieferung nach, aus dem Geifer erwachsen, den der Höllenhund Cerberus auswarf, als in Herkules auf Befehl des Augias aus der Unterwelt emporgeholt hatte.
Auch der Zentaur Cheiron (er lebte der Sage nach um 1’270 v. Chr. in Thessalien) unterwies die Leute in der Heilkunst. Und der Sage nach war Kronos der Herrscher der Welt, bis er von seinen Nachkommen entmachtet wurde. Neben den aufständischen Kindern von Kronos war Cheiron, der ein so genannter Kentaur, halb Mensch, halb Pferd, war. Dem Mythos nach soll die Frau des Kronos (Mutter des Zeus) ihren Mann in flagranti mit einer Meeresnymphe ertappt haben. Da soll sich der Herr des Universums in ein Pferd verwandelt haben, um davon zu galoppieren. Darauf wurde Cheiron geboren und er schloss sich dem Volk der Kentauren an. Cheiron soll jedoch (scheinbar eine Ausnahme in der Antike) gute Manieren gehabt haben. Er war ein Meister der Jagd, der Heilkunst und der Musik und unterrichtete viele junge Fürsten in Sachen Benehmen
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Um 900 v. Chr. erscheint bei den Griechen mit den Dichtungen Homers ein medizinisches Dokument ersten Ranges. Die Ilias und die Odyssee. Bei Homer ist Apollon, ein Gott Delphis, Gott der Heilkunst. Homers Ilias lässt erkennen, dass man über beträchtliche Kenntnisse in der chirurgischen Behandlung von Wunden und anderen Verletzungen verfügte. Die Chirurgie galt als besonderes Fachgebiet, das man von der inneren Medizin unterschied. Homer beschrieb zahlreiche einfache oder schreckliche Verletzungen im Ohrbereich mit grosser Genauigkeit und verwendete oft medizinische Terminologie, welche auch Heutzutage benutzt wird.
Die Medizin in der Zeit Homers spielte eine wichtige Rolle. Ärzte begleiteten die Soldaten auf jedem Feldzug und auf die Schlachfelder, um die kranken und verletzten Soldaten zu behandeln. Homer erwähnte als die wichtigsten Ärzte die zwei Kinder des Asklipieos, den Chirurgen Podarilios und den Therapeuten Machaon. Homers Werke vertreten den geistigen Standpunkt einer kultivierten Aristokratie, die manchen noch im Volk verwurzelten Aberglauben als plebejisch ablehnte. In weit späterer Zeit trat aber vieles von diesem Aberglauben wieder zutage.
Homers Schriften enthalten zahlreiche Angaben zur Heilkunst. Er beschreibt das Leben der Ärzte, die ein fest umrissenes medizinisches Aufgabengebiet hatten, das nicht im Umfeld religiösen Kults angesiedelt war. In der homerischen Medizin findet man keine Spuren magischer Behandlungsweisen, alles beruhte auf Tatsachen und Erfahrungen. Alle großen Gestalten der beiden Epen haben Cheiron zum Lehrer. Nach Auffassung Homers ist der Odem Sitz des Lebens und es gibt auch keine Trennung zwischen Körper und Seele. Doch neben diesem Denken wird weiterhin mit magischen Riten praktiziert.
Die Ansicht, dass hinter dem Werk Homers eine Reihe von Dichtern stehen, ist weit verbreitet. Nach dieser Auffassung liegen zwischen der Vollendung der Ilias und der Odyssee etwa 200 Jahre, und zwar, wie vielfach behauptet wurde, die Jahre von 750 – 550 v. Chr. Andere meinen, das Werk Homers sei gegen Ende des 8. Jahrhunderts nahezu abgeschlossen gewesen. Die homerischen Dichtungen wurden in ihrer heutigen Form von Pisistratus nach Athen gebracht, der (mit Unterbrechungen) von 560 – 527 v. Chr. regierte. Seither lernt die Jugend Athens das Werk Homers auswendig. In einigen Gebieten, vorwiegend in Sparta, gelangte Homer erst später zu dieser Bedeutung.

Man muss auch zugeben, das die Religion bei Homer nicht sehr religiös ist. Die Götter sind durchaus menschlich und unterscheiden sich vom Mensch nur durch ihre Unsterblichkeit und ihre übermenschlichen Kräfte. Moralische gesehen lässt sich nichts zu ihren Gunsten anführen, und es ist kaum zu verstehen, warum sie eigentlich so verehrt wurden.
Das echte religiöse Gefühl bei Homer bezieht sich weniger auf die Götter des Olymps als auf ein schattenhaftes Wesen wie das Schicksal, die Notwendigkeit oder das Verhängnis, denen selbst ein Zeus unterworfen war.
Das Schicksal hatte auf das gesamte griechische Denken einen Grossen Einfluss. Vielleicht leitete die Wissenschaft unter anderem hieraus ihren Glauben an ein Naturgesetz her. So findet man in den Schriften Hesiods (*640 v. Chr.) neben magischen Vorstellungsweisen auch das Bestreben nach einer rationalen Erklärung der Mythen der Frühzeit. In seinen Schriften kündigt sich bereits die Grundlegende Denkungsweise der Griechen, die Dialektik, an. Es gibt ein Werden und ständige Bewegung. Die Entwicklung steht dabei nicht unter dem Einfluss von Gottheiten, sondern von inneren Kräften.
Etwa 100 Jahre nach Homer beschreibt Lykurg Medizin und Gesundheitspflege in Sparta. Gesundheitspflege führte automatisch zu körperlicher Ertüchtigung – ein geradezu moderner Denkansatz - aber schon um 800 v. Chr. tauchen immer mehr Priester in der griechischen Medizin auf. Asklepios trat als Gott der Ãrzte an die Stelle Apollons, und die Priester übten in seinen Tempeln die Heilkunst aus. Sie praktizierten eine frühe Form der Psychotherapie, die als Inkubation bezeichnet wurde. Ihre Heilstätte fand sich natürlicherweise im Tempel.

Der berühmteste Wallfahrtsort der Antike, Epidauros, hängt eng mit dem Wunderheiler Asklepios zusammen. Von dieser Kultstätte aus breitete sich die Verehrung des Gottes und die Geschichte des Opiums über ganz Griechenland, Kleinasien und das griechisch–römische Reich aus. Beim Tempelbau wurde verstärkt auf medizinische Belange Rücksicht genommen. Sie lagen oftmals in Gegenden, die man für therapeutische Zwecke besonders günstig empfand. Eine Nachbarschaft zu kohlensäurehaltigen Quellen und Grotten mit schwefelhaltigen Dämpfen war nicht selten. Nach und nach tauchen auch physiotherapeutische Behandlungsmethoden und diätetische Maßnahmen auf.
Asklepios wurde wie ein Gott verehrt und sein Kult aus Thessalien und Magnesia importiert. In berühmten Dichtungen und Siegesgesängen wurde Asklepios als „sanfter Meister gliedererquickender Schmerzstillung“ besungen, der tatsächlich gelebt haben soll. Der Name des Asklepios wird auf ein griechisches Wort für „Maulwurf” zurückgeführt. Diese Verbindung erklärt sich aus der legendären Lebensweise des Heilgottes. Wie es heißt, lebte dieser wie ein Maulwurf unterirdisch in geheimnisvollen Höhlengängen. Die Magier des Altertums hielten überdies den Maulwurf für einen Dämon mit magischer Kraft. Wer ein noch schlagendes Maulwurfsherz verzehrte, so hieß es, der könne weissagen. Wer aber einen Maulwurf in der Hand zu töten imstande sei, habe künftig die Kraft des Heilens durch Handauflegen. Pulver aus Blut und Teilen des Maulwurfskörpers galten in der damaligen Zeit als hochwirksames Medikament.
Als Sohn des Lichtgottes Apollon und der sterblichen Jungfrau Koronis wurde Asklepios der Sage nach auf recht gewaltsame Weise gezeugt und geboren. Der Sage nach hatte Apollon sich in Koronis verliebt, die bereits verlobt war. Koronis wurde von Apollon schwanger, löste ihre weltliche Verlobung jedoch nicht auf. Ein weißer Vogel überbrachte Apollon die Nachricht von der bevorstehenden Hochzeit seiner Geliebten. Blind vor Eifersucht strafte Apollon zunächst den Vogel als Überbringer der Unglücksbotschaft mit einem schwarzen Federkleid. Sodann tötete er mit seinen Pfeilen den Bräutigam der Koronis, und Artemis, die Schwester des Apollon, ermordete Koronis. Apollon blieb nichts anderes übrig, .als sein noch ungeborenes Kind aus dem Leib der sterbenden Mutter zu heben. Er brachte das Baby zu Cheiron.
Pindars III. überliefert durch die „Pythische Ode“ weitere einzelheiten. Der Dichter erinnert an Asklepios, der von seinem Vater Apoll als Kind dem Zentaur Chiron anvertraut wurde, »auf daß dieser ihn darin unterweise, die schmerzhaften Krankheiten der Menschen zu heilen«. Pindar fährt fort: »Jeden, der zu ihm kam, erlöste er von seinem Leiden; solche, die ein in ihrem Fleisch herangewachsenes Geschwür trugen; solche, die irgendwo durch blankes Metall oder durch einen Schleuderstein verletzt worden waren; ferner solche, deren Leib duch die Hitze des Sommers oder die Kälte des Winters verunstaltet worden war. Die einen heilte er durch süsse Zauberei, den anderen gab er wohltätige Tränke oder legte alle Arten von Heilmitteln auf ihre kranken Glieder, wieder andere schliesslich machte er durch gezielte Schnitte gesund.  Die „Schnitte“ in diesem Zitat entsprechen dem Messer des Awesta,, die wohltätigen Tränke den Pflanzen, und die Zauberei dem Mantra..
Die Legende berichtet weiter, dass Asklepios Kranke oftmals allein durch Zauber oder Magie heilte und sogar Tote zum Leben erweckt haben soll. Dies missfiel dem Göttervater Zeus so sehr, dass er Asklepios durch einen Blitzstrahl erschlug. Zugleich aber verlieh er ihm einen Platz in der Götterschar, wo er künftig seine Wundermacht zum Wohl der Menschen gebrauchte, ohne indes wieder Tote zum Leben erwecken.

Die früheste systematische Anwendung von Opium in der abendländischen Medizin dürfte im griechischen Epidauros stattgefunden haben. Dort entwickelte sich um das Heiligtum des Lokalgottes Asklepios bereits im 7. vorchristlichen Jahrhundert ein kleiner Klinikbetrieb, der bald so erfolgreich wurde, dass der ursprüngliche Wald- und Wiesengott zum Schutzherrn der gesamten Medizin aufstieg. Krankheitsursache und Therapie wurden aus den Träumen der Kranken gedeutet.
Vor dem Tempel von Epidauros befand sich ein Rundbau aus weißem Marmor, welcher als so genannter Tholos berühmt wurde. Die Wände des Tholos  schmückten Symbolbilder, von welchen magische Wirkungen ausgingen. Inmitten des Tholos aber sprudelte eine Heilquelle. Das Wasser der Heilquelle im Tholos des Wunderheilers Asklepios diente dazu, die durch den Geist erfahrene Heilung zu unterstützen, aber auch, sich vor dem Beginn einer Heilbehandlung innerlich und äußerlich zu reinigen. Erst in diesem gereinigten Zustand durfte der Kranke den heiligen Bereich des Tholos betreten. Hier erblickte er eine aus Gold und Elfenbein angefertigte Statue des Heilgottes Asklepios mit seinem Schlangenstab und einem Hund zu seinen Füssen. Wie heute noch beispielsweise in Lourdes, hing „der Himmel“ im Epidauros voll Krücken, nachgebildeter innerer Organe und Gliedmassen. Die Priesterärzte des Asklepios hatten gegen diese Votivgaben nichts einzuwenden. Im Gegenteil, schufen diese Votivopfer doch für alle Hilfesuchenden die Hoffnung, selbst auch geheilt werden zu können, wenn man nur reinen Sinnes, gläubig und hinterher großzügig wäre. Als Lohn für seine Dienste erwartete Asklepios freiwillige Opfergaben. Hier kam es ihm nicht so sehr auf die Höhe oder den Wert der Gabe an, sondern auf das Bemühen des Gebers um das ihm Bestmögliche.
Die Heilbehandlung selbst erfolgte in einer Halle, welche sich unweit des Tholo’s erhob. Die Heilpriester verabreichten dem Kranken einen Schlummertrunk, der ein Gemisch von fünf Teilen Wein, drei Teilen Honig und einem Teil Opium enthielt. Die Schmerzstillende Wirkung von Opium wurde spätestens zur selben Zeit erkannt, und es wurde in der antiken Medizin angewandt wie im letzten Jahrhundert Aspirin, von dem es in den USA 1929 hieß, es sei ”ein Teil des nationalen Wiedergesundungsprogrammes”. Es galt als Heilmittel, obwohl Opium  nur das Schmerzgefühl beseitigt, nicht aber dessen Ursache.
Nach einiger Zeit schlief der Kranke auf seinem Lager ein. Im Traum erschien ihm Asklepios mit Schlange und Hund, oft von seiner Tochter Hygieia begleitet. Sanft legte er dem Kranken seine Hand auf und sprach ihn gütig an. Sodann leckte der Hund die Wunden oder schmerzenden Körperteile, während Asklepios selbst die eine oder andere Anwendung vornahm. Bei Unbedeutenderen Erkrankungen nahmen sich die Priesterärzte des Asklepios immer öfter die Freiheit, selbst zu heilen. So flüsterten sie während des Heilschlafes den Kranken gewisse Diätvorschriften oder Verhaltensmassregeln zu. Am Ende stand immer der Befehl des Heilgottes an den Kranken, seine Krankheit zu überwinden.
Am nächsten Morgen, sobald der Kranke erwachte, war das Wunder der Heilung eingetreten. Das heißt, vorbehaltlich des Willens des Wundergottes. Nur wenn dieser beschlossen hatte, die flehentlichen Bitten des Kranken zu erhören, konnte eine Heilung eintreten. Wenn dann wider Erwarten der Kranke als nicht geheilt aus dem Behandlungsschlaf erwachte, so erinnerte er sich doch zumindest der Einflüsterungen der Priesterärzte und nahm deren Rat als den des Asklepios in völliger Dankbarkeit und Zufriedenheit an. Viele Kranke kehrten indessen nicht geheilt und tief verzweifelt zurück. Eine Statistik der Wunderheilungen in Epidauros belegt, dass überwiegend Krankheiten wie Blind- und Taubheit, Lähmungen und Nervenschäden geheilt wurden.

Dass dieser Wundermedizin auch «die Verführungskraft zu immer erneuter Verwendung» innewohnt, erwähnte bereits in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts Diagoras von Melos. Er war ein Schüler Demokrits und machte sich bei seinen orthodoxen Zeitgenossen sehr unbeliebt. Als erster beschrieb er die Suchtgefahren der Droge, als erster auch, dass sie «den Sinn für die Wirklichkeit raubt». Er empfahl daher seinen Zeitgenossen, sich der Droge zu enthalten.
200 Jahre später wird in den Geschichtschroniken geschrieben, dass der Freidenker «von der zu gerechtem Zorn aufgebrachten Bevölkerung» vor den Stadttoren erschlagen worden sei. Damit war eine Debatte über die Gefährlichkeit des braunen Stoffes für lange Zeit erledigt. Nur selten wurden Bedenken angemeldet, so von Erasistratos, der über den Fall eines ganz berühmten Süchtigen berichtete, über Alexander den Grossen.  
Ein besonderes Charakteristikum dieser asklepiadischen Träume war es, dass sie die Grundlage für die griechische und europäische Heilkunde bildete. Nach jeder erfolgreichen Heilung wurde die Krankengeschichte in die Tempelwände eingeritzt. Im Laufe der Jahrhunderte entstand so eine zuverlässige Sammlung von bedeutsamen therapeutischen Träumen.
Der große Hippokrates soll seine ärztlichen Kenntnisse den Tempelaufzeichnungen in seiner Vaterstadt Kos verdankt haben. In diesem Zusammenhang werden wir an einen Traum erinnert, der die Stadt Athen vor einer Seuche bewahrte: die nächtliche Erscheinung, die eine träumende Frau in Gestalt eines toten Skythen heimsuchte, gab den Rat, man solle Strassen und Gassen der Stadt mit Wein besprengen. Man tat, was der Skythe gesagt hatte: die verpestete Luft wurde durch den Wein gereinigt, und die Seuche verschwand.

Heute hat man oft den Eindruck, der Drogenkonsum sei ein Phänomen des 20. Jahrhunderts. Neue Forschungen zeigen jedoch, dass Opium, Alkohol Hanf und andere Rauschmittel bereits von den Ägyptern, Chinesen, Mesopotamiern, Griechen und Römern exzessiv konsumiert wurden. Damals wurde auch geraucht, getrunken und gekaut, was die Botanik hergab. Am Beginn der Zivilisation entdeckte das Volk nicht nur das Recht auf ein menschenwürdiges Leben, sondern auch auf den Rausch. Nicht erst für Drogenfreaks unserer Tage, noch viel mehr für die Menschen der Antike galten Bier, Wein, Hanf oder Haschisch, Stechapfel, Tollkirsche und Opium als Stoffe, aus denen die Träume sind: Visionen von einer besseren Welt wie Platos sagenhaftes Atlantis, oder wilde Träume, wie die Irrfahrten des Odysseus, in der es von Zauberern und Fabelwesen nur so wimmelt, könnten müssen aber nicht, auf Drogenerfahrungen zurückgehen.
Die Geschichten der Menschen und Drogen sind miteinander untrennbar verflochten. Und noch mehr als das! - in beinahe jeder Kultur hat diese oder jene Droge den Heiligkeitstatus. Kaum eine Gesellschaft, die ihre religiösen Riten ohne Drogen zelebrieren wurde: Soma-Rituale bei den Ariern, Haoma-Opfer der Parsen, Peyote-Kult der Indios, christliches Weinabendmahl sind die Bekanntesten Beispiele hierfür. Es gab kaum eine menschliche Gesellschaft die abstinent lebte. Bis in die Tage der Kolonialisierung freilich herrschte eine extreme Vielfalt auf dem Drogensektor, und außer Hanf, Opium und Wein, die sich seit jeher einer gewissen multilateralen Verbreitung erfreuten, gab es eine Unzahl der verschiedensten Rauschmittel. Seien es Pilze und Kakteen, seien es Kräuter und Früchte; Allein in Mittel- und Südamerika benutzten die Völker weit über hundert verschiede Rauschpflanzen... Sogar die Insekten und Frösche benutzte man, um zu einem verklärenden Rausch zu gelangen,  
Seit den Anfangen der Zeitrechnung sind uns bereits Designerdrogen bekannt. Um die Zeitwende benutzte die chinesische High society die Modedroge Han–shi, die aus pflanzlichen und chemischen Stoffen regelrecht komponiert wurde. Es gab auch die Götterdroge Amrita, die angeblich zugleich mit der Schöpfung entstand, und die Olymp–Droge Ambrosia. Oder das Zauberkraut Moly, mit dem Odysseus Kirke ausschaltete. Auch die Arierdroge Sura ist bekannt. Nicht Brust oder Keule lautete die Frage bei einer ägyptischen Orgie, einem griechischen Symposion (»zusammen trinken«) oder einem römischen Bacchanal, sondern Hanf oder Haschisch, Wein oder Bier, Opium, Stechapfel oder Tollkirsche. Das Altertum war keineswegs nur das Zeitalter der Dichter, Denker und Despoten. Damals entstanden nicht nur Pyramiden und Pantheon, die Theorie der Polis, die Schriften Platos und die Sätze des Pythagoras und Demokrit. Damals wurden nicht nur Tempel und Gedankengebäude ebenso mühelos erschaffen wie Weltreiche erobert.
Den Pilgern zum Beispiel. wurden im Pilgerort Eleusis, an dem Demeter und Dionysos verehrt wurden, zu den Mysterienfeiern ein Trank gereicht, der ihnen Visionen bescherte. Ein religiöses Erweckungserlebnis, basierend auf einem Mischgetränk aus Alkohol und halluzinogenem Mutterkornpilz. Mit diesem Pilz ist LSD, das wirksamste Halluzinogen, chemisch direkt verwandt.
Lange waren es vor allem Priester und Herrscher, die den Einsatz von Drogen kontrollierten. Halluzinogene wurden als Türöffner zum Göttlichen verstanden.

Die Götter des antiken Griechenland und die damit verbundenen Legenden, sind wohl die populärsten Figuren der westlichen Kulturgeschichte. Zeus, Hera, Poseidon, Aphrodite und die anderen olympischen Götter, ihre Begleiter wie Nymphen und Furien und natürlich Herakles, Odysseus und viele andere antike Helden waren seit jeher beliebte Figuren für Literatur, bildende Kunst und Musik und sind es bis heute geblieben. Fast jedem Schüler in Griechenland sind die Namen der griechischen Götter geläufig, die Ausübung der Religion, die komplexen Aufgabenbereiche der Götter und die daneben existierenden Sekten sind jedoch kaum bekannt, Doch obwohl uns das heute nicht mehr bewusst ist, wirkt sich die Religion der griechischen Antike bis jetzt auf unser Leben aus. Das Bekannteste Beispiel für ihren Einfluss sind wohl die olympischen Spiele, die im 21. Jahrhundert jedoch jeglichen religiösen Charakter verloren haben.
Die für die Griechen wichtigsten und einflussreichsten Götter wurden nach ihrem Wohnsitz als olympische Götter bezeichnet. Auf der höchsten Erhebung in Nordgriechenland, dem Olymp waren sie beheimatet, Dieser Berg war auch von großer strategischer Bedeutung für die frühen griechischen Stadtstaaten, da er einen wirksamen Schutz gegen die Feinde aus dem Norden darstellte. Bei Ritualen zugunsten der Götter verhielten sich die Griechen, als ob diese tatsächlich auf dem Olymp lebten, es war ihnen jedoch klar , dass der Wohnsitz der Götter eigentlich jenseits der ihnen zugänglichen Welt liegen musste.
Der Eingang zum Olymp bestand aus riesigen Wolkenmassen und wurde von drei lieblichen Göttinnen, den Horen (Jahreszeiten) bewacht, Diese verabschiedeten und begrüßten die Götter vor und nach einer Reise auf die Erde und wachten während dieser über sie.  Auf dem Olymp ging wie auf der Erde die Sonne auf und unter, jedoch herrschte ständig schönes Wetter. Die Olympier wohnten in bronzenen Häusern, die  Hephaistos für sie gebaut hatte, und lebten komfortabel und mühelos. Es konnte jedoch nie ein Sterblicher den Olymp betreten.
Die Olympier der ersten Generation stammten der Sage nach von Kronos und Rheia, bzw. von Uranos ab. Diese waren Aphrodite, Demeter, Hera, Zeus, Hades und Poseidon. Die Götter der zweiten Generation waren Kinder des Zeus: Athene, Apollon, Artemis, Ares, Dionysos und Hephaistos, wobei dieser laut manchen Mythen von Hera allein geschaffen wurde,
 
Demeter eine sehr alte, aus frühester Zeit stammende Muttergöttin, deren triadischer Charakter vollständig erhalten blieb ist zugleich Kore (Mädchen, junge Frau, das grüne Getreide), sowie Persephone (Mutter, Erwachsensein, die reife Ähre) und Hekate: (die Alte, der Tod, das geerntete Korn). Demeter war auf dem Olymp eher eine Außenseiterin, sie verweilte lieber auf der Erde, sie war vor allem auf Sizilien und Attika beheimatet. Das ist eine Tatsache, die diese Göttin deutlich von den anderen olympischen Göttern trennt, sie war immer mehr mit den Menschen auf der Erde verbunden.
Ihr Name könnte als "Erdmutter" oder "Kornmutter" übersetzt werden, die zweite Deutung scheint jedoch nahe liegender, da sie nicht allgemein für die Erde sondern speziell für den Ackerbau und alles, was damit zusammenhing wie die Ernte, das Getreide das Landleben etc. zuständig war. Dieser Bereich darf aber nicht als klein und eingeschränkt oder eher unwichtig angesehen werden, die Landwirtschaft hatte im antiken Griechenland noch einen extrem hohen Stellenwert. Der ganze Mittelmeerraum war zu dieser Zeit von einer guten, jährlichen Ernte und der Fruchtbarkeit der Nutztiere abhängig, der tägliche Bedarf der Bevölkerung an Lebensmitteln wurde von der heimischen Landwirtschaft gedeckt.
Da Demeter für das Überleben der Menschen sorgte, wurde sie auch allgemein als Spenderin von Lebenskraft angesehen, und Sie wurde auch mit ihrer Vorgängerin Rhea oder Gaia, der Erde selbst verglichen, auch Isis, eine altägyptische Göttin der Wiedergeburt und der Fruchtbarkeit wurde mit ihr in Zusammenhang gebracht. Obwohl Demeter lieber auf der Erde herumwanderte und sich um die Getreidefelder kümmerte, war sie  auf dem Olymp beliebt und ein gern gesehener Gast. Sie hatte unter anderem eine Liaison mit Zeus, dieser Verbindung entsprang ihre geliebte Tochter Persephone/ Kore.
Demeter liebte Kore abgöttisch und wurde durch sie auch zum Sinnbild einer guten, sich um ihr Kind sorgende Mutter. Demeter und Kore waren immer stark miteinander verbunden, zusammen waren sie die Herrinen der Thesmophorien, dem wichtigsten, weit Verbreitetsten Frauenfest im antiken Griechenland. Dieses Fest dauerte in Athen drei Tage lang, in Sizilien dagegen zehn, da dort Demeter und Kore die wichtigsten Götter des lokalen Pantheon waren.
In einer arkadischen Version war sie jedoch die Tochter des Poseidon, wahrscheinlich stammt diese Geschichte aus einer Zeit, in der Zeus dort un- oder wenig bekannt oder noch wenig bedeutend war.

Demeter und Kore (Persephone) sind auch Hauptfiguren eines der wichtigsten Werke Homers, nämlich dem Hymnos an Demeter bzw. dem Mythos von Demeter und Persephone. In diesem Mythos wird Persephone beim Blumenpflücken von Hades in die Unterwelt entführt, was Zeus schweigend hinnimmt, eine Ehe der beiden war ja auch seine und Aphrodites Idee, denn Hades, der Gott der Unterwelt, brauchte dringend eine Frau, und da sich keine fand, die freiwillig in die Unterwelt ging, und keine Mutter ihre Tochter in die Unterwelt schicken würde, entführte er kurzerhand Demeters wunderschöne Tochter Persephone.
Demeter ist verzweifelt und sucht ihre Tochter überall, dabei vernachlässigt sie jedoch die Landwirtschaft und die Menschen müssen hungern. Nach einem kurzen Aufenthalt bei Keleos, dem König von Attika, erfährt sie schließlich, wohin ihr Tochter verschleppt wurde und fordert sie von Zeus zurück. Da Demeter durch ihre Trauer die Hungersnot fortsetzt, muss dieser schließlich einlenken und schließt den Kompromiss, dass Persephone sechs Monate im Jahr in der Unterwelt und das andere halbe Jahr auf der Erde verbringen soll. Durch den alljährlichen Verlustschmerz Demeters und die Freude der Zurückgewinnung ihrer Tochter entstanden die Jahreszeiten.

Demeter stellt die Verbindung zwischen Sterblichen und Unsterblichen dar und ist neben Hermes, dem Götterboten die einzige, die den Menschen auch im Sterben und in den Tod begleitet Demeter, die Mutter-Göttin, herrscht über alle Formen der Fortpflanzung und der Erneuerung des Lebens - nicht nur, aber vor allem bei den Pflanzen.
Die Göttin Demeter hieß eigentlich die Da-Mater, die Mutter Da, und das Da war ein Lallname. Man konnte sie nicht nennen, sonst wäre sie plötzlich in ihrer ganzen Schrecklichkeit aufgetaucht, und das wollte man nicht, also hat man sie Da genannt, ein abstrakter Name, der nichts bedeutet."
Demeter, die griechische Göttin der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus, die als Mutter Erde (Erdmutter) verehrt wurde, gilt als Göttin der Erde, des Wachstums, der Reife und somit als Schutzgöttin für alles, was wächst. Menschen, Tiere und Pflanzen. Demeter bringt alles Leben auf der Welt hervor, das nach dem Tod wieder zurück in ihren Schoß fällt. Demeter, von den Römern Ceres genannt, ist  Getreidegöttin, Vegetationsgöttin,, Kornmutter,  Göttin der Zauberinnen, Fruchtbarkeit und Regeneration De steht für Dea (was Göttin bedeutet) und meter bzw mater heißt Mutter. Daraus ergibt sich: Dea Mater = Mutter Göttin.  
Der Name Demeter geht zurück auf das griechische meter (Mutter) und de (=Delta, Dreieck ein altes Symbol für die Vulva. Das Dreieick deutet auch auf die Trinität der Göttin hin). Der Name Demeter bedeutet das Tor zum Geheimnis des Weiblichen, oder auch das Tor des rätselhaften Weiblichen, die Wurzel, aus der Himmel und Erde entsprang. Blumen, Früchte und Samen erinnern an Sie als Herrin der Pflanzen. Zur Fortbewegung benutzte sie zu Lande ein Schwein(, im Wasser einen Delphin. Doch das Zentrum ihrer Macht ist das Getreide! Sie wird häufig mit einer Mohnblume in der Hand dargestellt. Um sie und den Mohn ranken sich denn auch verschiedene Sagen: So soll Demeter Samen des Schlafmohns genommen haben, um im Schlaf und Traum ihren Kummer und Schmerz über Ihre entführte Tochter zu vergessen,
Da soll Baubo gekommen sein, um Demeter aufzuheitern: Sie wackelte mit ihren Brüsten, lüpfte die Röcke und grinste Demeter mit ihrer Vagina an, worüber Demeter unbändig lachen musste und wieder fröhlich wurde: und Demeter machte die Erde, die Menschen und die Tiere wieder fruchtbar. Sie gründete in Attika die Eleusinischen Mysterien, die in Griechenland fast 2000 Jahre lang gefeiert wurden.

In den Eleusinischen Mysterien, deren Teilnahme nur einziges Mal im Leben eines Griechen erlaubt war, und von Philosophen, Dichtern und Politikern als Höhepunkt eines Lebens beschrieben wurde, vermittelte die Göttin der Fruchtbarkeit den Teilnehmer/innen das Mysterium von Geburt und Tod; die Kunst, sich am Leben zu erfreuen und zu sterben, ohne den Tod fürchten zu müssen.
Die athenischen Gesetze verlangten bei Androhung der Todesstrafe ein absolutes Schweigen über die Vorgänge in Eleusis. So kennen wir den vollen Inhalt und die Bedeutung der Mysterien Demeters nicht, doch ungefähr so dürfte dieses Ritual abgelaufen sein: Nach langer Vorbereitung wurden die Initianden in einen Raum gebracht, wo sie (oft bis zu 3000 Menschen gemeinsam) eine Nacht in Meditation schweigend verbrachten. Vorher entledigten sie sich aller Hüllen: körperlich, seelisch und geistig. Den Höhepunkt der Zeremonie bildete das Erlebnis des blendend weißen Lichtes, das sie bei geschlossenen Augen wahrnahmen. Wem dieses Erlebnis des Urlichts zuteil wurde, der hatte damit die Gewissheit der Geborgenheit in der Urkraft und lebte fortan auch äußerlich als verwandelter Mensch.
Ein weiteres Hauptfest des Demeter Kultes waren die Thesmophorien, ein weibliches Fruchtbarkeitsfest, dem kein Mann beiwohnen durfte. Das Fest der Thesmophorien fand in Athen alljährlich im Spätherbst zur Zeit der Aussaat statt. Während drei (andere Quellen sagen fünf oder zehn) Tagen feierten die Frauen Griechenlands dieses Fest zu Ehren der Demeter. Die Tage hatten eigene Namen: Anodos (Hinaufsteigen, Aufstieg), Nesteia (das Fasten) und Kalligeneia (heißt in etwa: schöne Geburt. Das Wort wurde auch als Name von Geburtsgöttinnen verwendet.
Am ersten Tag (Anodos) stiegen die Frauen mit ihrer Ausrüstung, den Nahrungsmitteln und Ferkeln zum Tempel der Demeter auf und schlugen ihr Lager für die nächsten Tage auf. Sie wohnten in improvisierten Hütten und saßen am Boden und schliefen auf einem Lager aus Lygos- Pflanzen (Mönchspfeffer). An diesem Tag feierten sie die Rückkehr und den Aufstieg der Persephone aus der Unterwelt. Am zweiten Tag (Nesteia) fasteten die Frauen, und am dritten Tag (Kalligeneia) fanden Opfer und wohl auch ein Festmahl statt.
Bestimmte Frauen, die "Schöpferinnen" genannt wurden, holten aus Gruben, in denen sich Schlangen befanden, die durch Geräusche vertrieben werden mussten, die Überreste von Ferkeln, Gebäckstücken in Schlangen- und Phallenform und Kiefernzapfen herauf. Das Heraufgeholte wurde dann wie Getreide als "Düngemittel" auf den Altar gelegt und später dem Saatgut beigemischt, um eine gute Ernte zu erlangen. Eine gute Ernte war sehr wichtig, denn der tägliche Bedarf der Bevölkerung an Lebensmitteln wurde allein von der heimischen Landwirtschaft gedeckt. Landwirtschaft hatte im antiken Griechenland einen sehr hohen Stellenwert, der ganze Mittelmeerraum war zu dieser Zeit von einer guten, jährlichen Ernte und der Fruchtbarkeit der Nutztiere abhängig. Und weil Demeter somit für das Überleben der Menschen sorgte, wurde sie allgemein als Spenderin von Lebenskraft angesehen, und sie wurde auch um die Fruchtbarkeit der Frauen gebeten.
In Mykenä, einer der frühesten Kultstätten Demeters, standen Kuppelgräber mit dreieckigen (das Delta!) Eingangspforten. Ihren kurzen, scheidenartigen Durchgängen und ihre runden Wölbungen symbolisierten den Mutterleib der Göttin, den Schoss der Wiedergeburt. Eingangspforten waren den Frauen geweiht.
Das Symbol des Mutterbauches findet übrigens sich auf der ganzen Welt: zum Beispiel die Hügelgräber der Wikinger, die indianischen Tipi, die Iglus der Inuit, sowie die Rundhütten verschiedener afrikanischer Völker. Die Sumerer in Mesopotamien strichen sie rot an, um das weibliche Blut des Lebens zu veranschaulichen usw. Erst im Jahr 396 n.Chr. wurde Eleusis ,eines der ältesten religiösen Zentrum Europas, zerstört.

Für die Griechen war der Glaube an Götter sehr Wichtig, denn die griechische Religion war eine "vernetzte Religion“ und völlig in die Gesellschaft eingebettet. Eine Trennung der Religion von Politik, Wirtschaft, Geburt, Tod, Krieg und Frieden war unvorstellbar. Die Religion war so sehr mit allen Lebensbereichen verflochten, dass nicht einmal ein eigenes Wort für Religion existierte. Atheismus war in einem solchen Staat undenkbar, das Wort atheos taucht erst ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. auf und bezeichnet nur einen Mangel an Religiösität.
Die griechische Religion wurde von Männern dominiert, Frauen galten z. B. wegen ihrer fähigkeit Kinder zu gebären als unrein. Im antiken Griechenland gab es für Männer und Frauen unterschiedliche Initationsriten, religiöse Feste...Es existierte im antiken Griechenland auch keine hervorgehobene und privilegierte Priesterklasse; "religiöse Spezialisten" wie Dichter, Priester und Seher hatten (bis auf einige Ausnahmen, z. B. die Branchiden im Apollon -Orakel in Didyma), keinen großen Einfluss und konnten sich den Zugang zu Gott, folglich nicht monopolisieren. Sie spielten jedoch eine Rolle in der Verbreitung von Mythen und Riten, Seher waren Ratgeber in den unterschiedlichsten Problemsituationen.
Die Ausübung der Religion erfolgte fast immer öffentlich und gemeindlich (außer z.B. ein stilles Gebet, eine individuelle Opfergabe...). Individuelle Götterverehrung galt in der Polis bis zum Ende des 5. Jahrhunderts als unanständig, der Begriff "Privatsphäre" war in religiösen Dingen nahezu unbekannt. Ein heiliges Buch oder ähnliches,. wie es uns heute aus den meisten Religionen bekannt ist, gab es nicht, überhaupt spielten Bücher in der griechischen Religion kaum eine Rolle (außer bei "Sekten", wie z. B. den Orphikern), die Riten und Verehrungsformen wurden mündlich überliefert und waren viel wichtiger als in heutiger Zeit.
Die griechische Religion war polytheistisch, die Götter des Pantheon ergänzten sich, konnten aber auch in Gegensatz zu einander stehen. Für jedes Anliegen konnte ein bestimmter Gott angerufen, für jede Katastrophe und jeden Unfall konnte ein bestimmter Gott verantwortlich gemacht werden. Eine strikte Unterscheidung zwischen guten und bösen Göttern (wie z.B. im Christentum Gott und Teufel) gab es nicht. Alle Götter hatten positive und negative Charaktereigenschaften und waren in diesem Punkt den Menschen sehr ähnlich. Fromm zu sein bedeutete im antiken Griechenland nicht, einen Gott zu lieben, sondern vor der Gesamtheit der Götter Ehrfurcht zu haben (griech. Frommheit = eusebia; seb- = in Ehrfurcht zurücktreten).
Die griechische Religion war meistens auf das Leben in der Gegenwart gerichtet, ein Leben nach dem Tod spielte in Homerischen Zeiten kaum eine Rolle, obwohl die Existenz einer Unterwelt bekannt war. Erst später beschäftigten sich viele andere Intellektuelle mit diesem Thema, oft vertraten sie die Meinung, man könne durch eine löbliche Lebensführung oder die Einweihung in Mysterien nach dem Tod an einen besseren Ort gelangen.
Eine "griechische Religion", die im gesamten in der Antike als griechisch betrachteten Gebiet gleich war, also ein homogenes religiöses Gebilde, gab es nie. Im Gegenteil, im "dunklen Zeitalter" (bis ca. 800 v. Chr.) verlief die Entwicklung in den einzelnen Gemeinden sehr unterschiedlich, sie wiesen größere oder kleinere Unterschiede in der Religion auf. Jede Stadt hatte ein eigenes Pantheon (Gruppe der wichtigsten Götter), wobei einzelnen Gottheiten in manchen Regionen fast keine und in anderen eine sehr große Bedeutung zukam. Außerdem existierten unterschiedliche Riten, Feiern, Mythen und religiöse Kalender. Es waren jedoch große Überlappungen vorhanden, unter deren Gesamtheit versteht man im Allgemeinen die griechische Religion.
Die griechischen Schriftsteller Homer und Hesiod verstärkten die gemeinsamen Merkmale , indem sie Mythen verbanden, neue erfanden und die Götterwelt systematisierten und vereinheitlichten. Ihre Verbreitungsorgane waren meist aristokratische oder allgemeine, öffentliche Feste. Die griechische Religion erhielt die uns bekannte Form in den griechischen Stadtstaaten (Poleis), durch die Kolonisation wurde deren Kultur im gesamten Mittelmeerraum verbreitet.

Die alten Griechen versuchten, sich die Entstehung der Welt zu erklären. Sie stellten sich die Erde als gewölbte Scheibe vor. Sie war der Mittelpunkt des Weltalls. Begrenzt wurde sie vom Urstrom. Der Himmel war nach den Vorstellungen der frühen Griechen ein Zelt, das an den höchsten Bergen des Olymp befestigt war.  Nach ihrer Meinung war am Anfang der Welt das Chaos, ein Urnebel in tiefster Finsternis. Erde, Wasser, Feuer und Luft waren noch ungeordnet.
Hesiod, ein griechischer Dichter, der um 700 v. Chr. in Askra in Böotien zur Welt kam, beschrieb als erster in einem umfassenden Werk über die Entstehung der Götter und der Menschen. Im Gegensatz zum homerischen Epos stellt Hesiod die Götter in den 1022 Versen seiner "Theogonie" nicht als heitere und lebenslustige Olympier sondern als gewaltige, über die Menschen weit erhabene Mächte dar.
Nach  Hesiods Theorie:stand am Anfang dieser Welt das Chaos, der Abgrund, etwas Unüberschau- und Unerklärbares. Aus diesem stiegen jedoch "Urgottheiten" auf, die das weitere Schicksal der Welt bestimmten. Eros (Liebe),  brachte Ordnung und Harmonie in das Chaos.  Daraus entstanden Gaia, die Erde, sowie Nyx (Nacht), Tartaros, die Unterwelt, Erebos (Finsternis der Unterwelt), und Uranos, der Himmel. Die wichtigste und Bekannteste von ihnen, Gaia, gebar (völlig allein) Uranos (Himmel),  zusammen mit ihrem Sohn zeugte sie Ihre Nachkommen..

Die ersten Kinder, die Gaia dem Uranos gebar, waren die Zyklopen und Hekatoncheiren. Diese waren Uranos von Anfang an verhasst, so dass er sie in die inneren Höhlungen der Erde (den Tartaros) verbannte und (nach Hesiod: Theogonie) Freude an diesem schlimmen Werk empfand. Die Titanen sind weitere Kinder des Uranos (Himmel) und der Gaia (Erde). Im einzelnen sind dies: Okeanos, Koios, Kreios, Hyperion, Iapetos, Theia, Rhea, Klymene, Themis, Mnemosyne, Phoibe, Tethys und Kronos.
Ihr Vater Uranos hasste jedoch alle seine Kinder und verbarg sie deshalb in Gaias Leib. Diese stiftete ihre Kinder zur Rache gegen ihren Hasserfüllten Vater an, doch Kronos war der einzige, der bereit war, diese auszuführen. Der jüngste der Titanen, Kronos folgte dem Wunsch seiner Mutter Gaia und entmannte Uranos, da dieser als erster eine schlimme Tat ersonnen habe. Er schnitt mit einer riesigen Sichel, die er von seiner Mutter bekommen hatte, Uranos die Geschlechtsteile ab. Aus dem Blut, das dabei auf Gaia tropfte, entstanden die Erinnyen (Rachegöttinnen), Riesen (Giganten) und Eschennymphen), Die "Männlichkeit" des Uranos warf er ins Meer, und aus dem weissen Schaum,  der um die unsterbliche Haut herum entstand, wuchs Aphrodite heraus. Damit fand die Urzeugung zwischen Himmel und Erde ihr Ende: Der Himmel näherte sich fortan der Erde nicht mehr zur allnächtlichen Begattung. Mit der Herrschaft des Kronos begann jedoch ein Goldenes Zeitalter, in dem noch Honig aus den Eichen floss,

Der Titan Kronos heiratete seine Schwester Rhea und zeugte mit ihr Demeter, Hestia, Hera, Hades, und Poseidon. Kronos jedoch soll nach einer Weissagung erfahren haben,, dass er von einem seiner Söhne erschlagen werden solle. Da Kronos die gleiche Entthronung wie seinem Vater bevorstand, verschlang er seine fünf Kinder. Als seine Frau, Rhea, aber Zeus (ihr sechstes und vollkommenstes Kind) geboren hatte, gab sie ihrem Gatten lediglich einen in Windeln gewickelten Stein. Kronos verschlang ihn und glaubte, dadurch auch seinen jüngsten Sohn getötet zu haben.
Als Rheia Zeus geboren hatte, versteckte sie ihn, um ihn vor seinem Vater zu schützen in einer Grotte auf Kreta, wo die Tiere des Waldes, Nymphen, Bienen, ein mächtiger Adler und die Ziege Amaltheia (der er später dafür dankte, indem er sie als Capella im Sternbild des Fuhrmanns in den Himmel versetzte) ihn pflegten und nährten. Vor dieser Grotte ließ sie junge Halbgötter, Kureten, tanzen und singen um das Geschrei des Kindes zu übertönen. Ernährt wurde er von Ziegenmilch und Honig.
Später entstand ein Kampf zwischen den Titanen und den olympischen Göttern. Zehn Jahre rangen die Titanen und die neue olympische Göttergeneration um die Macht. Die Kämpfe fanden in Thessalien statt, wo die alten Götter die Stellung des Bergs Othrys hielten, während sich Zeus und seine Geschwister auf dem Olymp verschanzten. Eine aussichtslose Lage, die durch den Eingriff der Hekatoncheiren gelöst wurde. Diese wurden von Zeus aus der Tiefe der Erde befreit; Uranos hatte sie damals dahin verbannt. Es waren riesengroße Ungeheuer, ein jedes mit fünfzig Köpfen und hundert Armen; mit ihren kräftigen dreihundert Händen fassten sie dreihundert große Steine und warfen sie gegen die Titanen, die so übermannt wurden. Ausschlaggebend aber waren die Blitze, die Zeus aus der Tiefe von den Kyklopen, die er befreit hatte, erhielt. Nach der Niederlage wurden die Titanen gefesselt und tief in den Tartaros hinabgestoßen. Gaia versuchte noch zweimal, Zeus und die von ihm geschaffene neue Weltordnung zu unterwerfen: einmal mit Hilfe der Giganten und einmal durch das Ungeheuer Typhon, es scheiterten jedoch beide Versuche.
Um die "neue Weltordnung" zu sichern und zu organisieren wurden die Herrscher der drei kosmischen Zonen ausgelost: Poseidon erhielt die Herrschaft über das Meer, Hades (Hermes) kümmerte sich fortan um die Unterwelt und Zeus bekam den Himmel zugesprochen. Die Erde und der Olymp gehörten allen dreien zusammen. So überlebte Zeus und zwang später Kronos, seine Geschwister wieder auszuspeien. Auch befreite er Kronos’ Brüder, die Uranos angekettet hatte, und bekam von diesen zum Dank die mächtigen Waffen "Donner und Blitz" geschenkt.

Zeus wird im allgemeinen in der Griechischen Mytologie als Vaterfigur dargestellt (er ist ja auch Vater von 6 olympischen Göttern), also ein weiser Mann, der unter den übrigen Göttern für Ruhe und Ordnung sorgt. Daraus darf man jedoch nicht ableiten, dass er als einer der ersten Götter in Griechenland verehrt wurde. Im Gegenteil, erst die einwandernden griechischen Stämme im 2. Jahrtausend v. Chr. brachten ihn mit.
Viele Forscher sind der Meinung, dass die Sage der Aufeinanderfolge von Uranos-Kronos-Zeus und deren Umstände, möglicherweise orientalische Vorbilder haben,, denn im mittleren Anatolien kam ein Tontäfelchen mit einem Mythos ans Licht, das in seinen Grundzügen genau dem Hesiods entspricht. Auch Zeus’ aufwachsen auf Kreta ist kein Zufall, auf dieser Insel gibt es seit prähistorischer Zeit Höhlenkulte.  Nach seiner Einwanderung musste sich Zeus mit den dort vorherrschenden Göttern, Poseidon, Hera und Athene auseinandersetzen und verbinden. Poseidon wurde sein Bruder, Hera seine Frau und Athene eine ihm sehr wertvolle Tochter
Zeus’ Name ist auch einer der wenigen von griechischen Göttern, der klar deutbar ist(, Zeus / Dios bedeutet soviel wie Gott des hellen Himmels, der Wortstamm di- taucht auch im griechischen Wort für schönes Wetter, eudia und im Lateinischen für Tag, dies, auf.
Zeus war jedoch nicht nur der Himmelsgott, sondern konnte fast unzählig viele Gestalten haben. Sehr bekannt ist Zeus als Wettergott, was schon seine wichtigsten Attribute, Donner und Blitz, aussagen. Er wurde deshalb auch oft auf Bergen oder Hügeln verehrt. Eine wichtige Rolle hatte Zeus auch als Orakel- und Schicksalsgott inne. Auf dem Zeustempel in Olympia ist er mit den beiden olympischen Sehergeschlechtern Pelops und Oinomaos abgebildet, diese wissen bereits, dass Pelops, dem das Haupt des Gottes gnädig zugewandt ist, gewinnen wird.
Außerdem kann Zeus mit Hilfe seiner goldenen Waage das Schicksal zweier Personen oder Streitmächte "abwägen", die Seite, deren Waagschale tiefer sinkt verliert, was auch den Tod bedeuten kann. Diese Funktion lässt Zeus als eine Art Richter erscheinen, allgemein ist Gerechtigkeitssinn eine seiner bedeutendsten Eigenschaften. Er ist der einzige Gott, der immer unparteiisch ist (z.B. im Trojanischen Krieg), das verleiht ihm überhaupt erst die Fähigkeit über die anderen Götter des Olymps zu "herrschen", bzw. dort für Frieden und Ordnung zu sorgen. Sein Amt auf dem Olymp kann auch von dem des Völkerfürsten Agamemnon abgeleitet werden, er herrscht wie ein König in mykenischer Zeit.
Zeus ist auch Hüter des Gastrechts, Zeus erscheint selbst als Gott der Unterwelt mit dem Beinamen Meilichios in Gestalt einer unheimlichen Schlange, die durch Opfer besänftigt werden muss. Zeus war jedoch auch als rachesüchtiger, wütender und liebeshungriger Gott bekannt. Seine Frau Hera betrog er unzählige Male, er nahm auch die absonderlichsten Gestalten an um Frauen zu verführen (z. B. die der Artemis für die Nymphe Kallisto, die eines Goldregenschauers für Danaë , die einer Flamme für Ägina.. Er hatte eine unbegrenzte Zeugungskraft und unzählige Kinder (darunter die zweite Generation der Olympier, die Musen, die Horen, die Grazien. . .), Trotz seiner vielen Liebesabenteuer respektierte er seine Familie wie die griechische Männerelite, die auch beides vereinbaren konnte (bzw. nicht an der Meinung der Frauen zu diesem Thema interessiert war). Mit einer Frau (der Nereide Thetis), die ihm zwar gefielen, schlief er jedoch nicht, da ihm, wie seinem Vater der Sturz durch einen zu mächtigen Sohn prophezeit worden war.
Das Motiv des durch seinen eigenen Sohn verstümmelten Schöpfergottes war auch ein beherrschendes Thema der hurritischen, hethitischen und kanaanäischen Theogonien. Hesiod kannte wahrscheinlich diese orientalischen Traditionen und flocht sie in seinen Entstehungsmythos ein.

Alle großen Weltreligionen haben ihren Ursprung in Asien, drei von ihnen (Judentum, Christentum, Islam) sogar in einem kleinen Bereich Westasiens. In ganz Westasien wurde die Grosse Mutter unter verschiedenen Namen angebetet. Als griechische Kolonisten, in Kleinasien, ihr geweihte Tempel vorfanden, nannten sie sie Artemis, und übernahmen den bestehenden Kult. Das ist der Ursprung der “Diana von Ephesus”. Das Christentum verwandelte sie in die Jungfrau Maria, und auf dem Konzil von Ephesus wurde für sie die Bezeichnung “Mutter Gottes” rechtmässig eingeführt.
Genauso auffällig, ist auch die zeitliche Häufung, herausragender geistlicher Führer in den verschiedenen Teilen der Welt im bzw. um das 6. Jahrhundert v. Chr.  Diese „Achsenzeit“ war die Epoche des Konfuzius und des Lao–Tse in China, des Gautama Buddha in Indien, des Zoroaster in Persien, des größten hebräischen Propheten, den wir Deuterojesaja nennen (Jesaja 40–59), und des Pythagoras in Griechenland. Der Aufstieg von Zivilisationen mit universalem Anspruch mag die Geburt universaler Religionen erforderlich gemacht haben; möglicherweise waren die neuen Religionen eine Antwort auf Spannungen in den Gesellschaften und auf das Bedürfnis nach einem geistigen Ausweg, nach einer Religion, die den magischen Polytheismus überwand. Jedenfalls fiel das Bestreben, sich im Glauben, einer einzigen geistigen Größe zuzuwenden, zusammen mit der Suche, griechischer Philosophen, nach einem einzigen Erklärungsprinzip, für die materielle Welt.
Die Entstehung der griechischen Hochkultur brachte nicht nur politische und kulturelle Veränderungen hervor. Vom 8. Jh. bis  zum 5. Jh. v. Chr. entwickelte sich die Staatsform von der  Oligarchie (Herrschaft weniger), über die Tyrannis (Alleinherrschaft) bis zur Demokratie.   Diese Entwicklung ging Hand in Hand mit der Trennung  von Religion und Staatswesen. Durch die Kolonisation und die Berührung verschiedener Kulturen verursachte die griechische Kultur gleichzeitig eine entscheidende Weiterentwicklung des menschlichen Geistes. Naturforscher und Philosophen versuchten, die Natur logisch zu erfassen, und stellten die mythische Weltanschauung in Zweifel. Ihr Ziel war es, ein allumfassendes Ordnungsschema zu entwickeln, mit dem sich die Welt erklären liess.  Dies, und die Entwicklung,  einer leistungsfähigen Schrift, waren die wichtigsten Grundlagen,  für die wissenschaftlichen Leistungen der Griechen. Mit der Vereinigung der Stadtstaaten, zu einem losen  Staatenbund, mit Athen als Zentrum begann um 700 v. Chr,. die Blüte der griechischen Kultur, und damit auch das aufblühen der medizinischen Wissenschaften in Europa..

Die Begründer der Medizin in Griechenland und somit in Europa, waren die Philosophen des 7. und 6. Jh. v. Chr. Davor beruht die Heilkunst (ausser bei Homer und Cheiron), nur auf vereinzelten, rein empirischen Untersuchungen, wobei die sofortige Linderung der Beschwerden an erster Stelle stand. Die Naturphilosophen entwarfen vier Grundlegende Konzepte, die der griechischen Medizin und der Lehre des Hippokrates zugrunde liegen.
In der Zeit von Thales, etwa 600 v. Chr., entwickelten griechische Philosophen Gedanken auch über die physikalische Welt. Sie basierten eher auf logischen Erklärungen als auf Mythen. Alle vorhippokratischen Physiologien seit Thales haben versucht, aus der Entstehung des Individuums das Prinzip des Lebens abzuleiten. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit eine geordneter Denkweise in Hinsicht auf Entstehung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten oder Gebrechen.
Thales von Milet (um 623 v. Chr.) soll zur Zeit des legendären Krösus gelebt haben und ist ungefähr vierzig Jahre vor Pythagoras geboren. Er legte den Grundstein für die moderne Physik und Biologie mit seiner Entdeckung des Magneteisensteines und die statistischen Elektrizität (am Bernstein / griech. Elektron).
Thales von Milet (ca. 624 - 546 v. Chr.), der erste Naturphilosoph, glaubte, dass Wasser das erste Element darstellt. Seine Annahme passt zum damaligen Weltbild, "nachdem die Erde als eine vom Ozean umgebene Insel angesehen wurde
Thales von Milet, der alle bis dahin gewonnenen Erkenntnisse einer nochmaligen Prüfung unterzog  führte im Bereich der Philosophie den Begriff der Physis ein. Die Physis ist jenes Prinzip, das alle Dinge hervorbringt und für ihre weitere Entfaltung sorgt; sie erlaubt es, das methodische Vorgehen der Wissenschaft im allgemeinen und das der Medizin im besonderen auf eine neue Basis zu stellen. Er erwähnte auch erstmals die Wirkung statischer Elektrizität. Federn oder Strohstückchen blieben an einem Bernstein haften, der zuvor mit einem trockenen Seidentuch gerieben wurde und  es ist müßig zu spekulieren wer und wann den einen oder anderen Effekt entdeckt oder ausgeheckt hat denn Strom war immer ein Mysterium für die Menschen und ist es letztlich immer noch.
Thales lernte vermutlich diese Vorstellungen, die damals allgemein verbreitet waren, während seiner Studien in Ägypten kennen. Er trug bedeutend mit dem philosophischen Gedanke, dass es für alles eine direkte Ursache gibt und dass der Mensch diese mit Hilfe von Verstand, Logik und Beobachtung entdecken kann, in der Medizin bei.  
Thales war vor allem Mathematiker, mit Ontologie (eine Disziplin der theoretischen Philosophie),.befasste er sich lediglich am Rande, und die Lehre von der Seele (Psychologie) interessierte ihn wenig. Nach seiner aufgestellten Theorie sind Lebewesen von einem innewohnendem Vitalgeist beseelt, gleich dem  Magneteisensteins und dem Bernstein und er sagte: «Alle Dinge stecken voller Götter».  Wo er jedoch von «Seele» und «beseelt» spricht, meint er schlichtweg Bewegungskräfte, die in allen Dingen schlummern. So schließt Thales darauf, dass die Seele die Bewegungsursache aller Dinge sei, und – wie dieser Widerspruch überbrückt werden kann, ist völlig unklar –, «… dass alle unbeseelten Dinge an der Seele teilhaben». Die Schwierigkeit liegt im vieldeutigen Wort «psyche», das eben ursprünglich nicht «Seele» bedeutete sondern «Lebenskraft». In diesem Zusammenhang lässt sich nämlich das schwer lesbare Zitat neu übersetzen: «… dass alle unbeseelten Dinge an der Lebenskraft teilhaben». In Bezug auf die ontologisch verstandene «Seele» scheint Thales überhaupt nichts vorauszusetzen. Im heutigen Verständnis würde man diese thalische «psyche» schlicht mit «Energie» übersetzen.

Mit Thales von Milet (624 - 546 v.Chr.) wird die neue Zeit der natürlichen Ursachen (konkreter: Urstoff) statt der göttlichen Verursacher eingeleitet. Er sah im Wasser den Urstoff, und postulierte sämtliche Materie sei vom Wasser abgeleitet. Diese Stofflehren wurden von den beiden nachfolgenden Miletern oder »ionischen Naturphilosophen« Anaximander (ca. 610 - 540 v. Chr.) und Anaximenes (ca. 585 - 525 v. Chr.) fortgeführt und dabei die Unendlichkeit erfunden, ohne die weder die Mathematik noch der Glaube auskommt.
Anaximander philosophierte aus dieser Unendlichkeit seien die endlichen Stoffe hervorgegangen. Er dachte sich die “prima materia” also einen unentstandenen, unvergänglichen Urstoff, das “Unbestimmbare”. Anaximander von Milet (ca. 610 - 550 v. Chr.) verlässt die Seinsebene und beschreibt ein abstraktes, unbegrenztes Prinzip, welches nicht wahrnehmbar ist : "Der Ursprung dessen, was ist, ist das Apeiron. Woraus aber das, was ist, entsteht, darin vergeht es auch wieder mit Notwendigkeit, denn die Dinge leisten einander Busse und Vergeltung für ihr Unrecht nach der Ordnung der Zeit"  Das Apeiron ist ewig und göttlich. Im Gegensatz dazu ist alles Seiende vergänglich: "...von Unbegrenztem aber gibt es keinen Anfang... . Vielmehr scheint dieses der Anfang von allem zu sein, alles zu umfassen und alles zu steuern, wie das all die sagen, die neben dem Unbegrenzten keine anderen Ursachen wie etwa den Geist oder die Liebe ansetzen, denn es ist unsterblich und unzerstörbar, wie Anaximander sagt.
Bei Anaximander taucht die Erde aus dem Wasser dadurch empor, dass Wasser verdunstet. Und dieser Dunst wiederum umgibt die Erde und bringt die bekannten meteorologischen Erscheinungen (Nebel, Wolken, Wind; kurioserweise auch die Sonnenwenden) hervor. Im Gegensatz zur ursprünglich irrationalen göttlichen Verehrung der Himmelskörper liegt bei Anaximander aber ein eindeutig rationaler Erklärungsversuch vor. Die Erdscheibe deutet der Milesier als kurzen Zylinderstumpf, anstelle des Hesiodschen Chaos setzt er das "Apeiron"; dieses besitzt (wie das Chaos) Unsterblichkeit und altert daher nicht, es ist der Schöpfer des Materiellen der Welt.
Anaximenes von Milet (gestorben ~ 528/25 v.Chr.) schließt sich Anaximander an, spezifiziert aber das "Apeiron" und macht daraus das "Apeiron Aer", die unermessliche Lufthülle. Der Ursprung alles Seins ist die Luft, die nicht Urstoff oder Element sondern ein lebendiges Prinzip ist. Anaximenes von Milet kehrt mit seiner Elementarlehre in den Bereich der Sinneserfahrung zurück. Abgeleitet aus der Beobachtung, dass Wolken in der Luft gebildet werden und aus ihnen Regen hervorgeht oder dass Wasser verdunstet, hält er Luft für den Urstoff:
Die Erde stellt sich Anaximenes als flache Platte vor, die von der Luft getragen wird. Die Sterne sind wie Nägel an der eisartigen Himmelsschale befestigt. Die Bewegung von Sonne und anderen Himmelskörpern wird nicht als Untertauchen unter die Erde, sondern als verschwinden hinter höheren Erdteilen und als Bewegung um die Erde herum gedeutet. Anaximenes behauptet aber als erster, dass der Mond sein Licht von der Sonne erhält.

Bei den vorsokratischen Philosophen bezeichnete Natur (Physis) alles Seiende, einschließlich des menschlichen Bereichs und der Götter. Viele ihrer Werke trugen den Titel "Über die Natur". Die frühen Naturphilosophen versuchten, alles Seiende auf ein Prinzip (Arche) zurückzuführen, so Thales auf das Wasser und Heraklit auf das Feuer.
Pythagoras, ein Zeitgenosse von Thales suchte mehr nach einem mathematischen Verständnis des Universum und versuchte das Seiende durch Zahlenverhältnisse zu bestimmen, Pythagoras setzte voll auf die Zahl, die kosmische Harmonie und die unsterbliche Seele. Sie prägten die Vorstellung, dass im Verhältnis der Zahlen das Prinzip und die Ordnung der ganzen Welt (Kosmos) verborgen sei, ohne die auch keine moderne Kosmologie oder Physik bestand hätte, Das erkennende Ding aber ist die Vernunft, die pythagoreische Seele. Laut Pythagoras ist die Seele unsterblich und überlebt den Tod des Körpers und wird mehrfach  wiedergeboren. Er schliest sich mit dieser Einstellung  der Indischen Phiosophie des Karma an. Die Seele befreit sich vom Kreislauf durch eine Zeit der Reinigungen in der Unterwelt  Pythagoras ist uns heute in erster Linie als Mathematiker in Erinnerung. Es ist aber nicht unbedingt notwendig, zum Beweis des Satzes von Pythagoras Flächen heranzuziehen. Geometrisch eleganter ist es, Ähnlichkeiten zu verwenden.
Von seinen Zeitgenossen wurde er wohl in erster Linie als religiöser Prophet betrachtet. Für seine Anhänger, die Pythagoreer, gehörten die Musik, die Harmonie und die Zahlen unlösbar zusammen (Harmonik). In seiner Philosophie sind auch indische Einflüsse merkbar, so etwa in seinem Glauben an die Seelenwanderung. Sie erhoben die Seele in die Nähe des Göttlichen, und nur so konnte man dem Kreislauf der Wiedergeburt entgehen.
Aus dieser mystischen Lehre entwickelte sich die exakte Wissenschaft, wobei heute nicht mehr klar zu trennen ist, was von Pythagoras und was von seinen Schülern stammt. Wegen der ungünstigen Quellenlage, der schon früh wuchernden Legendenbildung und Widersprüchen in der Überlieferung sind viele Angaben über das Leben des Pythagoras seit langem umstritten.
Es ergibt sich dennoch folgendes Bild: Pythagoras wurde wohl um 570 v. Chr. als Sohn des Menesarchos auf der Insel Samos geboren. In seiner Jugend machte Pythagoras sich in Ägypten und Babylonien eingehend mit Mathematik, Astronomie, Naturphilosophie und verschiedenen religiösen Anschauungen vertraut und kehrte dann nach Samos zurück. Dort hatte 538 v. Chr. der Tyrann Polykrates die Macht an sich gerissen. Pythagoras stand in Opposition zu diesem Machthaber und verließ die Insel. Frühestens 532 v. Chr.  Spätestens 529 v. Chr. tauchte er im griechisch besiedelten Unteritalien auf und gründete eine Schule in Kroton (heute Crotone in Kalabrien). Deren Mitglieder (d.h. der innere Kreis) bildeten eine enge Gemeinschaft, legten sich auf eine genau geregelte, bescheidene Lebensweise fest ("pythagoreische Art des Lebens") und verpflichteten sich zur Treue untereinander und Verschwiegenheit nach aussen.
Pythagoras, der ein vorzüglicher Redner war, erlangte großen Einfluss auf die Bürgerschaft, den er auch politisch geltend machte. Er gewann auch in anderen Gegenden der Region Anhänger, sogar unter der nichtgriechischen Bevölkerung. Im Konflikt Krotons mit der Stadt Sybaris, der anscheinend von den Sybariten provoziert wurde, trat er für eine feste Haltung ein. Weil Kroton sich auf Veranlassung des Pythagoras weigerte, geflüchtete sybaritische Oppositionelle auszuliefern, brach 510 v. Chr. der Krieg aus, der mit der Zerstörung von Sybaris endete. Nach dem Sieg kam es in Kroton zu inneren Spannungen, unter anderem wegen der Verteilung des eroberten Landes, und der Unmut der Bürger richtete sich gegen die Pythagoreer. Pythagoras verließ die Stadt und übersiedelte nach Metapontion (heute Metapont in der Basilikata), wo er den Rest seines Lebens verbrachte.

Pythagoras knüpfte mit seiner Philosophie an Anaximander und seine Lehre vom Apeiron an, ergänzte sie aber wesentlich, indem er die Zahl als zusätzliches Prinzip einführte. "Alles ist Zahl" - dieser Satz wird den Pythagoreern zugeschrieben und er verdeutlicht, dass sie die Zahl als eine die gesamte Natur konstituierende Kraft betrachteten. Erstmals in der griechischen Philosophie wird diese Rolle damit einem abstrakten Prinzip zugeschrieben.
In diesem Zusammenhang ist der Begriff der Inkommensurabilität wichtig. Der Überlieferung nach entdeckte ein Schüler von Pythagoras namens Hippasos an einer geometrischen Figur inkommensurable Strecken und wurde dafür auf Pythagoras' Anordnungen ertränkt.
Das Weltbild der Pythagoreer, die die Zahl als das Mass aller Dinge betrachteten, war durch die Entdeckung der Irrationalität in Frage gestellt. Parallel zum Messbaren, parallel zur klaren Gesetzmäßigkeit existierte das Unmessbare, die nicht Ausdrückbahre Zahl. Der Erkenntnis verschlossen sich die Pythagoreer nicht, weigerten sich aber, das Irrationale den Zahlen zuzuordnen. Solche Ehrfurcht hatten diese Männer vor der Theorie des Irrationalen, berichtet Proklos, dass sie annahmen, dass derjenige, welcher zuerst die Betrachtung des Irrationalen aus dem Verborgenen in die Öffentlichkeit brachte, durch einen Schiffbruch umgekommen sei, und zwar weil das Unaussprechliche und Bildlose immer verborgen werden sollte.
Gleichgültig, ob diese Geschichte der Wahrheit entspricht oder nicht – die Existenz inkommensurabler, d.h. nicht "mit einem gemeinsamen Maß messbarer" Strecken war eine mit dem Weltbild der Pythagoreer schwer vereinbare Entdeckung. Denn sie bedeutet, dass es Strecken gibt, für die das Verhältnis der Längen nicht durch natürliche Zahlen ausgedrückt werden kann (in heutiger Sprechweise: das Verhältnis ist nicht rational, sondern irrational).
Man nimmt an, dass diese Entdeckung am Pentagramm, einem für die Pythagoreer wichtigen Symbol, mittels Wechselwegnahme (der geometrischen Version des euklidischen Algorithmus) gemacht wurde: Das Verhältnis der Seite zur Diagonale ist beim regelmäßigen Fünfeck irrational. Es kann aber auch sein, dass die Inkommensurabilität am Quadrat (Seite und Diagonale) entdeckt wurde, entweder ebenfalls geometrisch, oder mit Hilfe des pythagoreischen Lehrsatzes und dem bei Euklid zu findenden zahlentheoretischen Beweis.

In der griechischen Naturphilosophie sahen die ionischen Philosophen jeweils ein Element als Urstoff an: Thales von Milet das Wasser, Anaximenes (ca. 585 – 525 v. Chr.) die Luft  Heraklit von Ephesus das Feuer, und Empedokles von Akragas (ca. 500 – 430 v. Chr.) schuf in seinem Lehrgedicht “Über die Natur” die klassische Elementenlehre, die Aristoteles später übernommen hatte und die bis über das Spätmittelalter hinaus Naturwissenschaften und Medizin beherrschte.
Die Vorstellung von den vier oder eben fünf Elementen, aus denen alles Wahrnehmbare besteht, ist allerdings im europäischen, vorderasiatischen, indischen und chinesischen Raum nachweisbar und stammt aus empirischer Anschauung. Im indischen Raum wird von den fünf Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und einem Weltraumelement berichtet. In China sind die Elemente Erde, Wasser, Feuer, Holz und Metall überliefert  Bei den vorsokratischen Philosophen in Griechenland taucht der Elementbegriff meist in einer Kosmogenie, einer Schöpfungsgeschichte des Universums, auf. Die Frage nach den Urstoffen werden dabei durchaus unterschiedlich beantwortet Die Eigenschaften oder auch Charakter der Elemente werden durch Vergleiche mit der Natur näher klassifiziert. Sonne (also Feuer) ist demnach weiß und warm, Regen (also Wasser) dunkel und kühl. Die Erde ist verwurzelt und fest und Partikel (vermutlich also Luft) erscheinen hell und warm.

Empedokles beschreibt in Griechenland als erster eine Lehre mit vier Elementen. Sie werden zunächst als Götter eingeführt: Nestist kann klar Wasser zugeordnet werden. Theophrast verbindet Zeus mit Feuer, Hera mit Luft und Aidoneus mit Erde. Empedokles stellte auch eine einfache Evolutionstheorie auf Ihr zufolge bestehen alle Dinge aus den “vier Wurzelkräften”  den Elementen: Feuer, Erde, Wasser und Luft in jeweils spezifischer Mischung. Sie werden getrennt, bzw. neu zusammengesetzt durch zwei Grundkräfte, “Streit” und “Liebe”.
Diese vier Elemente sind jedoch nicht identisch mit dem wirklich erfahrbaren Feuer usw., sondern sind unsichtbare Grundstoffe, Prinzipien des Festen (Erde), des Flüssigen (Wasser), des Gasförmigen (Luft) und des Glühend Verzehrenden (Feuer).
Mit dieser Aussage begründet Empedokles auch die Geburt der Kolloidwissenschaften, denn bei Empedokles zeichnet sich erstmals eine Korpuskulartheoriie der Materie ab.  Er stellte sich nämlich die vier philosophischen Elemente aus nicht wahrnehmbaren kleinen Teilchen, elementaren Korpuskeln zusammengesetzt vor, die zwar theoretisch teilbar, aber unverwandelbar seien Die Elemente sind nicht auf ein Urelement zurückzuführen, sondern untereinander gleichberechtigt.
Die Entstehung der Elemente aus dem Leeren wird von Empedokles abgelehnt, da es nach ihm keine Leere gibt. Die Elemente sind somit unveränderlich und unvergänglich. Empedokles beschränkte die unteilbaren Teilchen auf die vier Elemente: Erde, Luft, Feuer und Wasser. Von den sinnlich wahrnehmbaren Elementen sind (nicht in reiner, sondern vermengter Form) nur die Haupteigenschaften erkennbar.
Nach seinen Vorstellung war Krankheit in erster Linie eine Störung des Gleichgewichts der vier Elemente Seine Elemente darf man aber nicht mit den in der Natur vorkommenden, wahrnehm- und erfahrbaren Erde, Wasser, Feuer und Luft gleichsetzen. Sie stellen vielmehr eine Abstrahierung als unsichtbare Grundstoffe dar, sind also gewissermaßen philosophische Elemente. Ein Gegenstand besteht demnach aus den vier Elementen in unterschiedlicher Zusammensetzung. Die rein mechanische Vereinigung der Elemente erfolgt durch das Prinzip "Liebe", die Trennung verläuft über das Prinzip "Hass" bzw. "Streit".
Empedokles nimmt an, dass die vier philosophischen Elemente aus nicht wahrnehmbaren, kleinen Teilen Korpuskel genannt bestehen. Diese Korpuskel sind ihm zufolge zwar in einem gewissen Grad teilbar, lassen sich jedoch nicht ineinander umwandeln.  

Eine Variante dieser Korpuskulartheorie tritt bei Anaxagoras von Klazomenai (ca. 500 – 425 v. Chr.) auf. Er nimmt eine unbeschränkte Zahl von Grundstoffen an, die wiederum aus unendlich teilbaren Korpuskeln bestehen – von Aristoteles Homoiomeren genannt.
Anaxagoras von Klazomenai (gestorben ca 428 v.Chr.) hat die Sonne als glühende Steinmasse gesehen, und Demokrit von Abdera, einer der Begründer der antiken Atomistik, vertrat die Ansicht, dass die Milchstraße ein ineinander fliesendes Leuchten zahlloser, sehr weit entfernter Sterne sei.
Anaxagoras löste den griechischen Streit über die Erzeugung und die Vernichtung von Materie aus, indem er lehrte, dass die Veränderung von Materie auf verschiedenen Arten von unteilbaren Teilchen beruht  Seine Lehre ist ein Vorläufer des Gesetzes vom Erhalt der Materie.
Anaxagoras (um 500 - 428 v.Chr.), der wegen seiner Behauptung, die Sonne sei ein großer glühender Steinhaufen und kein Gott, zum Tod verurteilt wurde (aber floh), »erfand« den allmächtigen Geist, der einen ersten Anstoß gab .um durch Harmonie (Ästhetik) die Dinge zu ordnen. Er ist der älteste der Atomisten. Er ging davon aus, dass es kleinste, von uns nicht wahrnehmbare Teile, die spermata, gibt, die ewig unzerstörbar sind und durch eine Kraft, den nous, sich lösen und binden und so die uns bekannten Dinge ergeben.
Anaxagoras bestimmt als Urkraft den »Geist« Er sagte aber auch: »Der Geist aber ist etwas Unendliches und Selbstherrliches, und er ist mit keinem Ding vermischt« Und wenn er ferner sagte, dass alles schon in allem verborgen ist, dann liegen heute Gedanken an Informationen, Gene oder Hologramme nahe.
Auch Heraklit dachte in diese Richtung. Heraklit (ca. 550 - 480 v.Chr.) führt das Prozessdenken ein. Er sieht in der Dynamik, den ewigen Kampf der letztlich doch vereinten Gegensätze  Heraklit war Griechischer Philosoph, aus Ephesus; (544.- 483 v.Chr). Seine Lehre ist vom Begriff des 'Logos' bestimmt, der als Weltvernunft jedem Menschen innewohne u. daher etwas Göttliches sei. Aus ihm stammen Ordnung und Gesetz. Er sah im Feuer, das er als Inbegriff steter Wandelbarkeit und. Veränderung verstand, das Grundwesen der Dinge: »Alles fliesst« (panta rhei), die Welt sei so der Schauplatz eines ewigen Kampfes gegensätzlicher. Prinzipien, die einander im Gleichgewicht halten, aus dieser Spannung folge die Harmonie. Er postuliert die »Weltvernunft« (logos) und den Anteil des Menschen an ihr, wodurch er erkenntnisfähig wird, und geht mit dieser Erkenntnistheorie über den einfachen Wahrheitsgewinn durch reine Sinneswahrnehmung hinaus,
Auch Parmenides beschäftigte sich mit diesen Dingen. Der Grieche Parmenides (ca. 540 - 470 v.Chr.) und seine Schule der Eleaten gingen davon aus, dass es, wenn es ein Sein gibt, nur ein Sein, sein kann: das Eine und das Alles, das Weltganze. Das schlägt nicht nur Brücken zum aktuellen Holismus und zur »Mitweltauffassung«, Parmenides folgerte auch, dass  unsere Vorstellungen von Werden und Vergehen (Zeit und Raum) trügerisch seien (weil Sein ist und nicht werden kann), dem weder Kant noch Einstein, noch die moderne Atomphysik und Erkenntnistheorie widersprechen.

In der Geschichte der griechischen Philosophie stellt die Atomistik den Höhepunkt der Entwicklung des antiken Materialismus dar. Die Atomistik (lat. atomus aus griech. atomos : unteilbar, unteilbarer Urstoff) bezeichnet eine von Leukipp, Demokrit, Epikur, Anaxagoras und seinen Anhangern begrundete materialistische philosophische Lehre und naturwissenschaftliche Hypothese, dass die Materie aus kleinsten, unteilbaren Teilchen, den Atomen, bestehe,
Leukipp (geb. um 480 v.Chr.) gilt – trotz Anaxagoras – wegen der größeren Systematik als eigentlicher Begründer der Atomistik, der strengen Kausallehre, und könnte auch zum Vater der Planung stilisiert werden, denn er formulierte den Gedanken des Plans als Entstehung aus Notwendigkeit, die Fremdbestimmung der Naturabläufe. Er glaubte an die Ordnung, als Grundprinzip, daran, dass alles Vergangene, Derzeitige und Künftige mit Kenntnis des Plans offenbar würde  
Der griechische Philosoph Leukipp (5. Jahrhundert v. Chr., aus Milet oder Abdera in Thrakien) gilt zusammen mit seinem Schüler Demokrit als Begründer des Atomismus. Leukipp und Demokrit erklärten  die Natur aus der Existenz von "Atomen" und deren Bewegung im leeren Raum. Darüber hinaus blieb die Vorstellung von der Natur als einem Ganzen lebendig, das hierarchisch geordnet, in einer Analogie von Welt als Makrokosmos und Mensch als Mikrokosmos beziehungsweise als göttliche Schöpfungsordnung vorgestellt wurde.
Die griechischen Philosophen Leukipp und Demokrit stellten als erste die Theorie auf, dass die Materie aus unteilbaren Grundbausteinen aufgebaut sein könnte. Nach ihrer Theorie sind die Atome unteilbar (griechisch atomos), und weisen bereits Eigenschaften der Materie auf, die aus ihnen aufgebaut ist. Glatte Gegenstände sollten also aus runden Atomen, raue eher aus eckigen Atomen aufgebaut sein. Demnach besteht die Welt aus leerem Raum und Materie. Dies ist denknotwendig, da sich die Materie ohne den leeren Raum niemals bewegen könnte.
Durch ein Neuordnen der kleinsten Teilchen Atome oder "atomoi" (unteilbar das kleinste) entsteht Veränderung. Alles Stoffliche setzt sich somit aus unendlich vielen Bauteilen, den Atomen zusammen, durch deren Umordnungen Werden und Vergehen erklärt werden kann. Das Kausalgesetz Leukipps: „Kein Ding entsteht planlos, sondern aus Sinn und unter Notwendigkeit.“ Diese Lehre wird von Demokrit weitergeführt und zum Materialismus ausgearbeitet, allerdings ist heute nicht mehr nachvollziehbar, welchen Teil der Lehre Demokrit von seinem Lehrer übernommen hat, da die Textfragmente nur sehr bruchstückhaft vorhanden sind. Er gilt als Verfasser von „Das große Weltsystem“ und "Über den Geist" In manchen Historiker-Kreisen wird behauptet, dass Leukipp nie existiert hat, sondern dass Demokrit diesen Namen als Pseudonym benutzte, die heutige wissenschaftliche Lehre unterstützt jedoch diese Meinung nicht.
Leukipp und Demokrit stellten sich die Welt der Atome nicht anders vor, als die "große Welt". Die Atome sollten gleichmäßig mit Materie angefüllt sein. Sie sollten sich nach der klassischen Physik wie mehr oder weniger harte Gegenstände verhalten.
Demokrit 460 - 370 v. Chr.  lebte zeitgleich mit Sokrates, ist aber Atomist und Metaphysiker. Demokrit entwickelte die Theorie, dass das Universum aus leerem Raum und einer (fast) unendlichen Zahl unteilbarer Teilchen besteht, die sich voneinander in Form, Position und Anordnung unterscheiden. Alle Materie besteht aus unteilbaren Teilchen, den Atomen. Mit dieser genialen Idee gelang es ihm, einerseits den ewigen Erhalt der Materie (»aus nichts kommt nichts« bzw. »das Eine und das Alles« des Parmenides) und andererseits den steten Wandel (das »Alles fließt« des Heraklit) zugleich zu erklären Die Welt besteht aus einem nichtseienden Leeren, dem Raum, und einem diesen Raum völlig erfüllenden Vollen, dem Seienden (heute das Raum-Zeit-Materie-Kontinuum), das den nicht existierenden Raum erfüllende Sein ist . Zusammengesetzt aus unendlich vielen »Unteilbaren«, den Atomen  Diese Atome sind selbst »voll«, unvergänglich und unveränderlich. Durch ihre Zusammensetzung können sie zahllos viele Welten bilden (»Legostein-Modell«), von denen die unsere nur eine ist (»Parallelweltentheorie«). Durch das Aufeinanderprallen der Atome entstehen Wirbel, die als Anfang der Weltbildung anzusehen sind. Auf diese Weise entstehen und vergehen unendlich viele Welten, die nebeneinander und nacheinander existieren. Analoges gilt für die einzelnen Dinge.
Das Denken bildet einen Spezialfall der Atombewegung. Die das Denken hervorrufenden Atome sind lediglich runder und glatter und daher beweglicher als die übrigen. Das gesamte Geschehen fuhrt Demokrit so auf die Bewegung der Atome zurück, die er aus sich selbst, d.h. materialistisch erklärt. Die Atome bewegen sich nach dem Gesetz der Schwere im unendlichen Raum (klassische Mechanik). Es gibt die primären (objektiven, physikalischen, »wahren«) Eigenschaften wie Schwere, Dichte, Härte und die sekundären (subjektiven, sinnlichen, nur »gemeinten«) Eigenschaften wie Farbe, Geschmack, Geruch, Töne. Was wir im Makrokosmos als »Entstehen« wahrnehmen, sind Atomzusammenballungen durch »Wirbelbewegungen« und Zusammenprallen. Das »Vergehen« ist das Auseinandertreten der zuvor verbundenen Atome. Somit wäre also statt »Entstehen« und »Vergehen« (subjektive Begriffe) der Begriff der »Veränderung« oder »Umbildung« (objektiv) richtig. Alle Eigenschaften der Dinge beruhen auf Unterschieden in  Gestalt, Lage, Größe und Anordnung der Atome. Die atomaren Vorgänge benötigen keinen außenstehenden planenden und lenkenden Geist. Sie geschehen mit »innewohnender« Gesetzmäßigkeit: Die Welt ist in sich selbst und von sich selbst bewegte Materie (Selbstorganisation).

Die Suche nach der Logik  der Natur machte es erforderlich, auch mehr über den Organismus zu erfahren. So markiert das 6. und 5. vorchristliche Jahrhundert gleichzeitig den Anfang der medizinischen Forschung und einer der letzten Ausläufer der Naturphilosophie, einer Philosophie, die mit Physik, Biologie und Medizin eine Einheit gebildet hat. Aufgrund dieser neuen Naturphilosophie machte man nicht mehr die Götter oder Sünden, sondern Störungen im Körper für die Krankheiten verantwortlich und die griechische Medizin wandelte sich im Wesentlichen zu einer weltlichen Disziplin.
Das Schwergewicht lag auf klinische Beobachtung und Erfahrung Zunächst dienten zufällige Knochenfunde und die Beobachtung von Krankheiten als Informations- und Wissensquelle. Auch auf die ursprünglich rituellen Tieropferungen richtete sich schließlich das medizinische Interesse und die Sektion von Tieren zu Forschungszwecken begann.
Bei einer dieser Vivisektionen entdeckte man die so genannten vier Kardinalssäfte: Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle. Hieraus entwickelte sich die Viersäftelehre, die die nächsten 1’000 Jahre der abendländischen Medizingeschichte prägen sollte. Hierzu ordneten die Naturforscher die Kardinalssäfte in ein alles umfassendes Schema, den Makrokosmos ein. Es entstand eine Entsprechungslehre zwischen Welt und Mensch. In allen Bereichen (z.B. Gestirne, Mineralien, Chemische Elemente, Tiere etc.) sollte es eine innere Verwandtschaft geben. So sah man in dem Ungleichgewicht der vier Säfte im Körper eines Lebewesens die Ursache aller Krankheiten. Die Annahme von Analogien zwischen Mensch und Tier waren dabei eine weitere Konsequenz des naturphilosophischen Weltbildes.

Die naturphilosophischen Erklärungen aller Lebensvorgänge, der leiblichen wie der seelischen, treffen wir in der Schrift  “Über die heilige Krankheit” an. In dieser Schrift wird das natürliche Verständnis der Krankheit zur alleingültigen Richtschnur des ärztlichen Denkens und Handelns  erhoben. Die naturwissenschaftliche Auffassung der Medizin, die diese Schrift zum Ausdruck bringt, ist von einer Weite und Tiefe, die wir noch etwas beleuchten müssen.
Was den epileptischen, asthmatischen oder apoplektischen Anfall hervorruft, das ist ein Übermass von Schleim, der die Adern verstopft. Wobei etliche Faktoren Ausbruch, Form, und Ausgang des Leidens mitbestimmen: die auf Vererbung beruhende Konstitution, das Lebensalter, äußere Einflüsse wie Wetter und Jahreszeit, Kälte und Wärme. Namentlich der feuchte Südwind wirkt sich ungünstig auf das ohnehin feuchte Hirn aus.
Bereits denkt der Autor in diesem Zusammenhang an die Möglichkeit, seine Theorie durch eine Autopsie zu beweisen. ”Wenn man dem Vieh, das von dieser Krankheit befallen ist, und besonders den weiblichen Ziegen (die am meisten davon befallen waren) den Kopf zerschlägt und nachschaut, wird man finden, dass das Gehirn feucht ist und voll von wässriger Flüssigkeit und schlecht riecht. Daran erkennt man deutlich, dass es nicht ein Gott ist, der den Körper verunreinigt, sondern eine Krankheit. Mittels dieser Methode hatte Alkmaion von Kroton /Crotona)  (um 540 v. Chr in Unteritalien.)  die Verbindung der Augen via Sehnerven mit dem Gehirn festgestellt. Er hatte auch die Gesundheit als Gleichgewicht (oder Gleichberechtigung: insomia) der gegensätzlichen Kräfte des Feuchten und Trockenen, Warmen und Kaltem, Bittern und Süßen usw. aufgefasst. Er hatte das Hirn als das zentrale Organ der sinnlichen Wahrnehmung und des Verstehens erkannt sowie auch  dass das Gehirn der physiologische Ort der Sinne ist. Dieser Befund war eine wesentliche Stütze für seine Lehre von der herrschenden Rolle des Gehirns im Körper. Die Hippokratiker haben diesen neuartigen Weg der aktiven Forschung aber nur sehr zögernd verfolgt und kaum weiter beschritten.

Hippokrates von Kos (460-380) - es gab übrigens insgesamt sechs Ärzte gleichen Namens! Über die Biographie des einen, berühmtesten Hippokrates ist sehr wenig bekannt, er war jedoch außerordentlich berühmt, sogar Herrscher kamen zu ihm. Die Athener holten ihn, auf dass er eine Seuche eindämme. Auf Kos befand sich ein Heilbad, Hippokrates war Schüler des dort leitenden Arztes. Am ehesten hatte man zu dieser Zeit anatomische Kenntnisse im Bereich des Skeletts. Am geringsten waren die Kenntnisse hinsichtlich des Nervensystems, das man anfänglich mit den Sehnen zusammenwarf; man erkannte erst nach und nach den Sehverv, die Gehörnerven und den Trigeminus (Hirnnerv). Die Steuerung des Körpers schrieb man dem von Gehirn durch die Adern ausgehenden Pneuma zu. Wichtig ist, dass Hippokrates den Patienten in seinem Umfeld erfasst und die psychischen Störungen als Wirkungen physischer Krankheitszustände auffasst. Hippokrates gibt auch prophylaktische Maßnahmen an: massvolles Leben, Hygiene, Gicht wird auf Wohlleben zurückgeführt. Musik wird als therapeutisches Mittel erwähnt. Hippokrates bezeichnete die Medizin als eine Kunst. Unter dem Aspekt der Genieessbarkeit hat Hippokrates ein System der Tiere erstellt (50 Arten bis zu den Krebsen, aber keine Reptilien und Insekten etc., da diese nicht verzehrt wurden).
Des Hippokrates wesentlichste Leistung war es, die Medizin vom Aberglauben und von der Religion abzulösen und auf eine rein rationale, "naturwissenschaftliche" Grundlage gestellt zu haben, insofern ist er ein Vater der modernen Medizin. Ein Beispiel dafür ist seine Beschreibung der Epilepsie, die ja bis in die Neuzeit als "heilige Krankheit" bezeichnet worden ist; dies hat Hippokrates mit Entschiedenheit als Unsinn zurückgewiesen und sie als eine Krankheit wie jede andere bezeichnet. Hippokrates wendet sich auch scharf gegen die Philosophen und ihre Lehre von den Elementen. Als therapeutische Maßnahmen gibt er häufig Diät, Fasten, Bäder, frische Luft, Massage an.

Die medizinische Schule von Kos ist die berühmteste. Die wurde von den Asklepiaden gegründet und verdankt ihren Ruhm ganz besonders dem Hippokrates. Hippokrates (460 – 377 v. Chr) gilt als Vater und Begründer der abendländischen Medizin. Hippokrates ging davon aus, dass die Wurzeln aller Krankheiten im Körper sowie in menschlichen Verhaltensweisen liegen und von äußeren göttlichen Faktoren wie Kälte, Wind und Sonne beeinflusst werden. Obwohl der Krankheitsbegriff durch Hippokrates und die von ihm aufgebaute medizinische Schule individualisiert wurde, wurden Krankheiten als solche anerkannt und benannt. Man kannte z.B. die Schwindsucht, Lungenentzündung, Rippenfellentzündung, “heilige Krankheiten”, wie z.B. Epilepsie.
Die hippokratischen Mediziner brachten die Symptome der Patienten oft in Verbindung mit den uns heute noch bekannten und angewendeten Konstitutionstypen der Menschen: Sanguiniker, Phlegmatiker, Choleriker und Melancholiker. Von dieser neuen körperbewussten Denkweise (“Corpus Hippokraticum”) geht eine immense Wirkung aus. Diese Epoche prägt aber auch andere Neuerungen in der Medizin. Die ärztliche Tätigkeit wird erstmals streng wissenschaftlichen Richtlinien unterworfen, eine eigene Fachnomenklatur wird definiert – Scharlatanerie und die Nähe zur Zauberei sind verpönt. Die Natur bleibt bei alledem immer die wichtigste Helferin des Arztes.
Da Hippokrates den größten Teil seines Lebens als Wandermediziner verbracht hatte, legte er die Leitung seiner Schule in die Hände von ehemaligen Schülern. Seine beiden Söhne und sein Schwiegersohn gründeten die erste dogmatische Schule, auch “Hippokratische Schule” genannt. Ihr wesentlichstes Merkmal war, dass sie sich auf die Naturphilosophie Platons und dessen Lehre vom Pneuma stützte.
Die Hippokratiker interpretierten die Krankheit als einen gesetzmäßig verlaufenden Naturprozess, womit sie die ganze weitere Entwicklung der Medizin bestimmt haben. Diese Weichenstellung war jedoch nicht das Resultat einer plötzlichen, revolutionären Sinnesänderung, sondern war vielmehr seit mehr als hundert Jahren durch die prähistorische Naturphilosophie vorbereitet worden. Es ist bezeichnend für die konsequent naturwissenschaftliche Krankheitsauffassung der Hippokratiker, dass sie die magisch theurgische Wurzel der Medizin geradezu verleugnen. Dies zeigt sich in der Schrift “Über die alte Heilkunst”. Darin wird der Ursprung der Medizin dargelegt. Der Verfasser lässt die Entwicklung ausschließlich aus der praktischen Erfahrung heraus gelten. Dieser Hippokratiker des 4. Jahrhunderts v. Chr. sieht die Entstehung der Medizin vom Verzehr von rohen Nahrungsmitteln über die Kochkunst zur Heilkunst. Dies ist aufschlussreich für die geistige Orientierung der hippokratischen Ärzte, für die die Heilkunst eine von Anfang an rein weltliche, auf Beobachtung und Erfahrung beruhende Sache war.  
 
Schon bald veränderte sich das medizinische Klima der Antike. Die zurückhaltende Medizin der Beobachtung wurde zunehmend biologischer und war von Experimentierfreudigkeit geprägt.
Auch am Sternenhimmel musste der hippokratische Arzt Bescheid Wissen. Wind und Wetter hangen von der Jahreszeit ab und diese werden von Gestirnen regiert. “Wenn aber einer meint, dies sei Sternguckerei, so sollte er doch seine Meinung ändern und einsehen ,dass die Astrologie nicht wenig zur ärztlichen Kunst beiträgt. Denn zugleich mit den Jahreszeiten ändert sich auch die Beschaffendheit des Leibesinneren bei den Menschen. Damit ist die ganze Weite des Kosmos, in dem alles gesetzmässig zusammen hängt, in das Blickfeld der Medizin einbezogen. Wie  es  sich zum Beispiel bei der Lage einer Stadt, die dadurch bedingte Qualität des Trinkwassers und die vorhersuchende Windrichtung auf Gesundheit und Krankheitsspektrum der Bevölkerung auswirken sollen. Dieses Thema  wird in der Schrift über die Umwelt- eigentlich ”über Lüfte, Gewässer und Orte”, “Peri aërôn, hydatôn, topôn”- ausführlich, dafür  aber reichlich schematisch abgehandelt.
Es ist möglich, dass dieses Buch vom gleichen Autor stammt wie dasjenige über die heilige Krankheit. Die koischen Stundenten dürfen sich den Inhalt der ersten elf Kapitel genau eingeprägt haben, fanden sie hier doch scheinbar sichere Angaben darüber, mit welchen Krankheiten sie zu rechnen hatten, wenn sie später in einer fremden Hafenstadt landeten, um dort ihre Praxis aufzunehmen. Für diesen Zweck war der Schematismus, der uns mit seinen Verallgemeinerungen so unrealistisch anmutet, sogar ein Vorteil.
Neben den medizinischen Schulen gab es auch die so genannten bürgerlichen Ärzte. Diese verkauften auf der Strasse Heilmittel und lehrten dazu abergläubische Praktiken. Die Ärzte übten ihre Kunst für den “kleinen Mann” entweder auf eigene Rechnung oder im Dienst des Staates aus. Es gab medizinische Behandlungszentren mit Räumen für Kranke, frisch Operierte und für die Gehilfen des Arztes sowie Geschäfte mit allen wichtigen Medikamenten und Kräutern.
Eine wesentliche Rolle spielten auch die Gymnasien, wo man körperliche Übungen mit dem Studium aller Wissensbereiche verband. Da die körperlichen Übungen, nicht nur bei Wettkämpfen (z.B. Olymischen Spielen) oft Verletzungen nach sich zogen, entwickelten sich die chirurgischen Fertigkeiten rasch weiter. Die Verwundeten wurden von den in erster Hilfe Geschulten behandelt. Diese konnten Verrenkungen und Frakturen richten.

Immer stärker wurde der Glaube unter den Ärzten dieser Zeit, die genaue Kenntnis der menschlichen Anatomie und Etik sei unerlässlich für den medizinischen Fortschritt.
Fast gleichzeitig, da wahrscheinlich nicht von ihm selbst formuliert, wurde der Eid des Hippokrates niedergeschrieben. Dieser gilt bis heute als Grundsatz und unumstößliche Basis medizinischer Ethik In besonderer Weise hat sich Hippokrates um das Ethos der Medizin verdient gemacht. Der nach ihm benannte Eid ist allerdings möglicherweise schon vor ihm entstanden.
Der hippokratische Eid ist das früheste Dokument in Griechenland, dass ethische Prinzipien für die Heilberufe festlegt. Neben eher generellen Geboten, niemandem durch die Medizin zu schaden, legt der Eid auch andere, sehr konkrete Maximen ärztlichen Verhaltens fest, deren Gültigkeit heute zum Teil anerkannt, aber auch umstritten ist. Angeführt wird die ärztliche Schweigepflicht, aber auch das Verbot von Abtreibung und aktiver Sterbehilfe.  Die Formel „niemals Kranke zu schneiden" deutet darauf hin, dass man Eingriffen in den menschlichen Körper eher skeptisch gegenübertrat. So war auch Hippokrates selbst als Anhänger der Viersäftelehre eher diagnostisch tätig und führte nur kleinere Eingriffe aus (Entfernung von Polypen).
Die Übertragbarkeit von Untersuchungsergebnissen erklärt möglicherweise, warum im antiken Griechenland aller Wahrscheinlichkeit nach keine Menschenversuche durchgeführt wurden. Weitere Faktoren untermauern die Annahme, dass man zu dieser Zeit von Humanexperimenten absah:
Auch findet man wenig Berichte von Frauen in der Medizin. Die reale gesellschaftliche Position der Frauen war in der Antike trotz der Präsenz vieler mächtiger Göttinnen eher niedrig. Man gewährte ihnen nur selten ein Recht auf Bildung. So gab es zum Beispiel in Griechenland zwar eine Schule für Geburts- und Frauenheilkunde von Hippokrates (460 - 377 v. Chr.), seine eigene, eigentliche Schule blieb für Frauen jedoch unzugänglich.
Agnodike studierte deshalb in Männerkleidung bei Herophilus Medizin und Geburtsheilkunde. Anschließend praktizierte sie erfolgreich in Athen. Neider sagten dem vermeintlichen Arzt nach, er verführe die Patientinnen, und klagten ihn an. Agnodike gab sich daraufhin als Frau zu erkennen und musste sich nun wegen zweier Delikte verantworten: Vorspiegelung falscher Tatsachen und Praktizieren als Frau. Wenn nicht Massen von Frauen sich auf ihre Seite gestellt und gedroht hätten, ihre Männer im Falle einer Verurteilung Agnodikes zu verlassen, wäre sie zum Tode verurteilt worden. So aber bewirkten diese Frauen, dass die Ärztin ihre Praxis weiterführen konnte. Eine weitere Folge des Widerstandes der Frauen war, dass eine Gesetzesänderung beschlossen wurde. Von da an durften frei geborene Frauen Medizin studieren und praktizieren, allerdings durften sie nur Patientinnen untersuchen und behandeln.

Sokrates, ein Zeitgenosse Hippokrates, der in der Zeit von 469 bis 399 v. Chr. gelebt haben soll, gilt als Begründer der autonomen philosophischen Ethik. Seine Philosophie hat die westeuropäische Entwicklung sehr stark beeinflusst. Seine Laufbahn lernte Sokrates nach altklassischer Form in Literatur, Musik, Gymnastik, Rhetorik, Dialektik der Sophisten und befasste sich mit den Schriften anderer griechischer Philosophen, die in die Zeit nach den Perserkriegen fielen. Er wurde in Athen geboren. Seine Vater war der Steinmetz Sophroniskos und Mutter Hebamme Phainarete. Um 450 v.Chr. heiratete Sokrates Xanthippe. Die beiden bekamen ein Kind namens Lamprokles. Aufgrund einer sehr niedrigen Einwohnerzahl wurde den Bürgern Athens gewährt, eine zweite Ehe eingehen zu dürfen. So zeugte Sokrates mit einer zweiten Frau, Myrtha, noch zwei weitere Kinder, Sophroniskos und Menexos (Menexenos).
Nachdem er eine Zeit lang den Beruf seines Vaters ausgeübt hatte, diente er als Infanterist im Peloponnesischen Krieg, wobei er sich in den Schlachten von Potidaia (432 – 430 v. Chr.), Delium (424 v. Chr.) und Amphipolis (422 v. Chr.) bewährte. Bei der Schlacht in Potidai rettete er Alkibades das Leben, indem er ihn in einem Gewühl von Feinden vom Schlachtfeld trug. Nach Teilnahme an weiteren Kämpfen, lieferte er 404/ 403 v.Chr. einen weiteren Beweis seiner Tapferkeit: Unter Lebensgefahr verweigerte er einen Befehl, um sich nicht an einem politischen Mord mitschuldig zu machen. Kritias nämlich, der damalige Führer der Regierung, befahl den Demokraten Leon in Salamis festzunehmen und ihn nach Athen zu bringen, wo ihn sein Todesurteil erwartete. Nur durch den Zufall, dass Kritias verstarb, konnte Sokrates am Leben bleiben. Man ging später davon aus, dass Sokrates im Verlauf seines Lebens mehrere politische Ämter, wie zum Beispiel Verteidiger im Ratausschuss für die Feldherrn der Seeschlacht bei den Arginusen, die es unterlassen hatten, für die Verstorbenen an Land Beisetzungen zu organisieren, bekleidet hatte.

Sokrates lehrte auf den öffentlichen Plätzen Athens griechischen Knaben seine eigene Philosophie, indem er Dialoge mit ihnen abhielt. Seine Frau Xanthippe  soll wesentlich jünger als Sokrates gewesen sein und galt als sehr streitsüchtig. Sie hätte Sokrates mehrere Male von den öffentlichen Plätzen weggeholt mit der Aufforderung, er solle sich mehr um das Wohl seiner Familie kümmern und Geld verdienen, da Sokrates für seinen Unterricht kein Geld verlangte wie die Sophisten.
Im Gegensatz zu den Sophisten versuchte Sokrates nicht, die Leute durch Überreden zu beeinflussen und zu täuschen, sondern er wollte erreichen, dass sie aus eigener Überzeugung zu dieser richtigen Erkenntnis kamen: Alles Tugendhafte sei richtig, alles Lasterhafte sei schändlich. Jede andere Auffassung könnte gegen den Logos nicht standhalten und wäre nicht vertretbar. Auf diese Weise nutzte er sozusagen die Hebammenkunst seiner Mutter für seine Philosophie, was bedeutet, dass er den Menschen bloß helfen könnte, die Erkenntnis zu finden, und ihnen nicht die Erkenntnis vorwegnahm. Dieses Vorgehen wird "Mäeutik" genannt. Er vertrat die Auffassung, dass die Leute, die erkannt haben, was richtig oder falsch ist, auch richtig handeln würden. Die Selbsterkenntnis setzt er mit der Tugend der Tüchtigkeit gleich mit dem Hintergrund, dass nur die Tugendhaftigkeit nützlich sei. Diejenigen, die nicht erkannt haben, was richtig oder falsch ist, würden nur auf Grund von Nichtwissen bzw. Scheinwissen Schandtaten begehen.
Sokrates selbst hat keine Texte über seine Philosophie verfasst, sondern sie nur mündlich an seine Schüler weitergegeben. Seine bedeutendsten Schüler waren unter anderem Platon, Antisthenes, Euklid von Megara, Aristepis, Phaidon von Elis und Xenophon. Die meisten Informationen blieben durch Platon für die Nachwelt erhalten, von dem man allerdings glaubt, dass er Sokrates' Namen für seine eigene Philosophie benutzte. Dieser verfasste mehrere Werke, die Sokrates‘ Leben und Erkenntnis wiedergaben, zum Beispiel "sokratischen Dialoge", "Die Wolke von Aristophanes", die "Apologie" und der Dialog "Phaidon".
Im Großen und Ganzen beschäftigte sich Sokrates aber mit der philosophischen Ethik. Dabei ging er davon aus, dass in jedem Menschen dasselbe rationale Verständnis und dieselbe Definition für gewisse Bereiche, nämlich Gerechtigkeit, Tugend und Selbsterkenntnis, verborgen waren. Der Kern seiner Erkenntnislehre ist also die Frage nach dem Guten ("agathón") und der Tugend ("areté"), die zur Glückseligkeit ("Eudaimonie") führen sollen. Seinen Anreiz dazu fand Sokrates erstmals auf der Inschrift des Orakels zu Delphi, die lautet: "Erkenne dich selbst!".

Das griechische Verständnis der Tugend besagt, dass eine Sache nur dann tauglich ist, wenn man sie nicht zweckentfremdet, sondern sie ihrem Wesen nach richtig nutzt. Sie sei enthalten in der Seele des Menschen Sokrates ging davon aus, dass jeder Mensch aufgrund seiner Vernunft, die menschlich und Naturgegeben ist, die Wahrheit verborgen in sich trage. Diese müsse nur „geboren“ werden, weshalb Sokrates seine Lehre als Mäeutik, also Hebammenkunst, auffasste.
Mit der Mäeutik wollte Sokrates den Menschen helfen, ihr „Ideenbaby“ auf die Welt zu bringen. Durch das elenktische Verfahren, seinem Gesprächspartner so lange Fragen zu stellen, bis diesem klar wird, dass er nur „Scheinwissen“ anwendet, diesen dann auf die Suche nach dem wahren Wissen zu schicken., Dies waren die Versuche Sokrates seinen Mitbürger zur Besinnung auf das Wesentliche zu führen, vom Besonderen zum Allgemeinen zu kommen, um schließlich zur Wesensbestimmung zu gelangen.
Sokrates stellte die Frage nach dem Guten (agathon) und der Tugend (arete), die das richtige Handeln begründeten und schließlich die Glückseligkeit herbeiführen sollten. Diese Vollkommenheit könne aber erst nach erlangter Selbsterkenntnis eintreten, weshalb Sokrates forderte: „Erkenne Dich selbst!“
Jeder solle sich um seine Seele sorgen, sich also um die philosophische Einsicht in das Wesen der Tugenden bemühen, da das Gutsein des Menschen aus der Verfassung seiner Seele entspringe. Tugend sei Wissen und weil jeder zur Tugend geeignet, weil zur Erlangung der Weisheit befähigt sei, könne jeder lernen, gut und wissend zu werden und dieses theoretische Wissen in Form von sittlichem Handeln in die Praxis umzusetzen.
Sokrates stellte sich gegen das Streben nach dem Materiellen, weil für ihn die Sorge um „äußere“ (also materielle) Güter das Streben nach falschen Gütern war. Für ihn war die wesentlichste aller Aufgaben das Erkennen und Erlangen der Tauglichkeit und Tüchtigkeit (die spezifische arete) der menschlichen Seele, weil diese das Gute hervorbringe. Obgleich Sokrates überzeugt war von der Auffassung  „Niemand tut gegen besseren Wissens freiwillig Böses.“, so war er doch der Meinung, dass sich die meisten Menschen aufgrund ihrer Unkenntnis über Gut und Böse im Irrtum über das Wesentliche des Lebens befänden und deshalb schlecht, weil nicht um die Seele sondern um Äußeres besorgt, handelten.
Und hier setzte Sokrates seine Mäeutik und Elenktik ein. Diese brachte Scheinsicherheiten zum Einsturz und verhalf den Menschen zur Selbsterkenntnis, durch die sie sich schließlich Rechenschaft über ihr Leben ablegen konnten, was das Ziel des philosophischen Gespräches war. Ungerechtigkeit beruht nach Sokrates und Platon auf Unwissenheit. Die Menschen tun Unrecht, weil sie in falschen Meinungen darüber befangen sind, was ihrem pers?nlichen Wohlergehen, ihrem wohlverstandenen Glück wirklich nützt. Die Menschen von diesen falschen Meinungen zu befreien, sie zur Erkenntnis des für sie wahrhaft Guten zu bringen und sie dadurch zu besseren Menschen zu machen. darin sah Sokrates seine ihm von seiner Gottheit, die Er "daimónion" (innere Stimme) nannte, aufgetragene Lebensaufgabe.

In der Komödie des Aristophanes "Die Wolken" tritt Sokrates als Skeptiker auf, der nicht an die Götter "glaubt" im Sinne eines Aberglaubens, der den Sinneswahrnehmungen und der Vernunft widerspricht.  Eines Tages soll er gesagt haben: "Es sind die Wolken und nicht Zeus, die den Regen hervorbringen, andernfalls, wenn es nur von Zeus abhinge, würden wir es regnen sehen, auch wenn es heiter ist." 
In Griechenland herrschte zu dieser Zeit das Weltbild, das die Erde als flache Scheibe wiedergab. Die Erde als der Mittelpunkt der Welt. In Athen herrschte offenbar eine langjährige Missstimmung und Gerüchtebildung gegen Sokrates. Schon in den 20ern des 5.Jhr. v.Chr. kam Kritik an den Lehren des Sokrates auf, die angeblich wortverdrehend und nutzlos gewesen sein sollen. Hinzu kam dann 406 v.Chr. der Arginusen Prozess, bei dem sich Sokrates unter Hinweis auf die Verfassung weigerte, einen Beschluss der Volksversammlung als verfassungsmäßig und rechtsgültig anzuerkennen. Dadurch scheint er sich den Ruf eines „Verächters des Demos“ zugezogen zu haben  Als die Demokraten wieder Macht erlangten, stuften sie die Wegweisungen von Sokrates als anti-demokratisch und gefährlich ein. Um 399 v.Chr. wurde Sokrates von drei angesehenen Männern Anytos, Lykon und Meletos, aus Athen angeklagt.
Meletos war der Hauptkläger. In der attischen Ordnung gab es zwei Arten von Klagen: die öffentliche Anklage, die nur direkt von dem Verletzten oder dessen Vertreter und die private Anklage, die von jedem unbescholtenen Bürger erhoben werden konnte. Sokrates hatte sich gegenüber einer öffentlichen Anklage zu verantworten. Der Gerichtshof bestand aus den üblichen 501 Geschworenen.. Die Anklage lautete wie folgt:  „Zur Niederschrift gegeben hat dies Meletos, der Sohn des Meletos aus Pitthos, gegen Sokrates, den Sohn des Sophraniskos aus Alopeke: Sokrates handelt rechtswidrig, indem er die Götter, die der Staat anerkennt, nicht anerkennt und andere, neuartige göttliche, dämonische Wesen einzuführen sucht; er handelt außerdem rechtswidrig, indem er junge Leute verdirbt. Strafantrag: Tod!“  Der attischen Prozessordnung entsprechend, verteidigte sich Sokrates vor Gericht selbst. Es wäre zwar erlaubt gewesen, eine vorgefertigte Rede eines Schreibers zu verlesen, doch das Angebot des Lysias lehnte er ab.
Der erste Teil seiner Verteidigungsrede spricht direkt die Vorwürfe gegen Sokrates an. Daraufhin wird Sokrates zum ersten Mal mit 280 (schuldig) zu 220 (nicht schuldig) für schuldig gesprochen. Allerdings wird angenommen, dass die Geschworenen bestochen wurden. Im zweiten Stadium des Prozesses macht Sokrates von seinem Recht Gebrauch, selbst einen anderen Strafantrag zu stellen. Sokrates eigener Antrag  sieht jedoch mehr eine Belohnung, als eine Bestrafung vor Er  unterbreitete dem Gericht  für seine Freiheit eine bestimmte geringe Summe zu zahlen, die dem Wert eines Philosophen für den Staat entspreche. Er schlägt eine Ausspeisung im Prytaneum vor. Kriton und andere Freunde von Sokrates verpflichteten sich dafür, für Sokrates dreißig Silberminen zu bezahlen, falls das Gericht für diesen Strafantrag positiv entscheiden würde. Jedoch hat er mit seinem Antrag die Richter so sehr verärgert, dass viele von ihnen ihre Meinung änderten:  Nun wurde er mit 360 zu 140 Stimmen wegen Gotteslästerung ("Asebie") und Verführung der Jugend schuldig gesprochen.
Auf was die vermeintliche Anklage der Gotteslästerung zurückzuführen ist, blieb auch später fraglich. Man vermutet, dass er einen neuen Gott einführte, die eine innere Stimme, das "daimónion", verkörpern sollte.
Die standhafte Annahme der Anklage für die Verführung der Jugend beruhte auf politischer Ebene. Einige Schüler von Sokrates mit Namen Alcibiades, Critias und Charmides gehörten nach der Niederlage Athens im Jahre 404 v. Chr. zu den Dreißig Tyrannen, die gegen eine Demokratie waren und Athen abhängig von Sparta machen wollte, denn in Wirklichkeit kümmerte sich in Athen niemand um die Religiosität eines anderen. Es war aber ein jeder Vorwand recht, um einen politischen Gegner aus dem Weg zu räumen und  der eigentliche Prozess ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass sich Sokrates viele Feinde, insbesondere Politiker machte, denn er warf ihnen vor, Ämter durch Geburtsrecht, finanziellen Status oder Volkswahl angeeignet zu haben ohne jedoch etwas davon zu verstehen.

Zwischen dem Schuldspruch und der Vollstreckung des Todesurteils lag eine ungewöhnlich lange Zeit. Dies war dem Schiff zu „verdanken“, das von Athen alle neun Jahre losfuhr, um dem Gott Minotaurus auf Kreta ein Opfer von sieben Mädchen und sieben Jungen zu bringen. Das Gesetz schrieb vor, dass während der Zeit, die dieses Schiff unterwegs war, keine Todesurteile durchgeführt werden durften. Sokrates wurde in dieser Zeit täglich von engen Freunden besucht und eines Tages versuchte Kreon ihn zur Flucht aus Athen zu überreden. Nach langem Nachdenken entschied er sich aber dafür, dass sein Tod die bessere Entscheidung sei, als sich den Rest seines Lebens verstecken zu müssen.  „Es ist besser, Unrecht zu leiden, als Unrecht zu tun.
Um 399 v.Chr. stand der Todestag von Sokrates bevor, den er mit seinen engsten Verwandten verbrachte. Seine weinende Frau Xanthippe schickte er weg, was für das damalige Verhalten eines Mannes üblich war. Übrig blieben Appolodoros, Kritobulos mit seinem Vater Kriton, Hermogenes, Epigenes, Aischines, Antistehnes, Ktesippos und Menexos, sowie Simias, Kebes und Phaidones aus Theben und Eukleides und Terpsion aus Megara. Die Männer diskutierten bis tief in die Nacht über die Unsterblichkeit der Seele, bis Sokrates ruhig und besonnen den Schierlingsbecher einen Gifttrank leerte. Somit beugte er sich dem Gesetz und vertrat bis zu seinen letzten Minuten seine Philosophie. Seine Freunde Antisthens und Aristiphos, die sehr von Sokrates geprägt waren, gründeten später die sokratischen Schulen. Antisthens erschuf die Schule der Kyniker, Aristiphos die Schule der Kyrenaiker. Die Kyniker entsagten in strengster Form den materiellen, äußeren Gütern, die Kyrenaiker erhoben die Glückseligkeit zur Triebfeder menschlichen Handelns. Daraus resultierten später die Lehren des Epikur. Viele Stoiker wie Epiktet, ein griechischer Philosoph, Seneca der Jüngere, ein römischer Philosoph, und Mark Aurel, ein römischer Kaiser, sahen Sokrates als ihr großes Vorbild an.

Die ältesten Denkmodelle der Menschheit, sind gleichzeitig Modelle des Universums und des psychisch-geistigen Kosmos der menschlichen Seele. Die Darstellungen waren meist Mandala-Modelle, besonders häufig aber Modelle einer Kugel
Die abendländische Tradition dieser Modelle finden wir bei Plato (427-348 v.Chr.). Einige der Modelle bei Plato gleichen seiner griechischen Vorgänger.
Das kosmische Mandala wurde außerhalb der materiellen Raumzeit angesiedelt, in anderen materiell gedacht und wieder in anderen als eigenständige nicht materielle Struktur vorgestellt, die die gesamte Weltmaterie durchdringt.
Plato habe als Konsequenz aus diesen Widersprüchen ein Doppelmodell aufgestellt, das auch die zeitliche Dimension berücksichtigte und aus der Kombination einer zeitlos-immateriellen mit einer sich in der Raumzeit zyklisch bewegenden Struktur bestand.
Plato übernahm die geometrisch-mathematische Philosophie von den Pythagoräern und entwickelte sie weiter. Nach der Überlieferung ließ er am Eingang seiner Akademie eine Inschrift anbringen, die verkündete, wer nicht Geometer sei, möge sich von diesem Ort fernhalten.
Platon sieht die Materie aus Korpuskeln zusammengefügt vor. In Timaios, seinem einzigen naturwissenschaftlich thematisierten Werk, schildert er diese Korpuskel in Anlehnung an pythagoreische Mathematisierung der Naturwissenschaften als geometrische Körper, diejenige der Erde als Würfel, des Feuers als Tetraeder, der Luft als Oktaeder, das Wassers als Ikosaeder. Das sphärische Pentagon-Dodekaeder symbolisiert den Äther bzw. das ganze Universum. Da diese Körper aus Dreiecken zusammengesetzt sind, nimmt Platon an, dass seine „Korpuskeln“ teilbar sein müssen.

Platon (428 – 347 v. Chr.) ein Schüler Sokrates unternahm ausgedehnte Reisen nach Ägypten, Kleinasien und Sizilien. Dabei kam er mit den pythagoräischen Schulen in Verbindung. In seinen Augen ist der menschliche Körper als Gefäß der unsterblichen Seele geschaffen. Platon dachte die Seele sei bereits vor der Geburt existent und muss viele Selenwanderungen durchlaufen. Wenn die Seele jedoch Ihren Charakter verschlechtert, endet sie in der Verdammnis. Krankheiten sind auf Völlerei, sexuelle Ausschweifungen und auf ein Missverhältnis zwischen körperlicher Leistung und Nahrung zurückzuführen. Neben diesen von aussehren wirkenden Faktoren erwähnt Platon Funktionsstörungen des Pneumas, der Galle oder des “Phlegmas”.
Auch auf physikalischem Gebiete ragte Platos scharfsinniger Geist vor anderen hervor. So hatte er nach neueren Untersuchungen bereits eine deutliche Vorstellung von der Schwere der Luft, fasste den Schall schon als Schwingungsbewegung auf, kannte gewisse Erscheinungen des Magnetismus und der Elektrizität, nahm später eine Achsendrehung der Erde an und huldigte aufgeklärten medizinischen Grundsätzen. Gleichwohl blieb er auf diesem Gebiete im ganzen doch ein Kind seiner Zeit. Während er auf dem Felde der Erkenntnistheorie und Ethik der Begründer einer neuen Weltanschauung geworden ist, steht seine Naturphilosophie, die er übrigens erst in hohem Alter auszubauen suchte, im wesentlichen auf dem Boden der Vorsokratik und zeigt insbesondere Verwandtschaft mit der Zahlenspekulation der Pythagoreer. Er selbst betrachtet seine naturphilosophischen Theorien nur als einen Versuch, als ein geistreiches »Spiel« und scheidet sie im Eingang des diesen Erörterungen gewidmeten »Timäus« scharf und ausdrücklich von der Wissenschaft (epistêmê). Er beansprucht für sie nicht Wahrheit (alêtheia) sondern nur Wahrscheinlichkeit (pistis), bezeichnet sie als »wahrscheinliche Mythen« (eikotes mythoi), mit denen sich der Philosoph zur Erholung von der ernsten Erforschung des Seienden befassen könne, und scheint sie auch in seinen mündlichen Vorträgen nicht näher ausgeführt zu haben. Wir unterlassen deshalb  ein Eingehen auf Einzelheiten und heben nur den Grundriss dieses Weltbildes hervor.

In seiner Kosmogonie (Lehre von der Weltentstehung), die Plato in seinem "Timaios" entwickelt, wird das Universum als Kugel dargestellt: Was die Form betrifft, so hat er (der Schöpfer) ihm (dem Kosmos) diejenige gegeben, die ihm angemessen und natürlich war; denn dem Lebenden, das alle Lebewesen umfassen soll, ist nur jene Figur angemessen, die in sich alles begreift, was es an Figuren gibt, das ist die Form der Kugel, deren Zentrum von allen Punkten der Oberfläche gleich weit entfernt ist, die es abrundet, indem sie es rund herum umkreist: Und weiter: "Da Gott sie (die Welt) dem Schönsten und in allen Stücken vollkommenen unter allen Gegenständen der Gedankenwelt am ähnlichsten machen wollte, so fügte er sie zu einem einzigen sichtbaren lebendigen Wesen zusammen, welches alle ihrer Natur nach mit ihm verwandten belebten Wesen in sich enthielt."
In seinem "Gastmahl" (Symposium) sagt Plato, dass der Mensch ursprünglich ein kugelförmiges, androgynes Doppelwesen gewesen sei. Die Urmenschen seien in ihrer Bewegung und kugeligen Gestalt den Gestirnen ähnlich gewesen. In Platos Philosophie war der Urzustand – symbolisiert durch die Kugel – gleichzeitig der Idealzustand, da die Dinge der diesseitigen "Welt des Werdens" (der Dynamis) ihren Ursprung in der jenseitigen "Welt des wahren Seins", der Urbilder, haben. Der jetzige Mensch, der nur die Hälfte seiner ursprünglichen Kugelgestalt habe, werde vom Eros dazu veranlasst, seine "anderer Hälfte" zu suchen, um "die ursprüngliche Natur wiederherzustellen",

Platon entwickelte die Ideenlehre, nach der die sinnlich wahrnehmbare Welt einer unsichtbaren Welt der Ideen nachgeordnet ist. Wie der Perser Zoroaster glaubte, dass der gute Gott Ormuzd aus Ideen die Welt geschaffen habe, so schrieb auch Platon den Ideen eine göttliche Wesenheit zu, und da sie den Körper beherrschen, zogen die Magier des Westens den Schluss, dass sie in der körperlichen Welt durch die Allmacht der Ideen Wunder wirken können.
Plato,, gründete um 385 v, Chr. eine Akademie. Der Kern seiner Lehre sind die »Ideen«, die er als die ewigen Urbilder alles Seienden begreift. Die Dinge der Wirklichkeit sind unvollkommene Abbilder dieser Ideen; die höchsten Ideen sind das Wahre, Schöne, Gute. Die Seele ist unsterblich, Ideen-Erkenntnis wird als Wienererinnerung an die Urgestalt der sinnlich erfahrbaren Dinge vorgestellt.
Nach Platon gibt es vier verschiedene Arten von Wesen: die der Luft, die Vögel; die des Wassers, die Fische; die der Erde, die Landtiere, und die des Himmels, die Gestirne, deren Element das Feuer ist.  Platons Welt ist eine magische Welt; sie ist einheitlich, und alle Dinge stehen in wechselseitiger Beziehung zueinander. Das All ist lebendes Wesen mit Seele und Geist. Es hat keine Augen, weil es über ihm keine sichtbaren Dinge mehr gibt; es hat keine Ohren, weil außerhalb seiner kein Ort ist, wo etwas zu hören wäre. Es atmet nicht, da der Lebensodem in ihm selbst ist. Das Weltwesen braucht keine Hände, weil es keine Feinde hat, gegen die es sie wenden müsste. Es hat keine Füße, weil sie für Umdrehungsbewegungen unnötig sind usw. So hat das Weltwesen die vollkommenste Gestalt: die Kugel.
Die Seele ist älter als der Körper und steht deshalb für Platon höher als dieser. Sie besteht aus drei Elementen: dem Unteilbaren, das göttlich ist, und dem Teilbaren, das irdisch ist; diese beiden aber sind durch ein drittes Element verbunden, das an beiden andern teilhat und sich zwischen ihnen befindet. Durch Zusammenpressen wurden diese drei Elemente zu einer Einheit verbunden. Diese Verbindung wurde in Streifen zerschnitten, kreuzweise übereinander gelegt oder ineinander verschlungen und zur Kugelgestalt gebogen. Solcherart war die Weltseele, in die Gott die sichtbare Welt hineinstellte.
Die menschliche Seele aber besteht aus denselben Elementen wie die Weltseele. Diese durchdringt alle Dinge. Im Menschen kreist sie in einer eigenen Bewegung, und wer die Bewegung der Himmelsgötter, der Planeten, beobachtet, kann sie vollenden. Platon glaubte auch an den Einfluss der Gestirne; er wird von den Astrologen des 16. und 17. Jahrhunderts immer wieder genannt. Nach ihm sind die Sternengötter die Kinder des Schöpfers; sie formen den Menschen, der nach seinem Tode zu seinem Stern zurückkehrt.
Auch auf die Alchimie wirkte Platon durch seine Anschauung ein, dass die Weltseele allen Körpern innewohne:. Die Alchemisten versuchten später, die Seele der Substanzen zu extrahieren. Unter Verwendung dieses Extrakts wollten sie mit Mineralien Wunderdinge vollbringen.

Auch Aristoteles befasste sich mit Naturwissenschaften. Aristoteles.  zählt zu den einflussreichsten griechischen Philosophen der Antike.. Seine Ansichten bestimmten die Naturphilosophie fast zwei Jahrtausende lang. Während es schwierig ist, Aristoteles ein spezielles Thema zuzuordnen, ist es sein Verdienst, dass die Grundlagen der Wissenschaft erhalten blieben.
Im Gegensatz zu seinem Lehrer Platon wurde sein Denken durch mehr Realismus bestimmt. Aristoteles gilt als Begründung der wissenschaftlichen Botanik und hat ein Lehrgebäude errichtet, nach dem man Wissenschaft betreibt. Er hat die Deduktion als das Mittel der Wissenschaft propagiert. Ein Verfahren, das es erlaubt, aus allgemeinen, vorausgesetzten und elementaren Sätzen speziellere und komplizierter Sätze Logisch korrekt abzuleiten, d.h. die Deduktion als Weg von der Theorie (Allgemeinen) zum Einzelfall.  
Er wandte sich allem Existenten zu und führte selbst sorgfältige Pflanzenstudien und Tierzergliederungen durch. Der griechische Philosoph Aristoteles war selbst nicht als Arzt tätig, aber da er zahlreiche Tiere sezierte, trug er ebenfalls erheblich zur Weiterentwicklung der Medizin bei. Er gilt als Begründer der vergleichenden Anatomie und übte großen Einfluss auf die Heilberufe aus. Seine Auffassungen bildeten die Basis für bedeutsame Entwicklungen im Bereich der Forschung. Aristoteles erblickt in den »Formen« die von innen gestaltenden Naturkräfte. Die Dynamis ist Prinzip der Bewegung. Von Aristoteles stammt das erste umfassende wissenschaftliche Werk über Formenreichtum, Anatomie und Physiologie der Tierwelt
Aristoteles 384-322 v. Chr vertrat die Ansicht, die Elemente bildeten ein Massenkontinuum, und es könne somit kein Vakuum existieren. Die Atomtheorie verlor damit bei den Griechen und auf der ganzen Welt an Bedeutung. Erst sehr viel später während der Renaissance kam diese Vorstellung wieder auf und bildete die Grundlage für die moderne Atomtheorie.
Aristoteles befürwortete das geozentrische Weltbild. und vertrat die Lehre von der Urzeugung im Schlamm, in dem die beiden wichtigen Elemente, Wasser und Luft, vorhanden sind. Zusammen mit Feuer und Erde hat sich nach Bauplänen und mit Hilfsmitteln der Umwelt das Leben einem Ziel genähert. Der Übergang zwischen der belebten und der unbelebten Natur ist seiner Meinung nach unscharf und auch innerhalb der Gattungen lassen sich keine scharfen Grenzen aufzeigen. So sieht es Aristoteles auch für die Stellung des Menschen in der Natur.
Aristoteles glaubte, die Natur bestehe aus vier Grundeigenschaften: Wärme, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit. Die vier angeführten Elemente wären dann jeweils aus Paaren dieser Eigenschaften zusammengesetzt. Feuer  sei heiss und trocken, Wasser kalt und feucht, Luft sei heiss und feucht und Erde kalt und trocken. Die mannigfaltigen Strukturen auf der Erde würden aus verschiedenen Anteilen der Elemente mit ihren Eigenschaften gebildet. Da es möglich sei, die Anteile der einzelnen Eigenschaften in einem Element zu verändern, könnten die Elemente ineinander umgewandelt werden. So kam die Vorstellung auf, dass materielle Substanzen, die ja aus den Elementen bestehen, umgewandelt werden könnten.  Aus Blei könnte beispielsweise Gold hergestellt werden.
Das besondere Interesse des Aristoteles galt jedoch dem lebendigen Körper. Denn durch den Tod, so glaubte er, verändere sich der Leib so Grundlegend, dass  z.B. Sektionen nur morphologische Kenntnisse vermitteln könnten. Auf den Lebenden hingegen seien die Ergebnisse nicht übertragbar.
Für Aristoteles, ein Schüler Platons, war das Herz das Zentrum des Kreislaufs und das wichtigste Organ überhaupt. Auf Aristoteles geht der Vitalismus zurück. In seinen Schriften: „Von der Zeugung und Entwicklung der Tiere“ und die „Drei Bücher über die Seele“, darin sind die Grundlegenden vitalistischen Gedanken enthalten, die erst Jahrhunderte später wieder aufgegriffen und weitergeführt wurden. So gesehen gibt es eine gerade Linie, die mit Sicherheit über Hans Driesch hinausführt.
Aristoteles sagt in seiner Entwicklungstheorie: „Denn notwendig muss jedes Entstehende aus Etwas entstehen und durch Etwas und als Etwas.“ Die Frage ist die, durch was nun etwas entsteht. Nehmen wir zum Beispiel eine Marmorstatue.. Wodurch oder durch was ist sie entstanden? Durch die Wirklichkeitswerdung im Geiste des Bildhauers,. Durch die Dynamis, sagt Aristoteles. Dies ist die gestaltende Kraft, die Möglichkeit, die der Bildhauer dann zum Ausdruck bringen kann. Diese Möglichkeit ist schon im rohen Marmorblock enthalten und muss nur realisiert werden. Diese potenzielle Möglichkeit nennt Aristoteles Entelechie. Es ist der Grund des Energiestromes, dessen formende Kraft. Es ist die erschaffende Kraft vor der Energie, die ihr den Impuls verleiht, sich nach ihrem Willen zu formen.

Ende des zweiten Teils                      Gesamtausgabe 6 Teile

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